Schlagwort: Indie Rock

Tim Kasher

Tim Kasher – Middling Age

Eigentlich hatte der äußerst umtriebige Tim Kasher sein viertes Soloalbum bereits kurz nach dem Release der aktuellsten Cursive-Platte komplettiert, doch veranlasste ihn die fehlende Aufsicht, damit auf Tour zu gehen, zum konzentrierten Feilen daran. So verpflichtete er diverse Mitstreiter – darunter Mitglieder seiner eigenen Band, Cloud Nothings-Schlagzeuger Jayson Gerycz und seine eigene Nichte – um remote weiterzuarbeiten. Auf „Middling Age“ besingt er mit Sterblichkeit und Verlust höchst aktuelle Themen, die allerdings längst vor dem Weltgeschehen der letzten beiden Jahre gewählt und verarbeitet worden waren.

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Calexico

Calexico – El Mirador

In jüngerer Vergangenheit bemühten Calexico neue Aspekte, daunter gitarrenlastige Americana-Exkurse, folkige Kollaborationen und festliche Töne. Davon verabschieden sich Joey Burns und John Convertino auf ihrem zehnten Album keinesfalls, rücken jedoch den Latin-Aspekt ihres Sounds wieder deutlicher in den Mittelpunkt. Allerlei Gäste, Mariachi-Einschübe, Slide-Gitarre, Zapateado und noch viel mehr begleiten „El Mirador“, ein wunderbarer Schritt zurück in die Vergangenheit, der trotzdem so zeitlos und verzaubernd wie immer klingt.

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Hi! Spencer

Hi! Spencer – Memori

Selbstfindung und Diversity, das sind die Leitmotive der neuen Songs von Hi! Spencer. Gut zwei Jahre nach ihrem exzellenten zweiten Album „Nicht raus, aber weiter“ meldet sich das Quintett vor allem mit einem deutlich glücklicheren Sven Bensmann zurück. Der Sänger outete sich im Februar 2020 zunächst privat, im Winter 2021 dann öffentlich als homosexuell, nahm kräftig ab und fand in vielerlei Hinsicht zu sich selbst, füllte Lücken und Leeren. Die sechs neuen Songs auf „Memori“ befassen sich unter anderem mit dem Weg zu einem besseren Leben und sind dabei durch und durch Hi! Spencer.

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Wet Leg

Wet Leg – Wet Leg

Sie kennen sich, seitdem sie 17 sind, spielten in denselben Bands, hingen mit denselben Leuten ab … doch erst als Rhian Teasdale – kurz davor, ihre Karriere an den Nagel zu hängen – für ein paar Festival-Dates Hester Chambers als Gitarristin für ihr ursprüngliches Soloprojekt an Bord holte, passte plötzlich alles. Wet Leg waren geboren und gehen seit dem Release ihrer ersten Single vor zehn Monaten durch die Decke. Jetzt kommt das Duo von der Isle of Wight mit einer ersten Platte daher, schlicht „Wet Leg“ betitelt und bis obenhin voll mit kleinen Indie-Perlen sowie Post-Punk- und Pop-Einlagen.

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Love A.M.

Love A.M. – In Disarray

Für Love A.M. ist jede Zeit Liebeszeit. 2016 aus Schulbekanntschaften entstanden, veröffentlichten die fünf Grazer zuletzt ein paar kurzweilige Singles, die konsequent nach dem eigenen Sound suchten, ohne dabei vor emotionalen, liebevollen Themen zurückzuscheuen. Indie, Dream-Pop, New Wave und ein wenig Rock der verwaschenen Art mit zarten Gaze-Untertönen säumten die bisherigen Releases. Sie alle – und noch viel mehr – finden auf dem ersten Album „In Disarray“ zusammen. Und hier arbeitet sich das österreichische Quintett weiterhin durch ein Sammelsurium an Ideen und Einflüssen.

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Proper.

Proper. – The Great American Novel

Schwarz und queer in einer überwiegend cis-männlichen, heterosexuellen Szene zu sein, ist – gelinde gesagt – alles andere als einfach. Proper. packen ihre Erfahrungen in kleine Songperlen zwischen Sturm, Drang und Suche. „I Spent The Winter Writing Songs About Getting Better“ setzte sich vor knapp drei Jahren mit dem Ausbruch aus Erwartungen des eigenen Umfelds auseinander, nun will das Trio gleich ein komplettes Buch vertonen. Jeder Track auf „The Great American Novel“ versteht sich als Kapitel eines Twenty-Something-Protagonisten, der in den 2010er Jahren aufwächst und sich mit der missbräulichen Beziehung seiner Herkunft und seiner Identität auseinandersetzt.

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The Districts

The Districts – Great American Painting

Die High-School-Band aus Lititz, Pennsylvania wächst weiter. The Districts sehen seit jeher für eleganten, gerne verspielten und in den richtigen Momenten ernsten Indie Rock, dessen Pop-Gefühl im richtigen Moment durchzuschimmern weiß. Für die Aufnahmen ihres mittlerweile fünften Albums – das letzte mit Connor Jacobus, der kurze Zeit später in aller Freundschaft ging – wollte Frontmann Rob Grote zurück zum Gemeinsamen, die Einfachheit des eigenen Sounds betonen und dabei die Stärken der individuellen Musiker auf allen Ebenen einbringen. „Great American Painting“ befasst sich mit einem Amerika, in dem sehr viel falsch läuft, und das sich einen kräftigen Funken Hoffnung verdient hat.

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Stereophonics

Stereophonics – Oochya!

Eigentlich wollten sich die Stereophonics zum 25jährigen selbst beschenken und hatten eine kleine Compilation geplant. Im Zuge dessen entdecken die Waliser einige Songs, die unvollendet geblieben waren. Ehe man sich’s versah, war ein komplettes, brandneues Album geschrieben, teils auf ursprünglich aussortierten Ideen basierend. Nicht nur das, man verbrachte gerade einmal eine Woche zusammen im Studio, spielte fast alles live ein und konzentrierte sich vor allem auf schnelleres Material. Entsprechend klingt das zwölfte Studiowerk „Oochya!“, als wären Kelly Jones und Konsorten in einen Jungbrunnen gefallen.

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Band Of Horses

Band Of Horses – Things Are Great

Man mag es seiner Musik nicht immer anhören, doch Ben Bridwell schlägt sich mit Unbehagen herum. Der Gründer und Frontmann von Band Of Horses musste abermals das Line-up ändern – neben den Urgesteinen Creighton Barrett und Ryan Monroe wurden Rückkehrer Matt Gentling und der ehemalige Band-Merch-Manager Ian MacDougall (Broken Golden) bereits 2017 aufgenommen – und fand in Sound-Engineer Wolfgang Zimmerman einen neuen Partner, mit dem er so ziemlich alle neuen Tracks aufnahm. „Things Are Great“ nimmt die schwierigen Dinge des Lebens mit und findet trotzdem Raum für das Schöne.

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Swutscher

Swutscher – Swutscher

Wenn Anachronismus zur Quasi-Avantgarde reift, dann sind Swutscher nicht weit. Ihr Sound – weitestgehend rund um Pub Rock und Rock’n’Roll angesiedelt – wäre eigentlich wunderbar antiquiert und passt trotzdem perfekt ins Hier und Jetzt. Bereits mit ihrem Debütalbum „Wilde deutsche Prärie“ rannten die Hamburger offene Türen ein, fast vier Jahre später gibt es endlich Nachschub. Komplett selbst produziert und in Eigenregie gebastelt, um keine Kompromisse eingehen zu müssen. Der leidenschaftiche und zugleich gefühlvolle Rock-Ansatz nennt sich dieses Mal schlicht „Swutscher“ und rennt offene Türen ein.

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