Schlagwort: Shoegaze

Teksti-TV 666

Teksti-TV 666 – 4

Der wohl ultimative Permanent-Geheimtipp für Post-Punk- und Kraut-Fans reitet wieder. Wobei, eigentlich ist das ’neue‘ Mini-Album von Teksti-TV 666 alles andere als neu. Bereits Anfang April erschienen vier Songs, etwas unspektakulär digital veröffentlicht und beinahe übersehen – zu Unrecht, versteht sich. Svart Records sieht das wohl ähnlich und spendiert „4“ im August eine limitierte Vinyl-Auflage. Mit dabei ist alles, was die vielleicht kauzigste Big-Band verwaschener Gitarrenmusik auszeichnet: schier endlose Jams, motorisierte Peitschenhiebe, eine unerwartete Portion Punk und psychedelische Riffs der anderweltlichen Art. Nun denn.

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Red Dwarf Star

Red Dwarf Star – LP1

Seit seinem Umzug von den USA in die Schweiz läuft das Leben bei Coley Dennis etwas anders. Der Alltag ist von Familie und Beruf geprägt, seine Band Maserati veröffentlichte sein letztes Album vor über sechs Jahren und schraubt seit geraumer Zeit an einem Film-Soundtrack, der heuer erscheinen soll. Zwischenzeitlich schrieb er eigene Songs, inspiriert durch den Alternative- und Post-Hardcore-Sound der 90er, jedoch zusehend krautig und elektronisch verfremdet. Red Dwarf Star wachsen aktuell vom Solo-Projekt zur kompletten Band an (u. a. mit aktuellen und ehemaligen Mitgliedern von Jeffk, Kruger, Orso und Lenore), der Einstand heißt schlicht und ergreifend „LP1“.

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La Sécurité

La Sécurité – Bingo!

Wie chaotisch darf Punk sein? La Sécurité rufen nur ‚Ja!“ und machen einfach. Das Quintett aus Montreal erklärt Präfix-Präferenzen für Art, Dance und Post, mit etwas Noise, Indie und Gaze als Bonus. Erste nationale und internationale Festivals, darunter ein Reeperbahn-Auftritt, wurden bereits erfolgreich absolviert, das erste Album „Stay Safe!“ erwies sich als hibbelige und zugleich erstaunlich entspannte Platte und wurde verdientermaßen auf die Longlist des Polaris Music Prize gesetzt. „Bingo!“ ist der mehr als unterhaltsame, gerne mal schräge und stets herausfordernde Nachfolger.

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Go Mahhh

Go Mahhh – Doppelgänger

Berlins Bühnen sind bereits fest in ihrer Hand, nun folgt der nächste Schritt: Go Mahhh zählen zu den interessantesten Psych-Bands der Hauptstadt. Das Quartett liebt seine verwegene Reise durch Space und Zeit, irgendwie retro und doch fest im Hier und Jetzt verankert, wie eine Art imaginärer Missing Link zwischen Motorpsycho und den Crumpets. Eine erste EP spülte sie unter anderem auf die große Desertfest-Bühne, nun folgt der sprichwörtliche nächste Schritt. Auf „Doppelgänger“ loten die Musiker aus Peru, Deutschland und Irland ihren eigentümlichen Psych-Ansatz mit Fuzz-, Alternative- und Gaze-Note ein weiteres Mal konzentriert aus.

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deary

deary – Birding

Zu Lockdown-Zeiten regte sich bei Ben Easton der Wunsch, der eher auf Style fokussierten Szene Südost-Londons zu entkommen und introspektive, emotional aufgeladene Musik zu schreiben. Ein gemeinsamer Bekannter brachte ihn mit Dottie Cockram zusammen, schnell wurde eine gemeinsame Liebe zu Cocteau Twins, Slowdive und My Blood Valentine entdeckt. Später stieß Drummer Harry Catchpole dazu, deary waren gegründet und bewegen sich seither in einem sehr eigenen, zeitlosen Sound zwischen Shoegaze, Dream-Pop und Indie. Das erste Album „Birding“ befasst sich mit den mal unsichtbaren, mal sehr deutlichen Auswirkungen des menschlichen Handels auf andere Menschen und die Umwelt.

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Hi Mum

Hi Mum – Ghostwood

Vorneweg: Ja, das liest sich wie ein reiner Sängerwechsel und ein damit einhergehender neuer Bandname. Ist aber wesentlich mehr. So viel mehr. Aber der Reihe nach: Im September 2023 legten sich Maffai erst einmal auf Eis, doch blieb man sich freundlich verbunden. Ob und wann es ein Comeback geben wird, bleibt offen. Gitarrist Simon Züchner, Bassist Daniel Schmitt und Schlagzeuger Jan Kretschmer machen aber gemeinsam weiter in einem neuen Projekt. Den Gesang bei Hi Mum übernimmt Lilly Jane Kletke, musikalisch bewegt man sich eher in Indie-, Alternative- und Shoegaze-Gefilden mit einer gewissen 90s-Ästhetik. „Ghostwood“ ist ihr erstes Album.

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Hater

Hater – Mosquito

Plötzlich hielten Hater einen Strauß Liebeslieder in der Hand. Warum gleich so viele davon entstanden waren, können sich die Schweden im Nachhinein nicht erklären. Und doch geht es Sängerin Caroline Landahl darum, dass nichts an ihrer neuen Platte, am Nachfolger von „Sincere“, soft und kuschelig ist. Denn, ja, Schmetterlinge im Bauch gibt es durchaus, aber eben auch gebrochene Herzen, komplette Leere, ein stetes emotionales Auf und Ab. All das kleidet das Quartett aus Malmö in den nunmehr vertrauten Mix aus Indie Pop, Indie Rock und Shoegaze. „Mosquito“ sucht nach der wahren Liebe, oft traurig und sehnsüchtig, und kleidet dies in durchaus mythische Geschichten.

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Nothing

Nothing – a short history of decay

Nach dem Release von „The Great Dismal“ 2020 verabschiedeten sich Nothing erst einmal von ihrem Zwei-Jahres-Rhythmus und legten eine kleine Albumpause ein. Untätig war die Shoegaze-Band keinesfalls, unter anderem gab es Live-Material und eine gemeinsame Platte mit Full Of Hell, zudem wurde ein eigenes Festival auf die Beine gestellt. Und doch bot sich für Mastermind und Gründer Domenic „Nicky“ Palermo die Möglichkeit, einen Gang zurückzuschalten und sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Inzwischen mit essentiellem Tremor, einer nicht-tödlichen Familienkrankheit, ringend, steht „a short history of decay“ unter dem Eindruck der Endlichkeit.

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Howling Bells

Howling Bells – Strange Life

Plötzlich war ein Jahrzehnt vergangen: Nach dem Release von „Heartstrings“ im Sommer 2014 waren Howling Bells von der Bildfläche verschwunden, eine ‚ungeplante Pause‘ soll der Grund gewesen sein. Juanita Stein veröffentlichte mehrere Soloalben, Bruder und Gitarrist Joel Stein rief Glassmaps ins Leben und tourte zudem gemeinsam mit Drummer Glenn Moule als Teil von Brandon Flowers‚ Solo-Band. Bei einer Reunion-Show 2022 war der alte Funke wieder da, die Australier:innen begannen neue Songs zu schreiben und haben nun das erste gemeinsame Album seit fast zwölf Jahren im Gepäck. „Strange Life“ klingt im besten Sinne in etwa so, als wäre die Zeit stehengeblieben.

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GUV

GUV – Warmer Than Gold

Erst war er Young Governor, dann Young Guv, jetzt nur noch GUV: Ben Cook verkürzt seinen Namen ein weiteres Mal, bleibt seinem Faible für feine, unwiderstehliche Popsongs mit Ecken und Kanten jedoch treu. Dieses Mal begegnet er den großen Fragen und Themen des Lebens mit ebenso großen Beats und Hooks. Mehr Britpop, mehr Madchester und mehr Psychedelia halten Einzug in den Sound, abermals mit Dauer-Songwriting-Partner James Matthew Seven (No Warning) erarbeitet. Zwar hatte man bei den gemeinsamen Sessions in Portugal am Ende mehr Spaß als fertige Songs, doch war das Fundament für die verfeinerte Ausrichtung von „Warmer Than Gold“ gelegt.

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