Kategorie: Alben

Kagoule – Urth

Gitarrenmusik mit 90er-Jahre-Prägung ist aktuell wieder besonders im Kommen – und warum nicht? Neue Generationen entdecken The Smashing Pumpkins, Fugazi und Dinosaur Jr. für sich; die etwas eigenwilligere Alternative zur nach wie vor lodernden Grunge-Flamme, mit der sich auch Kagoule nicht identifizieren können. Das Trio aus dem britischen Nottingham, erst dem Teenager-Alter entwachsen, hätte auch vor 20 Jahren auf den Plan treten können. Wie schön, dass sie erst jetzt ihr Debütalbum „Urth“ veröffentlichen und Nostalgie mit purer Energie kreuzen.

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RoToR – Fünf

Wort- und sprachlos stürzen sich vier Berliner auf ihr fünftes Album. Was mediale Präsenz betrifft, üben sich RoToR in vornehmer Zurückhaltung und lassen stattdessen die Musik für sich sprechen; und das dafür umso besser. Beinahe fünf Jahre hat es letztlich gedauert, um „Fünf“ – die Nummerierung der eigenen Releases wird nun in ausgeschriebener Form fortgesetzt – einzuspielen und zu veröffentlichen. An der rein instrumentalen, mitreißenden Präsentation hat sich allerdings nichts geändert.

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Stereophonics – Keep The Village Alive

Der behutsame Wiederaufbau der Stereophonics nach dem kommerziellen wie musikalischen Tiefpunkt „Keep Calm And Carry On“ schreitet voran. Kelly Jones und Konsorten bewegen sich mehr und mehr von ihrer Experimentierfreudigkeit weg und deuteten bereits vor zweieinhalb Jahren mit „Graffiti On The Train“ wieder deutlich geordneteres Geschehen an. Über weite Strecken besinnt sich „Keep The Village Alive“, das mittlerweile neunte Studioalbum der Waliser, auf die Wurzeln des Quartetts, wagt aber immer wieder den Aufstand im Kleinen.

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Low – Ones And Sixes

Mittlerweile mehr als zwei Slowcore-Jahrzehnte sind Low jung, ein Ende ist nicht in Sicht. Das Trio aus Duluth erfreut sich nicht nur an einer Reihe prominenter Fans, sondern scheint ihrem ohnehin beeindruckend breitgefächerten, imposanten Sound stets neue Facetten abzugewinnen. Auch für „Ones And Sixes“ ließen sich Low von Hier und Jetzt beeinflussen, wie Alan Sparhawk nicht müde wird zu betonen. Die damit verbundene Entdeckungsreise entführt in ungeahnte und doch so vertraute Sphären.

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Empire Escape – You Are Not Alone

Zugegeben, langweilig wird es bei Empire Escape nicht so schnell. Nach Neugründung 2011 wurde das Post-Rock-Gewand des Vorgängerprojekts abgelegt und gegen melancholisch-poppige Indie-Töne eingetauscht. Nach dem Debütalbum „Colours“ stieg einer der Gitarristen aus, man machte zunächst zu dritt weiter und veröffentlichte eine EP. Nun offensichtlich wieder als Quartett unterwegs, schlägt der Zweitling „You Are Not Alone“ neue Töne an, wirkt insgesamt klarer und geordneter, kitschbefreiter.

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Grave Pleasures – Dreamcrash

Beastmilk sind tot, es leben Grave Pleasures! Der Implosion der Post-Punk-Hoffnungsträger nach dem herausragenden Debüt „Climax“ folgt nun mühevolle Kleinarbeit. Sämtliche Mitglieder des Nachfolgeprojekts sind von zerbrochenen Bands geschädigt – neben den verbliebenen Gründungsmitgliedern Mat „Kvohst“ McNerney und Valtteri Arino sind Linnéa Olsson (ex-The Oath) sowie Uno Bruniusson (ex-In Soltiude) am Start, während Juho Vanhanen der nach vor lebendigen Kraut-Schwarzmetaller Oranssi Pazuzu semi-offiziell aushilft. „Dreamcrash“, dieser programmatisch betitelte Einstand, führt die positiv lethargische Post-Punk-Adaption für Schwermetaller und Goth-Kids souverän fort.

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Against Me! – 23 Live Sex Acts

Auf das Transgender-Coming-Out von Laura Jane Grace folgten personelle Veränderungen bei Against Me!, das verdient gefeierte Full-Length-Statement „Transgender Dysphoria Blues“, eine ausverkaufte Tour sowie eine Emmy-nominierte Dokumentationsreihe. Mit dem Doppel-Live-Album „23 Live Sex Acts“ blickt das Quartett auf den letztjährigen Tourzyklus zurück. Mitgeschnitten wurden die 23 Tracks rund um den Erdball über das gesamte Jahr 2014.

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Ben Galliers – Calm Seas Don’t Make Good Sailors

Als Ben Galliers vor 15 Jahren von Coventry nach Deutschland zog, waren ihm musikalische Gedanken fern. Profifußballer wollte er werden, spielte mit Anfang 20 drei Jahre in der Regionalliga für Rot-Weiß Essen und Dynamo Dresden, fühlte sich aber nicht gut genug. Galliers blieb Deutschland aber treu, studierte und lernte 2010 schließlich seine heutige Band kennen, die auch seinen Namen trägt. „Calm Seas Don’t Make Good Sailors“, das erste Album, spielt sich weitestgehend zwischen Folk-Pop, Indie und Singer/Songwriter ab, jagt von einer Perle zur nächsten.

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Frank Carter & The Rattlesnakes – Blossom

„I’m so sick of singing about hate / It’s never gonna make a change“, sang Frank Carter vor zweieinhalb Jahren auf dem Debütalbum von Pure Love, sein deutlich harmonischeres Projekt nach jahrelange Tätigkeit als Gallows-Frontmann. Pure Love sind allerdings schon wieder Geschichte, also widmet sich der Brite nun einem neuen Schauplatz mit der Band The Rattlesnakes. Und, siehe da: Auf dem Debütalbum „Blossom“ kehrt Carter über weite Strecken nun wieder zum dreckigen Gallows-Sound zurück und rotzt ordentlich in die Menge.

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Silicon – Personal Computer

Einst war Kody Nielson Mitglied von Neuseelands Kult-Punk-Band The Mint Chicks. Seinem gegenwärtigen Schaffen hört man das nur selten an. Aktuell nennt sich der stets nach Hawaii schielende Musiker Silicon und widmet sich Retro-lastigen Electro-Klängen mit ein wenig Soul, Funk und Disco, die nicht selten an Daft Punk und die ruhigeren Momente der französischen House-Kollegen erinnern. Mit dem Debütalbum „Personal Computer“ ist auch ein ambitioniertes Kunstprojekt verbunden. Musikalisch steht er sich jedoch gelegentlich selbst im Weg.

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