Schlagwort: Indie Pop

Panic Shack

Panic Shack – Panic Shack

Man braucht keinen Sack, um Punk zu machen. Panic Shack aus Cardiff in Wales fackeln den Boys Club ab und fahren die Ellenbogen aus. Das Quartett geht es betont frontal und partytauglich an, schreckt ebenso wenig vor ernsten Themen oder vermeintlichen Szenegrenzen zurück. Em, Sarah, Meg und Romi lernten sich im lokalen Konzertnetzwerk kennen, erweiterten gemeinsam ihre Songwriting-Skills und wurden an den Instrumenten besser. Diverse Supportgigs und Festivalslots, u. a. bei SXSW, Glastonbury sowie Reading & Leeds, sprechen eine deutliche Sprache. Ihr erstes Album heißt ebenfalls „Panic Shack“ und findet seinen Weg zwischen Wet Leg, PJ Harvey und The Runaways.

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Wet Leg

Wet Leg – moisturizer

Ihr selbstbetiteltes Debütalbum machte Rhian Teasdale und Hester Chambers im Frühjahr 2022 fast über Nacht zu neuen Indie-Darlings. Wet Leg brachten Hype mit sich, der mehr als nur verdient war. Mehrere Hits, umjubelte Festivalauftritte und eigene Touren sollten folgen. Im Laufe der letzten Jahre spielte man sich ein und zeigt sich inzwischen als Quintett, integrierte die Live-Mitglieder Henry Holmes, Josh Mobaraki und Ellis Durand fix ins Line-up. Für den Nachfolger lebte und arbeitete man zusammen, komplett zurückgezogen und auf die Musik fixiert. Das machte sich hörbar bezahlt, denn „moisturizer“ riecht nach dem nächsten Überflieger.

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Pulp

Pulp – More

Eigentlich hatte man sie, zumindest auf Studioebene, schon weitestgehend abgeschrieben. Und doch sind Pulp aktuell mit ihrem ersten Album seit 24 Jahren unterwegs. Zwei Todesfälle – Steve Mackey, langjähriger Bassist ab den späten 80ern, und Jarvis Cockers Mutter – schärften das Bewusstsen, dass man doch selbst noch etwas erschaffen kann (und soll), bevor es zu spät ist. Und so verschanzte sich Cocker mit den langjährigen Wegbegleitern Mark Webber, Nick Banks und Candida Doyle sowie ihren Tour-Musikern im Studio, um doch wieder eine Platte aufzunehmen. „More“ verbindet teils komplett neue Songs und teils Ideen, die seit fast drei Jahrzehnten umherschwirren.

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Goldkimono

Goldkimono – This One’s On The House

Für Martijn ‚Tienus‘ Konijnenburg geht es konstant nur nach oben. Als Goldkimono veröffentlichte der Niederländer erst 2020 seine erste Single. Zwei Alben und diverse Tracks sollten folgen, die unter anderem Radioeinsatz erhielten und zur Untermalung von Fernsehserien verwendet wurden. Zudem wurde Konijnenburg zum gefragten Songwriter und häufte ganz nebenbei über 40 Millionen Streams auf Spotify an. Diese Serie sollte sich mit der dritten eigenen Platte fortsetzen: „This One’s On The House“ schafft es einmal mehr, poppige Eingängigkeit mit sympathischer Eigenständigkeit sowie ernsten Noten dahinter zu verbinden.

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EASY EASY

EASY EASY – EASY EASY

Es hat sich angekündigt, es war verdammt noch mal Zeit dafür: Nach vier packenden EPs bündeln EASY EASY ihre gesamte Strahlkraft endlich auf einem Album. Und das nimmt alles mit, was die letzten Jahre so einbrachten, darunter zwei Headliner-Touren und umjubelte Festival-Auftritte. Natürlich bleiben die Kölner so herrlich energisch und ungeschliffen wie immer, rennen gerne offene Türen ein, lassen den Kater schon mal Kater sein und lieben zugleich doch das Verwaschene, das leicht Unwirkliche. Besagte Full-Length-Platte heißt einfach nur „EASY EASY“ und kommt in seiner symapthischen Dringlichkeit doch leichtfüßig daher.

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Ezra Furman

Ezra Furman – Goodbye Small Head

Ein aus dem Kontrollverlust geborenes Album, so beschreibt Ezra Furman ihr mittlerweile zehntes Studiwerk. Wiewohl sich dieser Kontrollverlust hier auf unterschiedliche Weise äußert, so war der Impetus ein ungeklärter, vermuteter Krampfanfall vor zwei Jahren, der sie Monate lang ans Bett fesselte, unter Schmerzen leidend und komplett erschöpft. Eine medizinische Erklärung blieb aus. Irgendwann sprudelten die Songs geradezu aus ihr heraus und bildeten nach und nach ein Album. „Goodbye Small Head“ widmet sich so unterschiedlichen Themen wie Schwäche und Krankheit, Drogen und BDSM, Herzschmerz und Mystik.

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Tune-Yards

Tune-Yards – Better Dreaming

Musik muss bewegen können, das beschlossen Tune-Yards nach der langen pandemischen Live-Pause für sich. Langweilig war die Zeit für Merrill Garbus und Nate Brenner keinesfalls, denn neben einer Platte vor vier Jahren wurden sie Eltern, das gemeinsame Kind ist inzwischen drei Jahre alt. Zudem ergaben sich neue Perspektiven, die den kunstvoll-anspruchsvollen Songwriting-Prozess nun in unmittelbarere Bahnen lenken. „Better Dreaming“ wurde als Duo aufgenommen, basierend auf Garbus‘ Drum-Loops und rhythmischen Strukturen, und gestaltet den eigenen Art-Pop so einnehmend und lebensbejahend wie lange nicht.

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Sunflower Bean

Sunflower Bean – Mortal Primetime

Beinahe hätte es dieses Album nicht gegeben, denn die drei Musiker*innen hinter Sunflower Bean hatte sich etwas auseinandergelebt. Geographische Veränderungen, zerbrochene Beziehungen, neue Songwriting-Schwerpunkte und Nebenprojekte wirbelten einiges durcheinander. Und doch versuchte man es noch einmal, traf sich – mit bewährtem Team im Hintergrund – in Los Angeles und spürte die Magie schnell wieder. Letztlich entschied man sich, die inzwischen vierte Platte selbst zu produzieren und live im Studio zu tracken. „Mortal Primetime“ fängt das Unmittelbare des Trios ein und erforscht einmal mehr den ureigenen Sound.

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Eli Greenhoe & Hans Bilger

Eli Greenhoe & Hans Bilger – Orchids

Zwei gefragte Musiker, Songwriter, Komponisten und Dozenten mit einer erneuten gemeinsamen Mission: Bereits 2020 veröffentlichten Eli Greenhoe und Hans Bilger, beide aus Brooklyn stammend, ein gemeinsames Album als Airborne Charlie. Zu hören war eine Mischung aus Folk, aus Pop, aus typischen Songwriter-Klängen, aber auch avantgardistische Kammermusik-Elemente, inspiriert von Motiven aus der Klassik. Exakt da setzt auch ihr neuester Streich an, dieses Mal unter ihren bürgerlichen Namen veröffentlicht. „Orchids“ wurde überall aufgenommen und doch kaum mal in einem Studio, und nützt die unterschiedlichen Klangräume als entsprechende Kulisse.

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Nell Smith (c) Alex Hanson

Nell Smith – Anxious

Posthume Alben sind eine knifflige Angelegenheit, gerade auf emotionaler sowie auf kreativer Ebene. Wird die Musik dem künsterlischen Erbe und den Vorstellungen zu Lebzeiten gerecht? Wie seriös, wie ehrlich kann eine Bewertung erfolgen? Bei einer 17jährigen ist dies eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit. Nell Smith verstarb im Vorjahr als Teenager, stand erst am Anfang ihrer musikalischen Karriere. Zuvor hatte sie gemeinsam mit den Flaming Lips ein hevorragendes Nick Cave-Coveralbum aufgenommen, schrieb später gemeinsam mit Shred Kelly und hatte im Alter von 15 Jahren eine einzige Studiosession. Nun sorgsam fertiggestellt, zeigt „Anxious“ eine junge Künstlerin, die noch so viel vorhatte.

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