Schlagwort: Punk Rock

Joyce Manor

Joyce Manor – I Used To Go To This Bar

Als es nach mehrjähriger Pause endlich wieder auf Tour ging, waren Joyce Manor sofort in ihrem Element. Mit „40 oz. To Fresno“ im Gepäck, ging es in noch größere Venues sowie unter anderem in den Support für Weezer. Die Arbeiten an einem Nachfolger begannen bereits Anfang 2023, sollten sich jedoch ziehen. Gleich mit dem ersten fertigen Demo konnten sie jedoch kein Geringeren als Bad Religion-Legende Brett Gurewitz – ihren Label-Boss – als Produzenten verpflichten. Für das Trio aus Kalifornien erfüllte sich damit ein Traum. Und das hört man dem neuen Longplayer „I Used To Go To This Bar“ selbstverständlich ab der ersten Sekunde an.

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Teen Jesus And The Jean Teasers

Teen Jesus And The Jean Teasers – Glory

Wenn es läuft, dann so richtig: Teen Jesus And The Jean Teasers schweben auf einer Welle des Erfolgs, gerade in ihrer australischen Heimat. Ihr erstes Album platzierte sich in den Top 10, 2024 nahmen sie den prestigeträchtigen ARIA Award als beste Newcomer entgegen, zudem supporteten sie unter anderem Foo Fighters und Pearl Jam. Für den Nachfolger konnte man die mit drei Grammys ausgezeichnete Catherine Marks gewinnen, die unter anderem bereits Boygenius und Wolf Alice produzierte. „Glory“ bleibt jedoch dem geschmackvoll drastischen, angepunkten und zugleich drückenden Sound des Vorgängers treu.

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Maria Iskariot

Maria Iskariot – Wereldwaan

Man muss kein Wort der niederländischen Sprache verstehen, um Maria Iskariot zu verstehen. Das Quartett aus dem belgischen Gent verwendet Punk als wütende, furiose Ausdrucksform der eigenen, alles andere als einfachen Existenz und sucht nach Hoffnung, nach Zusammenhalt, selbst wenn alles um sie herum den Bach heruntergeht. Nach 180 Live-Shows in den letzten beiden Jahren, unter anderem als Support von Tropical Fuck Storm, einer EP und einer millionenfach geklickten Live-Session landet mit „Wereldwaan“ nun ihr erstes, erwartungsgemäß lautes und forsches Album.

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Spite House

Spite House – Desertion

Trauer ist eine unwillkommene Konstante im Leben von Sänger und Gitarrist Max Lajoie. 2019 rief er Spite House ins Leben, kurz nach dem Krebstod seiner Mutter. Sein guter Freund Marc Tremblay übernahm die Drums, später stieß Nabil Ortega am Bass hinzu. Das erste Album, drei Jahre später erschienen, diente eher als Weckruf, um das eigene Leben in die Hand zu nehmen. „Desertion“ liefert nun jedoch Trauerarbeit in Reinkultur und widmet sich auch Lajoies Vater, der zehn Jahre vor der Mutter freiwillig aus dem Leben schied. Der Frontmann gibt an, dass diese elf Songs rein gar nichts Fröhliches an sich haben, doch sind sie vielleicht gerade deswegen so unfassbar wichtig.

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gas station.

gas station. – A Collection Of Songs For Saying Goodbye

Ist das hier schon wieder eine neue Emo-Welle? Wenn ja, gehören gas station. dazu? Obwohl der Klang des Trios aus Buffalo gerne in emotional aufgeladene Gefilde vordringt und dabei durchaus Heavyness mitbringen kann, stellen sie sich musikalisch bevorzugt vielseitig auf. Und auch thematisch muss man etwas genauer hinsehen bzw. hinhören. „A Collection Of Songs For Saying Goodbye“ ist nicht etwa eine Sammlung trauriger Lieder, sondern befasst sich mit der schweren, geradezu erdrückenden Stille nach einem Ende oder Abschied, wenn sich alles verändert und doch die Worte fehlen.

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Hyperdog

Hyperdog – Dog Days

Das geht ohne Frage als Meilenstein einer noch jungen Band durch: Kein Geringerer als Henry Rollins wurde auf Hyperdog aufmerksam und spielte einen Song der Linzer in seiner Radioshow. Das kommt auch nicht ungefähr, denn seit dem Release ihres ersten Albums „Frog Mountain“ im Vorjahr schwimmt das Quartett auf einer kleinen Erfolgswelle. Ihr bewusst ungewöhnlicher wie mitreißender Sound, der Punk, Hardcore, Post Punk, Indie-Klänge und bekömmliche Synthetik verbindet, schwingt sich abermals auf eine wunderliche Reise durch Schubladen und Jahrzehnte: „Dog Days“ ist hier, um zu bleiben.

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Werewolf Etiquette

Werewolf Etiquette – Werewolf Etiquette

Als sich Mother Tongue nach sechsjähriger Auflösungsphase wieder zurückmeldeten, war Drummer Geoff Haba nicht an Bord. Über Jahre hinweg lud er Bassist und Mitbegründer David „Davo“ Gould zu Coffee & Conversation ein, der zögerte jedoch erst. Irgendwann traf man sich doch, jedoch unter ganz anderen Voraussetzungen: Instrumente einstecken und rocken. Daraus entstand Werewolf Etiquette, ein rhythmisches Duo komplett ohne Gitarren, das Bass und Schlagzeug in den Mittelpunkt rückt und zugleich musikalische Erwartungen ad absurdum führt. Bevor man gemeinsam mit Mother Tongue unter anderem zur Noisolution Party kommt, erscheint eine erste EP mit dem knappen wie einfachen Titel „Werewolf Etiquette“.

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Statues

Statues – Dopamine

Seit Jahren stehen Statues für schrammeligen Punk der unverschämt eingängigen Sorte, der wieder und wieder in Richtung Indie und Alternative abzweigt. Das brachte bislang drei hochkarätige Alben sowie diverse Kleinformate hervor, ruht aber vor allem auf dem blinden Verständnis zwischen Johan und Magnus, die seit 34 Jahren gemeinsam Musik machen. Mit einem frischen Line-up geht es in die nächste Runde: „Dopamine“ serviert Vertrautes in bekömmlichen Portionen, wird tatsächlich noch einen Tacken lauter und vergisst doch zu keiner Zeit auf seine Hooks und seine prominent vertretene Melancholie.

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Would

Would – Thrash

Fünf Alben mit drei Bands / Projekten binnen zwölf Monaten: Matthias Schwettmann lässt seiner Kreativität aktuell freien Lauf. Neben Palila und seiner Electropunk-Band Rotze gibt es nun wieder Nachschub seines Solo-Schauplatzes Would … und das ganz anders als erwartet. Ein gebrochener Mittelfuß setze ihn wochenlang außer Gefecht, also wurden Songs ohne Ende geschrieben. Die fallen laut, wild und energisch aus, ganz untypisch und doch hochspannend. „Thrash“ setzt unter anderem auf Stoner-Riffs, dicke Alternative-Weisheiten und sogar feiste Punk-Action mit dezenten Hardcore-Untertönen im XXS-Format.

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Slug Boys

Slug Boys – Listen To Slug Boys

Seit Jahren zerlegen Slug Boys nordische Bühnen zu Kleinholz. Das norwegisch-britisch-schwedische Quintett versteht sich auf pures Chaos, unvorhersehbare Action und willkommenen Wahnsinn. Nun versuchen sie genau das auf Platte zu bannen, irgendwo zwischen Post Punk, Punk Rock und etwas Noise angesiedelt. „Listen To Slug Boys“, der Titel ihres ersten Albums, ist eine Aufforderung, die man so bedenkenlos unterschreiben kann. Dahinter stecken Abhandlungen über weltpolitische Ereignisse, Trauer, Angst und die Absurditäten des Alltags – erstaunlich ernst für eine im Grunde komplett abgedrehte Platte.

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