Kategorie: Alben

Hook, Line And Sinker

Hook, Line And Sinker – Terre Brûlée

Eine etwas andere Auseinandersetzung mit Jazz, die im Endeffekt alles andere als das war, erwies sich für Hook, Line And Sinker als Glücksgriff. „(Smooth Jazz Implies The Existence Of) Rough Jazz“ war vor mittlerweile dreieinhalb Jahren ein echter Geheimtipp, der immer noch nachhallt, dessen Mischung aus Stoner- und Desert-Riffs, Fuzz und ein wenig Psychedelia zu Verzückung führte. Das Trio aus Fribourg in der Schweiz trat seither – natürlich – keineswegs auf der Stelle, sondern suchte und fand neue Möglichkeiten, den eigenen Sound zu verfeinern. „Terre Brûlée“ schraubt nicht nur die Heavyness weiter nach oben.

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The Dears

The Dears – Life Is Beautiful! Life Is Beautiful! Life Is Beautiful!

Wenige Bands klingen so sehr ‚wie sie selbst‘ wie The Dears. Die Kanadier haben seit ihrem ersten Album vor mittlerweile einem Vierteljahrhundet einen ganz eigenen Sound, der feinsinnige Melodien und nahezu orchestrale Songwriting-Ansätze mit verdammt anspruchsvollen Texten und ordentlich Attitüde verbinden. Wo Ecken und Kanten mit sensibler Fragilität kollidieren, entsteht eine Platte, die laut Frontmann Murray Lightburn Unterstützung bieten soll. Die selbst in dunkelsten Stunden das Gemeinsame, das Schöne des Moments betont. Die Herz und Seele öffnet. Passend dazu der euphorische Albumtitel: „Life Is Beautiful! Life Is Beautiful! Life Is Beautiful!“.

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Caskets

Caskets – The Only Heaven You’ll Know

Musikalben als therapeutische Aufarbeitung gibt es vermutlich mehr als man denkt, manches Mal gehen die Künstler aber auch offen mit den emotionalenen Hintergründen um. Oft geht es dann um die Aufarbeitung zerbrochener Liebesbeziehungen oder um Trauerbewältigung nach dem Tod eines nahestehenden Menschen. Das Musterbeispiel für die zweite Variante ist „Holy Hell“, mit dem die britische Core-Band Architects den Tod ihres langjährigen Gitarristen verarbeiteten. Einen ähnlichen Weg gehen nun die musikalisch wie auch von der Herkunft ähnlich gelagerten Caskets. Wobei das Post Hardcore-Quartett aus Leeds auf ihrem dritten Album „The Only Heaven You’ll Know“ zwar keinen Todesfall zu verarbeiten hat, den Hörer aber dennoch in die tiefen Abgründe des eigenen Daseins entführt.

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Sorry

Sorry – Cosplay

Die Entschuldigung wird ein weiteres Mal vorausgeschickt und doch nicht benötigt: Es ist immer wieder eine Freude, den Sound von Sorry zu erkunden und entschlüsseln. Auf „925“ und „Anywhere But Here“ arbeitete sich das Londoner Quintett durch verschiedenste Schubladen und Einflüsse, denn hier ist für die Band alles möglich. Klassische Indie-Hymnen, Alternative-Weisheiten, kunstvoller Pop, Jazz und sogar TripHop rattern gerne mal durch und können das eklektische Songwriting doch bestenfalls rudimentär umschreiben. „Cosplay“ ändert daran rein gar nichts, wagt sich sogar noch weiter hinaus und entlohnt mit abermals fantastischen Songperlen.

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Kadavar

Kadavar – Kids Abandoning Destiny Among Vanity And Ruin

Ein halbes Jahr nach dem Befreiungsschlag folgt die erneute Kurskorrektur mit alten Mitteln und frischem Wind: Kadavar brauchten „I Just Want To Be A Sound“, um wieder zurück in die Spur zu finden, um sich von Altlasten zu befreien und die Sackgasse großzügig zu umgehen. Jascha Kreft von Odd Couple, der inzwischen fix ins Line-up integriert wurde, half dabei fleißig mit. Den Nachfolger sehen sie als Negativ dieser Platte, selbst von einer Art zweitem Debütalbum ist die Rede. Es ging zurück zu fuzzigen Ideen, zu psychedelischem Space-Wahnsinn und zur analogen Bandmaschine, ohne jedoch die eigene Entwicklung der letzten Jahre zu ignorieren. „Kids Abandoning Destiny Among Vanity And Ruin“, kurz „K.A.D.A.V.A.R.“, versteht sich als klassische Rockplatte.

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Portugal. The Man

Portugal. The Man – SHISH

Plötzlich alles anders: Erstmals seit 15 Jahren sind Portugal. The Man wieder als Indie-Band unterwegs, nachdem ihr Major-Deal ausgelaufen war. Im Vergleich zu „Chris Black Changed My Life“ veränderte sich zudem das Line-up stark, aktuell dürften nur noch John Gourley und Zoe Manville Fixsterne sein, begleitet von diversen Gastmusikern. Nach einer Überraschungs-EP im Sommer gibt es nun ein komplettes Album, das sich musikalisch wieder weiter hinauswagt und insgesamt einen Tacken härter unterwegs ist. „SHISH“ befasst sich mit Unbehagen, Verletzlichkeit und stellt den ureigenen Pop-Entwurf mit Anlauf auf den Kopf.

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Maitland

Maitland – Falling Into Place

Hinter Maitland stecken fünf Musiker aus Münster, deren Background unter anderem in Hardcore, Indie, Noise und Electronica liegt. Der gemeinsame Nenner liegt bei atmosphärischen, melodischen, gerne mal treibenden und durchaus melancholischen Indie-Rock-Songs, mit Pop-Schlagseite, Post-Rock-Epik und durchaus tanzbaren Einschüben. Was sich abstrakt und nahezu überladen liest, wird auf Platte jedoch richtig gut. Und eine eben solche legt das Quintett nun erstmals vor: Nach diversen Song-Releases ist „Falling Into Place“ das erste komplette Album.

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Skorts

Skorts – Incompletement

Es ist eine Geschichte, wie sie nur der Rock schreiben kann: 2021 zog Sängerin und Gitarristin Alli Walls von Denver nach New York, um Musik zu machen. In einem Gitarrenladen lernte sie Char Smith kennen, erste Demos entstanden. Vor einer Bar wurde Bassistin Emma Welch angelacht, etwas später komplettierte Max Berdik an den Drums das Line-up. Als Skorts gilt das Quartett seit einigen Jahren als NYC-Club-Sensation, spielt in jedem noch so kleinen Laden und arbeitet sich in den Proberäumen der Stadt ab. Gewissermaßen ist der Einstand „Incompletement“ eine Art Greatest-Hits-Album, kennt man – zumindest in der lokalen Szene und bei digitalen Tastemakern – doch bereits ein Gros des Materials.

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The Belair Lip Bombs

The Belair Lip Bombs – Again

Aktuell scheint sich Australien – einmal mehr – zum Hotspot für spannende, eingängige, eigenständige Gitarrenmusik zu entwickeln. The Belair Lip Bombs aus Frankston, einem Vorort von Melbourne, verstehen sich auf einen herrlich eigenwilligen Indie-Ansatz, der eine Fülle an Hooks und Melodien mit ganz eigentümlichem Songwriting und angenehm bizarrer Arrangierung verbindet. Ihren Stil nennen sie ‚Limerence Rock‘, der die Euphorie und Verzweiflung obsessiver Verliebtheit umschreibt. Mit „Again“, ihrem Einstand für Third Man Records, leben sie dieses nahezu konstante, greifbare Hin und Her nach allen Regeln der Gitarrenkunst aus.

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Daniel Avery

Daniel Avery – Tremor

Ob mit seinen DJ-Gigs, als beliebter Produzent oder mit seinen Soloalben: Der mittlerweile 39jährige Daniel Avery ist immer wieder gut für elektronische Überraschung. Zuletzt wagte er sich vor drei Jahren mit „Ultra Truth“ an ein Album mit diversen prominenten Gästen und Newcomern, was seinem Sound bestens bekam. Exakt dort macht der Brite nun weiter, mit noch mehr Stimmen, noch mehr unterschiedlichen Genres und Stimmungen. „Tremor“ spürt menschliche Erschütterungen und münzt diese in ein vielschichtiges, herausforderndes und doch komplett homogenes Album um – erstmals für Domino Records.

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