Autor: Verena Riedl

Red Lamb – Red Lamb

Ex-Anthrax-Leadgitarrist Dan Spitz und Megadeth-Boss Dave Mustaine – zwei absolute Größen im Thrash Metal-Genre, und doch treten ihre Namen auf dem Red Lamb-Debütalbum eher in den Hintergrund, da es bei diesem Projekt vielmehr um die Vermittlung einer gesellschaftlichen Botschaft geht. Dan Spitz‘ Söhne sind von Autismus betroffen, weshalb er es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Welt über dieses nach wie vor sehr einseitig beleuchtete Störungsbild zu unterrichten. Folglich handelt es sich bei „Red Lamb“ um eine Mischung aus Familientherapie und Aufklärungsmission. So ungewöhnlich die Thematik, so berechenbar der Sound, denn musikalisch betreten Red Lamb genau jene Pfade, die man angesichts der Hauptbeteiligten erwarten konnte – geboten wird nicht weniger als reinrassiger Heavy Metal mit einer ordentlichen Schippe Thrash.

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Kamelot – Silverthorn

Neuer Sänger, neues Glück. Was manchen Bands schon das Genick gebrochen hat, scheint bei Kamelot kein größeres Problem darzustellen, denn schon zum zweiten Mal erhebt sich die Band wie Phönix aus der Asche. Nach dem Sängerwechsel von Mark Vanderbilt zu Roy Khan präsentierten sich Kamelot 1998 stärker denn je, und wie es aussieht, scheint sich Geschichte zu wiederholen. Doch während Kamelot damals neben dem Sänger auch gleich noch ihren Stil ausgetauscht haben – an die Stelle von deftigem US Power Metal trat symphonisch angehauchter Melodic Metal – haben sie auf „Silverthorn“ einfach nur all ihre Stärken in einen Topf geworfen und liefern gemeinsam mit ihrem neuen, aus Schweden stammenden Sänger Tommy Karevik eines der stärksten Alben ihrer bisherigen Karriere ab.

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Manowar – The Lord Of Steel

So kann’s auch kommen. Waren Manowar 2002 mit „Warriors Of The World“ nicht zuletzt dank ihrer Spaß-Auftritte bei Stefan Raab in aller Munde (der ausgekoppelte Titeltrack entwickelte sich gar zum Top 20-Chartbreaker), stank der 2007 veröffentlichte Nachfolger „Gods Of War“ so richtig ab. Die kurzzeitige Platz 2-Platzierung konnte nämlich nicht verbergen, dass die krude Mischung aus übertriebenem Bombast, massenhaft eingestreuten Textfetzen und ein wenig Metal bei den Fans ganz und gar nicht ankommen wollte. Doch bei „The Lord Of Steel“ sollte in diesem Jahr alles anders werden – mehr Druck, mehr Härte, mehr Metal! Was folgte, war zunächst jedoch ein ziemliches Veröffentlichungschaos und das Werk erschien im Sommer erst mal nur als digitaler Download inklusive Spar-Coverartwork. Musikalisch haben Manowar jedoch Wort gehalten, denn das Werk stellte sich tatsächlich als phänomenale Rückkehr zu alten Tugenden heraus. Ab sofort werden sich endlich auch die Freunde der klassischen Silberscheibe an „The Lord Of Steel“ erfreuen können.

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Stooshe – Black Heart

Zwei Singles in den britischen Top 5, dazu eine Erwähnung in der renommierten BBC-‚Sound of 2012‘-Liste  – da sollte sich anlässlich der Deutschland-Veröffentlichung ihrer zweiten Single „Black Heart“ ein genauerer Blick auf die laut der Sun „lebhafteste, aufregendste Girlband seit den Spice Girls“ durchaus lohnen. Hinter Stooshe stecken die Sängerinnen Karis Anderson, Alexandra Bugg und Courtney Rumbold, die ihre zwischen Pop und Soul hin und her pendelnden Songs gerne mit Texten voller sexueller Anspielungen garnieren. Ihr erster Song „Fuck Me“ war dann allerdings doch etwas zu direkt für die britische Musiklandschaft, so dass der Titel unter dem Namen „Love Me“ und unter Beteiligung des Gym Class Heroes-Rappers Travie McCoy noch einmal neu aufgenommen wurde. „Black Heart“ dagegen wurde von den Briten gleich ins Herz geschlossen und so stand einem längeren Chartsaufenthalt nichts mehr im Wege.

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Tyson – Mr Rain

Wenn in diesen Tagen der Name Tyson fällt, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass damit weder der ehemalige Profiboxer Mike Tyson noch die amerikanische Lebensmittelkette gemeint ist. Tyson lautet nämlich auch der Name eines Newcomers, der sich ganz und gar der Discomusik verschrieben hat – genauer gesagt dem amerikanischen Disco-Sound der 80er Jahre. Der 27-jährige Londoner, der aus einer musikbegeisterten Familie stammt – sein Vater gehörte gar der legendären Reggaeband Misty In Roots an – und schon bei der Band Unklejam mit seiner einzigartigen Stimme für Aufsehen sorgen konnte, wird am 19. Oktober sein Debütalbum „Die On The Dancefloor“ veröffentlichen. Mit „Mr Rain“ fiel die Wahl der Vorab-Single glücklicherweise auf einen der interessantesten Songs der CD.

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Lena – Stardust

Viel wurde in den letzten Jahren über Lena Meyer-Landrut geschrieben, doch nur das wenigste hatte Hand und Fuß. Für die einen war sie schon vor dem Eurovision Song Contest-Sieg 2010 das nächste große Ding, während sie von anderen als schrecklich nervige Teenie-Göre abgestempelt wurde. Recht sollte keine der beiden Parteien haben, denn nach Lenas zweiter ESC-Teilnahme und der erschreckend schwachen „What A Man“-Coverversion („Who’d Want To Find Love“ wäre damals ganz klar die bessere Singlewahl gewesen) wurde es bei gleichzeitig sinkendem Nervfaktor deutlich ruhiger um sie. Statt ihre musikalische Karriere fortzusetzen, wollte sie ein Afrikanistik-Studium beginnen, welches sie bisher jedoch nicht angetreten hat. Dafür gibt es mit „Stardust“ nun ein musikalisches Lebenszeichen von ihr – und das erstmals ohne die Unterstützung ihres Mentors Stefan Raab.

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Magnum – On The 13th Day

Comeback geglückt – Patient quicklebendig. Fiel die Magnum-Reunion zu Anfang des Jahrtausends noch etwas schwächlich aus, gehört die Band spätestens seit den letzten beiden Alben „Into The Valley Of The Moon King“ und „The Visitation“ wieder zur Speerspitze der internationalen Melodic Hard Rock-Szene. An die ganz großen Erfolge in den 80ern, als Magnum mit ihrem Album „Wings Of Heaven“ Platz 2 in England erklimmten, kam man mit den letzten Werken zwar nicht heran, doch insbesondere in Deutschland lief es für die Scheiben erstaunlich gut. Gerade „The Visitation“ mit seiner Top 20-Platzierung war ein deutlicher Hinweis darauf, dass klassischer Melodic Rock auch im neuen Jahrtausend Begeisterungsstürme auslösen kann. Die Erwartungen an das neue Album „On The 13th Day“ sind somit dementsprechend hoch – gerade auch im Hinblick auf das diesjährige 40-jährige Bandjubiläum.

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Magnum – So Let It Rain

Auf stolze 40 Jahre Bandgeschichte können die britischen Rocker von Magnum zurückblicken. Nach dem weltweiten Durchbruch in den 80ern und einer längeren Erfolgsphase kam es 1995 dann zum Split. Auf das Magnum-Comeback mussten die Fans zwar nur bis zum Jahr 2002 warten, doch fiel das Ergebnis namens „Breath Of Life“ eher zweifelhaft aus. Doch mit dem überaus gelungenen „Into The Valley Of The Moon King“ und dessen Nachfolger „The Visitation“, der der Band in Deutschland eine Top 20-Platzierung bescherte, ist auch der Erfolg im Hause Magnum zurückgekehrt. Dementsprechend heiß wird das neue Album „On The 13th Day“ von den Fans bereits erwartet. Wer nicht bis zum 21. September warten möchte, kann sich mit „So Let It Rain“ – der ersten Magnum-Single seit 1992 – schon jetzt einen kleinen Vorgeschmack ergattern.

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Grave Digger – Home At Last

Während das letzte Grave Digger-Studioalbum „The Clans Will Rise Again“ mit seiner Schottland-Thematik eine Zeitreise in doppelter Hinsicht darstellte – sowohl thematisch als auch zurück zu den eigenen Wurzeln – bringt die Gladbecker Heavy Metal-Institution um Chef-Sensemann Chris Boltendahl ihren Fans dieses Jahr die griechische Mythologie näher. Bevor das neue Album „Clash Of The Gods“ Ende August erscheinen und den Hörer in die Welt der Medusa, des Zerberus‘ oder der Sirenen entführen wird, erscheint bereits jetzt schon mal ein amtlicher Vorgeschmack in Form der Sechs-Track-EP „Home At Last“.

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Wise Guys – Zwei Welten

Die Albentitel der Wise Guys hatten seit jeher einen tieferen Sinn, der mitunter erst auf den zweiten Blick zu erkennen war. Zu „Klartext“-Zeiten haben sie selbigen wirklich noch gesprochen, auf „Radio“ hat das Kölner A Cappella-Quintett ein komplettes Radioprogramm simuliert und der Titel „Klassenfahrt“ fing die Atmosphäre des dazugehörigen Albums perfekt ein. „Zwei Welten“ lautet der Titel des neuesten Werks und eben diese hält die Band für ihre Fans tatsächlich in petto, da das Album in zwei Fassungen erscheinen wird. Während Fassung Eins ausschließlich Songs im reinen Vocalpop-Sound enthält, setzt die Band bei der erst ab Herbst erhältlichen zweiten Fassung auf instrumentelle Unterstützung. Gleichzeitig stellt das neue Album auch einen Abschied dar, denn Bassist Ferenc Husta wird die Wise Guys nach der nächsten Tour verlassen. Ihm wurden die „Zwei Welten“ – Bandalltag und Familienleben sind schließlich unter einen Hut zu bringen – auf Dauer einfach zu viel.

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