Kategorie: Reviews & Previews

ROMN – MMXV

Drei Jungs Anfang 20 arbeiten sich mit internationalem Sound aus der Südpfalz hinaus. ROMN verstehen sich auf verführerische Indietronica und schnörkellosen Pop – Elektronik, Eingängigkeit und ein Hauch Alternative, wenn man es genau nimmt. Damit beackern Dominik, Yannis und Patrick ein breites Feld, das mit Provinz rein gar nichts zu tun hat und doch die Herausforderung in sich birgt, aufgrund der damit verbundenen Breite ein Alleinstellungsmerkmal zu finden. Die erste EP „MMXV“ lässt sich von derlei Widrigkeiten nicht beeindrucken.

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SAFI – Janus

Manche popkulturelle Phänomene muss man nicht verstehen. Oder doch? Die Band SAFI um die gleichnamige Frontfrau, eine ehemalige Kunststudentin und nunmehrige Stimmakrobatik, stellt die geneigte Hörerschaft regelmäßig vor Rätsel. Als das Trio nach der Veröffentlichung ihres Debüts „Kalt“ von Masters Of Reality als Tour-Support eingeladen wurden, schmiss Safi ihren Job, schnürte den Gürtel enger und verdiente sich als Grafikdesignerin. Die Produktion des Nachfolgers „Janus“ – ursprünglich sollte Strokes-Knöpfchendreher Gordeon Raphael die Angelegenheit übernehmen – wurde billiger durchgeführt, die Musik noch noisiger und kratzbürstiger.

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Bang Gang – The Wolves Are Whispering

Nach sieben viel zu langen Jahren reaktiviert Barði Jóhannsson endlich wieder sein Soloprojekt Bang Gang, des Isländers Spielwiese für melodischen, melancholischen Pop mit elektronischem Unterbau. Untätig war Jóhansson in den letzten Jahren keineswegs, produzierte fleißig und widmete sich unter anderem diversen Soundtrack-Arbeiten. Das Comeback seiner One-Man-Gang geschieht nun in Form von „The Wolves Are Whispering“, einem düsteren Wunderwerk großer Handwerkskunst.

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Delta Sleep – Twin Galaxies

In Brighton, an der Küste des Ärmelkanals, erheben sich mächtige Felslandschaften, steile Klippen und anspruchsvoller Math-Rock. Letzteres geht auf die Kappe von Delta Sleep, die mit dem einen oder anderen Klein-Release bereits von sich reden machen konnten und den latenten Pop-Appeal von Foals mit dem unkontrollierten Wahnsinn von At The Drive-In vermengen. „Twin Galaxies“ ist das Debütalbum des britischen Quintetts und ähnlich verworren wie die Tentakel auf dem Cover.

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Three Chord Society – Anchors Aweigh!

Nach dem Release ihres dritten Albums „Days Of Grace“ im November 2012 standen Three Chord Society kurz vor der Punk-Krönung. Wenige Monate später folgte die Zäsur: Aufgrund der schweren Erkrankung eines Mitglieds mussten alle Konzerte abgesagt werden, dazu ging die gesamte Rhythmusabteilung verloren. Mittlerweile wieder gesundet und zumindest um einen fixen Drummer reicher, läutet „Anchors Aweigh!“ das glorreiche Comeback der Bad Segeberger ein.

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Creepoid – Cemetery Highrise Slum

Kurz vor den Aufnahmen ihres neuen, ihres dritten Albums drohten Creepoid auseinanderzubrechen, als die Verwandlung vom Kunstprojekt zur richtigen Band abgeschlossen wurde. Gründungsmitglied Pete Joe Urban stieg letztlich aus, Nick Kulp übernahm seinen Platz an der Gitarre. An der Grundausrichtung des Quartetts aus Philadelphia hat sich allerdings nichts geändert: „Cemetery Highrise Slum“ vermengt Grunge mit Shoegaze.

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Leon Bridges – Coming Home

Leon Bridges gilt als neuer Stern am Soul-Himmel, der mit seiner weichen Stimme und abwechslungsreichen Songs den Geist der Frühzeit dieses Genres einfängt. Dabei dauerte es eine ganze Weile, bis der US-Amerikaner seine Stimme gefunden hatte. Nach RnB-Experimenten und einem Tanz-Studium entdeckte er sie schließlich bei Keyboard-Experimenten mit Moll-Akkorden. Der Rest ist mittlerweile, wie es so schön heißt, Geschichte, die zum Hier und Jetzt führt: das Debütalbum „Coming Home“ mit Major-Unterstützung im Rücken.

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The Wooden Sky – Let’s Be Ready

Kanada, Land der feinsinnigen Rockbands, folkigen Melodien und kreativen Indie-Pioniere: Bei aller Klasse fiel es The Wooden Sky ganz schön schwer sich aus der breiten Masse an großartigen Formationen hervorzuheben. Und doch ist „Let’s Be Ready“, ihr bereits viertes Studioalbum, so etwas wie ein Meilenstein. Nach dem Abgang eines Gründungsmitglied, dem Labelwechsel und zehn Bandjahren stellte sich Frontmann Gavin Gardiner die Frage, warum er dieses Leben gewählt hat.

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Everything Everything – Get To Heaven

Everything Everything sind sträflich unterschätzte Pop-Architeckten, die es, wie wenige andere Bands verstehen, einprägsame Songs mit Anspruch zu schreiben, die irgendwie anders sind. Für den Nachfolger zu „Arc“ standen die Briten vor der Aufgabe Jonathan Higgs‘ nachdenkliche, zerstörerische Texte mit eingängigen Refrains zu versehen. „Get To Heaven“ wagt den Spagat und zelebriert eine geschickte Punktlandung.

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Tora – High Enough

Während in europäischen Gefilden der Sommer Einzug hält, herrscht in Australien gerade Winter. Depressive Klänge gibt es von Down Under aber keineswegs zu vermelden, wenn sich das Quintett Tora die Ehre gibt. Ihre beiden EPs erfreuen sich in der australischen Fachpresse und der weiten Blogwelt großer Beliebtheit. Ob sich der (Online-)Hype auch auf die Nordhalbkugel übertragen lässt? Das entspannte Debütalbum „High Enough“ lässt hoffen.

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