Schlagwort: Shoegaze

Broncho – Double Vanity

„Class Historian“ war ein erster kleiner Indie-Hit, mit dem Broncho auf sich aufmerksam machten. Anstatt auf dieser Armada an Hooks aufzubauen, widmet sich das Quartett aus dem US-Bundesstaat Oklahoma nun einem Hauch von Nachdenklichkeit. Zittrige Gitarren, klare 80s-Referenzen und betonte Schwerfälligkeit schlagen ein neues Kapitel in der noch jungen Bandgeschichte auf. „Double Vanity“, das dritte Studioalbum, bricht mit dem bisherigen Schaffen.

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Suns Of Thyme – Cascades

Geographisches Kuriosum: Suns Of Thyme ist ein Quintettaus Berlin ohne einen einzigen Berliner. Die fünf Mitglieder sammelten reichlich Erfahrung in anderen Bands, brachten es aber jeweils nie über ein Album hinaus. Irgendwann landeten sie schließlich in der Hauptstadt und vereinten ihre Vorlieben für Kraut, Psychedelic, Post Punk, Shoegaze und zahlreiche weitere düstere und experimentelle Klänge. „Cascades“ ist ihre zweite gemeinsame Platte und damit ein Novum für alle Beteiligten.

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Nothing – Tired Of Tomorrow

Die bloße Existenz des zweiten Nothing-Albums darf als kleines Wunder gesehen werden. Während der Tour zum gefeierten Debüt „Guilty Of Everything“, in dem Frontmann Domenic Palermo seine Zeit im Gefängnis verarbeitete, wurde er brutal zusammengeschlagen und schwer verletzt. Als „Tired Of Tomorrow“ dann schließlich erscheinen sollte, stellte sich heraus, dass hinter dem neuen Label der verachtenswerte Martin Shkreli steckt. Relapse Records, wo bereits der Erstling veröffentlicht wurde, ist eingesprungen. Es sei ihnen zu danken.

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Mayflower Madame – Observed In A Dream

Seit einigen Jahren erfreut sich kondensierte Düsternis wieder besonders großer Beliebtheit. Post Punk, Gothic Rock, Shoegaze und Industrial erleben eine große Renaissance. Davon könnten nun auch Mayflower Madame profitieren. Das Quartett aus Oslo machte in seiner norwegischen Heimat bereits vor drei Jahren mit der 12″ „Into The Haze“ auf sich aufmerksam, etwas später wurde man von den größten Radiostationen des Landes gespielt und durfte diverse Indie-Granden supporten. Mit dem Debütalbum „Observed In A Dream“ könnte nun auch der Rest Europas fallen.

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Holy Esque – At Hope’s Ravine

Diese Stimme, diese eigentümliche Stimme – als wäre der Sound von Holy Esque nicht schon speziell genug, ist da noch dieses ganz besondere Tremolo-Falsett von Pat Hynes. Kratzig, luftig, eindringlich, wütend, furios führt er durch elf Songs, die irgendwo zwischen Post Punk und den Anfängen der Simple Minds, zwischen der ungestümen Glorie von JJ72 und der ewigen Suche von Echo & The Bunnymen platziert sind. Und eigentlich doch ganz anders klingen. Und so eigen. „At Hope’s Ravine“ heißt das Album zu einem der interessantesten musikalischen Phänomene des Jahres.

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YAST – My Dreams Did Finally Come True

Schwedens Slacker YAST, vor fünf Jahren in Malmö geschlüpft, stehen für eine neue Indie-Pop-Grenzerfahrung, die mit Distortion und Feedback die versammelte Shoegaze-Meute neben fatalistischer The Cure-Romantik, College-Smartness von Dinosaur Jr. und die vertonte Verführung Yucks abholt. Das hört sich abstrakt an? Gewissermaßen gilt das auch für den Sound des Quintetts, gleichermaßen entspannt, eingängig und doch leicht entrückt. „My Dreams Did Finally Come True“, das zweite Studioalbum, bewegt sich geschickt im musikalischen Überall.

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Deaf Wish – Pain

„Sollten wir nur zwei gemeinsame Shows spielen, dann ist das eben so.“ – acht Jahre später veröffentlichen Deaf Wish aus Australien ihr erstes Album bei Sub Pop und zeigen, dass sie überleben können, auch wenn nichts für die Ewigkeit geschaffen werden sollte. Der laute, kratzbürstige Ansatz von „Pain“ bewegt sich irgendwo zwischen Punk, Noise, Shoegaze und Alternative Rock mit einem Hauch Neo-Grunge.

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Creepoid – Cemetery Highrise Slum

Kurz vor den Aufnahmen ihres neuen, ihres dritten Albums drohten Creepoid auseinanderzubrechen, als die Verwandlung vom Kunstprojekt zur richtigen Band abgeschlossen wurde. Gründungsmitglied Pete Joe Urban stieg letztlich aus, Nick Kulp übernahm seinen Platz an der Gitarre. An der Grundausrichtung des Quartetts aus Philadelphia hat sich allerdings nichts geändert: „Cemetery Highrise Slum“ vermengt Grunge mit Shoegaze.

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A Place To Bury Strangers – Transfixiation

Existentielle Ängste bestimmen das Erscheinungsbild von „Transfixiation“. Als sich A Place To Bury Strangers nach knapp zwei Jahren auf Tour für den Nachfolger von „Worship“ im Studio einschlossen, um den Live-Schwung mitzunehmen, scheiterten sie beinahe an sich selbst. Nach einem Monat wurden die Sessions, dem Zusammenbruch nahe, abgebrochen. Die Folge: Communication Breakdown, zwei Monate mit beinahe totaler Funkstille. Schließlich raufte sich das Trio zusammen und stellte „Transfixiation“ fertig, das von der Beinahe-Auflösung der Band hörbar geprägt wurde.

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Tocotronic – Warte auf mich auf dem Grund des Swimmingpools

Tocotronic sind bekannt dafür, sich hinter ihren abstrakten, mit elaborierten Metaphern angereicherten Texten förmlich zu verstecken. Die ehemaligen jugendlichen Revoluzzer sind längst sesshaft geworden und blicken regelmäßig von den oberen Rängen der Album-Charts auf die Konkurrenz herab, zuletzt mit „Wie wir leben wollen“. Der Festival-Sommer ist nun vorbei, eine dritte Single nach „Auf dem Pfad der Dämmerung“ und „Ich will für dich nüchtern bleiben“ soll das Jubiläumsjahr (20 Jahre Tocotronic) beschließen. Man tut dies mit einem besonders unorthodoxen Liebeslied: „Warte auf mich auf dem Grund des Swimmingpools“.

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