Schlagwort: Art-Pop

Sorry

Sorry – Anywhere But Here

Der Ton im frischen, unschuldigen London ihres ersten Albums ist deutlich rauer geworden: „925“ war ein mehr als gelungener Einstand für Sorry, die sich ihrem eklektischen Mix aus Alternative, Pop, Soul und Electro vor allem von synthetischer Seite näherten. Nun, da sich die sprichwörtlichen Wolken verfinstert haben, reflektiert auch der Sound die deutlich bedrückendere Szenerie. So bemüht sich „Anywhere But Here“ um organische Live-Qualitäten, um neue Direktheit und um eine gewisse Melancholie, beeinflusst von einer Welt, die zwar nahezu gleich aussieht, sich aber irgendwie anders anfühlt.

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Asger Techau

Asger Techau – Levels

Die dänischen Rock-Veteranen haben ihre Auszeit beendet und befinden sich seit wenigen Monaten auf Tour. Ob da vielleicht neue Musik kommt? Schlagzeuger Asger Techau macht derweilen solo von sich reden. Seine eigenen Platten sind alles andere als rhythmuslastig und stützen sich stattdessen auf poppige Sensibilitäten, auf Zeitlosigkeit mit Geschmack. Techaus zweites Soloalbum „Levels“ erschien eigentlich bereits im Vorjahr ohne großes Brimborium, erhält jetzt allerdings seinen verdienten Release auf CD und LP durch das Berliner Label Crocodile Tears. Grund genug, einen zweiten Blick auf diesen Charmebolzen zu werfen.

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Everything Everything

Everything Everything – Raw Data Feel

Auf „Re-Animator“ folgte die Flaute. Everything Everything waren mit ihrem neuen Album definitiv zufrieden, doch kam es nicht num erhofften Staging. Man suchte nach Wegen, diese Leere zu kaschieren. Sänger Jonathan Higgs stieß dabei auf die Welt der Künstlichen Intelligenz und erklärte sie direkt zum inoffiziellen fünften Bandmitglied. Weltliteratur, Geschäftsbedingungen und Kommentare zweifelhafter Internetforen wanderten in den Computer und unterstützten die Mission, Horror und Trauma in etwas Positives zu verwandeln. Entsprechend vertraut und doch anders klingt „Raw Data Feel“.

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lilabungalow

lilabungalow – Sparks

Kunst ohne Krempel, so setzen sich lilabungalow mit ihrer Musik auseinander. Weitestgehend irgendwo zwischen Electro, Pop und Art verankert, bemüht sich das Erfurter Trio um eine neue Herangehensweise an ihre musikalischen Wurzeln. „Sparks“ entstand parallel zum 2020 erschienenen „Lichten“, beruht auf identen Backtracks, setzt jedoch neue Melodien ein und wechselte zur englischen Sprache. Einmal mehr interdisziplinär mit Choreographin und Video Artist entstanden, geht es um Liebeslieder, die sich von eigentlicher Romantik distanzieren und das Konzept der Liebe an sich genauer beleuchten.

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alt-J

alt-J – The Dream

Fünf Jahre. Fünf lange Jahre sind seit „Relaxer“ vergangen, auf dem sich alt-J neu zu orientieren versuchten, ihre Dekonstruktion konsequent vorantrieben. Die Suche nach der perfekten Form des musikalischen Ausdrucks setzt sich fort, wenngleich es nach dem mittelprächtigen Vorgänger doch etwas aufzuholen gäbe. „The Dream“ holte sich Inspiration von wahren Geschichten aus Hollywood, aus dem persönlichen Umfeld, von Intrigen und Menschlichkeit. Der Sound, so die vollmundige Ansage, sei reifer geworden, es gehe nun um Songwriting und Präzision, ohne den Wahnsinn der ersten Werke komplett ad acta zu legen.

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Black Country, New Road

Black Country, New Road – Ants From Up There

Anfang 2021 waren Black Country, New Road plötzlich in aller Munde. Der Art-Kollektiv lebte mit seinem Album-Einstand „For The First Time“ den kunstvollen Wahnsinn der Alternative-Rock-Möglichkeiten vor, wiewohl der Begriff bestenfalls eine sehr ungefähre Orientierungshilfe darstellt. Stilistische Pluralität, unheimlich Bock auf Experimente und die Dynamik eines spielfreudigen Septetts machten den Live-Hype zum Studio-Leckerbissen. Höchstbewertungen und sogar eine Mercury-Prize-Nominierung waren die logische Folge. Fast auf den Tag genau ein Jahr später landet der Nachfolger „Ants From Up There“. Ein Schnellschuss?

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IDER

IDER – shame

Megan Markwick und Lily Somerville mussten erst wieder zu sich selbst finden, um erfolgreich IDER sein zu können. Sie verließen ihre Plattenfirma und stellten sich auf eigene Beine, schrieben neue Songs zwischen Berlin und London im Angesicht der Corona-Pandemie, und bemühten sich um ein erneuertes Gefühl von Selbstakzeptanz, das auch gleich zum Leitmotiv der neuen Platte wurde. Diese heißt „shame“ und reizt die Alternative-, Indie- und Pop-Konzepte des Duos gekonnt aus, ohne dabei auf das eingängige Momentum zu verzichten.

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Eliza Shaddad

Eliza Shaddad – The Woman You Want

Im Abspann des britischen Netflix-Thrillers „Behind Her Eyes“ ertönte eine magische, beschwörende Version des Nina Simone-Klassikers „Don’t Let Me Be Misunderstood“. Die Stimme dahinter: Eliza Shaddad, Kind einer sudanesischen Astrophysikerin und eines schottischen Diplomaten, in sieben verschiedenen Ländern aufgewachsen. Entsprechend ‚globalisiert‘ wirkt ihr Sound, der das Beste aus Indie, Pop, Rock, Folk, Singer/Songwriter und Art mitbringt. „The Woman You Want“ ist ihr zweites Studioalbum, das sich abermals auf keinen bestimmten Sound festlegen lassen will.

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Mieke Miami

Mieke Miami – Montecarlo Magic

Als Sabine Mieke Wenzl in der elterlichen Plattensammlung auf „Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band“ stieß, war es um sie geschehen. Sie studierte später Saxophon, Klavier und Querflöte in Berlin, wohnt inzwischen in Luckenwalde, arbeitet aber nach wie vor in der Hauptstadt als Lehrerin und Komponistin. Und eben als Musikerin, denn unter dem Pseudoynm Mieke Miami schreibt sie herrlich eigenwillige, kunstvolle Songs mit poppigem und elektronischem Einschlag. Das Faible für die Beatles ist ihr geblieben, doch „Montecarlo Magic“, so der Titel von Miamis zweitem Album, hat damit wenig zu tun.

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Casper Clausen

Casper Clausen – Better Way

Kreative Energien setzt Casper Clausen scheinbar ununterbrochen frei. Als Frontmann von Efterklang veröffentlicht er seit den frühen 2000ern geschmackvolle Indie-Perlen, zudem gibt es mit Liima ein ähnlich unterhaltsames Nebenprojekt. Seit seiner Jugend spielt Clausen durchgehend in Bands, aber ein Solo-Schauplatz, das ist eben doch neu. Mit Maschinen und Effektgeräten bewaffnet, erforschte der Däne durchaus krautige Pfade. „Better Way“ lässt sämtliche Faden in acht atmosphärischen Kapiteln zusammenlaufen.

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