Rat Boy – CRASH!

Rat Boy
(c) Jordan Cardy

Ein zuhause aufgenommenes Mixtape, diverse Newcomer-Award-Nominierungen, Platz 15 in UK für das erste Album: Jordan Cardy aka Rat Boy legte fulminant los. Zwei weitere Platten folgten, ebenso eine Vielzahl von Live-Auftritten in Bandbesetzung. Längst bei Hellcat unter Vertrag, entstand der neueste Longplayer unter kuriosen Umständen. Der Garten von Rock-Legende Suzi Quatro wurde in Beschlag genommen, verteilt auf zwei eigens eingerichtete Recording-Schuppen, unter der Ägide von Tim Armstrong (Rancid), Cardy und Schlagzeuger Booth. „CRASH!“ vertraut einmal mehr auf die gewohnt humorvolle, unmittelbare Mischung aus Punk, Ska, Pop und Rock.

107 Sekunden beste Laune, mächtig Energie und Mitsing-Parts, so weit das Auge reicht: „Broken“ eröffnet diesen neuen Streich mehr als standesgemäß. Vor allem der drückende Bass brennt sich ein, Cardy wirft mit Silben um sich, bevor der unvermeidbare Chorus alles niederreißt. Das legere Tänzeln von „High Life“ mit Pop-Schlagseite, ein paar nachdenklicheren Einschüben und viel Gift lässt ebenso nicht los. „Awaydays“ rundet das starke Eröffnungstrio ab, zeigt sich lässig und reduziert, bevor es in den Singalong geht. Bereits hier fällt der exzellente Sound auf, der DIY- und Live-Qualitäten vereint, schmutzig und doch klar klingt – eine der großen Stärken dieser Platten.

Und die hat mit insgesamt 18 Tracks in gut 40 Minuten massig Abwechslung zu bieten. Wie „The River“, der etatmäßige Querverweis auf The Clash. Lässiger Ska-Einschlag und eine urplötzlich aufbrandende, grundsympathische Hook schreien nach Hit. „Deadend“ geht hingegen über sein mächtiges Riff direkt ins Ohr, erinnert stellenweise ein wenig an Against Me! und brennt sich ein. „Gun To My Head“ erreicht als einziger Song die Drei-Minuten-Marke, etwas mehr Rock als Punk und sogar mit einem feinen Solo ausgestattet. Weitere Highlights sind das frontale, kantige „Reason“ mit einem Hauch Cali im Unterbau, das hektische „S.O.S.“ und das muskulöse „City Boys“.

Angesichts der schieren Masse an Stoff beeindruckt der geschlossene Eindruck, den dieses vierte Studioalbum macht. Es gibt keinen einzigen Durchhänger zu verzeichnen, dafür Ohrwürmer in Hülle und Fülle, mächtige Riffs und hymnische Momente in rauen Mengen. „CRASH!“ ist die logische Fortsetzung der bisherigen Rat Boy-Releases, punktet mit starker Produktion und ordentlich Energie in rauen Mengen. Cardy und Konsorten ist es tatsächlich gelungen, ihre Live-Power einzufangen. 18 sympathische Tracks, keinerlei Filler und beste Unterhaltung von der ersten bis zur letzten Sekunde – mehr braucht es nicht zum vollkommenen Glück.

Wertung: 4/5

Erhältlich ab: 26.06.2026
Erhältlich über: Hellcat Records (Indigo)

Website: ratboyoriginals.com
Facebook: www.facebook.com/RatBoyRatBoy