Kategorie: Reviews & Previews

The Cure

The Cure – Songs Of A Lost World

Und dann passierte es doch, obwohl man nicht mehr so recht daran glauben mochte. 16 Jahre nach dem bestenfalls okayen „4:13 Dream“ legen The Cure doch noch ein neues Album hin. Ein langer, schwerfälliger Anlauf war vorangegangen, zwischendurch waren Unmegen Songs verworfen worden, ausgewählte Tracks hatte man bereits mehrere Jahre lang live gespielt. Trauer und Vergänglichkeit prägen das neue Material, unter anderem vom Tod von Robert Smiths Eltern und Bruder beeinflusst. Und doch klingt der 65jährige auf „Songs Of A Lost World“, als sei er in einen Jungbrunnen gefallen.

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Deadly Magic

Deadly Magic – …As Nightmares Gorged The Earth

Ein kleines Revival erlebt derzeit der klassische Heavy Metal US-amerikanischer Prägung. Bands wie Fifth Angel, Heir Apparent, Crimson Glory oder die Großmeister von Queensryche befinden sich gerade mitten in ihrem zweiten Frühling. Besonders an letztgenannte Gruppen erinnert der Sound von Deadly Magic, einem Nebenprojekt des Messerschmidt-Gitarristen und -Sängers Maik Jegszenties. Von Sound her klingt das Quintett absolut nach den glorreichen Zeiten Us-amerikanischer Metalbands, garniert mit einer Prise Iron Maiden. Stilistisch ist der Kurs damit perfekt umschrieben – was die Band qualitativ auf ihrer EP „…As Nightmares Gorged The Earth“ zu bieten hat, wird in den folgenden Zeilen geklärt.

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Underworld

Underworld – Strawberry Hotel

Bitte nicht shuffeln: Diese einfache und letztlich doch einzige Anweisung begleitet den neuesten Streich von Underworld. Fünf Jahre nach ihrem „Drift“-Projekt, das (bislang) leider keine Fortsetzung erhalten hat, widmen sich die britischen Techno-Urväter einmal mehr kreativen Untiefen und basteln eine Konzeptplatte, die trotz opulenter Spielzeit von gut 68 Minuten von vorne bis hinten, in einem Aufwasch durchgehört werden soll. „Strawberry Hotel“ betritt verschiedene Zimmer, trifft auf manch eine Überraschung, viel Altbekanntes und die nunmehr obligatorischen Experimente, die für Karl Hyde und Rick Smith Pflichtprogramm geworden sind.

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Gurriers

Gurriers – Come And See

Schon wieder Post Punk, schon wieder Irland: Während Fontaines D.C. längst in gänzlich anderen Sphären schweben, leisten Gurriers Nachfolgearbeit. Das Quintett aus Dublin verfolgte offenkundig die Entwicklung des jüngsten britisch-irischen Post-Punk-Revivals vor wenigen Jahren genauestens und verschreibt sich gerne mal lauten, stets bestimmten Tönen. Während die vorige Generation inzwischen bevorzugt etwas braver und experimenteller unterwegs sind, langen Gurriers beherzt zu und sehen eine Rückkehr des Klassenkampfs inmitten einer Gesellschaft, die sich in einer Art post-apokalyptischem Zerfall befindet. Das erste Album „Come And See“ räumt herzhaft ab.

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Shitney Beers

Shitney Beers – Amity Island

Langsam, aber sicher mutiert der neue Shitney Beers-Release in der Vorweihnachtszeit zur höchst liebgewonnenen Tradition, nun bereits das dritte Jahr in Folge. Und das geschieht aktuell in jeder Hinsicht breiter aufgestellt denn je – im erweiterten Band-Line-up, mit zahlreichen Gästen sowie neuen kreativen Ideen. Maxi Haug gibt dieser großartigen musikalischen Spielwiese nun allen erdenklichen Freiraum, kennt die richtigen Antworten und schiebt gelegentlich die passenden Fragen hinterher. Vor allem geht es auf „Amity Island“, der Insel der Freundschaft, kollaborativ und bunt zu, auch wenn das Herz ab und an nicht so recht will.

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Grundeis

Grundeis – Every Second An Ocean

Bloß kein Geheimtipp mehr sein, das hätten sich Grundeis eigentlich schon vor drei Jahren verdient, als ihr erstes Album „Amygdala“ erschien. Die bekömmliche Düsternis wurde positiv aufgenommen und brachte in weiterer Folge mehr als 100 Konzerte und Festival-Auftritte mit sich, zudem musste die vergriffene Platte erst kürzlich neu aufgelegt werden. Und jetzt? Zeigt das Quartett dem schweren zweiten Album den Stinkefinger, streckt sich musikalisch deutlich und erreicht damit Großes: „Every Second An Ocean“ entwächst den Post-Punk-Wurzeln mehr und mehr, ohne sich der Beliebigkeit hinzugeben, und überzeugt durch süßlich-melancholisches Selbstbewusstsein.

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Dom Martin

Dom Martin – Buried Alive

Einer der fleißigsten tourenden Musiker der letzten Jahre macht mit einer Live-Platte von sich reden: Bei Dom Martin war das eigentlich nur eine Frage der Zeit. Der nordirische Mittdreißiger, der erst kürzlich für das beste Blues-Album des Jahres bei den UK Blues Awards ausgezeichnet wurde, schafft es wie nur wenige andere, sich in die Herzen seines Publikums zu spielen, traditionelle Klänge mit einem weltoffenen Blick in die Zukunft zu verbinden. Nun ist es gleich ein Doppelalbum geworden: „Buried Alive“ vereint ein ‚reguläres‘ Konzept mit überwiegend akustischen Bühnendarbietungen.

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The Mourning Post

The Mourning Post – Everything Must Stay

Eigentlich ein Wahnsinn: Fast 15 Jahre nach ihrer Gründung präsentieren The Mourning Post ihr erstes Album. Dazwischen liegen zwei EPs, mehrere Besetzungswechsel und andere Rückschläge, wie das plötzliche Wegfallen ihres Proberaums. Das in Köln und Düsseldorf residierende Quartett besinnt sich zwar weiterhin auf knackigen, intensiven Emo mit kleineren Überraschungen, dafür entwickelten sich die Themen weiter. „Everything Must Stay“ befasst sich mit elementaren Fragen des Lebens, mit dem Menschsein an sich, der eigenen Vergangenheit und der fremden Zukunft, und wagt sich im richtigen Moment gerne mal etwas weiter hinaus.

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IST IST

IST IST – Light A Bigger Fire

Als Verfechter des DIY-Ethos streben IST IST seit ihrer Gründung Ende 2014 nach der Durchsetzung ihres eigenen Wegs und ihres eigenen Sounds. Seit nunmehr einem Jahrzehnt veröffentlichen sie ihren Stoff über das eigene Label Kind Violence Records, touren inzwische nicht nur in der britischen Heimat, sondern auch in Europa, und sammeln im Vorbeigehen Airplay und Aufmerksamkeit. Das bereits vierte Studioalbum entwickelt, quasi im Vorbeigehen, den eigenen Sound weiter. War man schon immer irgendwo zwischen Post Punk und Wave unterwegs, so geht es das Quartett aus Greater Manchester auf „Light A Bigger Fire“ nun tatsächlich eine Spur poppiger an, ohne dabei das Einzigartige, Unverwechselbare zu verlieren.

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White Denim

White Denim – 12

Für James Petralli war die Pandemie, wie für so viele andere Kunstschaffende auch, eine Zeit großer Veränderungen. Er zog mit seiner Familie nach Los Angeles, kümmerte sich ums Homeschooling und erschloss später andere Betätigungsfelder. So arbeitete er am Soundtrack der Amazon-Prime-Serie „Daisy Jones And The Six“, wurde zum bezahlten Songwriter for Hire und feilte nebenher an seinen Produzententätigkeiten. Nun meldet sich seine Band White Denim zurück, erstmals komplett in Eigenregie produziert und durch die Möglichkeiten digitaler Bearbeitung aus der Komfortzone ausbrechend. Noch nie war es für Petralli so einfach, mit verschiedenen Musikern aus dem ganzen Land zusammenarbeiten. „12“ hört man diese Spielfreude an.

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