The Black Eyed Peas – The Beginning

The Black Eyed Peas

Unser Beast Blogger hat die neue Single der Black Eyed Peas bereits in Stücke zerrissen. Und selbst wer sich musikalisch mit „The Time (Dirty Bit)“ anfreunden kann, fragt sich insgeheim, ob das 80er Jahre Sample wirklich hätte sein müssen. Doch die US-Combo sucht die Aufmerksamkeit und findet sie immer wieder. Perfekte Voraussetzungen für „The Beginning“, das mittlerweile sechste Studioalbum der Black Eyed Peas.

Vom CD-Cover blicken einem die Black Eyed Peas als kleine niedliche Pixel-Männchen entgegen. Doch der harmlose Eindruck täuscht, denn musikalisch weiß „The Beginning“ durchaus anzuecken. Will.i.am lässt die Electro-Beats zischen wie selten zuvor. Synthesizer und Vocoder bewegen sich dabei oftmals an ihrem Maximum. Zugegeben, ganz uncharmant ist es nicht, wenn eine völlig hochgepitchte Fergie bei „Love You Long Time“mit Will.i.am zu Synthesizer Sound und programmierten Drum-Beats um die Wette schmachtet. Computerliebe reloaded sozusagen. Etwas deftiger klingt da schon „XOXOXO“, das mit gewaltigen Raps in den Strophen punktet, ehe ein viel zu weich geratener Refrain dem Flow ein tragisches Ende setzt. „Light Up The Night“ gelingt der Wechsel auf einen eher poppigen Refrain da schon deutlich besser. Die Hook überzeugt, auch wenn der Hit-Faktor gern noch ein Stück größer hätte ausfallen dürfen. Doch das Arrangement ist stark und kann mit fein lärmenden Elektro-Strecken punkten.

Natürlich darf auch der obligatorische Fergie Song auf „The Beginning“ nicht fehlen. Der Vocoder hat bei „Whenever“ mal Sendepause, so dass Fergie stimmlich durchaus überzeugen kann. Im Stile eines „Meat Me Halfway“ treibt der Song angenehm melodisch daher. Sogar echte Gitarren sind zu hören, die zusammen mit den üblichen Electro-Beats ein gutes Grundgerüst bilden. Als Singleauskopplung sollte „Whenever“ quasi gebongt sein. Eher uninspiriert und uninteressant klingen hingegen „Play It Loud“ und „The Best One Yet (The Boy)“. „Someday“ kann man wohlwollend als Grower mit soliden Sound bezeichnen.

„Fashion Beats“ eröffnet mit einem Sample von Chics „My Forbidden Lover“ und weckt Assoziationen zu eher biederen Sophie Ellis Bextor Sound. Immerhin können die Lyrics in den Strophen durch Minimalismus und smoothen Sound überzeugen. Der Refrain kann da nicht ganz mithalten, doch ehe man sich daran zu lange stört, überrumpelt einen schon „Don’t Stop The Party“. „Don’t Stop The Party“ ist ein krachendes Elektro-Biest, das mit Hands-Up Elementen streckenweise für enorm mächtigen Sound sorgt. In den Clubs wird man „Don’t Stop The Party“ mit Sicherheit lieben.  Als weitere Singleauskopplung konnte sich hingegen „Do It Like This“ durchsetzen. Ein relativ spezieller und abgefahrener Track, der durchaus überzeugt, aber nicht ganz Hitsicher klingt.

An die Hitdichte von „The E.N.D.“ kommt „The Beginning“ somit nicht ran. Doch wer nach „The Time (Dirty Bit)“ schon den Anfang vom Ende prophezeit hat, kann sich vom sechsten Longplayer der Black Eyed Peas durchaus vom Gegenteil überzeugen lassen. Die Auswahl an wirklich starken Tracks ist zwar eher gering, doch der Gesamteindruck ist insgesamt stimmig. Wer Electro-Sound mit experimentellen Spleens etwas abgewinnen kann, wird wahre Freude an „The Begining“ finden. Alle anderen sollten sich zunächst von weiteren – und hoffentlich stärkeren – Singleauskopplungen überzeugen lassen.

VÖ: 26.11.2010
Interscope (Universal Music)

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Don’t Stop The Party: