Schlagwort: Art-Pop

Panda Bear & Sonic Boom

Panda Bear & Sonic Boom – A ? of WHEN

Wenn Panda Bear und Sonic Boom zusammenkommen, wird es schräg, spektakulär und eingängig. „Reset“, das 2022 erschienene, erste gemeinsame Album von Noah Benjamin Lennox (Animal Collective) und Peter Kember (Spacemen 3), brachte Loops und Samples längst vergangener Pop- und Rock-Tage für etwas komplett Neues, Kunstvolles, leicht Anderweltliches zusammen. Im Laufe der Jahre trugen die beiden verschiedenste Ideen aus aller Welt zusammen – von mexikanischen Mariachis bis zum Jodeln aus der Schweiz. „A ? of WHEN“ verschmilzt Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, begleitet von deutlichen Kommentaren zu den politischen, gesellschaftlichen und ökologischen Hindernissen im Hier und Jetzt.

Weiterlesen
JJerome87

JJerome87 – The Canyon

Normalerweise empfindet Joe Newman eine gewisse kreative Erschöpfung, wenn ein Album seiner Band alt-J fertiggestellt wurde. Als deren jüngste Platte „The Dream“ schließlich im Kasten war, ging es aber einfach weiter. Unter dem Eindruck der Geburt seiner Tochter und dem Dasein als junger Vater begann er, diese Erfahrungen mit Erinnerungen aus seiner Kindheit und Jugend zu neuen Geschichten zu verweben, die sich sowohl thematisch als auch musikalisch ein wenig außerhalb vertrauter Muster bewegen. Nachdem der Solo-Einstand „The Canyon“ vergangenen Dezember etwas unorthodox auf seiner Homepage zu kaufen war und als ZIP-Datei übermittelt wurde, wagt er als JJerome87 nun doch noch einen breiten Release.

Weiterlesen
The Veils

The Veils – Fragile World

Mit kompakterem Budget auf der Haben-Seite und bewusst schwermütig ausgerichteten Streichern als Begleiter gaben sich The Veils auf „Asphodels“ so ermattend wie selten. Finn Andrews konnte mit einer Art Chamber-Music-Vision von Indie Pop Anfang 2025 durchaus überraschen. Die Antwort ließ überraschenderweise keine 18 Monate auf sich warten. Bewusst lebendiger und kraftvoller ausgerichtet, beruht „Fragile World“ auf Texten aus Andrews‘ Londoner Zeit als Kettenraucher und erkundete die dazugehörigen Arrangements und die begleitende Instrumentierung über weite Strecken erst im Studio – ein mutiger Schritt, der sich hörbar lohnt.

Weiterlesen
Laura Misch

Laura Misch – Lithic

Die Klangwelt ihrer Umwelt beschäftigt Laura Misch seit geraumer Zeit. Erst mit etwas Abstand entschied sich die Schwester von Tom Misch für die Musikkarriere, untermalt von ihren Wurzeln im Jazz und zugleich bewusst experimentell angelegt. Der 2023 erschienene Einstand „Sample Of Sky“ beschäftigte sich mit den Klängen der Natur, gekleidet in Electronica, Art-Pop und Ambient. Einen ähnlichen Weg beschreitet der Nachfolger, für den sich Misch eng mit den Sounds von Höhlen, Steinbrüchen, Gezeitentümpeln und steilen Küstenklippen beschäftigte, dort experimentierte und sammelte. „Lithic“ entspringt dem Gestein und befindet sich im permanenten Fluss.

Weiterlesen
Bye Parula

Bye Parula – Something Out Of Nothing

Ausgerechnet ein Ausreißer ihres ansonsten proggig-poppigen Einstands brachte Bye Parula kräftig Aufmerksamkeit: Eine renommierte Kunst- und Kultur-Talk-Show machte „Still Got The Spirit“ zu ihrem Titelsong und holte den feinsinnigen, charmanten Groove ins Rampenlicht. Für die Band aus Montreal war das zwar kein Grund, mal eben alles umzuwerfen, dennoch entschied man sich für Veränderungen. Man schrumpfte vom Quintett zum Trio, erhöhte die Schlagzahl nach einem – wie es die Kanadier nennen – live etwas langweilig zu spielenden Debüt und konzentrierte sich darauf, den eigenen musikalischen Horizont zu erweitern. Wenig überraschend ist aus „Something Out Of Nothing“ eine sympathische kleine Wundertüte geworden.

Weiterlesen
My New Band Believe

My New Band Believe – My New Band Believe

Der Abschied von black midi wurde zugleich zum kreativen Neustart für die beteiligten Musiker. Morgan Simpson nahm die Drumsticks unter anderem für Rapperin Little Simz und Jazz-Musikerin Nala Sinephro in die Hand, Gitarrist und Sänger Geordie Greep veröffentliche im Herbst 2024 ein wildes, tanzbares, erwartungsgemäß unvorhersehbares Soloalbum. Etwas ruhiger ging es Bassist Cameron Picton an, arbeitete hier und da an einzelnen Songs. Durch ein krankheitsartiges Delirium in einem chinesischen Hotel kam er zu Bildern, zu Textfragmenten und zum etwas seltsamen Namen My New Band Believe. Das erste Album heißt ebenfalls „My New Band Believe“ und erinnert im besten Sinne an eine semi-akustische Antwort auf die frühere Band, die letztlich doch komplett anders klingt.

Weiterlesen
Lukas Oscar

Lukas Oscar – Everything’s Built To Last

Mit gerade einmal 23 Jahren hat Lukas Oscar gefühlt bereits mehrere Musikerleben hinter sich. 2016 gewann er The Voice Kids, vier Jahre später schrieb er am bulgarischen Beitrag für den abgesagten Eurovision Song Contest, bevor 2022 die Solokarriere mit der ersten EP „Colors Of A Void“ langsam Fahrt aufnahm. Seither erschienen ein Album, zwei weitere EPs und diverse Songs, zudem supportete in Wien wohnende Fürstenfelder mit philippinischen Wurzeln so unterschiedliche Künstler wie Mark Forster, Khruangbin und L’Impératrice. Mit „Everything’s Built To Last“, seinem neuen Album, kündigt Oscar einen deutlich mutigeren, vielschichtigeren Pop-Ansatz an, der Normen hinterfragt, gerade mit unterstützendem Blick auf die LGBTQIA+ Community, und den Lärm im Kopf zur Ordnung ruft.

Weiterlesen
Austra

Austra – Chin Up Buttercup

Fünfeinhalb Jahre ohne ein Studioalbum – für Austra eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit. Als „HiRUDiN“ erschien, ware Katie Stelmanis‘ Leben eben erst komplett umgekrempelt worden. Erst verabschiedete sich die langjährige Partnerin mit einem einzigen Satz und war seither nicht mehr gesehen, dann setzte die Pandemie ein und Stelmanis hatte bloß 24 Stunden, um den damaligen Wohnsitz in London für die kanadische Heimat aufzugeben. Was folgte, war der Versuch, sich mit den neuen Lebensumständen abzufinden, das Trauma zu verarbeiten und doch nach vorne zu blicken. Songwriter und Produzent Kieran Adams half mit experimentellen Dance-Tracks weiter, langsam, aber sicher begann der Wiederaufbau. „Chin Up Buttercup“ ist entsprechend sarkastisch zu verstehen.

Weiterlesen
Sorry

Sorry – Cosplay

Die Entschuldigung wird ein weiteres Mal vorausgeschickt und doch nicht benötigt: Es ist immer wieder eine Freude, den Sound von Sorry zu erkunden und entschlüsseln. Auf „925“ und „Anywhere But Here“ arbeitete sich das Londoner Quintett durch verschiedenste Schubladen und Einflüsse, denn hier ist für die Band alles möglich. Klassische Indie-Hymnen, Alternative-Weisheiten, kunstvoller Pop, Jazz und sogar TripHop rattern gerne mal durch und können das eklektische Songwriting doch bestenfalls rudimentär umschreiben. „Cosplay“ ändert daran rein gar nichts, wagt sich sogar noch weiter hinaus und entlohnt mit abermals fantastischen Songperlen.

Weiterlesen
Maitland

Maitland – Falling Into Place

Hinter Maitland stecken fünf Musiker aus Münster, deren Background unter anderem in Hardcore, Indie, Noise und Electronica liegt. Der gemeinsame Nenner liegt bei atmosphärischen, melodischen, gerne mal treibenden und durchaus melancholischen Indie-Rock-Songs, mit Pop-Schlagseite, Post-Rock-Epik und durchaus tanzbaren Einschüben. Was sich abstrakt und nahezu überladen liest, wird auf Platte jedoch richtig gut. Und eine eben solche legt das Quintett nun erstmals vor: Nach diversen Song-Releases ist „Falling Into Place“ das erste komplette Album.

Weiterlesen

Wir verwenden Cookies. Cool?