Schlagwort: Alternative Rock

Reese

Reese – Long Streets

Handfester, melodischer und hymnischer Rock hat immer Saison. Das gilt auch für den Sound von Reese, 2006 in Vicenza im Nordosten Italiens gegründet. Vergleiche mit Bands wie Alter Bridge und Shinedown drängen sich auf, wenngleich das Herz ebenso für etwas klassischere Klänge schlägt. Nach zwei spannenden Alben ist man nun bei Octopus Rising, dem neuen Sublabel von Argonauta Records, untergekommen, wo der neueste Streich gleich in doppelter Ausführung erscheint – „Lunghe Strade“, die italienische Variante, und „Long Streets“, die englischsprachige Platte.

Weiterlesen
Mother's Cake

Mother’s Cake – Ultrabliss

Nun fallen sie endlich, die letzten irdischen Fesseln. So etwas wie 08/15 gab es bei Mother’s Cake noch nie, doch lassen die Österreicher gut vier Jahre nach dem exzellenten „Cyberfunk!“ letzte imaginäre Grenzen komplett hinter sich. Musikalisch geht es immer dorthin, wo es gerade Spaß und Laune macht, zudem schwingen personelle Veränderungen und Zwischenlösungen mit. So wirkte Raphael Neikes als viertes Mitglied erstmals komplett an einer neuen Platte mit, hingegen musste sich Bassist Benedikt Trenkwalder krankheitsbedingt bei den Aufnahmen durch Arthur Darnhofer-Demar vertreten lassen. Nach den Sessions stieg Drummer und Gründungsmitglied Jan Haußels im Guten aus, mit Alex Kerbl gibt es bereits einen Nachfolger. Ach ja, neue Musik gibt’s auch noch. Und die kann in Form von „Ultrabliss“ einmal mehr vollends überzeugen.

Weiterlesen
Father John Misty

Father John Misty – Mahashmashana

Wenn der Pater die Rock-Messe liest, hört man gar aufmerksam zu. Ein neues Album von Father John Misty ist stets ein Grund zur Freude, gerade nach dem Fake-out im Sommer. Damals erschien ein kleines Best-of-Werk mit einem brandneuen Track, der nun zur Lead-Single der inzwischen sechsten Soloplatte wird. Noch Fragen? „Mahashmashana“, ein Sanskrit-Begriff, der sich um Einäscherung und Bestattung, aber auch um Vergänglichkeit und spirituelle Transformation dreht, wird zur Überschrift für acht neue Erzählungen mitten aus dem Leben, abermals schräg und silbenreich sowie mit dem einen oder anderen Querverweis auf Nick Cave vorgetragen.

Weiterlesen
Glazed Curtains

Glazed Curtains – Claustrophobia

Einfach akzeptieren und hinnehmen, ohne Widerstand und Einwände – für Glazed Curtains steht das außer Frage. Das Quartett aus der österreichischen Hauptstadt Wien setzt sich intensiv mit seiner Umwelt auseinander, thematisiert rohe Emotionen ebenso wie die alltäglichen Kämpfe der kleinen und der sehr großen Dinge. Auf ihrem zweiten Album „Claustrophobia“ geht es nicht nur um äußere Einflüsse, sondern auch um den Blick nach innen – ist das Leben zuletzt doch alles andere als einfach gewesen – begleitet von konzentrierten Auseinandersetzungen mit Mental Health, persönlichen, aber auch systemischen Herausforderungen.

Weiterlesen
Ramkot

Ramkot – Rosa

Mit einer Platte wie eine Serie unnachgiebiger Nackenschläge debütierten Ramkot Anfang 2023. Das Trio aus dem belgischen Gent rannte mit dem kurzen, knackigen und angenehm durchgeknallten „In Between Borderlines“ offene Türen ein. Im Anschluss wurden an die 100 Shows gespielt, man durfte sogar Metallica supporten und schrieb nebenbei neue Musik. Dafür brauchte es jedoch einen kleinen Tapetenwechsel – Joshua Tree, um genau zu sein. Alain Johannes (Queens Of The Stone Age, Arctic Monkeys, Millionaire) nahm das Heft in die Hand, zudem konnte man dieses Mal in Ruhe und am Stück an neuer Musik arbeiten. „Rosa“ klingt gleichzeitig vertraut und anders, denkt den wüsten Rock-Ansatz auf allerlei Ebenen weiter.

Weiterlesen
The Sarandons

The Sarandons – Drawing Dead

Knapp zwei Jahre nach dem exzellenten Einstand „Sightlines“ melden sich The Sarandons schon wieder zurück. Klar, für das berühmt-berüchtigte zweite Album hat man, so die alte Binsenweisheit, nur wenig Zeit, aber gleich ein Schnellschuss? Das Risiko besteht beim Quintett aus Toronto erst gar nicht, zu geerdet und fokussiert tritt man in allen Belangen auf. Dazu passt auch die Mischung aus Rückblick, Nostalgie, vermeintlicher Krise und einem von Neuanfängen beflügelten Blick nach vorne: „Drawing Dead“ widmet sich den Herausforderungen des mittleren Alters und beschließt, diese gar selbstbewusst anzugehen.

Weiterlesen
Our Girl

Our Girl – The Good Kind

Der Kampf um Optimismus und der Umgang damit begleitet das Schaffen von Our Girl. Das Trio musste während den Arbeiten an seinem zweiten Album erst lernen, auf sich selbst zu vertrauen, den eigenen Instinkten Glauben zu schenken und selbst schwere Wege zu gehen. Rückhalt fanden die Musiker*innen aus dem britischen Brighton in ihrer queeren Gemeinschaft, deren lebensbejahende Motivation selbst in schwer überwindbaren Zeiten entscheidend war. Von John Parish (PJ Harvey, Sparklehorse), Fern Ford (The Big Moon, Prima Queen) und Sängerin/Gitarristin Soph Nathan produziert, wächst „The Good Kind“ über sich hinaus.

Weiterlesen
Mundane

Mundane – ULTRA SOUND

Die Heimatstadt melodischer Death Metal-Klänge kann auch ganz anders, wie man das eine oder andere Mal schon gehört hat. Als neueste Ausnahme bestätigen Mundane diese Regel und widmen sich angesagten 90s-Klängen zwischen Alternative Rock, Punk und Indie. Sie sind Teil der lokalen DIY- und Underground-Szene, ihr Ruf als exzellente Live-Band eilt ihnen voraus und machte sie auch jenseits der Landesgrenzen bekannt. Wie sich das für eine Do-It-Yourself-Band so geziemt, erscheint das erste Album komplett in Eigenregie. „ULTRA SOUND“ vereint massig Energie und Spielfreude mit durchaus nachdenklichen, ernsten Texten.

Weiterlesen
The Virginmarys

The Virginmarys – The House Beyond The Fires

Seit ihrer Gründung 2009 im britischen Macclesfield durchlebten The Virginmarys mehrere Iterationen und Veränderungen, veröffentlichten vier Alben und mehrere Kleinformate. Inzwischen stehen sie auf eigenen Beinen und sind als Power-Duo unterwegs, am betont treibenden drückenden Sound zwischen Rock, Punk und Grüßen aus der Garage änderte sich jedoch herzlich wenig. Mit ihrem fünften Album „The House Beyond The Fire“, dem ersten seit sechs Jahren, zeigen sie sich einmal mehr kraftvoll, selbstbewusst und schrecken ebenso wenig vor politischen, sozialkritischen und persönlichen Themen zurück.

Weiterlesen
Interlaker

Interlaker – Interlaker

Ein musikalisches Meet-Cute über Instagram brachte den ehemaligen Lonely The Brave-Frontmann David Jakes, der 2018 aus Mental-Health-Gründen ausgestiegen war, und Drummer Jack Wrench von den viel zu früh aufgelösten Arcane Roots zusammen. Die gemeinsame Liebe für Bands wie R.E.M. und Pearl Jam führte zu einer musikalischen Partnerschaft: Interlaker. Ihr erstes Album schrieben die beiden fast komplett online, trafen sich nur einmal gegen Ende der Arbeiten und verstanden sich auch persönlich prima. Musikalisch kann man sich ungefähr ausmalen, wohin die Richtung geht. Schlicht „Interlaker“ betitelt, ist ihr Erstling ein hymnischer und ausdrucksstarker Wellenbrecher geworden.

Weiterlesen

Wir verwenden Cookies. Cool?