Billy Zach – A Little Hope

Billy Zach
(c) Billy Zach / La Pochette Surprise Records

Sie sprechen von Hoffnung, halten jedoch gebührenden Abstand davon: Billy Zach haben sich in den letzten Jahren ihren Status als Post-Punk-Geheimtipp hart erarbeitet und redlich verdient. Greifbare Finsternis, eng verwoben mit erschöpfender Schwere und erdrückender Wucht, zeichnet das Quartett aus Hamburg weiterhin aus. So verwundert es kaum, dass „A Little Hope“ alles andere als der große Motivator ist. Stattdessen geht es darum, Missstände gezielt aufzuzeigen und die Hoffnung auf Besserung eng mit Wut, Schmerz, Sehnsucht und erdrückendem Tiefgang zu verweben.

Der eröffnende Titelsong macht klar, dass Hoffnung zwar klar und deutlich vorhanden ist, allerdings selten wirklich ausreicht. Aus der angedeuteten Aufbruchstimmung wird schnell ein Sammelsurium an Nackenschlägen, die mit ausgesuchter Niedergeschlagenheit, forschen Drums und zittrigen Gitarren sämtliche Sinnesregungen mit ausgesuchter Präzision abschnüren. Kurze, knackige Uptempo-Ausritte überraschen und sind nicht das letzte Mal, dass Billy Zach fast zugänglich klingen. In „Pointed Shoes“ drängen Surf-artige Gitarren an vorderste Front, begleitet von einer sympathischen Gesangsmelodie. Fast erkennt man die Band nicht wieder.

Große Euphorie macht sich aber natürlich weiterhin nicht breit, dafür sorgt „Transparency“ mit fast sieben Minuten Abfahrt, die im besten Sinne an frühe Karies erinnert. Erdrückende, konstant näher rückende Wände, nahezu metallische Heavyness und zittrige, verloren wirkende Melodieansätze zwischendurch treffen auf beschwörende Vocals, einer finsteren Messe gleich. Wiederholt eskaliert die Band am Stand, wird von Druckwellen erfasst. „German Angst“ könnte durchaus die passende Überschrift dieses Albums sein, wobei der noisige Dauerdruck dieser Episode mindestens so viel Unterhaltungswert bietet wie punkige Beinahe-Singalong des fatalistischen „Therapy“.

Es geht tatsächlich noch einen Tacken erdrückender: Billy Zach bleiben ihrem Sound treu, entwickeln diesen gleichzeitig weiter und setzen ihren Aufstieg fort. Gelegentliche melodische, fast tanzbare Momente bekommen der Wand der Ernüchterung richtig gut und werten eine ohnehin starke Platte noch weiter auf. „A Little Hope“ bringt somit tatsächlich etwas Hoffnung mit, bloß auf eine bewusst homoöpathische Dosis beschränkt. Rundherum bilden Schmerz, Chaos und Verletzlichkeit weiterhin die Triebfeder, eskalieren etwas weiter und stranden letztlich im Sumpf der Ernüchterung. Einmal mehr zeigen Billy Zach, dass in Sachen Post Punk nur wenige mit ihnen mithalten können.

Wertung: 4/5

Erhältlich ab: 30.10.2026
Erhältlich über: La Pochette Surprise Records (OPEN)

Website: www.billyzach.de
Instagram: www.instagram.com/billy_zach_band