Autor: Walter Kraus

Ich bin, also denke ich.
The Shattered Mind Machine

The Shattered Mind Machine – Apparatschik

Ein literarisches Konzeptalbum mit musikalischer Kälte gepaart – was wie ein beklemmender Albtraum klingt, gestalteten The Shattered Mind Machine zum Achtungserfolg mit Post Punk-, Wave- und Alternative-Einschlag. Nun meldet sich das Trio aus Winterthur zurück mit, so die vollmundige Ankündigung, definierteren Songs und durchaus eingängigen Momenten, ohne jedoch die frostigen Wurzeln zu vernachlässigen. „Apparatschik“ spielt mit dem Konzept einer Gesellschaft, die stets uniformer und restriktiver wird, die immer weniger Ausbruchsmöglichkeiten bietet.

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Closet Disco Queen & The Flying Raclettes

Closet Disco Queen & The Flying Raclettes – Omelette Du Fromage

Coilguns spielen nicht nur patenten Noise-Math, ihre Nebenprojekte sind ebenfalls nicht von schlechten Eltern. Hinter Closet Disco Queen stecken Luc Hess und Jona Nido, die 2014 nach eigenen Angaben als talentfreie Version von The Mars Volta durchstarten wollten. Mit der Talentfreiheit ‚klappte‘ es zwar nicht, dafür setzte es mehrere kurzweilige Platten. Für „Omelette Du Fromage“, eine knuffige Verneigung vor „Dexters Labor“, holte man sich The Flying Raclettes – Kevin Galland, der selbst bei Coilguns spielt, sowie der diplomierte Jazz-Bassist Chadi Messmer – ins Boot für endlose, treibende und kraftvolle Psych-, Prog-, Post- und Punk-Energieleistungen.

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Pil & Bue

Pil & Bue – The World Is A Rabbit Hole

Nach dem Ausstieg von Aleksander Kostopoulos gab es Pil & Bue geraume Zeit nicht als Band. Das letzte Album erschien Anfang 2016, Sänger und Gitarrist Petter Carlsen kümmerte sich vornehmlich um seine Solo-Exkurse. Dann übernahm Carlsens alter Kumpel Gøran Johansen Schlagzeug und Percussion, und schon hob das Power-Duo erneut ab. Ob man nun besser oder bloß etwas anders klänge, kann und will der Frontmann nicht sagen, doch zumindest hat man an Qualität nichts eingebüßt. „The World Is A Rabbit Hole“ klingt, als wäre die Zeit seit „Forget The Past…“ stehen geblieben.

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Gloo

Gloo – How Not To Be Happy

Das Leben ist scheiße, also sollte man darüber lachen – so oder so ähnlich gehen Gloo an ihre Musik heran. Zwischen Punk, Power-Pop und Alternative widmet sich das britische Trio einer Art von Eskapismus. Ab und an muss man einfach das Hirn auslüften und der Welt die schmunzelnde Stirn bieten. Genau das vertonten die Brüder Thomas und Mark Harfield sowie Simon Keet bereits auf ihrem ersten Album und dem einen oder anderen Kleinformat. Ihren Nachfolger „How Not Be Happy“ nahmen sie zwischen zwei Lockdowns auf und kümmerten sich über Distanz um das Finetuning. Diese spontane, dennoch durchdachte Energie hört man den zehn Tracks an.

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Mouse Rat

Mouse Rat – The Awesome Album

Im Februar 2015 flimmerte die letzte Folge der Kultcomedy „Parks and Recreation“ über US-Bildschirme. Die Serie über ein fiktives Grünflächenamt hallt mit ihrem liebenswert-schrulligen Blick auf Freundschaft und Kommunalpolitik bis heute nach, und das gilt auch für die von Andy Dwyer („Jurassic World“- und „Guardians of the Galaxy“-Darsteller Chris Pratt) intonierten Songs seiner Band Mouse Rat. Mit „The Awesome Album“ geht ein großer Fanwunsch in Erfüllung, denn erstmals gibt es die kultigen Tracks aus der Serie auf Platte.

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Burkini Beach

Burkini Beach – Best Western

Nach umfassenden Produzentenjahren kehrt Rudi Maier zurück zum Solo-Glück. Als Burkini Beach veröffentlichte er bereits 2017 eine kurzweilige Sammlung kleiner Songperlen zwischen Euphorie und Nachdenklichkeit, stets suchend und doch der Versuchung nahe. Die Musik ist in den letzten Jahren nur gewachsen, klingt deutlich größer und voluminöser. Von Sir Simon produziert, für dessen gleichzeitig erscheinende Platte wiederum Maier an den Regeln saß, landet „Best Western“ mit Gefühl, Spielwitz und Beinahe-Rauscherfahrung.

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Sir Simon

Sir Simon – Repeat Until Funny

In den vergangenen Jahren konzentrierte sich Simon Frontzek vor allem auf den Produzentenstuhl. Gemeinsam mit Rudi Maier saß man unter anderem für Little Big Sea und Thees Uhlmann (Frontzek war auch Teil des letzten Tomte-Line-ups) an den Reglern. Und dann reifte doch wieder der Wunsch, selbst Musik zu schreiben. Maier und Frontzek produzierten sich gegenseitig, namen einen gemeinsamen Track auf, der auf beiden Platten enthalten ist, und veröffentlichen sogar am gleichen Tag. „Repeat Until Funny“ ist das erste Album von Sir Simon seit zehn viel zu langen Jahren.

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Grand Hotel Schilling

Grand Hotel Schilling – Mir wär lieber wir bleiben hier

Grand Hotels haben in der Indie-Welt leichtes Spiel. Nach Van Cleef kommt nun Schilling an die Reihe. Grand Hotel Schilling, um genau zu sein, kommen aus Graz und bemühen Post-Indie-Ästhetik – Indie-Mucke, die weit mehr als das ist, und zwar auf allen kreativen Ebenen. Verwirrte Grautöne treffen bei den Österreichern auf kunterbunte, überdrehte Reizüberflutung, gerne überaus eingängig und stellenweise unerwartet eigentümlich inszeniert. „Mir wär lieber wir bleiben hier“ lässt sich vom Titel nicht beeindrucken und wagt sich in die weite Welt hinaus, um dennoch stets zu verweilen.

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The Joy Formidable

The Joy Formidable – Into The Blue

Zwischen dem walisischen Norden und den Untiefen Utahs schreiben sich prächtige Songs wie von selbst. The Joy Formidable verbringen ihre Zeit mittlerweile dies- und jenseits des Atlantiks. Ritzy Bryan, Rhydian Dafydd und Matthew James Thomas mögen räumlich voneinander getrennt sein – ein Erlebnis, das nicht erst durch die Pandemie befeuert wurde – finden sich mit ihrem kraftvollen Mix aus Indie und Alternative dennoch immer wieder und scheinen sich beinah blind zu verstehen. Zumindest klingt das bereits fünfte Studioalbum „Into The Blue“ nach einer Verbindung, die Grenzen mühelos einreißt.

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Press To MECO

Press To MECO – Transmute

Das Unterfangen Press To MECO war beinahe zum Scheitern verurteilt. Luke Caley und Lewis Williams waren frustiert und begannen an sich selbst zu zweifeln, denn während andere Bands und Weggefährten plötzlich durch die Decke ging, trat man auf der Stelle. Ein paar neue Songs sollten zeigen, ob die britische Band eine Zukunft hatte. Mittendrin musste der Tieftöner neu besetzt werden, das übernahm mit Jake Crawford ein guter Freund. Dann waren noch ein paar Aufnahmehürden zu überwinden – wenige Tage vor der Reise nach Texas ins Studio schloss Corona die Grenzen – zum Abschluss gab es sogar eine Albumverschiebung. Nun ist „Transmute“ endlich da und tatsächlich mehr als nur ein Ansporn für das Trio, weiterzumachen.

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