Schlagwort: Alternative Rock

Kadavar

Kadavar – I Just Want To Be A Sound

Wandlungsfähigkeit ist zu einem der Markenzeichen von Kadavar geworden. Was bei der Gründung vor 15 Jahren im Stoner-Bereich begann, verwandelte sich sukzessive in eine kompakte Hard-Rock-Vision, bevor man nun in melodischen und psychedelischen Gefilden landete. Seit 2023 durch Jascha Kreft von Odd Couple ergänzt, bewegt sich das Quartett nun in der Sinnfindung des Sounds, der die Musik als Klangraum erkennt, sich gerne mal trägen lässt und doch im richtigen Moment zupackt. Nach zwei Top-Ten-Platten und Songwriting-Arbeiten für Die Fantastischen Vier und Wolfmother zeigt sich „I Just Want To Be A Sound“ so einladend und losgelöst wie noch nie.

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The Amazons

The Amazons – 21st Century Fiction

Matt Thomson wird 30 und wundert sich über die Art und Weise, wie sich sein Leben entwickelt hat. Der Frontmann von The Amazons hatte sich finanzielle Absicherung und ein eigenes Haus erträumt, was in schwierigen Zeiten für die Musikindustrie und die Weltwirtschaft eine Illusion blieb – obwohl er mit den ersten drei Alben seiner Band jeweils die Top 10 erreichte. Erstmals nahm man als Trio auf, nachdem Drummer, Gründungsmitglied und ‚großer Bruder‘ Joe Emmett Ende 2022 ausgestiegen war. Anstatt auf etwaige Vorhersehbarkeit zu pochen, entschieden sich die Briten für eine ehrliche und persönliche Platte mit deutlich mehr Rock. Tatsächlich hält „21st Century Fiction“ herzlich wenig von Erwartungen.

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Black Map

Black Map – Hex

Längst sind Black Map so viel mehr als ’nur‘ die Summe ihrer prominenten Einzelteile. Auf ihren drei bisherigen Alben entwickelte das US-Trio seinen intensiven, kraftvollen Rock-Sound mit Pop-Charme und Post-Hardcore-Intensität konzentriert weiter und schrieb gute Songs am laufenden Band. Dieses Mal wollten sie es ein wenig forscher angehen, ohne dabei die packende Atmosphäre der bisherigen Releases zu ignorieren. Insgesamt wurde „Hex“ deutlich direkter und unmittelbarer angelegt, soll mehr Rock und Heavyness beinhalten, ohne dabei auf vertraute Katharsis zu verzichten.

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Suzzallo

Suzzallo – The Quiet Year

Rocky Votolato findet zurück zum Bandformat. Der Anlass dafür ist jedoch alles andere als schön: Im Dezember 2001 verstarb sein 22jähriger Sohn Kienan bei einem Autounfall, im Folgejahr erschien das zu diesem Zeitpunkt bereits fertig geschriebene, der Familie gewidmete Soloalbum „Wild Roots“, das in weiterer Folge eine neue Bedeutung annahm. Gemeinsam mit Steve Bonnell (Schoolyard Heroes) und Rudy Gajadhar von seiner ehemaligen Band Waxwing rief Votolato Suzzallo ins Leben, um extreme Trauer durch laute Gitarrenmusik in etwas Schönes, Heilendes umzuwandeln. „The Quiet Year“ vermittelt rohe, aufwühlende Katharsis.

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Car Seat Headrest

Car Seat Headrest – The Scholars

Willkommen auf der Parnassus-Universität! Für lineare Vorhersehbarkeit hatten Car Seat Headrest so und so noch nie viel über, auch nicht zu den Anfängen als Soloprojekt von Will Toledo. Ihr neues Werk, das erste seit fünf Jahren, befasst sich dennoch mit selbst für die Band anspruchsvoller XXL-Konzeptkunst. Unter anderem inspiriert von der überraschenden Verjüngung ihres Publikums, als es nach den ersten Lockdowns zurück auf die Bühne ging, findet sich „The Scholas“ auf dem Campus der eingangs erwähnten fiktien Lehranstalt wieder und präsentiert eine zweiteilige, von Rock-Opern und Konzeptalben, von Shakespeare und Mozart inspirierte Erzählung – erst von den Studierenen getragen, dann vom Spannungsverhältnis zwischen Tradition und Aufbruch.

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Press Club

Press Club – To All The Ones That I Love

Australien und kantiger Punk, das passt einfach – Amyl And The Sniffers wissen das nur zu gut. Doch auch Press Club befinden sich auf dem aufsteigenden Ast. Das Quartett aus Melbourne um Sängerin Natalie Foster tourte fleißig durch die Heimat, aber auch Europa und Großbritannien, bemühte sich zudem mehr und mehr um einen breiter aufgestellten Sound. Exakt diese Mission wird nun mit ordentlich Nachdruck erfüllt: „To All The Ones That I Love“ hat keinesfalls vor, die wütenden Wurzeln zu ignorieren, und traut sich doch im besten und angenehmsten Sinne so viel mehr.

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Sunflower Bean

Sunflower Bean – Mortal Primetime

Beinahe hätte es dieses Album nicht gegeben, denn die drei Musiker*innen hinter Sunflower Bean hatte sich etwas auseinandergelebt. Geographische Veränderungen, zerbrochene Beziehungen, neue Songwriting-Schwerpunkte und Nebenprojekte wirbelten einiges durcheinander. Und doch versuchte man es noch einmal, traf sich – mit bewährtem Team im Hintergrund – in Los Angeles und spürte die Magie schnell wieder. Letztlich entschied man sich, die inzwischen vierte Platte selbst zu produzieren und live im Studio zu tracken. „Mortal Primetime“ fängt das Unmittelbare des Trios ein und erforscht einmal mehr den ureigenen Sound.

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Himalayas

Himalayas – Bad Star

Ein Album reichte für Himalayas, um durch die Decke zu gehen. Die Stereophonics zählen zu den prominenten Fans, die Foo Fighters luden sie als Opening Act ein und AC/DC-Stimme Brian Johnson nahm gleich einen Song mit ihnen auf. All das beflügelte das Quartett aus dem walisischen Cardiff, sich vollends dem Rock zu widmen. Während die Indie-Sounds des Einstands in den Hintergrund rücken, stellen sich Himalayas auf dem Nachfolger deutlich breiter auf und klingen selbst mehr und mehr nach Stadion. „Bad Star“ strebt selbstbewusst nach Großem und ebnet den Weg für ein next big thing.

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Superheaven

Superheaven – Superheaven

Nach dem Release von „Ours Is Chrome“ vor zehn Jahren kündigten Superheaven eine Auszeit auf unbestimmte Zeit an, am vorläufigen kreativen Höhepunkt. Zwei packende Platten, über 100 Millionen Streams und unzählige Konzerte gehörten erst einmal der Vergangenheit an. Zwar spielte das US-Quartett in den letzten Jahren die eine oder andere Benefiz- und Festival-Show, ein tatsächliches Comeback findet aber erst jetzt statt. Und wie, denn freudestrahlend erklärt man, endlich wieder eine Vollzeit-Band sein zu können, menschlich habe man sich so und so immer gut verstanden. Ein neues Album gibt es gleich dazu, schlicht und ergreifend „Superheaven“ betitelt.

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Momma

Momma – Welcome To My Blue Sky

Eine Zeit der Veränderung als Quell der Inspiration für ein neues Album – das stellt erst einmal keine sonderliche Überraschung dar. Und doch ist das, was Momma auf ihrer vierten Platte abziehen, sehr richtig und wichtig. Inspiriert von einem Sommer, der vieles auf den Kopf stellte (unter anderem werden Untreue, Einsamkeit, eine Romanze und viel Alkohol als Eckpunkte genannt), schrieben Etta Friedman und Allegra Weingarten aus einer Phase des ‚parallelen Chaos‘, wie sie es nennen, eine Art offenen Brief an alle Leute, die sie in dieser Zeit begleiteten. „Welcome To My Blue Sky“ kleidet die Coming-of-Age-Story in gewohnt charmanten Indie-Sound.

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