Autor: Walter Kraus

Ich bin, also denke ich.

Fenech-Soler – Rituals

Wenn mit elfmonatiger Verspätung „Rituals“, das zweite Album von Fenech-Soler, endlich auch in Deutschland auf CD erscheint, muss man dann von einem alten Hut sprechen? Ganz unrealistisch ist dieser Gedanke auf dem Papier nicht, und doch würde man der Musik der vier Briten, die einst, aus dem Schatten von Groove Armada tretend, ihr eponymes Debüt und Hits wie „Stop And Stare“ oder „Lies“ auf das feierwütige Publikum losließen, nicht gerecht werden. Im Gegenteil: die weitestgehend elektronisch befeuerte Genre-Bender-Mucke wirkt nach wie vor frisch.

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J Mascis – Tied To A Star

J Mascis ist ein vielbeschäftigter Mann. Neben Dinosaur Jr., Sweet Apple und diversen Gastauftritten kümmert sich der Gründervater des Alternative Rock-Genres auch um seine Solokarriere. 2011 erschien das smarte „Several Shades Of Why“, eine weitestgehend akustische Platte, die Mascis mit einigen Freunden einspielte. An diesem Rezept hat sich wenig geändert. Gemeinsam mit Musikern von Black Heart Procession und Cat Power wurde „Tied To A Star“ aufgenommen, ein weiteres Singer/Songwriter-Album mit Liebe zum Detail.

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PHOX – PHOX

In einer Stadt, wo ein „Fahr mit deinem Traktor zur Schule“-Tag zu den Highlights zählt, gibt es, so würde man meinen, wenig zu tun. Die Rede ist von Baraboo im Westen Wisconsins, Heimat von PHOX. Das Sextett kennt sich seit der Highschool, driftete zwischenzeitlich auseinander durch weiterführende Schulen und Jobs, bevor man sich letztlich doch wieder in der Heimat traf und gemeinsam ein Haus bezog. Hier wurde das Fundament zum eponymen Debütalbum gelegt und jener Sound kreiert, der Schubladendenker vor Rätsel stellt.

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Maybeshewill – Fair Youth

Maybeshewill sind DIY-Experten. Zwar entstehen ihre Alben nicht mehr im eigenen Schlafzimmer, dafür kümmert man sich um die Aufnahmen und die Produktion weiterhin ganz alleine. „Fair Youth“ heißt das neue, vierte Studiowerk der zum Quintett angewachsenen Briten. Es ist dies ihre bislang positivste Platte und erweitert die Bedeutung dessen, was man unter instrumentaler Rockmusik versteht, schrittweise neu. Zwischen Kammer-Pop, vertrackten HipHop-Beats und unterkühlter Elektronik ist alles dabei.

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Cold Specks – Neuroplasticity

Der zweite Teil der Gänsehaut-Saga rückt näher. Was Al Spx unter ‚Doom Soul‘ versteht, ist eine düstere Endzeit-Variante des beseelten Genres, angereichert mit Elementen aus anderen musikalischen Bereichen. „I Predict A Graceful Expulsion“ brachte den Cold Specks-Sound erstmals einem größeren Publikum näher, danach arbeitete die junge Kanadierin unter anderem mit Moby und Swans zusammen. „Neuroplasticity“, so die vollmundige Ankündigung im Vorfeld, soll die Melange aus Soul, Gospel und Gothic noch weiter vertiefen und abstrahieren – und genauso ist es auch.

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DZ Deathrays – Black Rat

Es ist kurios, die Wiederauferstehung einer anderen Band zu beschreiben, während man eine Review einleitet (beste Grüße an die Meta-Ebene), doch letztlich gäbe es DZ Deathrays wohl nicht ohne Death From Above 1979, die nächstes Monat ihr Comeback-Werk veröffentlichen. Dennoch, die beiden Australier, um die es hier eigentlich gehen sollte, sind längst mehr als nur potentielle Thronfolger. Das Debütalbum „Bloodstreams“ arbeitete mit jener fatalen Mischung aus Dancepunk, Noise Rock und Indie Pop, die einst Keeler und Grainger popularisierten, vielleicht noch eine Spur direkter und gefährlicher. Nun ist das zweite Album „Black Rat“ da, natürlich mit Verspätung von der südlichen Halbkugel übersetzend – wie sollte es auch anders sein.

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JJ – V

Es muss etwas im Wasser sein – oder in der Luft. Egal, was es ist: Kaum eine andere Nation versteht sich derart präzise auf luftigen Pop jedweder Couleur wie Schweden. JJ, das Duo um Elin Kastlander und Joakim Benon, debütierte 2009 mit einer Mischung aus Indie Pop und HipHop, legte letztere Einflüsse im Laufe der Jahre aber nach und nach ab. Heute sind davon bestenfalls noch Reste zu erkennen, dafür ist die klare Schönheit ihrer Musik geblieben. Ihr drittes Album trägt den etwas kuriosen Titel „V“ und zelebriert die Kraft der Pausen.

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Julian Nantes – So Walk Slow

Nach der freundschaftlichen Trennung von High Level Headphones wagte sich Julian Leixnering als Julian Nantes auf Solopfade. Gitarre, Bassdrum, Kick Tambourine – mit einfachsten Mitteln wurde aus dem Salzburger Singer/Songwriter eine One-Man-Band. International geprägt und fern von jeglichem Lokalkolorit, hat Nantes gleich zwei heiße Eisen im Feuer: Neben seiner Tätigkeit bei The Helmut Bergers, die aktuell neues Material anteasern, erscheint die zweite Solo-EP „So Walk Slow“ im kompakten Digipak-Format.

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The Bulletmonks – No More Warnings

Rotzig, ruppig, entfesselt – nicht gerade still und kaum heimlich haben sich The Bulletmonks ihren Ruf als treibende Kraft im Hard Rock-Sektor erarbeitet. Mittlerweile sind die Nürnberger zu fünft. Da sich Tyler Voxx nun voll und ganz auf den Gesang konzentrieren will, übernimmt mit Shark Shooster ein neuer Mann die Gitarre. Dazu ist seit Sommer 2013 Neuschlagzeuger Bristle Brush Johnson, ein Absolvent der L.A. Music Academy, an Bord. Gemeinsam nahm man das mittlerweile dritte Album „No More Warnings“ im Kellerstudio von DESSS Recordings auf.

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Beatsteaks – Beatsteaks

Der Anfang wäre beinahe zum Ende geworden: Nach einem Produktionstreffen zum DVD-Projekt „Muffensausen“ stürzte Schlagzeuger Thomas Götz über eine Wendeltreppe und brach sich den Schädel. Die Rhythmusmaschine der Beatsteaks hat sich nach langer Reha-Phase mittlerweile komplett erholt und verprügelt die Schießbude mit gewohnter Vehemenz. Für die Band wurde dieser Unfall zum Weckruf: Nach den schier endlosen Arbeiten an „Boombox“ wurde das siebte, schlicht „Beatsteaks“ betitelte Album in aller Kürze eingespielt. Elf Songs in zehn Tagen – ein spontanes Statement der ungemein populären Berliner Rocker.

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