Schlagwort: Indie Rock

The New Mourning

The New Mourning – When The Light Fades

Der musikalische Neustart ist ein Muss für Thomas Pronai, der nicht nur das einzige komplett analoge Aufnahmestudio Österreichs besitzt, sondern sich mit so illustren Formationen wie The Beautiful Kantine Band und Bob Candy & His Broken Hearts einen anständigen Ruf erarbeitete. Pronais neuestes Vehikel, The New Mourning, veröffentlichte bereits 2019 eine erste Single und hat seit Februar 2020 eine komplett fertige Platte in der Hinterhand, die bis jetzt auf ihren Release wartete. „When The Light Fades“ bemüht das Spannungsverhältnis zwischen der Freiheit des Ausbruchs aus vorgegebenen Mustern und dem Einhalten eben solcher selbstauferlegter Einschränkungen.

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Green Sky Accident

Green Sky Accident – Daytime TV

Bislang machten Green Sky Accident vor allem Musik für sich selbst, ohne echten Hintergedanken an ein größeres Publikum, langsam den eigenen Sound erarbeitend. Und dann, heißt es, entstand es so gutes Album, dass man unbedingt mit der Geheimniskrämerei aufhören wollte. Das norwegische Quartett unterschrieb bei Apollon Records und brachte seinen eigenwilligen Indie-Rock-Ansatz in Form. Von Alternative, Prog und Pop begleitet, legt „Daytime TV“ nun eine Punktlandung hin und hievt Green Sky Accident aus dem Stand in den mehr als verdienten Fokus.

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Snake

Snake – Undreams

Nach ihrem gefeierten Debütalbum „Cradle Of Snake“ supporteten Snake unter anderem Refused, erhielten einen schwedischen Indie-Award und schienen plötzlich zu verblassen. Eine natürliche Pause entwickelte sich zum scheinbaren mehrjährigen Stillstand, in dem sich die drei Musikerinnen aus Stockholm um diverse Solo- und Nebenschauplätze kümmerten. Tatsächlich begannen die Arbeiten am Nachfolger bereits 2017, inspiriert durch #MeToo. Entstanden ist eine relativ düstere Platte, die aus schwierigen Erfahrungen Kraft bezieht und das Gemeinsame betont. „Undreams“ stellt sich dem Leben und bemüht sich um Veränderungen.

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Hater

Hater – Sincere

Zwei Alben, großes Halleluja: Hater aus Malmö sind so etwas wie ein Geheimtipp. Der Indie-Ansatz des südschwedischen Quartetts spielt sich irgendwo zwischen Rock, Pop und Shoegaze ab, die Mischung aus Hooks und Entfremdung brachte sie auf Festivals in ganz Europa und sogar bis in die USA. Zwischenzeitlich begrüßte man gleich zwei neue Bandmitglieder, die Chemie stimmte allerdings sofort. Erste Demos waren schnell entstanden, die Veredelung zu düsteren, bittersüßen Perlen ein Leichtes. „Sincere“ ist nach kleiner Studiopause eine Rückkehr und Bestätigung vertrauter Form.

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Rolling Blackouts Coastal Fever

Rolling Blackouts Coastal Fever – Endless Rooms

In einem kurzen Zeitfenster der Freiheit zogen sich Rolling Blackouts Coastal Fever in ein kleines Haus nördlich von Melbourne zurück, das in den 70er Jahren von der Großfamilie der Russo-Brüder Tom (Gesang, Gitarre) und Joe (Bass) erbaut worden war. Die zwölf Tracks für das neue Album nahmen den Esprit dieses Orts an und so entschied sich das Quartett, dort gleich aufzunehmen, erstmals sogar komplett selbst zu produzieren. „Endless Rooms“ beschreibt nich nur die Gegebenheiten des Hauses, sondern zeugt zugleich vom vielfältigsten Werk der Australier bis dato.

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Bloc Party

Bloc Party – Alpha Games

Back and to the left: Das letzte Bloc Party-Album hat tatsächlich über sechs Jahre auf dem Buckel. „Hymns“ zeigte eine Band auf dem Scheideweg, noch ohne die damals recht frischen Neuzugänge Louise Bartle und Justin Harris geschrieben, nach einer musikalischen Identität suchend. Auf Tour und bei Live-Performances des legendären Debüts „Silent Alarm“ fand man sich und den eigenen Sound (wieder). „Alpha Games“ ist bereits seit 2018 in Arbeit, wurde in Etappen geschrieben und aufgenommen, entstand im Kollektiv und distanziert sich ein wenig von der jüngsten Sinnkrise.

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Arionce

Arionce – Calls From Afar Shores

Das stete, häufig widersprüchliche Verhältnis zwischen Spannung und Entspannung begleitet Arionce seit ihrer ersten EP. Das Berliner Quartett tummelt sich im weiten Alternative-Rock-Mikrokosmos, begleitet von Prog- und Indie-Einflüssen, zwischen Atmosphäre, Hymne und Nachdruck pendelnd. Ihr Debütalbum nahmen sie im eigenen kleinen, frisch ausgebauten Studio auf, wo sie alle Zeit der Welt hatten, mit Sounds und Stimmungen zu experimentieren. „Calls From Afar Shores“ befasst sich mit der Suche nach Kraft in Zeiten sozialer Isolation, nach dem Verlust eines geliebten Verwandten, im Umgang mit der Demenzerkrankung des eigenen Vaters.

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Nichtseattle

Nichtseattle – Kommunistenlibido

Eine energisch angeschlagene Gitarre, eindringlicher Gesang, gelegentlich etwas Flügelhorn und/oder Schlagzeug – mehr braucht es nicht zum großen Glück, das Katharina Kollmann als Nichtseattle vorlebt. Hier bemüht die ansonsten als Lake Felix tätige Musikerin deutschsprachige Texte, so pointiert wie mitreißend und vornehmlich im XXL-Format vorgetragen. „Kommunistenlibido“, so der fantastische Titel ihres zweiten Albums, landet bei Staatsakt und wird in der ohnehin bereits opulenten Doppel-Vinyl-Ausgabe von einem Songbook mit Illustrationen von Fania Jacob begleitet.

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Deaf Lingo

Deaf Lingo – Lingonberry

Im Herbst 2015 hatte Sandro Specchia Bock, ein paar Tracks in seiner Wohnung am Stadtrand von Mailand auf einem 4-Track-Recorder aufzunehmen. Eine Band war schnell gefunden, ein Jahr später hatten Deaf Lingo ein fixes Line-up, das bis heute hält. Das italienische Quartett steht auf dickes Schrammeln, auf Garagen-Charme, auf punkige Attitüde, auf Indie Rock und Power Pop. Mit etwas Verzögerung konnten sie im Vorjahr endlich ins Studio gehen, um ihren Zweitling einzuspielen, der erwachsener klingen und sich zugleich vom Lo-Fi-Debüt entfernen soll. „Lingonberry“ gibt sich tatsächlich angenehm lebhaft.

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Carpet Waves

Carpet Waves – Inner Weapons

Ihre letzte EP wurde durch Crowdfunding finanziert, dieses Mal gab es als Gewinner der Düsseldorfer Bandprofessionalisierung 5.000 €, die unter anderem für EP, Live-Session und Musikvideos verwendet wurden: Carpet Waves treffen mit ihrer Musik offenbar einen Nerv. Das Quartett aus Köln, Wuppertal und Düsseldorf spielt seit 2016 in dieser Besetzung zusammen, begeisterte auf Platte und Bühne, und bemüht sich zudem stets um frische musikalische Ansätze. Aktuell verschieben sie den Fokus von Alternative und Indie auf Post Punk und New Wave, ohne dabei die eigentlichen Rock-Wurzeln zu vergessen. „Inner Weapons“ gelingt dieser Spagat wunderbar.

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