ESC 2013: Das schwere Erbe des Jahres 2012

Der Eurovision Song Contest 2012 hat geschafft, worauf seine Vorgänger in den vergangenen Jahren bereit hingearbeitet haben, nämlich einen europaweiten Megahit hervorzubringen. Damit hat er erstmals (auch wenn bereits Lenas Sieg 2010 und ihre anschließenden Charterfolge diesen Trend andeuten) eingelöst, was vor allem ESC-Fans ihrem Grand Prix immer schon zugetraut haben: ein Gradmesser für aktuelle, massentaugliche Popmusik zu sein. Ob der ESC in Malmö diesen Weg weitergehen wird, muss sich zeigen. Nun ist erstmal der Zeitpunkt, auf das letzte Jahr zurückzublicken und den ESC 2012 Revue passieren zu lassen.

Weiterlesen

Tusq – Hailuoto

Wenn eine faustdicke Überraschung ein weiteres Mal, nun ja, überrascht, nimmt man zwangsläufig Notiz. Das durchaus prominent besetzte Quartett Tusq debütierte im Oktober 2010 mit „Patience Camp“ und hatte einige echte Hits („You And I“, „Fortune“) im Gepäck. Auch durfte man unter anderem mit The Soundtrack Of Our Lives auf der Bühne stehen, was rein musikalisch wie Arsch auf Eimer passte. Für die Aufnahmen der zweiten Platte zog man sich nach Finnland, dem Polarkreis besonders nahe, zurück, um auf einer 1001-Seelen-Insel erneut mit Jürgen Hendlmeier aufzunehmen. Der Name des frostigen Eilands wurde auch gleich zum Albumtitel auserkoren: „Hailuoto“.

Weiterlesen

Giant X – I

Rock ’n‘ Rolf wohin man sieht. Hatte sich der Running Wild-Bandkopf zwischen 2009 und 2011 noch ziemlich rar gemacht (manche wähnten ihn gar schon in Rocker-Rente), so bewegt er sich seit dem letztem Jahr wieder omnipräsent durch die Metalszene – oder sollte man besser sagen Hard Rock-Szene? Schließlich schielte schon das letztjährige Running Wild-Album „Shadowmaker“ verdächtig in diese Richtung und auf „I“, dem Debütalbum seines neuen Nebenprojektes Giant X, begibt er sich nun komplett auf rockiges Terrain. Giant X ist allerdings nicht allein Rolfs Baby, denn Peter J. Jordan, der schon als Komponist, Produzent tätig war und seit 2005 auch als Running Wild-Gitarrist aktiv ist, ist als gleichberechtigtes Mitglied ebenfalls mit an Bord.

Weiterlesen

Dresses – Blew My Mind

Mit DIY-Ethos und einem Händchen für bezaubernde Songs gewinnen Dresses aktuell die Blogosphäre für sich. Das Duo aus Portland, Oregon, bestehend aus Sängerin Timothy Heller und Jared Ryan Maldonado (aka Mother Fox), ist bislang noch ein unbeschriebenes Blatt, hat keine Plattenfirma und gibt generell wenig über sich preis. Ein Album ist bereits in Arbeit und soll noch im Frühjahr erscheinen. Die erste Single „Blew My Mind“, auf der offiziellen Homepage als Gratis-Download verfügbar gewesen, gibt es dafür schon jetzt.

Weiterlesen

Heisskalt – Hallo – Mit Liebe gebraut

Cro – sympathisch, unterhaltsam, verdient erfolgreich. Die Orsons – angenehm subversiv, bissig und zynisch. Das Label Chimperator reitet momentan auf einer Welle des (Chart-)Erfolges. Dass es jedoch nicht immer HipHop sein muss, zeigt das Signing von Heisskalt, vier Jungs aus Stuttgart, die als ausgewiesene (Indie) Rock-Band aktuell als Support von Jennifer Rostock touren. Ein Album ist bereits in Arbeit und soll im Herbst erscheinen, zuvor geht es bereits im März auf die erste eigene Tour. „Hallo – Mit Liebe gebraut“ heißt die erste eigene EP, die mehr Kraftklub als Tocotronic ist, A5 Richtung Wir Silbermond vorzieht.

Weiterlesen

Teleman – Cristina

Moshi Moshi Records als Talentschmiede zu bezeichnen, wäre dezent untertrieben. Beim britischen Edel-Indie begannen unter anderem die Karrieren von Kate Nash, Hot Chip und The Drums nebst zig weiteren talentierten Acts. 2013 markiert außerdem das Comeback des ‚Moshi Moshi Singles Club‘, eine Plattform für Newcomer, die sich mit 7″-Releases einem etwas breiteren Publikum vorstellen können. Mit dabei ist auch das Londoner Trio Teleman, bislang noch nicht in Erscheinung getreten. Ihre erste Single: „Cristina“.

Weiterlesen

Peace – Wraith

Hoffnungsvolle Nachwuchsbands gibt es wie Sand am Meer, behauptet die BBC. 15 davon finden sich im aktuellen Newcomer-Check „Sound of 2013“ wieder, darunter die Indie- / Math-Rocker Peace. Erst im Herbst 2011 gegründet, gab es für „EP Delicious“ ausschließlich gute Kritiken, dazu kommen gemeinsame Auftritte mit Tame Impala und The Vaccines. Mittlerweile hat auch ein Major-Label zugeschlagen, das Debütalbum soll noch in der ersten Jahreshälfte erscheinen. Zuvor stellt sich das Quartett aus Birmingham mit der Download-Single „Wraith“ einem nunmehr deutlich größeren Publikum vor.

Weiterlesen

Biffy Clyro – Black Chandelier

Der Wandel von vermeintlichen Rock-Rüpeln zur Stadion-Band ist Biffy Clyro vor allem mit ihren letzten beiden Alben „Puzzle“ und „Only Revelations“ gelungen. In Großbritannien fahren sie regelmäßig Spitzenplatzierungen ein, hierzulande nimmt man zumindest Notiz von den Brüdern im Geiste der Foo Fighters. Für den 25. Januar steht mit „Opposites“ gleich ein Doppel-Album an; ein mutiges und doch riskantes Unterfangen. Dass sich die Schotten treu bleiben, zeigen sie, nach dem etwas schwächelnden „Stingin‘ Belle“, mit der Download-Single „Black Chandelier“, die nun auch ein anständiges Bundle erhält.

Weiterlesen

The Joy Formidable – This Ladder Is Ours

Mit ihrer bezaubernd-entrückten Mixtur aus bärbeißigem Noise Rock und Pop-Melodik rannten The Joy Formidable vor zwei Jahren mit ihrem Debütalbum „The Big Roar“ offene Türen ein. Ihre 90s-Ästhetik und das songdienliche Auftreten brachte den drei Walisern sogar einen Major-Deal. Am 18. Januar erscheint der Nachfolger „Wolf’s Law“, der das lärmende Chaos in geregelte Bahnen lenken soll. Dass Ritzy Bryan und ihre Mitstreiter aber keineswegs an Biss und Durchschlagskraft eingebüßt haben, zeigt die Vorabsingle „This Ladder Is Ours“.

Weiterlesen

Deacon Blue – That’s What We Can Do

In den späten 80ern und frühen 90ern waren Deacon Blue Fixsterne am britischen Pop-Himmel. Mit ihrer leichtfüßigen Pop/Rock-Mischung brachten die Schotten zwei Alben an die Spitze der UK-Charts und hatten gleich zwölf Top-40-Singles. Sechs Millionen verkaufte Alben sprechen für sich, in Deutschland blieb man jedoch über weite Strecken relativ unauffällig. Vergangenen Herbst erschien „The Hipsters“, das erste Studioalbum seit elf Jahren, auf dem sich Rick Ross, Lorraine McIntosh und Konsorten in Bestform zeigen. Dass sie ihr Händchen für sympathisch unaufdringliche Hits in der Zwischenzeit nicht verloren haben, zeigt die Download-Single „That’s What We Can Do“.

Weiterlesen

Wir verwenden Cookies. Cool?