Schlagwort: Art-Pop

lilabungalow

lilabungalow – Sparks

Kunst ohne Krempel, so setzen sich lilabungalow mit ihrer Musik auseinander. Weitestgehend irgendwo zwischen Electro, Pop und Art verankert, bemüht sich das Erfurter Trio um eine neue Herangehensweise an ihre musikalischen Wurzeln. „Sparks“ entstand parallel zum 2020 erschienenen „Lichten“, beruht auf identen Backtracks, setzt jedoch neue Melodien ein und wechselte zur englischen Sprache. Einmal mehr interdisziplinär mit Choreographin und Video Artist entstanden, geht es um Liebeslieder, die sich von eigentlicher Romantik distanzieren und das Konzept der Liebe an sich genauer beleuchten.

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alt-J

alt-J – The Dream

Fünf Jahre. Fünf lange Jahre sind seit „Relaxer“ vergangen, auf dem sich alt-J neu zu orientieren versuchten, ihre Dekonstruktion konsequent vorantrieben. Die Suche nach der perfekten Form des musikalischen Ausdrucks setzt sich fort, wenngleich es nach dem mittelprächtigen Vorgänger doch etwas aufzuholen gäbe. „The Dream“ holte sich Inspiration von wahren Geschichten aus Hollywood, aus dem persönlichen Umfeld, von Intrigen und Menschlichkeit. Der Sound, so die vollmundige Ansage, sei reifer geworden, es gehe nun um Songwriting und Präzision, ohne den Wahnsinn der ersten Werke komplett ad acta zu legen.

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Black Country, New Road

Black Country, New Road – Ants From Up There

Anfang 2021 waren Black Country, New Road plötzlich in aller Munde. Der Art-Kollektiv lebte mit seinem Album-Einstand „For The First Time“ den kunstvollen Wahnsinn der Alternative-Rock-Möglichkeiten vor, wiewohl der Begriff bestenfalls eine sehr ungefähre Orientierungshilfe darstellt. Stilistische Pluralität, unheimlich Bock auf Experimente und die Dynamik eines spielfreudigen Septetts machten den Live-Hype zum Studio-Leckerbissen. Höchstbewertungen und sogar eine Mercury-Prize-Nominierung waren die logische Folge. Fast auf den Tag genau ein Jahr später landet der Nachfolger „Ants From Up There“. Ein Schnellschuss?

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IDER

IDER – shame

Megan Markwick und Lily Somerville mussten erst wieder zu sich selbst finden, um erfolgreich IDER sein zu können. Sie verließen ihre Plattenfirma und stellten sich auf eigene Beine, schrieben neue Songs zwischen Berlin und London im Angesicht der Corona-Pandemie, und bemühten sich um ein erneuertes Gefühl von Selbstakzeptanz, das auch gleich zum Leitmotiv der neuen Platte wurde. Diese heißt „shame“ und reizt die Alternative-, Indie- und Pop-Konzepte des Duos gekonnt aus, ohne dabei auf das eingängige Momentum zu verzichten.

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Eliza Shaddad

Eliza Shaddad – The Woman You Want

Im Abspann des britischen Netflix-Thrillers „Behind Her Eyes“ ertönte eine magische, beschwörende Version des Nina Simone-Klassikers „Don’t Let Me Be Misunderstood“. Die Stimme dahinter: Eliza Shaddad, Kind einer sudanesischen Astrophysikerin und eines schottischen Diplomaten, in sieben verschiedenen Ländern aufgewachsen. Entsprechend ‚globalisiert‘ wirkt ihr Sound, der das Beste aus Indie, Pop, Rock, Folk, Singer/Songwriter und Art mitbringt. „The Woman You Want“ ist ihr zweites Studioalbum, das sich abermals auf keinen bestimmten Sound festlegen lassen will.

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Mieke Miami

Mieke Miami – Montecarlo Magic

Als Sabine Mieke Wenzl in der elterlichen Plattensammlung auf „Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band“ stieß, war es um sie geschehen. Sie studierte später Saxophon, Klavier und Querflöte in Berlin, wohnt inzwischen in Luckenwalde, arbeitet aber nach wie vor in der Hauptstadt als Lehrerin und Komponistin. Und eben als Musikerin, denn unter dem Pseudoynm Mieke Miami schreibt sie herrlich eigenwillige, kunstvolle Songs mit poppigem und elektronischem Einschlag. Das Faible für die Beatles ist ihr geblieben, doch „Montecarlo Magic“, so der Titel von Miamis zweitem Album, hat damit wenig zu tun.

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Casper Clausen

Casper Clausen – Better Way

Kreative Energien setzt Casper Clausen scheinbar ununterbrochen frei. Als Frontmann von Efterklang veröffentlicht er seit den frühen 2000ern geschmackvolle Indie-Perlen, zudem gibt es mit Liima ein ähnlich unterhaltsames Nebenprojekt. Seit seiner Jugend spielt Clausen durchgehend in Bands, aber ein Solo-Schauplatz, das ist eben doch neu. Mit Maschinen und Effektgeräten bewaffnet, erforschte der Däne durchaus krautige Pfade. „Better Way“ lässt sämtliche Faden in acht atmosphärischen Kapiteln zusammenlaufen.

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Everything Everything

Everything Everything – Re-Animator

Ihre letzten beiden Platten waren entweder politisch und gesellschaftskritisch oder finster und fatalistisch. Genau das wollen Everything Everything jetzt hinter sich lassen und – wie es oft gerne heißt – zurück zu den Wurzeln kehren. Tatsächlich konnten die Briten die angepeilte Direktheit und Unmittelbarkeit realisieren. Auf „Re-Animator“ bemüht sich die Band um einen deutlich songdienlicheren Ansatz und rückt, zumindest im Vergleich zu den letzten Releases, die Gitarren wieder etwas weiter in der Mittelpunkt.

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Moses Sumney

Moses Sumney – græ

Moses Sumney macht Musik, die sich Beschreibungen und Klassifizierungen entzieht, so kunstvoll und mystisch erscheint sie. Nun holt der junge Kalifornier gleich zum Doppelschlag aus. Auf „græ“ erzeugt Sumney eine Art grauen Zwischenraum zwischen zwei hochgradig abwechslungsreichen und vielschichtigen musikalischen Kapiteln – der erste Teil erschien bereits im Februar – welche das komplette Spektrum der Grautöne untersuchen. Verschiebung und Zwischenräume, Farbe und marginale Identität schwingen sich zu zentralen Handlungssträngen auf.

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Thao & The Get Down Stay Down

Thao & The Get Down Stay Down – Temple

Nach Jahren des Doppellebens, der übermäßigen Vorsicht und des Versteckens – unter anderem aus Furcht vor Konflikten mit und Entfremdung von ihrer Familie und geliebten Kultur – bekennt sich Thao Nguyen offen zu ihrer Queer Identity. Eine gewisse Nervosität bleibt ihr innewohnend, und doch spürt sie eine neue Freiheit, heiratete ihre Freundin und lebt endlich ihr echtes Leben. Beinahe hätte es keine neue Platte von Thao & The Get Down Stay Down gegeben, schien Genosse Rock nicht ausreichend, das endlich öffentlich gewordene Selbst entsprechend auszudrücken. Erstmals in Eigenregie produziert mit Unterstützung des langjährigen Bandmitglieds Adam Thompson, der auch gleich an der Hälfte des Albums mitschrieb, klingt „Temple“ nun etwas anders, und doch vertraut.

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