Ella Fitzgerald – Live At Falkoner Theatre Copenhagen 6th February 1966

Die gemeinsamen Jahre und Werke von Ella Fitzgerald und Duke Ellington bleiben 60 Jahre später der Stoff, aus dem Legenden gemacht sind. Zwei Studioalben und zwei Liveplatten entstanden, darunter das erst viel später veröffentliche „The Stockholm Concert, 1966“, längst ein Jazz-Standard. Bevor es allerdings nach Schweden ging, spielte Fitzgerald zwei Konzerte in Kopenhagen – mit Ellingtons Orchester, aber ohne den Duke selbst. „Live At Falkoner Theatre Copenhagen 6th February 1966“ ist ein Zusammenschnitt dieser Performances, vor wenigen Jahren in einem privaten dänischen Radioarchiv wiederentdeckt und sorgsam restauriert.
Arrangeur und musikalischer Leiter Jimmy Jones übernahm das Piano, der Sound war nicht zwingend typisch Ellington und gestaltete sich ein wenig freier, offener. Eine herrlich beschwingte Version von „Let’s Do It, Let’s Fall In Love“ zählt zu den Highlights dieser Platte. Sympathische Instrumentierung und eine Fitzgerald, die ihrer herausragenden Stimme alles abverlangt, tragen eine glücklicherweise nicht enden wollende, intensive Interpretation. Auch das nur mit einem Trio gespielte „Mack The Knife“, einer von Fitzgeralds Standards, macht in diesem Umfeld mehr Laune. Wilde Magie zwischen Jazz und Swing reißt förmlich von den Sitzen.
Unbedingt erwähnenswert ist „How High The Moon“, auf nahezu acht Minuten ausgedehnt und Spielplatz für allerlei Improvisationen. Grandioser Scat-Gesang und ein kleines Zitat aus „A Hard Day’s Night“ machen Laune. Im Vergleich dazu wirkt „Satin Doll“ fast ruhig und gewöhnlich, tänzelt durch einen sympathischen Ellington-Standard. Auch „Sweet Georgia Brown“, das Fitzgerald vor allem in der späteren Phase ihrer Karriere wiederholt interpretiert wurde, darf hier nicht fehlen. „Só Danço Samba (Jazz ’n‘ Samba)“, der obligatorische Bossa-Nova-Abstecher, klingt in reduzierter Trio-Besetzung erstaunlich intim und doch lebhafter, kleiner Ipanema-Gruß inklusive.
Die Kopenhagener Live-Platte schließt eine weitere kleine Lücke in der etwas späteren Karrierephase Ella Fitzgeralds und bringt Duke-Qualitäten mit, ohne den Meister selbst einzusetzen. Diese kleine Kuriosität macht „Live At Falkoner Theatre Copenhagen 6th February 1966“ mehr als spannend, weil sein Orchester stellenweise eine ganz andere Energie an den Tag legt. Mehrere Veränderungen der Setlist im Vergleich zum bestens bekannten Konzert aus Kopenhagen und eine Fitzgerald, die sich in der dänischen Hauptstadt hörbar wohlfühlt (sie besaß einst ein Haus im Norden des Landes), runden ein mitreißendes Stück Zeitgeschichte exzellent ab.
Ohne Wertung
Erhältlich ab: 24.07.2026
Erhältlich über: Gearbox Records (Edel)
Website: www.ellafitzgerald.com
Facebook: www.facebook.com/EllaFitzgerald
