Autor: Walter Kraus

Ich bin, also denke ich.

Maxïmo Park – Risk To Exist

Von der legendären ‚Class of 2005‘, wie die große britische Retro-Indie-Welle vor zwölf Jahren gerne mal genannt wird, sind heute nur noch wenige Bands übrig. The Libertines sind wieder da, die Kaiser Chiefs poppig geworden, Art Brut liegen seit Jahren mehr oder minder auf Eis. Und Maxïmo Park? Laufen weiter und weiter wie Duracell-Häschen. In punkto Verkaufszahlen backt das Quartett um Mann mit Hut Paul Smith mittlerweile zwar kleinere Brötchen, musikalisch spielen sie aber immer noch vorne mit. Das mittlerweile sechste Studioalbum „Risk To Exist“ verfeinert den Kurs noch weiter.

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Trachimbrod – Leda

Gäbe es eine Band wie Trachimbrod nicht bereits, man könnte sie wohl kaum erfinden. Screamo auf der einen Seite, Shoegaze auf der anderen, dazu ausschließlich schwedische Texte und eine Tour mit Fjørt – konservativ geht anders. Das Debütalbum des Quintetts aus Malmö und Stockholm hat bereits fünf Jahre auf dem Buckel, nach ein paar Splits und Kleinformaten geht es nun endlich auf Albumlänge weiter. Auch „Leda“ (dt. „Langeweile“) fällt – im besten Sinne – gewöhnungsbedürftig aus.

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Tall Heights – Neptune

Wenn Paul Wright und Tim Harrington gemeinsam loslegen, fühlt man sich etwas an eine moderne Version von Turin Brakes erinnert. Das Duo aus Boston bemüht sich als Tall Heights um progressive Folk-Klänge, die gerne schon mal mit den Indie-Pop-Ansätzen von Of Monsters And Men kokettieren und zugleich ein wenig an die Lässigkeit von Milky Chance erinnern. Ihr neues Album „Neptune“ schafft es mit etwas Verzögerung nun auch nach Deutschland.

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SWMRS – Drive North

Im ersten Anlauf ein klein wenig untergegangen, laufen SWMRS nun ein weiteres Mal zu Höchstform auf. Das Punk-Quartett aus Oakland, Kalifornien vermengt Kompromisslosigkeit mit bissigen, durchaus sarkastischen Texten und nicht zu verachtendem Pop-Appeal, das immer wieder durch die sperrigen Arrangements durchscheint. Ihr Debütalbum „Drive North“ hätte sich im vergangenen Jahr gewiss mehr Aufmerksamkeit verdient. Da konnt der Remastered-Re-Release mit zwei Bonus-Songs genau richtig.

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San Fermin – Belong

San Fermin sind so etwas wie eine Indie-Big-Band – sieben MusikerInnen und ebenso vielfältige wie bunte Einflüsse. Von Songwriter und Mastermind Ellis Ludwig-Leone gegründet und zusammengehalten, wurde aus dem einstigen Soloprojekt mit Sitz in Massachusetts längst eine unwahrscheinlich spannende Band, die immer wieder für Überraschungen gut ist. Zwei SängerInnen, Trompete, Violine und Saxophon sorgen neben dem typischeren Teil des Line-ups für ungewöhnliche Arrangements. Das bereits dritte Album „Belong“ sprüht nur so vor Spielfreude.

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Dune Rats – The Kids Will Know It’s Bullshit

Scott Green hat die besondere Kräutermedizin der Dune Rats gestohlen, als die Band auf dem Weg zu einer Hausparty war. Die Australier wollen ihr Zeugs zurück und begeben sich auf eine wilde, abgedrehte Jagd mit vielen verschiedenen Trips – klingt komisch, macht aber Laune. Hinter diesem wirren Konzept steckt „The Kids Will Know It’s Bullshit“, das zweite Album des Aussie-Trios Dune Rats, dessen poppiger Indie-Sound mit Surf-Hooks in der Heimat Down Under bereits an der Spitze der Charts stand und nun auch seinen Weg nach Europa findet.

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Hathors – Panem Et Circenses

Seattle? Nein, Hathors kommen immer noch aus der Schweiz, erinnern mit ihrem noisigen, angepunkten Garagen-Grunge aber durchaus an die 90er Jahre, als frustrierte Poesie und Flanellhemden groß im Trend waren. Alles nur Floskeln, zurück zu den Eidgenossen: Zwei Jahre nach „Brainwash“ sind sie zurück mit einem fix ins Lineup integrierten Drummer, der zugleich für neue Songwriting-Dynamik sorgte. Mehr Power und Wahnwitz: „Panem Et Circenses“ macht verdammt viel richtig.

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Animal House – Sorry

Was machen vier Australier in England? Natürlich eine Band gründen und langsam aber sicher zu Indie-Darlings aufsteigen. Animal House sind mittlerweile nach Brighton umgezogen, was nicht unbedingt einfach war – drei der vier Musiker mussten zwischendurch wieder ausreisen, bevor sie schließlich zu „Exceptional Talent Migrants“ erklärt wurden. Musikalisch bewegt sich der Sound der britischen Aussies irgendwo zwischen den transatlantischen Retro-Klängen um den Jahrtausendwechsel und 30 Jahre Britpop. Die erste EP „Sorry“ wirbelt schon mal ordentlich Staub auf.

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sleepmakeswaves – Made Of Breath Only

Unverhofft kommt oft: Recht plötzlich, beinahe aus dem Stand kündigen sleepmakeswaves ihr drittes Studioalbum an. Die australischen Experten für rein instrumentalen Post Rock, in ihrer Heimat bereits mehrfach mit renommierten Preisen ausgezeichnet, sicherten sich das nötige Budget für die Aufnahmen durch Crowdfunding und konnten somit autonom an neuer Musik arbeiten. Nun international bei Pelagic unter Vertrag, macht das luftig-leichte „Made Of Breath Only“ seinem Namen alle Ehre.

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Said The Whale – As Long As Your Eyes Are Wide

In ihrer kanadischen Heimat mittlerweile so etwas wie eine Indie-Institution, versuchen sich Said The Whale nach wie vor am Sprung über den großen Teich. Nach zwei Top-20-Alben in ihrer Heimat sowie einem Alternative-Charttopper ging es bei den Arbeiten am nunmehr fünften Studioalbum eine Spur ruhiger und gemächlicher vor sich. „As Long As Your Eyes Are Wide“, im deutlich kompakteren Trio-Lineup aufgenommen, packt sämtliche poppigen Trümpfe aus.

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