Autor: Verena Riedl

Travis – Mother

Travis? Da war doch was! Zugegeben, es ist schon eine Weile her, dass Travis zuletzt Chartehren in Deutschland genossen haben. Ohnehin werden die vier Schotten eher als Albumband gehandelt, ab und an sprang aber auch mal ein adäquater Hit ab. 1999 etwa überraschten sie mit „Why Does It Always Rain On Me“, 2001 folgte „Sing“ und auch „Closer“ wusste 2007 zu überzeugen. Das letzte Album „Ode To J. Smith“, 2008 erschienen, floppte jedoch, und so ist die Rückkehr der Band nach fünf Jahren eine angenehme Überraschung, zumal ihr siebtes Album „Where You Stand“ in Deutschland die Top 10, in Großbritannien gar die Top 3 erreichen konnte. Singlemäßig sah es dagegen eher mau aus, der vorab veröffentlichte Titelsong und „Moving“ schrammten phänomenal an sämtlichen Charts vorbei, und so soll es nun die dritte Single „Mother“ richten.

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Jack Beauregard – Where Is The Line

„Jack Beauregard klingen so, als habe José Gonzales nach seinem Ausstieg bei Take That gemeinsame Sache mit Kraftwerk gemacht.“ So wie Oliver Minck von der Band Wolke kann man den Sound des Berliner Duos, das sich nach einer Figur aus dem Film „Mein Name ist Nobody“ benannt hat, natürlich auch beschreiben, jedoch trifft es „entspannter moderner Elektropop mit Anleihen aus den 70ern und 80ern“ nicht nur besser, es ist auch ungleich verständlicher. „Irrational“, das dritte Album der Band um Daniel Schaub und Pär Lammers, die auch schon Songs für Lena Meyer-Landrut geschrieben haben, erschien bereits im Juni diesen Jahres und warf mit „Not That Kind“ eine ordentliche, aber nicht überwältigend starke Single ab. „Where Is The Line“, den besten Song der Scheibe, haben sich die beiden als zweite Auskopplung für den Herbst aufgespart.

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Dignity – Balance Of Power

Fünf Jahre Pause können einer Band schon mal das Genick brechen. An die österreichisch-skandinavische Kollaboration Dignity erinnern sich vermutlich nur noch eingefleischte Melodic Metal-Fans. Im Jahr 2008 konnte ihr Debütalbum „Project Dignity“ für Aufsehen in der Szene sorgen, für den Radiosender BCMF war es damals gar das Album des Jahres. Danach aber wurde es still um die Dignity, von der Ausstiegsmeldung des Sängers Jake E mal abgesehen. Umso überraschender mutete die Meldung an, dass sich die Band 2013 mit einem neuen Album zurückmeldet – neuer Sänger inklusive. Der Däne Sören Nico Adamsen ist auf „Balance Of Power“ bereits zu hören und macht seine Sache ebenso gut wie sein Vorgänger.

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Running Wild – Resilient

Für viele alteingesessene Running Wild-Fans dürfte die letztjährige Comeback-Scheibe eine ziemliche Enttäuschung gewesen sein. Nicht etwa, weil „Shadowmaker“ ein schlechtes Album gewesen wäre, denn qualitativ konnte man der Band tatsächlich keinen Vorwurf machen. Vielmehr war es die Hard Rock-lastige, nur noch phasenweise metallische Ausrichtung des Materials, die die Anhänger der Band daran zweifeln ließ, es wirklich noch mit Rock ‚N‘ Rolfs Hauptband zu tun zu haben. Als Mr. Kasparek in diesem Jahr unter dem Banner Giant X auch noch eine reinrassige Rock-Platte aufgenommen hat, waren Running Wild zumindest für Die Hard-Metalfans endgültig abgeschrieben. Mit vorschnellen Urteilen sollte man jedoch vorsichtig sein, denn mit dem neuen Album „Resilient“ schippert der Piratenkahn auf einmal wieder in gewohnt stürmischen Gewässern.

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Clarence + Napoleon – Breaking The Silence

Musikalische Grenzen sind dazu da, um gesprengt zu werden. So sieht es zumindest das Newcomer-Duo Clarence + Napoleon, bestehend aus der Multikulti-Sängerin Anna Bauer, mit Wurzeln in Chile, Griechenland und Tschechien, und dem Multi-Instrumentalisten Arne Straube, der sich schon seit seiner Kindheit im musikalischen Metier wohlfühlt. Bereits 2008 haben sich die beiden zusammengetan, um gemeinsam ihre musikalischen Horizonte auszuweiten, doch mit ihrem Debütalbum haben sie sich viel Zeit gelassen. Nach den beiden ansprechenden Singles „Breaking The Silence“ und „Mother“ hat die wachsende Hörerschaft auf „Breaking The Silence“ jetzt endlich die Gelegenheit, das Schaffen des Duos auf voller Albenlänge zu genießen.

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Hurts – Somebody To Die For

Gut riskiert ist halb gewonnen: Statt bei Album Nummer Zwei auf Nummer sicher zu gehen und eine „Happiness“-Kopie abzuliefern haben Hurts Mut bewiesen und ihren 80ies-getränkten Synthiepop auf „Exile“ mit allerlei Gitarrenklängen, modernen Elektrosounds, und hier und da sogar leichten Noise-Anleihen vermengt. Das Ergebnis des Experiments ist zwar bei weitem nicht das Album des Jahres, aber zum Glück auch nicht der gefürchtete Megaflop, der viele Bands beim zweiten Album ereilt. Stattdessen war Hurts hierzulande ein ordentlicher dritter Platz in den Albencharts beschieden. Deutlich weniger glücklich lief es für die Singleauskopplungen „Miracle“ und „Blind“, die nur die hinteren Ränge der Charts belegen konnten. Doch das ist für die Briten überhaupt kein Grund, um mit „Somebody To Die For“ nicht noch eine dritte Single zu veröffentlichen.

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Hey Ocean! – Make A New Dance Up

Erfolg erlangen, ist manchmal regelrecht mit Arbeit verbunden. Nur selten hat Kollege Zufall beim Durchbruch einer Band seine Finger im Spiel, z.B. bei erfolgreichen Werbeuntermalungen (siehe Vodafone-Hits). Bei Hey Ocean!, einem kanadischen Indie-Pop-Trio, das auf seinem Weg nach oben noch einige Schritte vor sich hat, steckt beispielsweise jede Menge Reisebereitschaft dahinter – 13.162 Kilometer hat die Truppe schon mit ihrem Tour-Van zurückgelegt. Ganz im Stich gelassen vom glücklichen Zufall wurde die Band dann aber doch nicht, da Sängerin Ashleigh Balls Synchronarbeit bei der unlängst zum Internet-Kult gewordenen Zeichentrickserie „My Little Pony: Freundschaft ist Magie“ die Fanschar ein gutes Stück vergrößert hat. Das Interesse an der neuen Single „Make A New Dance Up“ dürfte somit nicht nur in Kanada vorhanden sein.

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White Lies – Big TV

Das wichtigste Album in der Karriere einer Band ist im Regelfall das dritte, es entscheidet über den endgültigen Durchbruch oder das nahende Karriereende. Während Debütalben oft frei von der Leber weg entstehen und die Zweitwerke ersten Freiraum für Experimente lassen, sollte man spätestens auf Album Nummer Drei seinen eigenen Stil etabliert haben, um sich auch langfristig im hart umkämpften Musikbusiness durchzusetzen. Dieser wichtige Schritt steht nun der britischen Post Punk-Revival-Band White Lies bevor, denen der Durchbruch bereits mit dem Debüt-Millionenseller „To Lose My Life…“ gelang, während „Ritual“ qualitativ einen deutlichen Schritt nach vorne, verkaufszahlenmäßig jedoch einen kleinen Rückschritt bedeutete. Alle Hoffnungen liegen nun also auf der neuen Scheibe „Big TV“.

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Olly Murs – Dear Darlin‘

Geschichte wird von Siegern geschrieben – diese eiserne Regel gilt zumindest bei Castingshows nicht zwangsweise. Gareth Gates, Zweitplatzierter bei Pop Idol, machte anno 2002 im Gegensatz zu Sieger Will Young auch außerhalb Großbritanniens Karriere. Auch für Christina Stürmer hat sich auf diesem Wege eine langjährige Karriere aufgetan. Das aktuellste und erfolgreichste Beispiel ist aber Olly Murs, der mit seinem zweiten Album „In Case You Didn’t Know“ und der Single „Heart Skips A Beat“ nicht nur in seiner britischen Heimat, sondern in weiten Teilen Europas Erfolge eingeheimst hat. Mit der aktuellen Scheibe „Right Time, Right Place“ ist ihm sogar der schwierige Sprung über den großen Teich geglückt. Und in seiner britischen Heimat hat der erfolgsverwöhnte Sänger mit der neuen Single „Dear Darlin’“ schon wieder die Top 10 erklimmen können.

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White Lies – There Goes My Love Again

Wie man starke Musik im Stil der 80er fabrizieren kann, ohne die 80er stur zu kopieren, haben die White Lies schon auf ihren Alben „To Lose My Life“ und „Ritual“ bewiesen. Zwischen klassischem New Wave, Post Punk und leichten Alternative-Anklängen hin- und herpendelnd, haben die drei Briten die heutige Musiklandschaft mit Singleauskopplungen wie „To Lose My Life“, „Bigger Than Us“ und „Strangers“ um einige formidable Popperlen bereichert. Bevor am 09.08.2013 das neue Album „Big TV“ erscheint, fügt die aus dem Londoner Stadtteil Ealing stammende Band dieser Aufzählung noch ein weiteres Sahnestückchen namens „There Goes Our Love Again“ hinzu.

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