Kategorie: Alben

Mark Pritchard – Under The Sun

Wenn einer der wichtigsten Electro-Protagonisten des letzten Vierteljahrhunderts ein neues Album präsentiert, darf man erwartungsvoll Gewehr bei Fuß stehen. Ob Techno-Pionierarbeit als Reload oder Link, feiner Electro-Funk mit den Jedi Knights oder Chillout-Blaupause mit Global Connection, Mark Pritchard war immer zur Stelle, wenn es eigentümlich und doch relevant werden sollte. Mit seinem neuen Soloalbum „Under The Sun“ entfernt er sich nun bewusst von der Club-Kultur und kreiert mit Vintage-Synthesizern avantgardistische Exkurse, die durchaus auch bei Global Connection funktioniert hätten.

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Milow – Modern Heart

Mit dem erwachsenen, leicht wehmütigen „Silver Linings“ legte Milow vor zwei Jahren sein bis dato stärkstes Album vor. Zwar ging es erneut in die deutschen Top 10, allerdings war der Höhenflug schnell wieder vorbei und auch ein echter Single-Erfolg blieb aus. Nun geht der Belgier neue Wege, öffnet sich elektronisch-angehauchten RnB-Klängen und lässt damit einen Hauch The Weeknd und Drake einfließen. „Modern Heart“ kann gleichermaßen als fortgeschrittene Erweiterung des musikalischen Horizonts und kommerzielles Streamlining verstanden werden.

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Nothing – Tired Of Tomorrow

Die bloße Existenz des zweiten Nothing-Albums darf als kleines Wunder gesehen werden. Während der Tour zum gefeierten Debüt „Guilty Of Everything“, in dem Frontmann Domenic Palermo seine Zeit im Gefängnis verarbeitete, wurde er brutal zusammengeschlagen und schwer verletzt. Als „Tired Of Tomorrow“ dann schließlich erscheinen sollte, stellte sich heraus, dass hinter dem neuen Label der verachtenswerte Martin Shkreli steckt. Relapse Records, wo bereits der Erstling veröffentlicht wurde, ist eingesprungen. Es sei ihnen zu danken.

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Graham Candy – Plan A

In seiner Jugend schwänzte Graham Candy die Schule, um eigene Songs zu schreiben. Als ihm sein Direktor zu einer Ausbildung und einem Plan B riet, meinte der Neuseeländer keck, dass sein Plan A vollkommen ausreichen würde. Vor knapp zwei Jahren hatte Candy schließlich gemeinsam mit Alle Farben einen europaweiten Hit, in Deutschland mit Gold ausgezeichnet. Mittlerweile in Deutschland ansässig, erscheint nun das Debütalbum. Der Titel, natürlich: „Plan A“.

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Captain Planet – Ein Ende

In aller Ruhe und ohne großen Tam-Tam haben Captain Planet einen Nachfolger zu „Treibeis“ aufgenommen. Einfach mal wieder die Musik in den Vordergrund rücken, und das ist auch gut so. Als wohl melodischte Vertreter der cleveren Deutschpunk-Szene nimmt das Quintett so und so eine Ausnahmestellung ein. Verändert hat sich jedoch wenig: zehn Songs in unter einer halben Stunde, mächtige Hooklines und metaphernreiche Sprache machen „Ein Ende“ zu einem weiteren Anfang.

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LUH – Spiritual Songs For Lovers To Sing

Wu Lyf-Stimme Ellery Roberts und die niederländische Künstlerin Ebony Hoorn trafen sich 2013 in einem heruntergekommenen Wohnprojekt. Aus der Freundschaft wurde schnell eine Liebesbeziehung. Beide leben nun nicht nur gemeinsam in Amsterdam, sie machen auch Musik zusammen. LUH (Lost Under Heaven) verstehen sich als audiovisuelles Projekt zweier Liebenden, die nach unorthodoxen, künsterlisch stilisierten Kleinreleases nun ihr Debütalbum „Spiritual Songs For Lovers To Sing“ (nomen est omen) aufgenommen haben.

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White Lung – Paradise

Kanadas Punk-Powerhouse White Lung hat keine Lust darauf, weiterhin auf der Stelle zu treten in einer Szene, die Weiterentwicklung nur selten verzeiht. Gerade als Songwriter ist das Trio gewachsen, jedes Album nimmt noch mehr Fahrt auf. Erhalten bleibt jedoch die ausgesuchte Kürze, mit der auch gängige Genre-Alben aus den Boxen schallen. „Paradise“ überschreitet nun immerhin die 28-Minuten-Marke und ist nach wie vor tief im Punk verwurzelt, bringt aber ebenso einen ordentlichen Wave- und Indie-Punch mit sich.

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Mayflower Madame – Observed In A Dream

Seit einigen Jahren erfreut sich kondensierte Düsternis wieder besonders großer Beliebtheit. Post Punk, Gothic Rock, Shoegaze und Industrial erleben eine große Renaissance. Davon könnten nun auch Mayflower Madame profitieren. Das Quartett aus Oslo machte in seiner norwegischen Heimat bereits vor drei Jahren mit der 12″ „Into The Haze“ auf sich aufmerksam, etwas später wurde man von den größten Radiostationen des Landes gespielt und durfte diverse Indie-Granden supporten. Mit dem Debütalbum „Observed In A Dream“ könnte nun auch der Rest Europas fallen.

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Faada Freddy – Gospel Journey

Der gebürtige Senegalese Faada Freddy gilt aktuell als einer der heißesten Newcomer Frankreichs, und das mit gutem Grund. Sein Debütalbum „Gospel Journey“ sorgte aus zweierlei Gründen für Aufmerksamkeit: Einerseits interpretierte er eine Reihe genrefremder Songs komplett neu im Soul-, Roots- und RnB-Gewand, andererseits erhob er Beatboxing zur Kunst und spielt mit Body Percussion, d.h. sein ganzer Körper wird zur Rhythmusabteilung. Nun erscheint dieser faszinierende Einstand endlich auch in Deutschland.

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Travis – Everything At Once

Die Urväter der britischen Glum-Pop-Welle sind wieder da. Ohne Travis gäbe es wohl kein Coldplay und auch kein Keane. Die Schotten um Wahl-Berliner Fran Healy hatten zwar vergleichsweise weniger Mainstream-Präsenz in den vergangenen Jahren, erreichten dennoch mit ihrem letzten Album „Where You Stand“ 2013 die zweithöchste Chart-Platzierung ihrer Karriere in Deutschland. Auch knapp zwei Jahrzehnte nach Veröffentlichung ihres Debüts darf man das Quartett nicht abschreiben. „Everything At Once“ liefert zehn weitere gute Gründe dafür.

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