M. Byrd

M. Byrd – The Seed

Insgesamt mehr als elf Millionen Streams alleine auf Spotify mit den ersten beiden Singles: M. Byrd rannte ab Herbst 2020 offene Türen ein. Sein leichtfüßiger und doch mitreißender Indie-, Pop- und Singer/Songwriter-Ansatz, der feinsinnige Arrangements mit gerne mal ernsteren Beobachtungen kreuzt, fasziniert und reißt mit. Die Tracks für das erste Album wurden unter anderem unter dem Eindruck des damals beginnenden Ukraine-Kriegs geschrieben, von Freunden und Familie, die über die ganze Welt verteilt leben, von drastischer Symbolik und persönlichen Verlusten beeinflusst. „The Seed“ pflanzt sich in das Herz des songschreibenden Seelenlebens.

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Bonny Doon

Bonny Doon – Let There Be Music

Es dauerte etwas im Hause Bonny Doon. Nach mehreren Tourneen zum zweiten Album „Longwave“ arbeitete man zunächst an der gefeierten Waxahatchee-Platte „Saint Cloud“ mit, später hatten zwei der drei Bandmitglieder mit gröberen gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. Nach fünf langen Jahren meldet sich das Trio aus Detroit und New York endlich zurück mit leidenschaftlichen und zugleich einfachen Songs zwischen Indie und Folk. „Let There Be Music“ ist ein wunderbares Mission Statement und zugleich die ideale Überschrift für zehn grundsympathische neue Tracks.

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Janelle Monáe

Janelle Monáe – The Age Of Pleasure

Wenige Künstler*innen ziehen ihr eigenes Ding derart konsequent durch wie Janelle Monáe. Ob Musik, Mode oder Schauspiel, die achtfach Grammy-nominierte Monáe verdient stets volle Aufmerksamkeit. Das gilt selbstverständlich auch für ihr erstes Studioalbum seit etwas über fünf Jahren, das sich mit Liebe, Selbstakzeptanz und Selbstbewusstsein auseinandersetzt, das zugleich als Liebesbrief an die panafrikanische Diaspora zu verstehen ist. „The Age Of Pleasure“ steckt voller spannender Ideen und zeigt sich zudem musikalisch sogar noch eine Spur breiter aufgestellt.

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Squid

Squid – O Monolith

Bereits das erste Album war ein Liebling unter Kritikern wie Fans, nun legen Squid mit dem ach so schweren Zeitling nach. Der nervöse und zugleich vorsichtig umrissene, krautig-jazzige Post Punk von „Bright Green Field“ entpuppte sich als Volltreffer, der auf ausgewählten, der Umständen wegen distanzierten Konzerten vorgestellt wurde. Dort jammte man sich bereits durch etwa 80 % der neuen Songs, die bereits in zumeist instrumentalen Skizzen entstanden und näher erkundet werden wollten. Die durchaus geräumige Umgebung von Peter Gabriels Real World Studios ließ den eigenen Sound aufbrechen und freier werden – eine spannende Entwicklung mit deutlich weniger Klaustrophobie, die auf „O Monolith“ vorgelebt wird.

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Jason Isbell And The 400 Unit

Jason Isbell And The 400 Unit – Weathervanes

Kommt Zeit, kommt Weisheit, befindet Jason Isbell, und richtet auf der neuesten gemeinsamen Platte mit seiner Band The 400 Unit den Blick zugleich nach innen und nach außen. Es geht um das Leben im Erwachsenenalter, um das Erkennen, Setzen und Respektieren von Grenzen, um die Aufs und Abs des Alltags. Nachdem die letzten Alben – mit Ausnahme der spontanen Georgia-Tribute-Platte – durch die Bank in den amerikanischen Top 10 landeten, könnte sich diese Serie mit dem vielschichtigen „Weathervanes“ ganz locker fortsetzen.

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King Krule

King Krule – Space Heavy

Ein Leben zwischen zwei Städten (und Welten) – London und Liverpool – in den Jahren 2020 bis 2022, persönliche Verluste und andere Einschnitte begleiteten Archy Marshall zuletzt. Nach „Man Alive!“, dessen Noir-Abwärtsspirale im besten Sinne erdrückte, finden nun mehrere Strömungen und Stimmungen Einzug in den Sound von King Krule. Gewissermaßen hat „Space Heavy“ etwas von einem Best-of-Album mit neuen Songs, welche das letzte Jahrzehnt musikalisch Revue passieren lassen und doch mutig vorangehen. Komplett ohne frischen Wind geht es allerdings nicht.

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JeGong

JeGong – The Complex Inbetween

Klang als Forschungselement im freien Raum, so oder so ähnlich begehen JeGong ihre Musik. Der Einstand des Duos entpuppte sich als nuancierte Auseinandersetzung mit Krautrock, elektronischen Anfängen und dem Post-Präfix. Exakt das verfolgen Dahm Majuri Cipolla und Reto Mäder nun weiter und wagen sich mehr denn je in die selbstgewählten Untiefen vor. „The Complex Inbetween“ meditiert über Sein und Schein in treibenden sowie gemächlichen Soundscapes, die sich mit wachsender Begeisterung zwischen den Grenzen des Vorhersehbaren platzieren.

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Protomartyr

Protomartyr – Formal Growth In The Desert

Der Versuch, Positives aus dem Rückschlag zu ziehen, klingt fürs Erste nicht unbedingt nach einem typischen Protomartyr-Rezept. Vieles im Leben von Frontmann Joe Casey änderte sich zuletzt. Seine Mutter, die eineinhalb Jahrzehnte an Alzheimer litt, verstarb, zudem verließ er nach einer Serie von Einbrüchen das Familienzuhause, in dem er sein ganzes Leben gelebt hatte. Und doch versuchte Casey, mit der Weisheit des Alters ausgestattet, ausnahmsweise die (etwas) schöneren Dinge des Lebens zu betonen, bloß nicht traurig und depressiv sein. All diese Erlebnisse und Emotionen treffen auf den gewohnt noisigen Post-Rock-Sound seiner Band und führen zu „Formal Growth In The Desert“, einer nunmehr etatmäßig vielschichtigen Platte.

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De Staat

De Staat – Red, Yellow, Blue

Drei Primärfarben brechen das gängige Albumformat auf. Während den Lockdowns experimentierten De Staat mit verschiedenen Releasemöglichkeiten und entschlossen sich letztlich dazu, drei EPs bzw. Songzyklen zu basteln, nach den drei Primärfarben benannt. Die roten Tracks sind eher aggressiv und ruppig, auf der gelben Seite wird es beschwingt und tanzbar, während im blauen Umfeld melodische Introspektive dominiert. Nach dem häppchenweisen Release über zig Monate stellt das Quintett diese Sammlung nun fertig und veröffentlicht sie zugleich als CD- und Vinyl-Sammelbox. „Red, Yellow, Blue“ holt alle 15 Exkurse unter ein Dach.

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Lausch

Lausch – Love & Order

Längere Studio-Pause, längere Live-Pause, aber alles andere als eine kreative Pause. Zwar machten sich Lausch in jüngerer Vergangenheit etwas rar – ihr letztes reguläres Album erschien im Herbst 2017 – doch zeigt sich ihr vertrackter, intelligenter Rock-Ansatz so energisch und kreativ wie eh und je. Das Wiener Trio ist mittlerweile bei Noise Appeal Records gelandet und präsentiert nach einigen Singles nun ihr sechstes Studioalbum. „Love & Order“ konsolidiert vertraute Stärken, die handfesten Alternative-Sound erneut in Richtung Prog und Post verschrieben, Anspruchsvolles mit Eingängigem verbinden.

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