Gregory Alan Isakov – Evening Machines

Gregory Alan Isakov

Musiker mit Jobs sind keine Seltenheit, doch nur wenige sind wohl als Vollzeit-Landwirte tätig. Gregory Alan Isakovs Hof boomt. Er verkauft fleißig auf Bauernmärkten und findet doch nebenher immer wieder Zeit, sich seiner durchaus illustren musikalischen Karriere zu widmen. „Evening Machines“ ist das bereits vierte Studioalbum, entstanden vornehmlich frühmorgens sowie in langen Winternächten im milden Bundesstaat Colorado.

Isakov versucht sich von tagesaktuellen, sozialen Themen abzuwenden und bemüht sich vor allem um persönliche Texte. Und doch finden beide Welten immer wieder zusammen, wie im Opener „Berth“. In seiner Urversion über zwölf Minuten lang, beschäftigt sich der Folk-Musiker mit dem omnipräsenten Thema Immigration, schließlich kam er als Kind selbst von Südafrika in die USA. Zwischen autobiographischer Erzählung und nachdenklicher Beobachtung entwickelt sich ein herrlich losgelöster, durchaus ätherischer Song, der in seiner instrumentalen Leichtigkeit und bedrückenden Schwere ein wenig aus dem Rahmen fällt.

Natürlich widmet sich der gebürtige Südafrikaner auch verhältnismäßig klassischen Songstrukturen. Ein „Dark, Dark, Dark“ ist mit seiner Folk- und Americana-Schlagseite deutlich in der Heimat Colorado verhaftet und lebt von Isakovs angenehmer, leidenschaftlicher, durchaus aufwühlender Stimme. Ähnlich funktioniert auch das reduzierte „Southern Star“. Weitestgehend von einem sanft angeschlagenen Piano begleitet, schwillt das Arrangement immer wieder an und erinnert ein wenig an frühere Low-Platten. Mit dem forschen, von Uptempo-Drums begleiteten „Caves“ ergibt sich sogar ein melancholischer Mini-Crossover-Hit.

Alles andere als einfach und doch so unverschämt gut: Gregory Alan Isakov weiß, wie klassischer Folk und Singer/Songwriter zu klingen haben. Immer wieder kniet er sich tief hinein in diese ur-amerikanischen Sounds, nur um zwischenzeitlich mit gekonnter Verfremdung aus vordefinierten Parametern auszubrechen. „Evening Machines“ mutet auf den ersten Blick launenhaft an, überzeugt letztlich aber mit purer Musikalität und cleveren Texten. Isakovs Bildersprache äußert sich in Lyrics und Arrangements – eine durch und durch faszinierende Platte eines wahrhaft außerordentlichen Musikers.

Gregory Alan Isakov - Evening Machines

Evening Machines
VÖ: 05.10.2018
Dualtone Records / eOne (SPV)

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