Kategorie: Reviews & Previews

The Deadnotes

The Deadnotes – Courage

In Freiburg am Breisgau freut man sich nicht nur über eine der sympathischsten Profimannschaften des deutschen Fußballs. Hier kommen drei Herren her, gerade mal 23 Jahre jung, und ganz heiße Hoffnungsträger der heimischen Rockszene. Tatsächlich gibt es The Deadnotes bereits seit knapp neun Jahren, 2016 mit dem ansprechenden „I’ll Kiss All Fears Out Of Your Face“ erstmals in Erscheinung getreten. Seither konnte der Mix aus Alternative Rock, Emo und Indie-Punk in allen Belangen kräftig reifen, und so darf sich „Courage“ zu Recht zu Größerem berufen fühlen. Zehn Songs beleuchten das Thema ‚Mut‘ aus den verschiedensten Blickwinkeln.

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Katie Gately

Katie Gately – Loom

Katie Gately hatte den Nachfolger zu „Color“ bereits fast fertiggestellt, als ihre Mutter mit einer besonders seltenen Form von Krebs diagnostiziert wurde, kurz nachdem sie ihre Tochter das erste Mal auf der Bühne sehen konnte. Sie sollte diesem Leiden letztlich erliegen. Die Produzentin und Sound-Designerin kehrte sofort nach der Diagnose in das Haus ihrer Familie zurück und schrieb eine komplett neue Platte, rund um den Favoriten ihrer Mutter aufgebaut. „Loom“ war bereits Anfang 2019 fertig, nun ist für Gately genug Zeit vergangen, um die Musik mit dem Rest der Welt zu teilen.

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SONS

SONS – Family Dinner

Gut Ding will Weile haben, und so mussten SONS wiederholt Anlauf nehmen, um so richtig in Deutschland zu landen. Ihr Debütalbum „Family Dinner“ erschien bereits im Vorjahr in ihrer belgischen Heimat und wurde global gleich digital nachgeliefert. Diverse Festival-Auftritte sollten folgen, der große musikalische Angriff auf die Nachbarländer folgt aber erst jetzt. Nun reicht das Quartett seinen Einstand auch physisch nach und breitet damit herrlich chaotische Rock-Schwingen zwischen Indie, Garage und Psychedelic aus.

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Makaya McCraven

Gil Scott-Heron – We’re New Again – A Reimagining By Makaya McCraven

Manche Alben kann man nicht oft genug hören. „I’m New Here“ von Gil Scott-Heron ist eines davon. Der Jazz-Poet erfuhr auf seinem letzten Release zu Lebzeiten ein herzliches Willkommen im Zeitgeist und wurde von einer komplett neuen Hörergeneration entdeckt. Nur wenige Monate vor seinem Tod gab es sogar eine Remix-Version mit Jamie xx, dessen Band The xx erst den Sound dieser Platte inspirierte. Zum zehnten Geburtstag erhält dieses wunderbare Werk nicht nur eine Neuauflage mit einer eigenen Bonus-CD, unter dem Titel „We’re New Again“ spielte Jazz-Drummer und Produzent Makaya McCraven eine komplette Neuarrangierung mit jazziger Lässigkeit ein.

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Khruangbin & Leon Bridges

Khruangbin & Leon Bridges – Texas Sun

Im Jahr 2018 lernten sich das texanische Psychedelic-Funk-Trio Khruangbin und Soul-Sänger Leon Bridges im Rahmen einer gemeinsamen Nordamerika-Tour kennen und lieben. Als die Texaner einen Song schrieben, der mit Bridges‘ Stimme harmonieren könnte, schickten sie diesen ihrem Tour-Partner. Einen Tag später kam eine Version mit Gesang zurück. Die Chemie stimmte, schnell landete man im Studio und nahm die 4-Track-Single „Texas Sun“ auf, die frisch und neu, dennoch unverkennbar nach den beteiligten Musikern klingt.

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Spanish Love Songs

Spanish Love Songs – Brave Faces Everyone

Ihr wunderbar emotionales „Schmaltz“ war mehr als nur ein Szene-Hit, jetzt steht für Spanish Love Songs das Album danach an. Mit ihrem kernigen Emo-Punk und packenden Storytelling traf das 2014 in Los Angeles gegründete Quintett einen Nerv, ein Support-Slot für Hot Water Music sowie ausverkaufte Headliner-Gigs in Deutschland folgten. Auf ihrem dritten Album treibt die US-Band nun den ohnehin bereits wilden Mix auf die Spitze. „Brave Faces Everyone“ befasst sich mit den Erlebnissen auf 30 Wochen Tour und sucht die richtige Balance zwischen Realismus und Optimismus.

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Itchy

Itchy – Ja als ob

Stillstand? Im Hause Itchy gibt es das nicht. Strich man für die letzte Platte bereits das Poopzkid aus dem Namen, singt man nun auf Deutsch und bringt auch gleich eine eigene Plattenfirma mit. Der Sprachenwechsel ist gewiss kein neues Phänomen, erst vor einem Monat von Smile And Burn stark vorgemacht. „Ja als ob“ lässt sich nicht lumpen und lockt die Band aus ihrer Komfortzone – mehr als Punk, humorvolle und zugleich kritische Texte, dazu Haltung und Attitüde satt.

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Barrels

Barrels – Barrels

2017 tauchten Barrels aus Hamburg erstmals mit „Invisible“ auf und arbeiteten sich am Tod eines Familienmitglieds ab. Zwischendurch wurde die Rhythmusabteilung durchgewürfelt und der Blick nach außen gerichtet. Nun geht es dem störrisch und doch so charmant klingenden Quartett um gesellschaftliche Störfaktoren, um zentrale moralische Fragen zwischen Profitgier und Rücksichtslosigkeit. „Barrels“ heißt die neue EP, wie die Band, und zerlegt in 28 Minuten alles.

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Nathan Gray

Nathan Gray – Working Title

Wenn Nathan Gray etwas aktuell nicht kennt, dann wohl kreatives Kargland. Vor zwei Jahren erschien sein prächtiges Solo-Debüt „Feral Hymns“, eine Mischung aus neuen Songs und Alleingang-Vertonungen von Exzerpten seiner diversen Bandprojekte, Anfang letzten Jahres ein grandioses Live-Paket. Von Wiederholungen hält Gray herzlich wenig, reizt nun den Bandsound – unter anderem von Boysetsfire– und Sisters Of Mercy-Mitgliedern unterstützt – aus und präsentiert mit „Working Title“ eine ermutigende Platte des Aufbäumens mit neuer musikalischer Vielschichtigkeit.

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Cold Reading

Cold Reading – ZYT

Auch wenn es immer weiter in den Hintergrund zu rücken scheint, hat das klassische Konzeptalbum im Streaming-Zeitalter weiterhin seine Daseinsberechtigung. Wie es geht, zeigen aktuell Cold Reading aus Luzern. Die fünf Schweizer brechen das Format komplett auf und dritteln es. Der erste Abschnitt – „Past Perfect“ – erschien digital bereits vergangenen Mai, der zweite Teil „Present Tense“ kam im September. Nun gibt es alles, gemeinsam mit dem großen Finale „Future Continous“ (erst in der Vorwoche präsentiert), auf einer großen Platte. „ZYT“ widmet sich nicht nur einer spannenden Geschichte über einen Ausgestoßenen, sondern zeichnet zudem die packende musikalische Entwicklung der Luzerner nach.

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