Autor: Verena Riedl

Ultravox – Brilliant

2008 staunten viele 80er-Fans nicht schlecht – Ultravox, eine der wichtigsten Bands des Jahrzehnts, die den klassischen New Wave-Sound entscheidend mitgeprägt hatte, fand sich für eine groß angekündigte Reunion-Tournee zusammen. Zwar ohne den legendären John Foxx, dafür aber in der klassischen Bandkonstellation der Jahre ’79 bis ’86. Midge Ure, Chris Cross, Billy Currie, Warren Cann – in genau dieser Zusammensetzung entstanden auch die größten Hits der Band, wie „Vienna“, „All Stood Still“, „Hymn“ und „Dancing With Tears In My Eyes“. Bedauernswerterweise gab es trotz der  Reunion – von einem Live-Album mal abgesehen – keinerlei neues Material der Band zu hören. Umso heißer wird „Brilliant“, das erste richtige Ultravox-Album seit 28 Jahren (wenn man den Ausrutscher „U-Vox“ und die Pseudo-Phase der 90er Jahre mal ausblendet), von den Fans erwartet.

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Sandra – Maybe Tonight

Dass die Trance-Produzenten Blank & Jones mal zur Speerspitze des deutschen 80er Jahre-Revivals zählen würden, hätte vor einigen Jahren kaum jemand vermutet. Inzwischen hat sich ihre so80s-Reihe jedoch mit überaus großem Erfolg etabliert, der siebte Teil ist gerade in Vorbereitung und mit einer Hubert Kah-Best of gab es bereits einen gelungenen Ableger. Mit Sandra kommt nun ein weiterer Name ins Spiel und dieses Mal haben alle Beteiligten die Möglichkeit, das Projekt auf eine neue Stufe zu hieven. Die Best of-Box „so80s presents Sandra“ erfreut sich schon großer Beliebtheit, doch für weitaus größeres Interesse dürfte die neue Single „Maybe Tonight“ sorgen, die gänzlich im Stil ihrer frühen Erfolge gehalten ist.

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Haudegen – Ich war nie bei dir

Was für ein Wandel – gestern noch Rapmusik, heute schon emotionaler Deutschrock. Die aus Berlin stammenden Musiker Hagen Stoll und Sven Gillert begannen ihre Karriere voneinander unabhängig in der deutschen Rapszene. 2010 taten sie sich schließlich zusammen und kehrten der Rapmusik gemeinsam den Rücken. Unter dem Namen Haudegen haben sie seitdem eine EP, ein Album, das die Top 10 geknackt hat, und drei Singles aufgenommen. Sämtliche Produktionen lassen sich eindeutig im Deutschrocksektor verorten und orientieren sich an Größen wie Billy Idol, Everlast und, um bei deutschen Vorbildern zu bleiben, Klaus Lage. Mit „Ich war nie bei dir“ koppelt das Duo gut einen Monat nach der Echo-Verleihung, bei der Haudegen in der Kategorie ‚Bestes Video National‘ nominiert waren, nun noch eine vierte Single aus ihrem Debüt-Doppelalbum „Schlicht & ergreifend“ aus.

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Wise Guys – Lauter

Ein Geheimtipp für Freunde deutschsprachiger A Cappella-Musik  sind die kölschen Jungs von den Wise Guys schon seit Jahren nicht mehr. War der Top 10-Einstieg des Albums „Klartext“ 2003 noch eine riesige Überraschung, so sind solche Platzierungen für das Quintett heutzutage längst zur Selbstverständlichkeit geworden. Mit den letzten beiden Alben „Frei!“ und „Klassenfahrt“ konnte gar zwei Mal die Silbermedaille ergattert werden, so dass die Besteigung des Spitzenplatzes inzwischen gar nicht mehr so unwahrscheinlich wäre. Möglicherweise gelingt dies ja schon mit dem nächsten, „Zwei Welten“ betitelten, Album, das am 25. Mai erscheinen wird und die erste Albenveröffentlichung der Wise Guys bei Universal darstellt. Bis dahin lohnt sich ein genauerer Blick auf die soeben veröffentlichte Vorabsingle „Lauter“.

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Stanfour – Learning To Breathe

Viele Newcomer-Bands haben mit ihrem Debütwerk schon ihr gesamtes Pulver verschossen und liefern im Anschluss zumeist nur noch mittelmäßige Massenware ab. Stanfour dagegen konnten sich bisher von Single zu Single steigern. Weder ihre erste Single „Do It All“ noch „For All Lovers“ stachen aus der Masse der Veröffentlichungen heraus. Der erste größere Hit, das ursprünglich von Tom Albrecht für den Sieger der Castingshow „Deutsche Stimme 2003“ geschriebene „In Your Arms“, war dann schon besser, kam letzten Endes aber zu schmalzig daher, als dass er auch auf längere Sicht hätte begeistern können. Mit „Wishing Your Well“ gelang Stanfour 2009 schließlich eine qualitative Steigerung um 100 % und darüber hinaus auch die erste Top 10-Platzierung in ihrer Karriere. „Learning To Breathe“, Vorbote des neuen Albums „October Sky“, könnte nun den nächsten Schritt auf der Karriereleiter der schleswig-holsteinischen Band darstellen.

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Moonspell – Alpha Noir

Viele Bands liefern im Laufe ihrer Karriere DAS eine besondere Album ab, an dem sie dann über viele Jahre hinweg gemessen werden. Ganz anders die portugiesischen Dark-Metaller von Moonspell, die gleich zwei solcher Alben veröffentlicht haben. Fans der härteren Töne schwören noch heute auf deren Debütalbum „Wolfheart“, während der Rest das softere Gothic Metal-Zweitwerk „Irreligious“ bevorzugt. Die folgenden Alben, die irgendwo zwischen elektronischen Spielereien und HIM-lastige Gothic Rock-Klängen hin und her pendelten, kamen dagegen nicht so gut weg. Seit einigen Jahren orientieren sich Moonspell aber wieder am „Wolfheart“-Sound. Gerade das letzte Album „Night Eternal“ kam dem großen Vorbild qualitativ sehr nahe. Auf ihrem neuen Werk verfolgt die Band nun einen ganz neuen, durchaus für Aufmerksamkeit sorgenden Weg. Während das reguläre Album „Alpha Noir“ mal wieder alte „Wolfheart“-Zeiten aufleben lässt, ist das beiliegende Bonusalbum „Omega White“ voller Erinnerungen an „Irreligious“.

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Paradise Lost – Tragic Idol

Nur wenige Metalbands haben sich von Album zu Album derart weiterentwickelt wie Paradise Lost. War das Debütalbum noch Death Metal, wurde mit dem Zweitwerk „Gothic“ mal soeben der Gothic Metal neu erschaffen, welcher auf den weiteren Alben bis einschließlich „Draconian Times“ immer weiter perfektioniert wurde. Ende der 90er Jahre entwickelte sich die Band dann zu einer Art Depeche Mode-Kopie, nur um sich gleich darauf in elektro-rockige Gefilde zu begeben. Die Rückkehr zum reinrassigen Gothic Metal auf dem letzten Album „Faith Divides Us – Death Unites Us“ deutete sich auf den Vorgängern zwar schon an, doch erst jenes Album konnte an die großen Werke der 90er Jahre wirklich anschließen. Auf dem neuen Album „Tragic Idol“ setzt die Band diesen Kurs nun absolut linientreu fort.

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Running Wild – Shadowmaker

Sieben lange Jahre sind seit dem letzten, etwas uninspirierten und auch eher mäßig erfolgreichen Running Wild-Album „Rogues En Vogue“ vergangen. Schon in den Jahren zuvor hatte sich die Band zu einer Art Soloprojekt des Bandchefs Rock’n’Rolf Kasparek entwickelt. Als dieser dann vor einigen Jahren seinen Lebensschwerpunkt in anderen Bereichen setzen wollte und der Wacken-Auftritt 2009 gar zum Abschiedskonzert erklärt wurde, hatte wohl kaum jemand ernsthaft mit einem weiteren Running Wild-Output gerechnet. Umso größer dürfte letztlich die Ankündigung einer neuen Scheibe namens „Shadowmaker“ gewesen sein, welche nun ihren Weg in die Läden findet.

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D’Sound – How Could I Forget

Ab und zu kann der Blick über den eigenen Tellerrand oder gar über Ländergrenzen hinweg ganz erfrischend sein. Dabei kann man schnell auch mal Interpreten entdecken, die hierzulande trotz hoher musikalischer Qualität völlig unbekannt sind. Die Norweger von D’Sound sind so ein Beispiel. In ihrer Heimat und in Südostasien sind sie Stars und viele ihrer Alben landeten in den jeweiligen Top 10. Die letzte Scheibe namens „Starts And Ends“ konnte immerhin noch für eine ordentliche Top 30-Platzierung sorgen, während sie in Deutschland nicht mal offiziell veröffentlicht wurde. Umso überraschender mutet die Tatsache an, dass jetzt aus diesem inzwischen zwei Jahre altem Werk mit „How Could I Forget“ hierzulande tatsächlich eine Single-Auskopplung erscheint.

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Unisonic – Unisonic

Dass die ehemaligen Helloween-Mitglieder Michael Kiske und Kai Hansen noch einmal gemeinsam in einer Band spielen, stellt sicherlich eine der größten Überraschungen des Jahres 2012 dar. Schließlich hatten sich die beiden Musiker in den letzten zwei Jahrzehnten in entgegengesetzte Richtungen entwickelt. Während Michael Kiske die schwermetallischen Klänge ein für alle mal hinter sich lassen wollte, sorgt Kai Hansen bei seiner Band Gamma Ray auch heute noch bei vielen Metalfans für Begeisterungsstürme. Trotz allem: Was anfangs noch wie ein Aprilscherz klang, das wird bei Unisonic jetzt tatsächlich Realität. Gemeinsam mit Dennis Ward, Kosta Zafiriou und Mandy Meyer, die ebenfalls keine Unbekannten mehr sind, liefern die beiden mit dem selbstbetitelten Debütalbum „Unisonic“ das erste (von der im Januar erschienenen Vorab-EP „Ignition“ mal abgesehen) gemeinsame Werk seit 24 Jahren ab.

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