Schlagwort: Post-Hardcore

Musa Dagh

Musa Dagh – Endurance

Aren Emirze musste Musa Dagh einmal mehr neu besetzen. Am Schlagzeug kam das bereits das eine oder andere Mal vor (nach Thomas Götz und Sebastian Madsen gibt hier nun der zuletzt unter anderem bei Abwärts tätige Martin „Dog“ Kessler den manisch-motorischen Takt vor), der Abschied von Aydo Abay (der kurze Zeit später eine spannende Platte mit No Body veröffentlichte) überraschte dennoch. Über Produzent Moses Schneider entstand der direkte Kontakt zu SAFI, die zusätzlich den Bass übernahm und den Sound noch einmal etwas aufwertete. Wenig überraschend brennt die Luft ab der ersten Sekunde von „Endurance“, das mittlerweile dritte Studioalbum.

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Quicksand

Quicksand – Bring On The Psychics

Seit ihrer jüngsten Reunion 2012 melden sich Quicksand alle paar Jahre mit neuer Musik, und das zuletzt ein Tacken experimenteller als zu ihrem Post-Hardcore-Heyday in den 90ern. Ihr drittes Album nach der Wiedervereinigung will nun bewusst eine Brücke zwischen beiden Phasen schlagen – härter und kompromissloser auf der einen, verplant und gerne mal etwas schräger auf der anderen Seite. „Bring On The Psychics“ bemüht sich darum, neue Wege zu beschreiten, auch wenn das Leben gerade etwas härter zulangt. Auch für die eine oder andere kleinere Überraschung bleibt Platz.

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Citizen

Citizen – Halcyon Blues

Zarte Veränderungen und konstante Bewegung begleiten Citizen seit ihrem ersten, vor 13 Jahren veröffentlichten Album. Das Quintett aus Toledo im US-Bundesstaat Ohio entfernte sich zuletzt noch weiter von Emo und Post-Hardcore, gestaltete den Rock auf „Calling The Dogs“ zuletzt immer wieder angenehm und sympathisch poppig. Ihr mittlerweile sechstes Studioalbum, das sich unter anderem mit den bittersüßen Aspekten des Erwachsenwerdens befasst, verzichtet auf eine direkte musikalische Antwort auf den Vorgänger und macht stattdessen einfach. „Halcyon Blues“ klingt über weite Strecken wie ein kleiner Streifzug durch das bisherige Schaffen.

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Red Dwarf Star

Red Dwarf Star – LP1

Seit seinem Umzug von den USA in die Schweiz läuft das Leben bei Coley Dennis etwas anders. Der Alltag ist von Familie und Beruf geprägt, seine Band Maserati veröffentlichte sein letztes Album vor über sechs Jahren und schraubt seit geraumer Zeit an einem Film-Soundtrack, der heuer erscheinen soll. Zwischenzeitlich schrieb er eigene Songs, inspiriert durch den Alternative- und Post-Hardcore-Sound der 90er, jedoch zusehend krautig und elektronisch verfremdet. Red Dwarf Star wachsen aktuell vom Solo-Projekt zur kompletten Band an (u. a. mit aktuellen und ehemaligen Mitgliedern von Jeffk, Kruger, Orso und Lenore), der Einstand heißt schlicht und ergreifend „LP1“.

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Sparta

Sparta – Cut A Silhouette

Jim Ward versucht weiterhin, seine Liebe für die Musik zurückzuerlangen. Das überraschende Sparta-Comeback 2020 war ein Schritt in die richtige Richtung, der eponyme Nachfolger machte viel richtig. Eine Dokumentation über den viel zu früh verstorbenen Comedian John Candy verschaffte ihm schließlich die entsprechende Motivation, genauer gesagt: eine Aussage von Macaulay Culkin (‚Kevin -Allein zu Haus‘, ‚My Girl‘). Er erwähnte, wie es Candy gelang, binnen kürzester Zeit einen Eindruck zu hinterlassen, in Erinnerung zu bleiben. „Cut A Silhouette“, wie es Culkin nannte, wurde zum Titel des neuesten Sparta-Streichs, auf dem neben Bassist Matt Miller auch erstmals der neue Drummer Neil Hennessy zu hören ist.

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Koyo

Koyo – Barely Here

Ein starkes erstes Album, schneller Aufstieg vom lokalen Szene-Act zu dauertourenden Hopefuls, erste Zweifel über das neue Leben on the road und schließlich die Platte danach – so oder so ähnlich lässt sich der Weg von Koyo seit der Veröffentlichung von „Would You Miss It?“ im September 2023 zusammenfassen. Während das Long-Island-Quintett mehr und mehr zur perfekt abgestimmten Einheit reifte, hielten Isolation und erste (fehlplatzierte) Schamgefühle über diesen neuen Alltag Einzug. Das und mehr begleitet „Barely Here“, ein lebendiges, nicht immer ganz einfaches und doch stets mitreißendes zweites Album.

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Doodseskader

Doodseskader – The Change Is Me

Wenn das zweite Album tatsächlich das schwerste sein soll, was denken Doodseskader wohl über ihre dritte Platte? Relativ wenig, denn nach „Year One“ und „Year Two“ verwarfen Tim De Gieter und Sigfried Burroughs das bereits fix und fertige „Year Three“. Diverse Gigs während dem Mixing-Prozess zeigten dem Duo aus dem belgischen Gent, dass sie inzwischen zu anderen Menschen geworden waren. Anstatt sich abermals auf kontinuierliche Selbstverbesserung zu konzentrieren, dokumentierte man ausnahmsweise den Status Quo und bemühte sich um die Akzeptanz eigener Fehler und Stärken. „The Change Is Me“ soll eine positivere Ära einläuten.

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Vicious Rain

Vicious Rain – The Anatomy Of Surviving

Die Schweiz verfügt über eine kleine aber feine Metalcore-Szene. Bei den bekannteren Namen wie Breakdown Of Sanity, My Last Hour oder Expellow können sich spätestens seit ihrem mehr als ordentlichen Debütalbum „There Is Beauty In Letting Go“ aus dem Jahr 2024 auch Vicious Rain einordnen. Das Quintett aus Baden um den Leadsänger David Häusermann hatte darauf den typischen Mix aus brachialen Riffs, atmosphärischem Post-Hardcore und hoffnungsvollen Singalongs perfektioniert. Anno 2026 will die Truppe mit ihrem Zweitwerk „The Anatomy Of Surviving“ nun die nächste Sprosse auf der Karriereleiter erklimmen.

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Shoreline

Shoreline – Is This The Low Point Or The Moment After?

Wie weiß man, ob man die Talsohle bereits durchschritten hat, oder ob man erst am absoluten Tiefpunkt angekommen ist? Diese Frage stellen sich Shoreline auf ihrem neuesten Album, mit dem sie als erste deutsche Band bei Pure Noise Records landen. Das Quartett aus Münster bemüht sich um Hoffnung in einer Welt, die immer hässlicher wird, und liefert die passenden Kampfansagen gleich dazu. Zudem entwickelt man sich musikalisch ein wenig weiter – „Growth“, wenn man denn so will. „Is This The Low Point Or The Moment After?“ nimmt in den Arm, rüttelt wach und geht gemeinsam besseren Tagen entgegen.

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Kind Kaputt

Kind Kaputt – Ins Blau

Einfach machen. Nicht erst auf Morgen warten. Den Tag siezen. Letzterer Punkt sollte anders lauten, ist aber egal. Denn Kind Kaputt regen dazu an, ewiges Grübeln abzulegen und ausnahmsweise im Hier und Jetzt zu leben, ohne stets an die Vergangenheit oder die Zukunft zu denken. Das äußerte sich unter anderem im Songwriting für ihr mittlerweile drittes Album. Anstatt erst instrumental genau auszuarbeiten und danach die Lyrics zu schreiben, entstanden sämtliche Elemente bevorzugt gleichzeitig. Dadurch auf das Wesentliche reduzierte Arrangements und das Bekenntnis zum Leben im Moment lässt „Ins Blau“ gekonnt wachsen und gedeihen.

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