Kategorie: Alben

Led Zeppelin – Celebration Day

Für und gegen das Vergessen: Am 10. Dezember 2007 fand das Ahmet Ertegun Tribute Concert zu Ehren des verstorbenen Atlantic Records-Gründers und Led Zeppelin-Förderers Ahmet Ertegün in der Londoner O2-Arena statt. Unbestrittenes Highlight des Abends: Led Zeppelin, die sämtliche Mini-Reunions der vergangenen zwei Dekaden (darunter die nach Angaben der Band furchtbaren „Live Aid“- und „Atlantic Records 40th Anniversary“-Auftritte) vergessen machen sollten. Mehr noch, erstmals seit dem Tod von Schlagzeuger John Bonham 1980 wollte man ein komplettes Konzert spielen – mit dessen Sohn Jason an den Drums. Der Gig sollte ein voller Erfolg werden und erscheint nun, fast fünf Jahre später, unter dem Titel „Celebration Day“ auf CD, DVD und Blu-ray.

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Deftones – Koi No Yokan

Zweieinhalb Jahre nach „Diamond Eyes“ stellen die Deftones bereits einen Nachfolger vor – was, wenn man die Gemütlichkeit der Kalifornier kennt, beinahe utopisch anmutet, ist nun Realität geworden. Für das siebte Studioalbum sperrte sich das Alternative-Metal-Quintett abermals mit Nick Raskulinecz im Studio ein, spielte einfach darauf los und hielt sich sogar an die magische Abgabe-Deadline. Diese einzige auferlegte Regel schadete dem kreativen Fluss keineswegs, ganz im Gegenteil: „Koi No Yokan“ (dt. „Vorahnung / Erwartung der Liebe“) weckt Erinnerungen an das Meisterwerk „White Pony“.

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Red Lamb – Red Lamb

Ex-Anthrax-Leadgitarrist Dan Spitz und Megadeth-Boss Dave Mustaine – zwei absolute Größen im Thrash Metal-Genre, und doch treten ihre Namen auf dem Red Lamb-Debütalbum eher in den Hintergrund, da es bei diesem Projekt vielmehr um die Vermittlung einer gesellschaftlichen Botschaft geht. Dan Spitz‘ Söhne sind von Autismus betroffen, weshalb er es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Welt über dieses nach wie vor sehr einseitig beleuchtete Störungsbild zu unterrichten. Folglich handelt es sich bei „Red Lamb“ um eine Mischung aus Familientherapie und Aufklärungsmission. So ungewöhnlich die Thematik, so berechenbar der Sound, denn musikalisch betreten Red Lamb genau jene Pfade, die man angesichts der Hauptbeteiligten erwarten konnte – geboten wird nicht weniger als reinrassiger Heavy Metal mit einer ordentlichen Schippe Thrash.

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The Weeknd – Trilogy

Für Abel Tesfaye könnte das Internet zum Sprungbrett für eine große Karriere werden. Über Youtube verbreitete der Kanadier Cover-Versionen und eigene Songs zwischen RnB und Downbeat bzw. Post-Dubstep, die mittlerweile über 75 Millionen Mal geklickt worden sind. Eine Kollaboration mit Drake und Remix-Aufträge für Florence + The Machine und Lady Gaga waren unter anderem die Folge. Mittlerweile hat The Weeknd, so Tesfayes Künstlername, einen Major-Deal unterschrieben und veröffentlicht „Trilogy“. Auf drei CDs wurden seine bisherigen Mixtapes „House Of Balloons“, „Thursday“ und „Echoes Of Silence“ erstmals abgemischt, gemastered und mit je einem Bonus-Track pro Silberling versehen.

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Loreen – Heal

Baku, 26. Mai 2012. Die Schwedin Loreen zieht mit einer denkwürdigen Performance ein Millionenpublikum in ihren Bann – und gewinnt mit 372 Punkten den Eurovision Song Contest. Ihr Siegertitel „Euphoria“ avanciert zum europaweiten Nr. 1-Hit, wie ihn der ESC seit Jahren nicht mehr hervorgebracht hat. Loreen ist in aller Munde, räumt einen Award nach dem anderen ab. Nur auf ihr Album hat sie lange warten lassen. Erst jetzt, exakt fünf Monate nach Baku, steht „Heal“ endlich in den Läden.

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From Constant Visions – Tristeria

Scheinbar aus dem Nichts tauchten vor zwei Jahren From Constant Visions aus München mit ihrem Debütalbum „Feast With The Beast“ auf und wussten mit ihrem überaus internationalen Sound zwischen Billy Talent, Papa Roach, Metallica, Emil Bulls und 80s-Rock zu begeistern. Seither war man fleißig auf Tour und hat Erfahrung gesammelt – Erfahrung, die sich nun positiv niederschlägt. Ihr neues, durch Crowdfunding finanziertes Album „Tristeria“, für das man bei Bullet Records anheuerte, klingt noch einen Tacken mächtiger, eingängiger und wahnwitziger als sein Vorgänger.

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Three Chord Society – Days Of Grace

Einfach mal weit aus dem Fenster lehnen und auf die Kacke hauen: Kaum eine deutsche Band versteht sich aktuell so gut auf eingängigen Punk Rock wie Three Chord Society. Das klingt zunächst einmal mutig, zumal das Quintett aus Bad Segeberg keine großen Hallen ausverkauft und sich nicht in den Verkaufscharts tummelt, aber musikalische Klasse, das gilt es noch einmal gesondert hervorzuheben, manifestiert sich eben nicht in Medienpräsenz und abgesetzten Platten. Auf „Sanguinity“ folgt, nur 21 Monate später, „Days Of Grace“, ein deutlich ernsteres, nach eigenen Angaben ‚erwachseneres‘ Album. Gehen mit der Unbeschwertheit etwa auch die Hits von Bord?

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Calvin Harris – 18 Months

Eineinhalb Jahre oder, anders gesagt, 18 Monate dürfte es etwa gedauert haben, bis Calvin Harris alle Zutaten für sein drittes Album „18 Months“ zusammen hatte: die selbstgeschriebenen Lyrics, die passenden Kompositionen und natürlich Stimmen, die die Texte gut vermitteln und mit dem Sound harmonieren. An sich ist das nichts Ungewöhnliches, doch begann der schottische DJ und Produzent auch bereits im Juni 2011 die erste Single aus eben diesem Album zu veröffentlichen. Einem „Bounce“ mit Kelis folgten Songs mit Rihanna, Ne-Yo, Example und nicht zuletzt die aktuelle Single „Sweet Nothing“, der Florence Welch (ohne ihre Machines) ihre Stimme leiht. So bleibt es beim Hören der CD nicht aus, dass man einerseits meint, ein Calvin-Harris-Best-Of-Album in Händen zu halten, und andererseits das Gefühl nicht loswird, auf einen Dance-Sampler mit den aktuell einflussreichsten Musikgrößen der Welt gestoßen zu sein.

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Kamelot – Silverthorn

Neuer Sänger, neues Glück. Was manchen Bands schon das Genick gebrochen hat, scheint bei Kamelot kein größeres Problem darzustellen, denn schon zum zweiten Mal erhebt sich die Band wie Phönix aus der Asche. Nach dem Sängerwechsel von Mark Vanderbilt zu Roy Khan präsentierten sich Kamelot 1998 stärker denn je, und wie es aussieht, scheint sich Geschichte zu wiederholen. Doch während Kamelot damals neben dem Sänger auch gleich noch ihren Stil ausgetauscht haben – an die Stelle von deftigem US Power Metal trat symphonisch angehauchter Melodic Metal – haben sie auf „Silverthorn“ einfach nur all ihre Stärken in einen Topf geworfen und liefern gemeinsam mit ihrem neuen, aus Schweden stammenden Sänger Tommy Karevik eines der stärksten Alben ihrer bisherigen Karriere ab.

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Jonathan Jeremiah – Gold Dust

Die Geschichte ist hinlänglich bekannt: Jonathan Jeremiah schob Nachtschichten im Sicherheitsdienst der Londoner Wembley Arena, um sein Debütalbum zu schreiben und sich die Orchester-Aufnahmen dafür leisten zu können. In „A Solitary Man“ stecken viele Jahre an Arbeit, die sich hörbar ausgezahlt haben und dem Briten entsprechenden Zuspruch brachten. Singles wie „Heart Of Stone“ und das auf dem Soundtrack zu „What A Man“ enthaltene „Happiness“ summt man immer noch im Radio mit. Nur 14 Monate später erscheint der Nachfolger „Gold Dust“.

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