Schlagwort: Alternative Rock

The Pighounds

The Pighounds – Tutti Frutti

Der berühmte nächste Schritt ist endlich hier: The Pighounds rumpelten vor knapp vier Jahren erstmals durch die Garage, nur um sich wenig später auf hohem Niveau zu konsolidieren. Schon in dieser frühen Phase war klar, dass Peter Bering und Alessandro de Luca relativ wenig auf typische Rock-Duo-Klischees geben und ihren Sound gerade auf Platte mit wachsender Begeisterung gedeihen lassen wollen. Exakt das geschieht nun in Form von „Tutti Frutti“, das sich mehr denn je mit 90s-Klängen, mit Stoner-Riffs, aber auch mit hymnischer Melodik und roher Punk-Attitüde identifiziert.

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Oversize

Oversize – Vital Signs

Zwei EPs und umjubelte Gigs brachten Oversize binnen kürzester Zeit ins Visier diverser Tastemaker auf der Insel. Das britische Quintett versteht sich auf einen bewusst 90s-lastigen Sound, der rund um Shoegaze unter anderem Emo, Alternative Rock, Metal und etwas Post-Hardcore reiht, als würden Hum und Deftones gemeinsame Sache machen. Und doch zieht die Band ihr eigenes Ding durch, arbeitet mit Klangräumen und ausufernder, dynamischer Arrangierung. Ihr erstes Album „Vital Signs“ löst frühe Versprechung erstaunlich souverän und unfassbar mitreißend ein – and then some.

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Anxious

Anxious – Bambi

Nach dem Release ihres starken ersten Albums „Little Green House“ gingen Anxious erst einmal zwei Jahre lang auf Tournee. Unter umjubelte Konzertreisen mischten sich jedoch Zweifel. So spielte Sänger Grady Allen mit dem Gedanken, den College-Abschluss nachzuholen, was innerhalb der Band für Spannungen sorgte und sogar einen Bruch in den Raum stellte. Eine Tour durch Asien und die USA brachte Anxious zurück ins Gleichgewicht, im Studio erkämpfte man sich das Vertrauen zurück. Zugleich zeigt sich „Bambi“, ein ursprünglich angedachter Bandname in jugendlichem Übermut, im besten Sinne größer und erwachsener, durch die kleinen und großen Krisen gestärkt.

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Death By Unga Bunga

Death By Unga Bunga – Raw Muscular Power

Wider der Unsicherheit schnallen sich Death By Unga Bunga einmal mehr die Gitarren um und legen beherzt los. Das Quintett aus dem norwegischen Moss setzte sich bereits 2021 gegen „Heavy Male Insecurity“ ein und bekämpft diese Epidemie nun weiter. Erwachsen sollen andere werden, denn der angepunkte Rock aus der Garage funktioniert weiterhin dann am besten, wenn man einfach macht: „Raw Muscular Power“ geht die Angelegenheit – wenig überraschend – mit roher Gewalt an, schüttelt Hooks in rauen Mengen aus dem Ärmel und realisiert im Vorbeigehen die ureigene Scandi-Rock-Vision.

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Flash Forward

Flash Forward – Renegade

Eine der umtriebigsten deutschen Rockbands meldet sich zurück. Im Herbst 2010 im Ruhrgebiet gegründet, können Flash Forward mittlerweile auf sechs Alben zurückblicken, schafften es in die Charts, entwickelten ihren anfangs im Pop-Punk beheimateten Sound kontinuierlich weiter und etablierten sich als Live-Macht, sei es bei eigenen Touren oder als beliebter Support-Act. So kann es weitergehen, und genau das tut es auch: „Renegade“ stellt sich den Herausforderungen des Lebens, geht offen mit vielfältigen und gerne mal widersprüchlichen Gefühlen um, und entwickelt zugleich Pop-Sensibilitäten weiter, ohne dabei an Rock- und Alternative-Power einzubüßen.

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The New Mourning

The New Mourning – Songs Of Confusion

Die Lust am Live-Sound wuchs bei Thomas Pronai in den letzten Jahren, unter anderem durch seine Tour als Teil der Live-Band von Pete Astor inspiriert. Diese spontane Unmittelbarkeit wollte er auch mit seiner aktuellen Formation The New Mourning einfangen. Gut zweieinhalb Jahre nach dem Release des Einstands „When The Light Fades“ war man dieser Aufgabe gewachsen, nun aufeinander eingespielt und durch die kürzliche Hinzunahme eines Bass VI im Sound noch wuchtiger und breiter aufgestellt. „Songs Of Confusion“ will vielleicht nicht erwachsener sein, zeigt jedoch eine Band, die sich endgültig gefunden hat.

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Tiny Moving Parts

Tiny Moving Parts – Deep In The Blue

Neun Alben in 16 Jahren – Tiny Moving Parts zählen ohne Frage zu den fleißigsten Emo-Bands der Gegenwart. Seinen Sound hatte das Trio schnell gefunden und mischt Midwest-Klänge mit Math Rock, mit Alternative, etwas Punk und sogar Power Pop. Wie schon der selbstbetitelte Vorgänger erschien „Deep In The Blue“ in Eigenregie und ohne große Vorankündigung, ging fast etwas unter. Das ist allerdings mehr als unverdient, denn gelingt es den Herren aus Benson im US-Bundesstaat Minnesota doch einmal mehr höchst souverän und unterhaltsam, ihren mächtigen und unterhaltsamen Stiefel durchzuziehen.

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Heart To Gold

Heart To Gold – Free Help

Vor einiger Zeit waren Heart To Gold in der Mitte von Nirgendwo gestrandet, am Straßenrand in Georgia, und nichts ging mehr. Als es für das Trio aus Minnesota weder nach vorne noch zurück ging, war man auf fremde Hilfe angewiesen. In dieser schwierigen, belastenden Ausnahmesituation wurde schließlich der Grundstein für das neue, nunmehr dritte Studioalbum gelegt. Aufgenommen in Will Yips Studio 4, beschwört „Free Help“ nicht nur das Gemeinsame, sondern erweitert den eigenen Sound zugleich konsequent. Punk Rock, Alternative, Post-Hardcore und 90s-Klänge finden zusammen.

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The Cure

The Cure – Songs Of A Lost World

Und dann passierte es doch, obwohl man nicht mehr so recht daran glauben mochte. 16 Jahre nach dem bestenfalls okayen „4:13 Dream“ legen The Cure doch noch ein neues Album hin. Ein langer, schwerfälliger Anlauf war vorangegangen, zwischendurch waren Unmegen Songs verworfen worden, ausgewählte Tracks hatte man bereits mehrere Jahre lang live gespielt. Trauer und Vergänglichkeit prägen das neue Material, unter anderem vom Tod von Robert Smiths Eltern und Bruder beeinflusst. Und doch klingt der 65jährige auf „Songs Of A Lost World“, als sei er in einen Jungbrunnen gefallen.

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Shitney Beers

Shitney Beers – Amity Island

Langsam, aber sicher mutiert der neue Shitney Beers-Release in der Vorweihnachtszeit zur höchst liebgewonnenen Tradition, nun bereits das dritte Jahr in Folge. Und das geschieht aktuell in jeder Hinsicht breiter aufgestellt denn je – im erweiterten Band-Line-up, mit zahlreichen Gästen sowie neuen kreativen Ideen. Maxi Haug gibt dieser großartigen musikalischen Spielwiese nun allen erdenklichen Freiraum, kennt die richtigen Antworten und schiebt gelegentlich die passenden Fragen hinterher. Vor allem geht es auf „Amity Island“, der Insel der Freundschaft, kollaborativ und bunt zu, auch wenn das Herz ab und an nicht so recht will.

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