Kategorie: Reviews & Previews

Kneebody + Daedelus – Kneedelus

Die Theorie der technischen Singularität geht davon aus, dass der Mensch mehr und mehr mit Computer-Technologie verschmelzen wird. Ähnliche Bestrebungen lassen sich bereits in der Jazz-Welt beobachten, wo Electro-Künstler mit Jazz-Formationen kollaborieren, oftmals aber nur ein paar schüchterne Synthis liefern. Das Jazz-Quartett Kneebody und das elektronische Duo Daedelus gehen nun aber neue Wege. „Kneedelus“ beruht von vorne bis hinten auf vollständiger Gemeinschaftsarbeit in Arrangierung und Ausführung.

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Blank & Jones present Chilltronica N°5

Wenn der Herbst langsam aber sicher in den Winter übergeht und nasskaltes Wetter das Land fest in seinen Klauen hat, dann ist es Zeit für eine neue Ausgabe der beliebten „Chilltronica“-Reihe. Blank & Jones zeigen sich auch dieses Mal wieder von ihrer Schokoladenseite, wenn sie mit einer Mischung aus eigenen Tracks und Beiträgen von Talenten dem allgegenwärtige Grau den Kampf ansagen. Auf der mittlerweile fünften Ausgabe hat sich auch ein Klassiker im besonderen Gewand eingeschlichen.

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Forbidden Seed – From Sand To Eternity

Richtet man seinen Blick dieser Tage auf Griechenland, liegt der Fokus zumeist auf der Griechenlandkrise und den Folgen wie Privatisierung, Verarmung und Radikalisierung. Geht es hingegen um griechische Musik, werden die meisten Deutschen bestenfalls mal was vom Sirtaki oder von deutschen Schlagersängern griechischer Herkunft gehört haben. Doch Griechenland hat mehr zu bieten als Alexis Sorbas und Costa Cordalis – sogar eine funktionierende Heavy-Szene konnte sich dort etablieren, inklusive großartiger Bands wie Firewind, Rotting Christ und Septicflesh. Und auch in Zeiten der Krise gibt es dort hoffnungsvollen musikalischen Nachwuchs. Eines der besten Beispiele sind Forbidden Seed, die sich auf ihrer Debütscheibe „From Sand To Eternity“ ganz dem Power Metal amerikanischer Prägung verschrieben haben.

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Blue – Colours

Seit mittlerweile 15 Jahren ist die britische Boyband Blue eine feste Größe im europäischen Musikgeschäft. Songs wie „All Rise“, „U Make Me Wanna“, „Breathe Easy“ oder „Sorry Seems To Be The Hardest Word“ zusammen mit Elton John entwickelten sich nicht nur zu riesigen Radiohits, sondern waren auch kommerziell höchst erfolgreich. Passend zum Bandjubiläum veröffentlichen die vier Jungs aus London nun auch in Deutschland ihr fünftes Studioalbum „Colours“, welches in ihrer Heimat Großbritannien bereits im März erschienen ist. Darauf präsentieren sie sich musikalisch merklich gereift und mischen betont lässige RnB- und Soul-Nummern mit klassischen Balladen, die zu einem insgesamt stimmigen Gesamtpaket führen.

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Kytes – On The Run

Aktuell befinden sich Kytes im letzten Drittel ihrer ersten Headlinertour. Erst im Mai 2015 gegründet, hatte das Quartett zu Beginn der großen Konzertreise bloß zwei Songs veröffentlicht, die sich aber bereits über Platzierungen in den Airplay- und Hochschulcharts freuen durften. Die Münchener vermischen ungemein eingängigen Electro-Pop mit Indie Rock und einem Händchen für smoothe Ohrwürmer. „On The Run“ ist ihre erste EP.

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It’s The Lipstick On Your Teeth – No Youth EP

Nach dem etwas anderen Sommerhit melden sich It’s The Lipstick On Your Teeth in erweiterter Form zurück. Das Wiener Quartett macht sich musikalische Gegensätze zu eigen und verbinden punkige Hektik mit Pop-Appeal, Math-Kalkül mit Kunst-Installation. Was sich abstrakt liest, funktioniert auf Platte, zumindest mit etwas Geduld. Auf „No Youth“ sind nun gleich sechs Tracks zu finden, teils bereits bekannt, nach wie vor bärenstark.

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The Wainwright Sisters – Songs In The Dark

Zwei Stiefschwestern treffen sich zu einem musikalischen Stelldichein und covern Lieder, die sie als Kinder von ihren berühmten Eltern vorgesungen bekamen. Martha Wainwright und Lucy Wainwright Roche haben einen gemeinsamen Vater, wuchsen aber nicht gemeinsam auf. Als The Wainwright Sisters stürzen sie sich auf 16 düstere und doch schöne Folk-Perlen: „Songs In The Dark“ singt sich durch den elterlichen Backkatalog, nimmt Woody Guthrie, Jimmie Rogers und diverse Traditionals mit.

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Charles Pasi – Sometimes Awake

Deutsche Fans des französischen Blues- und Jazz-Songwriters Charles Pasi sind Wartezeiten gewöhnt. Zumindest physisch dauert es immer ein wenig, bis seine Alben in die Läden kommen. Im Fall von „Sometimes Awake“ nun sogar über ein Jahr. Wer sich die Platte noch nicht auf dem Import-Weg besorgt hat, sollte nun aber zuschlagen, denn der 31jährige Singer/Songwriter expandiert seinen Sound ein weiteres Mal und lässt nun auch afroamerikanische sowie Klassik-Einflüsse zu.

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Playfellow – Ephraim’s House

In Chemnitz wird eine schmerzliche Lücke geschlossen, deren Existenz wohl vielen gar nicht erst bekannt war. Fünf Jahre nach „Carnival Off“ gibt es endlich das dritte Studioalbum (möglicherweise ist es auch eine EP – die Angaben gehen auseinander) Playfellows. Mittlerweile ist der Sound des Quintetts organisch gewachsen, wird gemeinhin als „Indie Post Rock“ bezeichnet. Mit überlangen Arrangements, behutsamem Aufbau, Existenzängsten und einer der emotionalsten, bewegendsten Stimmen Deutschlands wird „Ephraim’s House“ zum grandiosen Erlebnis.

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Josefin Öhrn + The Liberation – Horse Dance

Josefin Öhrn + The Liberation gehen auf ihrem Debütalbum auf eine musikalische Reise, die sich den heutzutage inflationär verwendeten Begriff „Psychedelia“ tatsächlich auch verdient hat. Die smarte Schwedin und ihr komponierender Mitstreiter Fredrik Joelson befassen sich mit Philosophie und Ästhetik, spannen den Bogen vom Bildersturm bis zu expressionistischen Abstrahierungen. So trocken, wie sich das liest, ist ihr „Horse Dance“ aber nicht geworden.

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