Schlagwort: Alternative Rock

Nick Cave And The Bad Seeds – Lovely Creatures

Eigentlich wollte Nick Cave vor drei Jahren eine kleine Werkschau zu 30 Jahren mit The Bad Seeds veröffentlichen. Diese verschob sich jedoch, sodass zwischenzeitlich die schmerzhafte wie eindrucksvolle, berührende Trauerarbeit „Skeleton Tree“ das Licht der Welt erblickte. Folglich findet sich auch keiner dieser Songs auf eben jener Compilation, die nun – endlich – als „Lovely Creatures“ erscheint und auf drei prall gefüllten CDs jeder Cave’schen Dekade einen Silberling widmet – ohne Soundtrack-Projekte, ohne schroffe Nebenschauplätze.

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The Winter Passing – Double Exposure

Ihr Debütalbum mag zwar nur eineinhalb Jahre auf dem Buckel haben, doch für The Winter Passing war das genug Zeit, um sich etwas umzuorientieren. „A Different Space Of Mind“ brachte das irische Quartett um die Geschwister Kate und Rob Flynn unter anderem auf gemeinsame Bühnen mit Touché Amoré und Balance And Composure. Nun, mit einem neuen Label im Hintergrund, erfährt der Indie-Emo-Mix eine verfeinerte, schroffere Ausrichtung. Die EP „Double Exposure“ zeigt, wo es künftig langgeht.

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Black Map – In Droves

Während dredg zumindest im Studio nach wie vor brachliegen, hält Gitarrist Mark Engles die Fahne der Alternative-Prog-Granden hoch. Gemeinsam mit Ben Flanagan (Trophy Fire) und Chris Robyn (Far) liefert er als Black Map seit 2014 mächtige Alternative-Rock-Hymnen, die ein wenig an die besten Zeiten des Genres um den Jahrtausendwechsel erinnern. Mit ihrem zweiten Album „In Droves“ sind die US-Amerikaner nun bei Long Branch Records untergekommen und kombinieren durchaus aggressiven Biss mit der feinen Groove-Klinge.

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Novocaine – Swept Away

In ihrer norwegischen Heimat seit Gründung 1999 Dauergast in den nationalen Radiostationen und auf den großen Konzertbühnen, sind Novocaine hierzulande maximal Insidern bekannt. Ihr emotional und proggig aufgeladener Rock-Sound sollte es nun aber endlich über die Landesgrenzen hinaus schaffen, denn nach ellenlanger Wartezeit veröffentlicht das Quintett aus Bergen ihr Debütalbum. „Swept Away“ sollte vor allem Fans von Radiohead, Sigur Rós, Muse und den frühen Gazpacho begeistern.

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Smile And Burn – Get Better Get Worse

Die gewaltige Explosion von „Action Action“ hat bereits über zwei Jahre auf dem Buckel und doch hallt das dritte Album der Berliner (Punk-)Rock-Institution Smile And Burn immer noch nach. Ihr DIY-Ethos führte das Quintett auf die Bühnen der Welt und nun zu Uncle M, wo „Get Better Get Worse“ erscheint. Ob Smile And Burn damit den ewigen Beatsteaks-Vergleichen entkommen und für ihre bissig-hymnische Eigenständigkeit honoriert werden?

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Frank Carter & The Rattlesnakes – Modern Ruin

Wie wütend ist Frank Carter anno 2017? Oder: Muss er überhaupt noch wütend sein? Sein einstiges Hardcore-Punk-Betätigungsfeld Gallows ließ er ebenso hinter sich wie die melodischeren Pure Love. Mit seiner neuen Band The Rattlesnakes verarbeitete er vor eineinhalb Jahren private Tragödien und Rückschläge, kehrte auf „Blossom“ sogar ein wenig zum wütenden Sound seiner Anfänge zurück. Umso verwunderlicher ist, dass das Songwriting des Nachfolgers „Modern Ruin“ direkt nach dem Release des Rattlesnakes-Debüt begann, denn dieses Mal zeigt sich Carter musikalisch noch reifer und breiter aufgestellt.

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Broken Hands – Turbulence

In Großbritannien ist man scheinbar laufend auf der Suche nach der nächsten großen Rockband. Aktuell soll dies Broken Hand sein, ein junges Quintett, das durch Kleinformate und Live-Auftritte auf sich aufmerksam konnte. Mit einem breitbeinigen Sound, der auch schon mal mit Pop, Elektronik und Post-Grunge-Gitarren kokettiert, flehend-suchendem Gesang und geschickt gestrickten Ohrwürmern wollen die Jungspunde auch den Rest der Welt erobern. „Turbulence“ ist ihr erster Anlauf.

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Jimmy Eat World – Integrity Blues

Jim Adkins möchte nicht mehr über Probleme singen und sucht stattdessen nach Lösungen: Für den Nachfolger von „Damage“ stehen Veränderungen im Hause Jimmy Eat World an. Erstmals nahmen sich die Emo-Pioniere eine längere Auszeit (in der Adkins unter anderem einige Solosongs aufnahm) und fanden sich für das inhaltlich deutlich positivere „Integrity Blues“ wieder zusammen. Auch musikalisch setzt das nunmehr neunte Studioalbum den zugänglichen Trend der jüngeren Vergangenheit konsequent fort.

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Oddjobmen – Urban Focus

Schräg, schräger, Oddjobmen. Bei den fünf Berlinern passt der Bandname wie Arsch auf Eimer. Ihr wilder, rockiger Stilmix klingt wie der Soundtrack zu einem abgefahrenen, leicht kaputten Hollywood-Streifen, der Schock, Schwulst und Sex miteinander vermischt. Auf dem nunmehr zweiten Album „Urban Focus“ passiert verdammt viel, denn die Herren aus der Hauptstadt schütteln ihre Groove-, Desert- und Radio-Rock-Granaten in zackiger, schräger Abfolge aus dem Ärmel und schrecken keineswegs vor Ausflügen in besonders entlegene Soundscapes zurück.

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God Damn – Everything Ever

Kaum zu glauben, dass sich die Musiker hinter God Damn einst als Indie-Pop-Band versuchten. Der rohe, schroffe, punkige gegenwärtige Sound deutet keinesfalls daraufhin. Ein lebensgefährlicher Kollaps von Dave Copson führte einst zum Reset und dem mächtigen Debüt „Vultures“. Auf den durchaus sensationellen Einstand folgt nun „Everything Ever“, das einmal mehr Riffgewalt mit Melodik, bärtigen Rock mit eingängiger Punk-Dynamik koppelt.

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