Kategorie: Alben

Patrick Richardt – So, wie nach Kriegen

Als Tour-Support von Thees Uhlmanns Soloexkurs ist der Name Patrick Richardt so manchem Konzertbesucher bereits einigermaßen geläufig. Das neue Grand Hotel van Cleef-Signing spielte seinem prominenten Chef und Mitreisenden an einem Abend einige Demos seines geplanten Albums vor und bat um Verbesserungsvorschläge. Verändert wurde daran kaum etwas, Uhlmann selbst war davon begeistert und trieb die Aufnahmen von Richardts Debüt voran. „So, wie nach Kriegen“ heißt die Platte, die klassischen Singer/Songwriter-Sound auf Indie Pop/Rock mit beseelten Untertönen treffen lässt. Man stelle sich vor, Gisbert zu Knyphausen und Max Prosa würden sich ein Tag-Match mit Thees und Conor Oberst liefern.

Weiterlesen

Arbouretum – Coming Out Of The Fog

Sträflich übersehen und doch bzw. gerade deswegen eine Entdeckung wert: Arbouretum sind nur einen Buchstaben vom englischen Äquivalent zu ‚Baumschule‘ entfällt, haben aber keineswegs (pardon) Holz vor der Hütte. Das Quartett um Dave Heumann, der unter anderem gemeinsam mit Bonnie „Prince“ Billy in Anomoanon spielte, versteht sich auf Doomfolk, eine besonders finstere Ausprägung klassischer Folkmusik, die dem Drone von Sunn O))) und den Post-Americana-Klängen von Earth nahe steht, Low auf Ancient VVisdom treffen lässt. Ihr neues Album „Coming Out Of The Fog“ zeigt die Mannen aus Baltimore in Bestform.

Weiterlesen

Everything Everything – Arc

Was 2010 mit einem Platz auf der „BBC Sound of…“-Longlist begann, manifestiert sich mehr und mehr zu einem Spielplatz für experimentelle Indie-Spezialisten mit einem Hang zu großen Melodien und geht mit dem konsequenten Umschiffen von Genre-Schubladen einher. Auch wenn in der britischen Heimat eine Top 20-Platzierung und eine Mercury Prize-Nominierung für ihr Debütalbum „Man Alive“ zu Buche stehen, sind Everything Everything in Deutschland längst noch nicht angekommen. Zumindest musikalische Gründe kann dies nicht haben, denn mit ihrer zweiten Platte „Arc“ übertrifft sich das Quartett aus Manchester mal eben ganz locker selbst.

Weiterlesen

Leona Lewis – Glassheart

Fans der britischen X Factor-Gewinnerin Leona Lewis mussten sich in den vergangenen Jahren in Geduld üben. Während ihre Karriere bis zu ihrem zweiten Album „Echo“ im Jahr 2009 absolut rund verlief, traten bei der Produktion des Nachfolgers einige Komplikationen auf: Termine wurden nicht eingehalten, die Vorabsingle „Collide“ zusammen mit dem schwedischen DJ Avicii floppte aufgrund eines ominösen Rechtsstreits, der eine angemessene Promotion verhinderte. Ursprünglich bereits für Ende 2011 angekündigt, schafft es ihr dritter Longplayer „Glassheart“ nun auch endlich nach Deutschland – und präsentiert eine erneut stimmgewaltige Leona Lewis, die sich qualitativ wohltuend von Kolleginnen wie einer gewissen Christina Aguilera abhebt.

Weiterlesen

The Joy Formidable – Wolf’s Law

The Joy Formidable könnten es sich einfach machen, die weiche Stimme Ritzy Bryans in zugänglichere Songs kleiden, ihnen den kratzigen Mantel abnehmen und die Rohdiamanten bis zur Unkenntlichkeit schleifen. Das Debütalbum „The Big Roar“ war jedoch gerade deswegen reizvoll, weil die drei Waliser eben nicht den Weg des geringsten Widerstandes gingen. Ihre Songs, die sich in etwa so anfühlen, als würde man einen goldenen Kerzenständer mit Schmirgelpapier bearbeiten, brachten der Band unter anderem einen Major-Vertrag, eine monatelange Tour mit den Foo Fighters und diverse Festival-Auftritte ein. „Wolf’s Law“ lenkt nun das bärbeißige Chaos in so etwas wie geregelte Bahnen, ohne dabei das angriffslustige Auftreten zu verlieren.

Weiterlesen

Helloween – Straight Out Of Hell

Nach mehreren Jahren des Darbens, in denen Helloween durch größtenteils mittelklassige, bestenfalls gute Alben auffielen, war der Band vor gut zwei Jahren mit „7 Sinners“ endlich mal wieder ein richtiger Volltreffer geglückt, der sich mit den musikalischen Sternstunden der Band messen lassen konnte. So frisch, so hart, so energiegeladen hatte man die Hamburger schon seit Jahren nicht mehr erleben können, manche bezeichnen es gar als bestes Album der Deris-Ära. Helloween hatten sich in die Königsklasse des europäischen Power Metals zurückgekämpft und dementsprechend verwundert es kaum, dass die Erwartungen an die Band seitdem wieder deutlich gestiegen sind. „Straight Out Of Hell“, das vierzehnte Album der Bandkarriere, tritt somit ein schweres Erbe an.

Weiterlesen

Tusq – Hailuoto

Wenn eine faustdicke Überraschung ein weiteres Mal, nun ja, überrascht, nimmt man zwangsläufig Notiz. Das durchaus prominent besetzte Quartett Tusq debütierte im Oktober 2010 mit „Patience Camp“ und hatte einige echte Hits („You And I“, „Fortune“) im Gepäck. Auch durfte man unter anderem mit The Soundtrack Of Our Lives auf der Bühne stehen, was rein musikalisch wie Arsch auf Eimer passte. Für die Aufnahmen der zweiten Platte zog man sich nach Finnland, dem Polarkreis besonders nahe, zurück, um auf einer 1001-Seelen-Insel erneut mit Jürgen Hendlmeier aufzunehmen. Der Name des frostigen Eilands wurde auch gleich zum Albumtitel auserkoren: „Hailuoto“.

Weiterlesen

Giant X – I

Rock ’n‘ Rolf wohin man sieht. Hatte sich der Running Wild-Bandkopf zwischen 2009 und 2011 noch ziemlich rar gemacht (manche wähnten ihn gar schon in Rocker-Rente), so bewegt er sich seit dem letztem Jahr wieder omnipräsent durch die Metalszene – oder sollte man besser sagen Hard Rock-Szene? Schließlich schielte schon das letztjährige Running Wild-Album „Shadowmaker“ verdächtig in diese Richtung und auf „I“, dem Debütalbum seines neuen Nebenprojektes Giant X, begibt er sich nun komplett auf rockiges Terrain. Giant X ist allerdings nicht allein Rolfs Baby, denn Peter J. Jordan, der schon als Komponist, Produzent tätig war und seit 2005 auch als Running Wild-Gitarrist aktiv ist, ist als gleichberechtigtes Mitglied ebenfalls mit an Bord.

Weiterlesen

Bruno Mars – Unorthodox Jukebox

Von 0 auf 100 innerhalb von gerade mal zwei Jahren. Diesen Karrieretraum, der für die meisten Künstler Zeit ihres Lebens unerreicht bleibt, lebt der gebürtige Hawaiianer Peter Gene Hernandez, besser bekannt als Bruno Mars, momentan in vollen Zügen. Nachdem sein erstes Album „Doo-Wops & Hooligans“ 2010 aus dem Stand die Spitze der weltweiten Hitlisten erreichte und Songs wie „Just The Way You Are“ und besonders „Grenade“ zu Mega-Sellern wurden, tat der mittlerweile 27-Jährige das einzig Richtige: Er nahm sich für die Aufnahmen zum Nachfolger ganz in Ruhe die Zeit, die er brauchte. Das Ergebnis hört auf den erneut ungewöhnlichen Namen „Unorthodox Jukebox“ und steht seinem Debüt in nichts nach, im Gegenteil. Er hat sich vielmehr auf höchstem Niveau noch weiter gesteigert.

Weiterlesen

Eve’s Fruit – Not That Easy

Eigentlich kommen Eve’s Fruit aus dem Westen Österreichs, doch mittlerweile hat es das Quartett nach Wien vorschlagen, von wo aus sie mit ihrer Mischung aus (Post-)Grunge, Alternative Rock und einer Prise Indie mehr und mehr auf einen internationaleren Markt drängen. Für den Nachfolger zum Debüt „A Sharp Thorn Grows“ konnte man sich die Dienste von Blackmail-Gitarrist und Edel-Produzent Kurt Ebelhäuser sichern, darüber hinaus kümmerte sich der ebenfalls nicht gänzlich unbekannte Andi Jung, der selbst unter anderem mit Blackmail und den Beatsteaks arbeitete, um den Mastering-Feinschliff. Die Rahmenbedingungen könnten für „Not That Easy“ also kaum besser sein.

Weiterlesen

Wir verwenden Cookies. Cool?