Schlagwort: Art-Pop

Sam Morton

Sam Morton – Daffodils & Dirt

Eine singende Schauspielerin, deren musikalisches Duo ihren Namen trägt – was sich nach Papierform wie ein furchtbarer Ego-Trip liest, mutiert zu einer kleinen Offenbarung. Die mehrfach für einen Oscar nominierte Samantha Morton trifft auf Richard Russell, der unter anderem bereits Gil Scott-Heron und Bobby Womack produzierte. Russell hörte Mortons Ausgabe von ‚Desert Island Discs‘ und war von ihrer Musikauswahl und Erzählweise kombiniert. Eines ergab letztlich das andere, und so darf sich die britische Schauspielerin nun ihren Traum von der Musik verwirklichen. Gemeinsam nennt man sich Sam Morton, „Daffodils & Dirt“ ist der kunstvolle gemeinsame Auftakt.

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Eivør

Eivør – ENN

Das Wandeln zwischen musikalischen Welten liegt Eivør Pálsdóttir quasi im Blut. Kunststück, denn in einer so übersichtlichen und doch erstaunlich kreativen Szene wie auf den Färöer Inseln muss man quasi alles können und spielen, um Anschluss zu finden. Neben den zarten Folk-Pop-Anfängen spielte Pálsdóttir in ihrer Jugend in Jazz- und Rock-Bands, studierte später im Ausland und entwickelte ihren Sound weiter – elektronisch, gerne mal avantgardistisch und kunstvoll, doch nie komplett von den folkloristisch angehauchten Heimatklängen entfernt. Nunmehr beim Metal-Label Season of Mist unter Vertrag, verzichtet „ENN“ auf vermutete donnernde Härte und verbindet stattdessen die Rückkehr zu klassischer Musik mit einem neuen Faible für beateske Klänge.

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Everything Everything

Everything Everything – Mountainhead

Die intensive, geradezu intime Auseinandersetzung mit Technologie, KI und vielen weiteren Aspekten der vermeintlichen Moderne gehört für Everything Everything sozusagen zum guten Ton. Für ihr letztes Album „Raw Data Feel“ entwickelten sie sogar ein eigenes KI-Tool und fütterten dieses mit Unmengen an Daten. Nun schlägt das Quartett eine deutlich dystopischere Richtung ein. Eine Technologie der Zukunft stürzt die Menschheit in eine tiefe Krise. Auf der gesellschaftlichen Leiter thront eine Elite, während die Menschen am anderen Ende gezwungen sind, sie zu erhalten. „Mountainhead“ findet in dieser albtraumhaften Vision Parallelen zur Gegenwart. Und zarte Ansätze von Hoffnung.

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i Häxa

i Häxa – Part 1

Ein avantgardistisch veranlagtes Album, auf vier Sätze aufgeteilt, die in ebenso vielen Teilen über einen Zeitraum von nahezu neun Monaten erscheinen: i Häxa haben herzlich wenig Bock auf Bekömmlichkeit und stellen ihre Hörer auf die Probe. Das Projekt um Sänger/Songwriterin und Visual Artists Rebecca Need-Menear (Anavae) und Produzent Peter Miles präsentiert seine Musik jeweils zu den vier saisonalen Sonnwenden, begleitet von nicht minder anspruchsvollen, herausfordernden Cinematics. Mit „Part 1“ landet nun der Auftakt, ein Boxset des gesamten Albums soll schließlich am 1. November landen.

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Marika Hackman

Marika Hackman – Big Sigh

Endlich ist sie fertig, ihre ‚härteste Platte‘. So nennt Marika Hackman ihr neuestes Werk, und das kommt nicht von ungefähr. Der Kontrollverlust während der Pandemie traft die 31jährige Britin hart, und so musste sie sich intensiv mit ihren Angstzuständen auseinandersetzen. Das Ergebnis war eine kapitale Schreibblockade, die sich erst nach Aufhebung der Beschränkungen löste. Plötzlich war der Bann gebrochen, Hackman bemühte sich zugleich um musikalische Öffnung und stellte ihren gerne mal kunstvollen Pop-Ansatz breiter auf. „Big Sigh“ darf als Seufzer der Erleichterung verstanden werden, trägt aber auch viele andere Emotionen in sich.

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Jonathan Rado

Jonathan Rado – For Who The Bell Tolls For

Tribute-Platten sind in der Regel eher traurige, behäbige, ehrfürchtige Angelegenheiten. Das hat wohl niemand Jonathan Rado gesagt. Eigentlich wollte der Multi-Instrumentalist von Foxygen sein drittes Solowerk auch ganz anders anlegen, doch der Tod zweier guter Freunde binnen einen Jahres – Mentor und Produzent Richard Swift sowie Zeichner und Illustrator Danny Lacy – hinterließ Spuren. Allerdings wollte Rado eben keine schmalzige Platte aufnehmen, sondern sich einfach in der Musik verlieren und dabei, gerne mal augenzwinkernd, die Erinnerungen an wichtige Weggefährten hochhalten. Exakt das gelang mit „For Who The Bell Tolls For“ gar wunderbar.

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Sen Morimoto

Sen Morimoto – Diagnosis

Nach zwei kurzweiligen Alben in Eigenregie befand sich Sen Morimoto am Scheideweg. Die finanzielle Realität eines professionellen Musikers, begleitet von den Einschränkungen einer Pandemie, holten den US-Amerikaner ein. Zugleich hatte er nach eigener Ansicht das Thema seiner bisherigen Releases – der tagebuchartige Blick nach innen – erschöpft. Und doch geht es weiter, nun unterstützt durch City Slang, wo der neueste Streich gemeinsam mit dem eigenen Label Snooper Records erscheint. Zugleich richtet Morimoto den Blick auf „Diagnosis“ nach außen und arbeitet sich an größeren gesellschaftlichen Zusammenhängen im gewohnt jazzig-eingängigen Soundgewand ab.

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King Creosote

King Creosote – I DES

Nur wenige Musiker sind so umtriebig wie King Creosote. Der selbsternannte König aus Schottland mag zwar mehr als sieben Jahre seit seinem letzten Domino-Release vergehen haben lassen, doch erscheinen nach wie vor mehrere Singles und Platten pro Jahr über Kleinstlabels sowie in Eigenregie. Überwiegend zwischen 2016 und 2020 geschrieben, haben die zehn neuesten Tracks etwas von einer Zeitreise, aber auch von einem kreativen Rundumschlag, der sich kein Blatt vor den Mund nimmt und mehr denn je mit Genres bzw. Genre-Erwartungen bricht. „I DES“ zeigt sich so ambitioniert und ausdrucksstark wie eh und je.

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Bombay Bicycle Club

Bombay Bicycle Club – My Big Day

Nach längerer bewusster Auszeit hatten sich Bombay Bicycle Club auf ihr Comeback gefreut. „Everything Else Has Gone Wrong“, ein letztlich prophetischer Titel, erschien im Jänner 2020, nach zwei umjubelten Konzerten mussten sämtliche Pläne aus bekannten Gründen auf Eis gelegt. Die weit offene Studiotür dieser Platte blieb offen und zog für den Nachfolger einige prominente Gäste an. Nicht nur das, denn die kollaborative Erfahrung beflügelte das Londoner Quartett hörbar zu stilvollen bis sonnigen Indie-Perlen. „My Big Day“ bereitet große Freude.

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AFAR

AFAR – The Refuge

Zwei Musiker*innen mit höchst unterschiedlichem Hintergrund – Electro bzw. Jazz, Kraut, Soul und Singer/Songwriter – entdecken gemeinsam spektakuläre Klangwelten. Joseph und Elena lernten sich bereits 2014 bei einer Jam-Session kennen. Als AFAR vereinen sie ihre musikalischen Interessen und schaffen dabei Neues, das mit eindrücklichem Selbstbewusstsein zwischen den sprichwörtlichen Stühlen Platz nimmt. Auf eine ausgiebige Tour als Support von Kerala Dust sowie mehrere Festival-Auftritte folgt nun das zweite Album „The Refuge“, das künstlerische Befreiung auf kreative wie bekömmliche Weise anlanciert.

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