Patrick Richardt – So, wie nach Kriegen

Als Tour-Support von Thees Uhlmanns Soloexkurs ist der Name Patrick Richardt so manchem Konzertbesucher bereits einigermaßen geläufig. Das neue Grand Hotel van Cleef-Signing spielte seinem prominenten Chef und Mitreisenden an einem Abend einige Demos seines geplanten Albums vor und bat um Verbesserungsvorschläge. Verändert wurde daran kaum etwas, Uhlmann selbst war davon begeistert und trieb die Aufnahmen von Richardts Debüt voran. „So, wie nach Kriegen“ heißt die Platte, die klassischen Singer/Songwriter-Sound auf Indie Pop/Rock mit beseelten Untertönen treffen lässt. Man stelle sich vor, Gisbert zu Knyphausen und Max Prosa würden sich ein Tag-Match mit Thees und Conor Oberst liefern.

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Arbouretum – Coming Out Of The Fog

Sträflich übersehen und doch bzw. gerade deswegen eine Entdeckung wert: Arbouretum sind nur einen Buchstaben vom englischen Äquivalent zu ‚Baumschule‘ entfällt, haben aber keineswegs (pardon) Holz vor der Hütte. Das Quartett um Dave Heumann, der unter anderem gemeinsam mit Bonnie „Prince“ Billy in Anomoanon spielte, versteht sich auf Doomfolk, eine besonders finstere Ausprägung klassischer Folkmusik, die dem Drone von Sunn O))) und den Post-Americana-Klängen von Earth nahe steht, Low auf Ancient VVisdom treffen lässt. Ihr neues Album „Coming Out Of The Fog“ zeigt die Mannen aus Baltimore in Bestform.

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MS MR – Hurricane

Eine geheimnisvolle Aura umgibt das New Yorker Musikprojekt MS MR. Wer genau sind die Künstler? Mindestens genauso groß war lange auch das Geheimnis um die Aussprache des Bandnamens. Lizzy Plapinger und Max Hershenow, so viel steht mittlerweile fest, sind die Köpfe hinter dem Projekt. Während Mister Hershenow sich um die Produktion des gemeinsamen Materials kümmert, verleiht Miss Plapinger MS MR eine Stimme. Erstmals mit der Unterstützung eines Major-Labels gewähren die beiden Musiker mit ihrer EP „Hurricane“ nun großzügigen Einblick in das bisherige Material, noch ehe das Debüt-Album erschienen ist.

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Everything Everything – Arc

Was 2010 mit einem Platz auf der „BBC Sound of…“-Longlist begann, manifestiert sich mehr und mehr zu einem Spielplatz für experimentelle Indie-Spezialisten mit einem Hang zu großen Melodien und geht mit dem konsequenten Umschiffen von Genre-Schubladen einher. Auch wenn in der britischen Heimat eine Top 20-Platzierung und eine Mercury Prize-Nominierung für ihr Debütalbum „Man Alive“ zu Buche stehen, sind Everything Everything in Deutschland längst noch nicht angekommen. Zumindest musikalische Gründe kann dies nicht haben, denn mit ihrer zweiten Platte „Arc“ übertrifft sich das Quartett aus Manchester mal eben ganz locker selbst.

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The Resistance – Rise From Treason

Sie wollen nicht als Supergroup verstanden werden (schon gar nicht als Nebenprojekt), was angesichts der prominenten Namen hinter The Resistance jedoch schwer fällt: Jesper Strömblad und Glenn Ljungström (beide ex-In Flames), Marco Aro (ex-The Haunted und Facedown) und Chris Barkensjö (ex-Grave, ex-Kaamos), unterstützt durch Session-Bassist Claudio Oyarzo, nachdem man Axel Losbäck Holstad vor die Tür setzte und ihm betont kein Glück für die Zukunft wünschte. Auf diese markigen Worte folgen mittlerweile auch Taten: Ab Februar beginnen die Arbeiten für das Debütalbum, das in der zweiten Maihälfte erschienen und von einer Tour sowie diversen Festival-Auftritten begleitet werden soll. Wie sich die Zusammenkunft der schwedischen Death Metal-Veteranen anhört, verrät die vorab veröffentlichte EP „Rise From Treason“.

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Leona Lewis – Glassheart

Fans der britischen X Factor-Gewinnerin Leona Lewis mussten sich in den vergangenen Jahren in Geduld üben. Während ihre Karriere bis zu ihrem zweiten Album „Echo“ im Jahr 2009 absolut rund verlief, traten bei der Produktion des Nachfolgers einige Komplikationen auf: Termine wurden nicht eingehalten, die Vorabsingle „Collide“ zusammen mit dem schwedischen DJ Avicii floppte aufgrund eines ominösen Rechtsstreits, der eine angemessene Promotion verhinderte. Ursprünglich bereits für Ende 2011 angekündigt, schafft es ihr dritter Longplayer „Glassheart“ nun auch endlich nach Deutschland – und präsentiert eine erneut stimmgewaltige Leona Lewis, die sich qualitativ wohltuend von Kolleginnen wie einer gewissen Christina Aguilera abhebt.

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Das hört die Redaktion – Januar 2013

Geheimtipps, die einfach nicht untergehen dürfen. Album-Tracks, die den Single-Auskopplungen mühelos die Show stehlen. Oder Remixe, die es besser machen als ihre Originale. Kurzum: Musik, die uns besonders am Herzen liegt, findet in unserer beliebten Rubrik „Das hört die Redaktion“ ihren verdienten Platz. In der Januar-Ausgabe mit dabei: Justin Timberlake, Alice In Chains, Alex M.O.R.P.H., Cold War Kids, Mrs. Greenbird und Paradox.

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Miriam Bryant – Finders Keepers

Manchmal kann es ganz schnell gehen. Eigentlich reiste die gebürtige Göteborgerin Miriam Bryant, Tochter eines englischen Bäckers und einer finnischen Lehrerin, im November 2011 in den Norden Schwedens, um ihrem guten Freund Victor Rådström bei einem musikalischen Projekt unter die Arme zu greifen. Tatsächlich schrieb man drei Songs für Bryant – die ersten Songwriting-Gehversuche für die 21jährige. Wenige Monate später hat die Schwedin nun einen Major-Vertrag in der Tasche und veröffentlicht „Finders Keepers“ nach diversen Download-Bundles und Verschiebungen auch auf CD.

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The Joy Formidable – Wolf’s Law

The Joy Formidable könnten es sich einfach machen, die weiche Stimme Ritzy Bryans in zugänglichere Songs kleiden, ihnen den kratzigen Mantel abnehmen und die Rohdiamanten bis zur Unkenntlichkeit schleifen. Das Debütalbum „The Big Roar“ war jedoch gerade deswegen reizvoll, weil die drei Waliser eben nicht den Weg des geringsten Widerstandes gingen. Ihre Songs, die sich in etwa so anfühlen, als würde man einen goldenen Kerzenständer mit Schmirgelpapier bearbeiten, brachten der Band unter anderem einen Major-Vertrag, eine monatelange Tour mit den Foo Fighters und diverse Festival-Auftritte ein. „Wolf’s Law“ lenkt nun das bärbeißige Chaos in so etwas wie geregelte Bahnen, ohne dabei das angriffslustige Auftreten zu verlieren.

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Helloween – Straight Out Of Hell

Nach mehreren Jahren des Darbens, in denen Helloween durch größtenteils mittelklassige, bestenfalls gute Alben auffielen, war der Band vor gut zwei Jahren mit „7 Sinners“ endlich mal wieder ein richtiger Volltreffer geglückt, der sich mit den musikalischen Sternstunden der Band messen lassen konnte. So frisch, so hart, so energiegeladen hatte man die Hamburger schon seit Jahren nicht mehr erleben können, manche bezeichnen es gar als bestes Album der Deris-Ära. Helloween hatten sich in die Königsklasse des europäischen Power Metals zurückgekämpft und dementsprechend verwundert es kaum, dass die Erwartungen an die Band seitdem wieder deutlich gestiegen sind. „Straight Out Of Hell“, das vierzehnte Album der Bandkarriere, tritt somit ein schweres Erbe an.

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