Kategorie: Reviews & Previews

Karies – Alice

Mit ihren ersten beiden Alben etablierten sich Karies im Nu als Fixstern am deutschsprachigen Post-Punk-Himmel. Die schroffe, leicht nihilistisch veranlagte Präsentation von „Seid umschlungen, Millionen“ und „Es geht sich aus“ ging im besten Sinne an die Substanz. Die musikgewordene Schwermut scheint nun aber verschwunden zu sein. Erneut von Max Rieger produziert, lässt „Alice“ neue Finesse und beinahe so etwas wie Verspieltheit erkennen.

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Rotor – Sechs

Gesang wird überbewertet – immer noch! – wenn Rotor die Bühne betreten. Und das seit mittlerweile 1998. 20 Jahre gibt es die Berliner Stoner- und Instrumental-Institution also schon, begleitet von spannendem Output, endlosen Jams und kreativer, leicht verschrobener Heavyness. „Sechs“ ist der Titel ihres mittlerweile sechsten regulären Studioalbums, und das packt abermals alle leicht proggigen, psychedelischen und krautigen Vorzüge der Band auf Vinyl-Ideallänge.

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Thomas Dybdahl – All These Things

Nach den nicht enden wollenden Arbeiten an „The Great Plains“, einer Annäherung an musikalischen Perfektionismus, wollte es Thomas Dybdahl nun ganz genau wissen. Und deutlich schneller. Gemeinsam mit allerlei Studio-Prominenz – darunter Musiker, welche mit so illustren Künstlern wie Fiona Apple, Tracy Chapman und Sheryl Crow aufnahmen – klatschte er „All These Things“ förmlich hin. Bloß hört man das dieser überaus smoothen, bluesig und jazzig angehauchten Singer/Songwriter-Platte überhaupt nicht an.

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King Buffalo – Longing To Be The Mountain

Wie ein Donnerschlag hallte „Orion“ vor zwei Jahren durch die Psychedelic-Rock-Szene. Das Full-Length-Debüt das US-Trios King Buffalo, geschickt mit Stoner- und Kraut-Elementen angereichert, entpuppte sich als kurzweiliges Kleinod, mit „Repeater“ sollte eine bärenstarke EP folgen. Stillstand ist für die Herren aus Rochester im Bundesstaat New York keine Option, und so steht mit „Longing To Be The Mountain“ bereits die nächste Platte in den Startlöchern.

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Cursive – Vitriola

Die bislang längste musikalische Dürreperiode in der gut zwei Jahrzehnte andauernden Bandgeschichte von Cursive ist vorbei: Stolze sechs Jahre vergingen seit „I Am Gemini“. Die Band aus Omaha, Nebraska war aber weiterhin aktiv, u.a. veröffentliche Tim Kasher mehrere Soloalben. Nun, erstmals seit „Happy Hollow“ 2006, arbeitet man wieder mit Saddle Creek-Ikone Mike Mogis zusammen, außerdem ist Schlagzeuger und Gründungsmitglied Clint Schnase zurück an Bord. „Vitriola“ zeigt das Quartett von seiner besten Seite mit dem vielleicht stärksten Album seit 15 Jahren.

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Aua Aua – Alles gut

Jan Frisch – kein Unbekannter und immer für eine Überraschung gut. Ob solo, mit Keine Übung oder der Alin Coen Band setzt der Leipziger immer wieder kleine wie große musikalische Ausrufezeichen. Sein neuestes Projekt hört auf den Namen Aua Aua und versteht sich auf experimentelle Singer/Songwriter-Kunst. Soll heißen: Liedermacherei im Fragment, begleitet von Krautrock, Jazz und durchaus literarischem Anspruch. „Alles gut“ nennt sich das Debütalbum.

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Gregory Alan Isakov – Evening Machines

Musiker mit Jobs sind keine Seltenheit, doch nur wenige sind wohl als Vollzeit-Landwirte tätig. Gregory Alan Isakovs Hof boomt. Er verkauft fleißig auf Bauernmärkten und findet doch nebenher immer wieder Zeit, sich seiner durchaus illustren musikalischen Karriere zu widmen. „Evening Machines“ ist das bereits vierte Studioalbum, entstanden vornehmlich frühmorgens sowie in langen Winternächten im milden Bundesstaat Colorado.

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All Them Witches – ATW

„Sleeping Through The War“, so meinte man, zeigte eine Band, die sich und ihren Sound endgültig gefunden hatte. Was sagen All Them Witches dazu? Nope! Scheinbar gefestigt und sich entsprechenden Klangschablonen annähernd, schlägt das Quartett aus Nashville doch wieder einen Haken. Auf ihrem mittlerweile fünften Studioalbum „ATW“ bleibt es angenehm psychedelisch, aber auch im besten Sinne anders, vielleicht sogar feinsinniger.

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The Holydrug Couple – Hyper Super Mega

Wie viele Bands und Musiker aus Chile kann der durchschnittliche Hörer eigentlich nennen? Die Anzahl dürfte verschwindend gering sein, und so haben The Holydrug Couple durchaus so etwas wie Exotenbonus. Das Duo aus Südamerika wirbelt seit mittlerweile zehn Jahren durch die Lande und drängt nun mehr und mehr gen Rest der Welt. „Hyper Super Mega“ bringt ihren stilvollen Sound aus Psychedelic Pop und Dream-Pop auf den Punkt.

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Go March – II

Mogwai meets Kraftwerk – diese spannende Umschreibung war vor drei Jahren in der Fachpresse zu hören, als Go March ihr Debütalbum vorstellten. Die Band aus dem belgischen Antwerpen versteht sich auf Post-Math-Rock – progressive, vertrackte Strukturen mit deutlich elektronischem Einschlag. Mehrere Tourneen durch Europa und Asien mit echten Szenegrößen sollten folgen, begleitet von spektakulären Remixen. Nun meldet sich das Trio mit „II“ zurück und setzt auf bewährt entstellte Songstrukturen, die abermals geschickt mit sämtlichen Erwartungen brechen.

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