Kategorie: Alben

Kombynat Robotron

Kombynat Robotron – AANK

Binnen kürzester Zeit etablierten sich Kombynat Robotron als Geheimtipp für ellenlange, krautig-psychedelische Meditationen rein instrumentaler Art – verklärt, verspielt, getrieben und immer für die eine oder andere Überraschung gut. Die größte Überraschung setzt es aber jetzt: Das Trio aus Kiel kann auch singen. Und songdienlich arbeiten. Mit „AANK“ bricht die Band aus vermeintlichen, wenngleich sehr locker definierten Mustern aus und steuert neue Ufer an. Ob dieser mutige, gerne mal lärmende und auf andere Weise herausfordernde Schritt gelingt?

Weiterlesen
Stereophonics

Stereophonics – Make ‚Em Laugh, Make ‚Em Cry, Make ‚Em Wait

Die walisische Maschine läuft weiter und weiter und weiter. In ihrer Heimat zählen die Stereophonics weiterhin zu den größten Bands und konnten kürzlich ihr neuntes Nummer-Eins-Album feiern, von ausverkauften Hallen ganz zu schweigen. Und doch sollte es auf der neuesten Platte, ihrem bereits 13. Studiowerk, etwas anders zur Sache gehen. Kelly Jones und Konsorten wollten sich von jeglichem Ballast befreien und auf das Wesentliche konzentrieren, betont vielfältig aufgestellt und doch nach Möglichkeit ohne unnötiges Beiwerk. „Make ‚Em Laugh, Make ‚Em Cry, Make ‚Em Wait“, der erneute Chartstürmer aus UK, rattert in gerade einmal einer halben Stunde durch.

Weiterlesen
Panic Shack

Panic Shack – Panic Shack

Man braucht keinen Sack, um Punk zu machen. Panic Shack aus Cardiff in Wales fackeln den Boys Club ab und fahren die Ellenbogen aus. Das Quartett geht es betont frontal und partytauglich an, schreckt ebenso wenig vor ernsten Themen oder vermeintlichen Szenegrenzen zurück. Em, Sarah, Meg und Romi lernten sich im lokalen Konzertnetzwerk kennen, erweiterten gemeinsam ihre Songwriting-Skills und wurden an den Instrumenten besser. Diverse Supportgigs und Festivalslots, u. a. bei SXSW, Glastonbury sowie Reading & Leeds, sprechen eine deutliche Sprache. Ihr erstes Album heißt ebenfalls „Panic Shack“ und findet seinen Weg zwischen Wet Leg, PJ Harvey und The Runaways.

Weiterlesen
Bush

Bush – I Beat Loneliness

Die produktive Hochphase von Bush setzt sich fort. Seit dem Quasi-Comeback „The Sea Of Memories“ 2011 nach zehnjähriger Albumpause erschienen vier weitere Platten sowie eine Werkschau. Gavin Rossdale hatte während der Tour zum 30er bereits eine ordentliche Portion neue Songs geschrieben, die nun auf dem inzwischen zehnten Studioalbum landen. „I Beat Loneliness“ setzt auf die nunmehr vertraute, tried and tested Mischung aus Alternative Rock und (Post-)Grunge, dieses Mal von Texten über den Umgang mit dem eigenen Selbst, mit emotionalem Ballast und einer zerrissenen Welt durchzogen.

Weiterlesen
We Are Scientists

We Are Scientists – Qualifying Miles

Heuer steht für We Are Scientists ein großes Jubiläum ins Haus: Ihr erstes Album „With Love And Squalor“ erschien vor 20 Jahren, damals die perfekte Platte zur perfekten Zeit. Mitten im ersten Post-Punk-Revival entwickelten sich Tracks wie „Nobody Move, Nobody Get Hurt“ und „It’s A Hit“ zu modernen Klassikern. Das Kernduo Keith Murray und Chris Cain ist immer noch aktiv und fleißig, wagt musikalisch gerne mal etwas und ist mitterweile in einem beschwingten wie emotional aufgeladenen Spannungsfeld zwischen Indie und Alternative angekommen. Auf ihrem neunten Studioalbum setzt sich das fort: „Qualifying Miles“ entwickelte sich während den Aufnahmen zu einer Abhandlung über Nostalgie, Wehmut und Melancholie, verliert aber keineswegs sein Lächeln.

Weiterlesen
Satin Jackets

Satin Jackets – Cruise Control

Hinter der Maske legt es sich entspannt auf, weiß auch Tim Bernhardt, und schickt Satin Jackets in die nächste Runde. Wobei, Betrieb herrscht bei seinem balearisch veranlagten Nu-Disco-Alter-Ego so und so ständig. In etwa alle drei Jahre landen diverse Singles auf einem kompletten Album. Trotz der ausgedehnten Entstehungs- und Release-Zeiträume wirken diese Platten stets wie aus einem Guss. Selbiges gilt auch für „Cruise Control“, den neuesten Streich, der noch dazu erstmals auf Berhardts eigenem Imprint Golden Hour Recordings digital und Anfang September schließlich auf Vinyl erscheint.

Weiterlesen
George Houston

George Houston – TODC

Mit 19 veröffentlichte er seine erste Single, seither ist George Houston aus Country Donegal nicht mehr aus der britisch-irischen Musikszene wegzudenken. Der Mittzwanziger veröffentlicht seine Musik bewusst in Eigenregie und lässt sich nicht dazwischenreden – ob bei seinem Sound, der mit Folk, Singer/Songwriter, Alternative, Indie, Pop und Rock anbandelt, oder ob bei klarer inhaltlicher Kante. Seine Lyrics finden ihren Ursprung vor allem in Wut und Traurigkeit und erfüllen gerne therapeutischen Zweck, begleitet von einem bewusst non-binären Verständnis der Musikwelt. In Mod-Legende Paul Weller, der ihn zuletzt auf Tour nahm und ihm sein Studio zur Verfügung stand, fand Houston einen begeisterten Förderer. „TODC“ ist sein viertes Album seit 2021.

Weiterlesen
Wet Leg

Wet Leg – moisturizer

Ihr selbstbetiteltes Debütalbum machte Rhian Teasdale und Hester Chambers im Frühjahr 2022 fast über Nacht zu neuen Indie-Darlings. Wet Leg brachten Hype mit sich, der mehr als nur verdient war. Mehrere Hits, umjubelte Festivalauftritte und eigene Touren sollten folgen. Im Laufe der letzten Jahre spielte man sich ein und zeigt sich inzwischen als Quintett, integrierte die Live-Mitglieder Henry Holmes, Josh Mobaraki und Ellis Durand fix ins Line-up. Für den Nachfolger lebte und arbeitete man zusammen, komplett zurückgezogen und auf die Musik fixiert. Das machte sich hörbar bezahlt, denn „moisturizer“ riecht nach dem nächsten Überflieger.

Weiterlesen
Front Row Warriors

Front Row Warriors – Running Out Of Time

Stuttgart ist dank Fanta 4 und Massive Töne in musikalischer Hinsicht am ehesten für Rap- und Hip Hop-Fans von Bedeutung, doch dank der Erfolge von Die Nerven, Schmutzki, den Farmer Boys, Pyogenesis und natürlich den alteingesessenen End Of Green konnte auch die örtliche Rockmusik-Szene von sich reden machen. Mit den Front Row Warriors gesellte sich 2019 eine Band dazu, die sich musikalisch genau in der Mitte zwischen klassischem 80er Jahre-Hard Rock und dem typischen Melodic Metal der 90er positioniert. Das mehrfach vom Deutschen Rock & Pop Musikerverband ausgezeichnete Sextett setzt sich aus mehreren alten Hasen der Szene zusammen, die sich ihre Brötchen u. a. schon bei Samsara, Septagon und Ivanhoe verdient haben. Dazu kommt mit Elkie Gee eine Sängerin mit sehr markantem und kraftvollen Gesangsorgan, die bereits das Debütalbum „Wheel Of Fortune“ veredelt hatte – und auch auf dem Nachfolger „Running Out Of Time“ wieder voll überzeugt.

Weiterlesen
Matt Jencik & Midwife

Matt Jencik & Midwife – Never Die

Genug gedröhnt: Nach diversen instrumentalen Drone-Soloplatten wollte Matt Jencik (u. a. Implodes und Don Caballero) etwas ausprobieren und versuchte sich an einer gesangslastigen Platte. In Madeline Johnston aka Midwife fand er eine kongeniale Partnerin. Beide kennen sich seit 2015, sind seit 2018 befreundet und fanden gemeinsam einen minimalistischen Weg, von Gesang über Arrangierung bis hin zu Engineering. „Never Die“ beruht auf Jenciks Erkenntnis, dass ihn geliebte Menschen eines Tages verlassen müssen, egal wie sehr er sich an sie klammert, während Johnston mit ihrer spirituellen Betrachtungsweise das Leben feiert.

Weiterlesen

Wir verwenden Cookies. Cool?