Unisonic – Unisonic

Unisonic

Dass die ehemaligen Helloween-Mitglieder Michael Kiske und Kai Hansen noch einmal gemeinsam in einer Band spielen, stellt sicherlich eine der größten Überraschungen des Jahres 2012 dar. Schließlich hatten sich die beiden Musiker in den letzten zwei Jahrzehnten in entgegengesetzte Richtungen entwickelt. Während Michael Kiske die schwermetallischen Klänge ein für alle mal hinter sich lassen wollte, sorgt Kai Hansen bei seiner Band Gamma Ray auch heute noch bei vielen Metalfans für Begeisterungsstürme. Trotz allem: Was anfangs noch wie ein Aprilscherz klang, das wird bei Unisonic jetzt tatsächlich Realität. Gemeinsam mit Dennis Ward, Kosta Zafiriou und Mandy Meyer, die ebenfalls keine Unbekannten mehr sind, liefern die beiden mit dem selbstbetitelten Debütalbum „Unisonic“ das erste (von der im Januar erschienenen Vorab-EP „Ignition“ mal abgesehen) gemeinsame Werk seit 24 Jahren ab.

Vorab die musikalische Verortung des Werkes: „Unisonic“ bietet keinen reinrassigen Melodic Power Metal, wie man es angesichts der Bandzusammensetzung vielleicht erwartet hätte. Mit „Unisonic“, „My Sanctuary“ und „We Rise“ sind zwar immerhin drei gelungene Metal-Kracher enthalten, den Großteil der Spielzeit machen aber melodische wie eingängige Midempo-Rocker aus. Darunter befinden sich einige Highlights, wie beispielsweise der stark auf Eingängigkeit getrimmte Melodic Rock-Song „Never Change Me“ oder das erdige „Souls Alive“, das auf der Vorab-EP bereits in einer Demoversion enthalten war, aber auch etwas schwächere Titel wie das unentschlossene „Never Too Late“. Romantikfans werden sich mit Sicherheit für die weitgehend kitschfreie Quoten-Ballade „No One Ever Sees Me“ begeistern können, die das Album auf gelungene Weise abschließt.

Alles in allem werden jene, die sich von Unisonic ein Metal-Album erhofft haben, vermutlich eher enttäuscht werden, da der Rockanteil entscheidend überwiegt. Für Hard Rock-Fans stellt die Scheibe dagegen eines der ersten großen Highlights des Jahres 2012 dar. Man hört den Songs sofort an, dass hier routinierte Musiker mit langjähriger Erfahrung am Werk waren. Auch kompositorisch ist das Album bis auf ein bis zwei mäßige Songs sehr stimmig und überzeugend ausgefallen. Wer also mit der richtigen Erwartungshaltung an „Unisonic“ herangeht und darüber hinaus ein Faible für melodischen Hard Rock besitzt, der wird seiner CD-Sammlung mit dieser Scheibe ein weiteres Highlight hinzufügen können. Dagegen sollten jene, die sich einen legitimen „Keeper Of The Seven Keys“-Nachfolger erhofft haben, vor dem Kauf unbedingt mal reinhören und dann selbst entscheiden, ob sie sich auch mit eher softeren Klängen anfreunden können.

VÖ: 30.03.2012
earMUSIC (Edel Music Distribution)

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