Schlagwort: Post-Hardcore

USA Nails

USA Nails – Feel Worse

Schadenfreude als Leitmotiv für ein Album, das sich Konsumkritik, der britischen Sparpolitik sowie zunehmendem Autoritarismus widmet: USA Nails machen es weder sich noch ihrem Publikum einfach. Das war aber so und so nie das Ding der vier Londoner, die sich im Noise Rock besonders heimisch fühlen, ebenso gerne mal den Ausbruch in Richtung Post-Hardcore wagen und sich liebend gerne mit experimentelleren Klängen auseinandersetzen. Der sarkastische Wunsch „Feel Worse“ bemüht sich um zunehmende Verrohung, gepaart mit giftiger Rhetorik, die nicht nur unter den Nägeln brennt.

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Grieving

Grieving – Everything Goes Right, All At Once

Manchmal tauchen Platten auf, die gefühlt schon immer da waren und doch kaum frischer sein könnten. Der Sound von Grieving aus Cambridge, die seit Jahren britische Bühnen beackern, passt perfekt in diese Kategorie. Mit ihrem Mix aus Spät-90er-Emo, klassischem Dischord-Post-Hardcore sowie nervös schrammelndem Indie und Alternative erinnern sie an zahlreiche Bands, ohne dabei ihre eigene Identität aufzugeben. Bei den famosen By Time Time It Gets Dark, die nach diesem Release wohl leider ihren Betrieb einstellen werden, landet nun der vertraute und doch so neue Erstling „Everything Goes Right, All At Once“.

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Sperling

Sperling – Menschen wie mir verzeiht man die Welt oder hasst sie

Es war eine mittlerweile Sensation, als „Zweifel“ vor gut drei Jahren zur Landung ansetzte. Die Mischung aus Rap, Indie und Post-Hardcore rannte offene Türen ein, Sperling durften fortan fleißig touren, nebst Headliner-Gigs zudem Support-Slots für Being As An Ocean und Marathonmann. Mittlerweile als Quartett unterwegs, trieben persönliche und gesellschaftliche Herausforderungen die Arbeiten an einem Nachfolger an, die Sänger Jojo sogar zum Umzug aus seiner Heimatstadt im Hunsrück führte. Die krachende musikalische Mischung blieb jedoch, ebenso die gefühlvollen wie präzise unbequemen Texte. „Menschen wie mir verzeiht man die Welt oder hasst sie“ nimmt den albumtitularen Mund voll und lang beherzt zu.

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URGE

URGE – Noiseversity

Anfang der 90er Jahre schien Hannover die alternative Musikwelt zu gehören. Gleich mehrere Bands im härteren Umfeld gründeten sich, der Begriff ‚Hardcorehausen‘ war geboren. Auch URGE entstiegen dieser Bewegung, veröffentlichten 1990 eine erste EP, legten im Folgejahr ein Album nach und begleiteten die legendären Fugazi auf Europa-Tournee, nur um kurz danach von der Bildfläche zu verschwinden. 30 Jahre später entflammte der Bock auf die Musik neu, nicht nur auf der Bühne, sondern auch im Studio. „Noiseversity“ nimmt den Sound und den Elan dieser vermeintlich längst vergangenen Epoche mit und mischt aktuelle gesellschaftliche sowie politische Themen hinzu.

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Leto

Leto – Leben und tot

Keine Zeit für Floskeln, für Verstecken, für unklare Verhältnisse: Nach ihren starken ersten beiden Alben orientieren sich Leto neu und lassen ihren Bandnamen zugleich in den Titel ihres neuesten Werks einfließen. Verwirrende und verschachtelte Textfragmente haben hier definitiv nichts mehr zu suchen, zudem bricht man mehr und mehr aus gängigen Post-Punk-Erwartungen aus, während sich der lyrische Blick weiter auf das Selbst und die eigene Umgebung legt. „Leben und tot“ stellt in jeder Hinsicht eine kräftige, beherzte Öffnung dar, härter und deutlicher auf allen Ebenen, was dem Quartett aus Hamburg wunderbar bekommt.

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Crime In Stereo

Crime In Stereo – House & Trance

Mit einem Wort: endlich. Endlich sind Crime In Stereo auch im Studio wieder da. Zwar fand man nach der zwischenzeitlichen Auflösung schnell wieder zusammen, abgesehen von einem Compilation-Beitrag 2021 ist das letzte musikalische Lebenszeichen, das letzte Album, aber bereits über 13 Jahre her. Das ändert sich nun endlich und zeigt zugleich eine Band, an der die lange Pause zwar nicht spurlos vorübergegangen ist, die dennoch nichts an Stärke und Strahlkraft einbüßte. Das in Eigenregie aufgenommene „House & Trance“ setzt sich mit der Gegenwart auseinander, wurde ungewollt politisch und fragt sich, welche Rolle Vernunft in Zeiten wie diesen haben kann.

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Koyo

Koyo – Would You Miss It?

Erst 2020 gegründet, gelten Koyo bereits als heiße Aktie im Emo-, Punk- und (Post-)Hardcore-Sektor. Ihre bisherigen EPs wurden mehr als wohlwollend aufgenommen und legten die Grundstein für mehrere Konzertreisen (im Dezember geht es als Support von Stick To Your Guns nach Deutschland). Das erste reguläre Album wurde über sechs Wochen in einer Scheune im ländlichen New Jersey aufgenommen, von ordentlich Arbeit und einer spürbaren Liebe fürs Detail begleitet. „Would You Miss It?“ hat das Zeug zum nächsten großen Schritt und orientiert sich in Richtung Durchbruch.

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Fiddlehead

Fiddlehead – Death Is Nothing To Us

Auf dritten Alben stellt sich, zumindest vermeintlich, so etwas wie musikalische Routine ein. Die eigentlich als One-Off-Projekt geplante Band Fiddlehead um allerlei Punk-, Emo- und Hardcore-Prominenz will davon allerdings nichts wissen und hat erst recht nicht vor, auch nur im Ansatz netter und braver zu klingen. Für den Nachfolger von „Between The Richness“ schraubt das Quintett den Härtefaktor nach oben und taucht zugleich tiefer denn je in den Schmerz und den Widerspruch der Trauer ein, ohne dabei auch nur ansatzweise seicht und gefühlsduselig zu werden.

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Billy Talent

Billy Talent – Live At Festhalle Frankfurt

Endlich wieder auf die Bühne, endlich wieder Vollgas: Nachdem sie den Release ihres jüngsten Albums „Crisis Of Faith“ bereits zurückgehalten hatten, bis eine Konzertreise möglich war, gestaltete sich die jüngste Tour von Billy Talent als überaus umjubelte Angelegenheit. Deutschland gilt seit jeher als zweite musikalische Heimat der Kanadier, hier feiern sie seit Jahren und Jahrzehnten große Erfolge und spielen regelmäßig in ausverkauften Häusern. So war es auch im November des Vorjahres, als man Frankfurt einen Besuch abstattete und den Gig für die Nachwelt festhielt. Das recht kurzfristig angekündigte „Live At Festhalle Frankfurt“, ihre erste Live-Platte seit mehr als 15 Jahren, zeigt das Quartett in Bestform.

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Versus The World

Versus The World – The Bastards Live Forever

Acht Jahre nach „Homesick/Roadsick“ melden sich Versus The World zurück. Abermals hat sich das Line-up kräftig verändert, unter anderem ging mit Mike Davenport ein Gründungsmitglied verloren, doch büßte das Quintett um Mitglieder von Lagwagon und Good Riddance seine musikalischen Qualitäten keinesfalls ein. Mehr noch, für ihre neue Platte wuchs das musikalische Spektrum weiter. Melodischer bis poppiger Punk, Alternative Rock, letzte Post-Hardcore-Rest sowie eine ordentliche Dosis Emo schwingen auf „The Bastards Live Forever“ mit und legen den Grundstein für das bislang vielfältigste Werk der US-Veteranen.

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