Kategorie: Alben

Palila

Palila – Children Will Be Furious

Eine kleine, große Überraschung, so präsentiert sich das neue Album der Indie-Magier Palila. Dass sich hier etwas tun würde, kommt nicht gerade überraschend. Einerseits hatte das letzte Would-Werk von Gitarrist und Sänger Matthias Schwettmann bereits zwei kommende Tracks in etwas anderem Soundgewand zu bieten, andererseits erschien parallel ein neuer Song mit unerwarteten Queens Of The Stone Age-Vibes. Von Stoner Rock ist „Children Will Be Furious“ letztlich doch ein kräftiges Stück entfernt, und trotzdem zeigt sich das Trio ausnahmsweise von einer anderen, düsteren Seite, die ihnen gut zu Gesicht steht.

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Index For Working Musik

Index For Working Musik – Which Direction Goes The Beam

Was ist Post Punk eigentlich? Wie viel kann ein bewusst sehr offen gehaltenes Genre ‚ertragen‘? Index For Working Musik stellen diese Fragen vielleicht nicht direkt, versuchen sie jedoch mit ihrer Musik so einigermaßen zu beantworten. Das Quintett aus London reißt vermeintliche Limitierungen auf kunstvolle Weise ein und betrachtet deren längst gänzlich zersplitterten Urformen mit einem breiten Grinsen. War der Erstling noch von Ambient-Versuchen und düsterer Lautmalerei bestimmt, so findet „Which Direction Goes The Beam“ sehr langsam – und alles andere als sicher – zu so etwas wie dem Songformat.

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Odd Couple

Odd Couple – Rush-Hour des Lebens

Von den Köpfen und den Festplatten über den Datenstrom bis zur finalen Platte, so gestalteten sich die letzten vier Jahren bei Odd Couple, die nach einer Möglichkeit suchten, ihren weiterhin angenehm schrägen Sound zu konkretisieren. Berlin trifft Dada, Garage Rock trifft Kraut, verträumter Fuzz-Pop kollidiert mit Psychedelia, Sein ringt mit Schein – für Jascha Kreft und Tammo Dehn ein Versuch, den Flickenteppich nach der erzwungenen Ausbremsung zusammenzustückeln. „Rush-Hour des Lebens“ ließ sich erzwungenermaßen viel Zeit und schafft es trotzdem, bei aller Vielschichtigkeit stets fest im Hier und Jetzt verankert zu bleiben.

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Air Drawn Dagger

Air Drawn Dagger – A Guide For Apparitions

Ein Geheimtipp aus Sheffield setzt zum großen Wurf an: Zumindest jenseits der Heimat kennt man Air Drawn Dagger bislang kaum. Das britische Trio veröffentlichte diverse EPs, Singles sowie ein Mixtape und vermischt unter anderem Emo, Grunge, Alternative Rock, Pop Punk und Elektronik zu einem hymnischen wie sperrigen Mix. Inmitten aller Widersprüchlichkeit schlug Long Branch Records zu und bietet der Band nun eine anständige Bühne für ihren modernen und zugleich aus der Zeit gefallenen Mix. Das erste Album „A Guide For Apparitions“ lehnt sich musikalisch weiter aus dem Fenster und stellt zugleich diverse Figuren auf einem Werk über Nekromantie, Geistwesen, Hexerei und Erscheinungen vor.

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Kids Return

Kids Return – 1997

Adrien Rozé und Clément Savoye sind beide Jahrgang 1997, und das soll man auch hören. Als Kids Return bedienten sie sich auf ihrem ersten Album vorwiegend bei 70s-Sounds, wollen nun aber einer Ära der musikalischen Neuerungen Tribut zollen, die von zwei Strömungen geprägt war: Britpop und in Frankreich erzeugter, global exportierter Indie Pop. Zugleich soll diese Musik, die im Angesicht großer Veränderungen und eines neuen Jahrtausends entstand, dazu inspirieren, zu entschleunigen und die hektische Welt einfach hektisch sein zu lassen. „1997“ erfindet den eigenen Sound neu.

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Miel De Montagne

Miel De Montagne – Ouin Ouin

Miel De Montagne ist der etwas unbekannte Meister der feinsinnigen Indie-Pop-Hymnen. Die Songs des 28jährigen Franzosen werden millionenfach gestreamt und vermitteln herrliche Leichtigkeit, von sympathischer Elektronik und unverschämt eingängigen Melodien begleitet. Hier darf Pop noch Pop sein, ohne unnötige Coolness auszustrahlen – obwohl genau das wunderbar gelingt. Auch auf dem neuesten Album „Ouin Ouin“ finden lässiges Augenzwinkern sowie ehrliche, aus dem tiefsten Inneren empfundene Emotionen auf herrlich sympathische, energische Weise zusammen.

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Alison Krauss & Union Station

Alison Krauss & Union Station – Arcadia

Sie mögen gemeinsam seit 14 Jahren kein Album veröffentlicht haben, doch war es um die Mitglieder von Alison Krauss & Union Station seither alles andere als still. Man sammelte als Sänger, Musiker, Songwriter und Produzenten über 70 Grammys und verkaufte zig Millionen Platten. Nun ist man wieder gemeinsam unterwegs – ohne Co-Sänger Dan Tyminski, der sich auf seine recht erfolgreiche Solokarriere (er ist unter anderem die Stimme des Avicii-Klassikers „Hey Brother“) konzentriert, dafür mit Neuzugang Russell Moore von IIIrd Tyme Out. „Arcadia“ befasst sich nach Angaben der Band mit Geschichten aus der Vergangenheit, von den guten alten Zeiten, die vielleicht doch nicht (immer) so gut waren.

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The Blue Stones

The Blue Stones – Metro

The Blue Stones waren noch nie das typische Power-Duo, wenngleich es ein solches angesichts der Vielzahl an Zweiterkonstellationen wohl eh nicht (mehr) gibt. Die beiden Kanadier verstehen sich auf einen rockigen Sound mit Blues- und Garagen-Untertöne, der natürlich gewisse Querverweise auf frühe The Black Keys zulässt, jedoch auf herrlich eigenen Beinen steht. Das gilt selbstverständich auch für ihr mittlerweile viertes Studioalbum, das erfolgreich mit Konzeptkunst anbandelt. „Metro“ findet sich in einem dystopischen U-Bahn-System, wo der Protagonist eine Manifestierung dessen dunkler Seite konfrontieren muss.

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Herrenmagazin

Herrenmagazin – Du hast hier nichts verloren

Endlich wieder da. Als wären sie nie weg gewesen. Et cetera. Und was auch immer. Fakt ist, dass das bis dato letzte Herrenmagazin-Album fast zehn Jahre auf dem Buckel hat. Irgendwann war tatsächlich Stille eingekehrt, selbst die Band wusste nicht so recht, ob denn noch etwas kommen würde. Und letztlich ging es doch schnell, von ‚glücklichen Fügungen und kreativen Zusammenstößen‘ quasi zur Fertigstellung eines neuen Albums gezwungen. Manche Ideen kreisten bereits seit gut zehn Jahren umher, andere entstanden in der jüngeren Vergangenheit, nur um letztlich zusammenzufinden. „Du hast hier nichts verloren“ klingt gleichzeitig so, als hätte es die Pause nicht gegeben, und mutet doch angenehm frisch an.

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Sam Akpro

Sam Akpro – Evenfall

Warum sollte man Musik in Schubladen drängen, wenn man doch einfach verschiedenste Ideen und Ansätze frei miteinander kombinieren kann? Nach diesem Prinzip arrangiert Sam Akpro seine Songs. Der Südlondoner spielt mit Stimmungen, liebt Noir-Atmosphäre und findet Eingängigkeit selbst in ruppigen Gefilden. Zwischen sonnigen Tagen und kalten Nächten, zwischen Entfremdung und großem Wiedersehen spielt sich das erste komplette Album „Evenfall“ ab – wenig überraschend eine weitere kleine musikalische Häutung mit frischem Wind und alten Wunden, die wieder und wieder gekonnt zusammenfinden.

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