Helloween – Giants & Monsters

Seit Helloween zu siebt mit gleich drei Sängern unterwegs sind, läuft es für die Hamburger Metal-Institution karrieretechnisch besser denn je. Das letzte Album „Helloween“ erreichte als erstes Album überhaupt in der Bandgeschichte den Spitzenplatz der deutschen Charts und enterte auch die Top 10 der Österreichischen und Schweizer Hitlisten. Auch die letzten Tourneen kamen bombastisch gut an, zudem sind einige Konzerte der im Oktober diesen Jahres beginnenden „40 Years Anniversary Tour“ bereits ausverkauft. Die Erwartungshaltungen an das neue Werk namens „Giants & Monsters“ sind dementsprechend groß, um nicht zu sagen: gigantisch und monströs.
Glücklicherweise sind sich Helloween ihrer Verantwortung absolut bewusst und liefern dementsprechend ab. Schon der Opener „Giants On The Run“ erfüllt die großen Erwartungen und erweist sich als klassische Uptempo-Granate mit wuchtigen Midtempo-Einsprengseln. Die Hauptstimme übernimmt hier Andi Deris, zwischendurch ist aber auch Kai Hansen zu hören. Michael Kiskes immer noch unglaublich starkes Gesangsorgan macht dann beim ebenfalls ordentlich schnellen „Savior Of The World“ eine gute Figur. Nach zwei Speed-Nummern folgt an Position drei eine melodische Stadionrock-Nummer, die ein wenig an den Bandklassiker „Dr. Stein“ erinnert – Deris und Kiske sind hier gesangstechnisch zu hören. Beim anschließenden, von modernen Keyboardklängen eingeleiteten High-Speed-Monster „We Can Be Gods“ teilen sich schließlich sogar alle drei Sänger den Posten.
Bis hierher haben Helloween ordentlich Gas gegeben, aber auch die sanften Töne beherrschen sie nach wie vor. „Into The Sun“ ist eine bombastisch arrangierte Herzschmerz-Ballade, die die Grenzen zum Kitsch zwar streift, aber glücklicherweise nicht überschreitet. Die Vorabsingle „This Is Tokyo“ bewegt sich musikalisch eher in rockigen Gefilden und dürfte sich live als perfekter Mitgröl-Ohrwurm erweisen. Wer bis hierher einen typischen Helloween-Langsong vermisst hat, darf sich über „Universe (Gravity Of Hearts)“ freuen, der in seinen achteinhalb Minuten neben jeder Menge Speed auch drückende Midtempo-Passagen und ruhige, geradezu epische Momente aufweist. „Hand Of God“ schallt zu gleichen Teilen rockig wie modern aus den Boxen und klingt für Halloween-Verhältnisse ziemlich gewagt, stellt sich insgesamt aber auch als schwächster Song des Albums heraus.
Mit dem Midtempo-Ohrwurm „Under The Moonlight“ und dem ursprünglich für Gamma Ray geschriebenen bombastischen, stellenweise aber auch knüppelharten „Majestic“ präsentiert sich das Albenfinale auf durchweg hohem Niveau – dass „Majestic“ jedoch mit einem plumpen Ausblenden-Effekt beendet wird, wirkt bei einem derart hochklassigem Album wie diesem aber ziemlich unprofessionell. Nichtsdestotrotz ist Helloween auf „Giants & Monsters“ das Kunststück gelungen, musikalische Qualität mit jeder Menge Abwechslung zu kombinieren. Jeder der zehn Songs bewegt sich zwischen sehr ordentlich und genial, die Highlights sind überaus zahlreich ausgefallen. Neben der neuen Mob Rules-Scheibe hat der August somit ein weiteres absolutes Power Metal-Highlight zu bieten – Fans des Genres sollten sich am besten beide Scheiben besorgen!
Wertung: 4,5/5
Erhältlich ab: 29.08.2025
Erhältlich über: Reigning Phoenix Music (Warner Music)
Website: www.helloween.org
Facebook: www.facebook.com/helloweenofficial
