Schlagwort: Indie Rock

Howling Bells

Howling Bells – Strange Life

Plötzlich war ein Jahrzehnt vergangen: Nach dem Release von „Heartstrings“ im Sommer 2014 waren Howling Bells von der Bildfläche verschwunden, eine ‚ungeplante Pause‘ soll der Grund gewesen sein. Juanita Stein veröffentlichte mehrere Soloalben, Bruder und Gitarrist Joel Stein rief Glassmaps ins Leben und tourte zudem gemeinsam mit Drummer Glenn Moule als Teil von Brandon Flowers‚ Solo-Band. Bei einer Reunion-Show 2022 war der alte Funke wieder da, die Australier:innen begannen neue Songs zu schreiben und haben nun das erste gemeinsame Album seit fast zwölf Jahren im Gepäck. „Strange Life“ klingt im besten Sinne in etwa so, als wäre die Zeit stehengeblieben.

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Die weiteren Aussichten

Die weiteren Aussichten – Das alles hier ist Liebe

Wie man Negatives spielerisch leicht in Positives verkehrt, zeigt Patrick Scheuermann. 100 % im Burnout-Test und frisch arbeitslos – beste weitere Aussichten, wenn man Mitte 20 ist, so die pointierte Reaktion. Daraus entstand Die weiteren Aussichten, erst als Singer/Songwriter-artiges Projekt im Alleingang, das 2024 mit der EP „Heiter bis wolkig“ Sympathisches fürs Herz vermittelte. Im Popkurs Hamburg fand er seine Live-Band, seither geht es deutlich lauter, energischer und beherzter ans Werk. „Das alles hier ist Liebe“ beeindruckt durch musikalische Evolution und hat verdammt gute Songs mit pochendem Indie-Herz im Gepäck.

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The Blue Van

The Blue Van – Recording Club Of 1996

Seit bald drei Jahrzehnten sind sie der Inbegriff von Beständigkeit: Hinter The Blue Van stecken vier Freunde, die sich seit ihrer Kindheit kennen und gemeinsam Musik machen. Ihre Songs liefen in Werbespots, Fernsehserien und Videospielen, sie tourten durch die ganze Welt und verstanden es zuletzt auch, etwas kleinere Brötchen zu backen. „Recording Club Of 1996“, eine Reminiszenz an die Anfangstage, ist das erste Album seit fünf Jahren und verbindet Kommentare zum Hier und Jetzt mit intimen, persönlichen Geschichten und einem noch breiter gesteckten Sound, der mehr denn je ins Ohr geht.

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Together Pangea

Together Pangea – Eat Myself

Schon wieder viel zu viel Zeit vergangen, möchte man meinen: Together Pangea präsentieren ihr erstes post-pandemisches Album, zugleich ihre erste reguläre Platte seit über vier Jahren. Zwar war das Trio aus Kalifornien alles andere als untätig, tourte immer wieder und veröffentlichte akustische Kleinformate, doch gab es eben auch andere Dinge zu tun. Zwei der drei Musiker heirateten und wurden Väter, die Prioritäten verschoben sich ein wenig. Zugleich konnte man im Vorjahr erstmals beim Coachella auftreten und ein sich damit einen großen Wunsch erfüllen. „Eat Myself“ ist nun ihr sechstes Studioalbum, klingt stellenweise ein wenig düsterer und zugleich ruhiger, ja sogar etwas hoffnungsvoll.

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Tape Trash

Tape Trash – Eden

Darauf definitv kein Amen: Ihr im Herbst 2023 erschienener Einstand „Tape Trash 4-Ever“ gilt nach wie vor als Indie-Geheimtipp, voller Herz und Hirn, Melodien und Kanten. Das norwegische Duo Tape Trash befasste sich seither mit einem Strauß an Konflikten – vom musikalischen Hintergrund über das Verhältnis von Emotionen zu Genre-Treuheit (Emo ist hier als reiner Gefühlsausdruck zu verstehen) bis hin zu Glaubensfragen. „Eden“ wurde nach dem Verlust des eigenen Glaubens geschrieben und versucht eine Welt jenseits der Religion für sich zu entdecken, nahezu konstant zwischen gewonnener Freiheit und allumfassender Trauer gefangen.

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Bright Eyes

Bright Eyes – Kids Table

Wenn es läuft, dann so richtig: „Five Dice, All Threes“ bannte alle Stärken der Bright Eyes auf eine Platte, so kauzig und harmoniebedürftig wie eh und je, begleitet von spannenden Gästen und nicht minder interessanten Ideen. Wenig überraschend haben Conor Oberst, Mike Mogis und Nate Walcott Nachschub im Gepäck. Von Anfang an sollte jenes Material, das nicht 100%ig zum Fluss des Albums passte, zu einem späteren Zeitpunkt nachgereicht werden. Begleitet von einigen weiteren Tracks, überrascht „Kids Table“ mit spannenden bis ungewöhnlichen Ansätzen, die sowohl die aktuelle Platte erweitern als auch komplett für sich selbst stehen können sollten.

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Boy & Bear

Boy & Bear – Tripping Over Time

In ihrer australischen Heimat zählen Boy & Bear mittlerweile zum Inventar. Mit ihren bisherigen fünf Alben ging es jeweils in die Top 10, zudem erfreut sich ihr folkiger, bekömmlicher Sound speziell live großer Beliebtheit. Eben jene Serie soll sich nun fortsetzen. Um das besondere Bühnenerlebnis einzufangen, wurden alle Songs live eingespielt, zudem durfte es das eine oder andere Experiment geben. „Tripping Over Time“ bemüht sich darum, das Leben so zu nehmen, wie es ist, mit all seinen schönen und weniger schönen Seiten, voller Charme und Chaos, reich an Widersprüchen und Überraschungen.

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False Lefty

False Lefty – Time Will Tell

Drei Drums, eine dreisaitige Gitarre und zwei Wahlkölner, die ihr eigenes Ding durchziehen – das hört sich erst einmal wunderbar schräg an. False Lefty, das sind Veva und Thomas, verstehen sich auf einen treibenden, eigenwilligen Indie- und Alternative-Sound, der sympathische Melodien mit mächtig Volumen verbindet und dabei schon mal an July Talk erinnert. Eine erste EP landete mitten im Herz, diverse Support-Gigs und Festival-Auftritte im Anschluss unterstrichen die Qualitäten des Duos. Nun wagen sie sich mit „Time Will Tell“ höchst erfolgreich an ein erstes komplettes Album.

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Leatherette

Leatherette – Ritmo Lento

Durchatmen, Luft holen, weitermachen: Leatherette hatten sich binnen kürzester Zeit in ihrer neuen Rolle als Indie-Darlings eingelebt. Das italienische Quintett tourte fleißig durch Großbritannien und ganz Europa, spielte diverse Festivals, doch mussten sie irgendwann langsamer machen. Aus exakt dieser Absicht heraus entstand ihr drittes Album und reflektiert dieses Verlangen musikalisch. „Ritmo Lento“, zu Deutsch „langsamer Rhythmus“, wurde erst nach einer kleinen Kunstpause geschrieben, wollte den Fokus wieder auf die Musik an sich richten und zugleich ein gewisses Maß an Veränderung bemühen. Das ist vollumfänglich gelungen.

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Decorate. Decorate.

Decorate. Decorate. – Swerve Of Atoms

Sie brauchten nur ein Album, um sich zumindest in ihrer dänischen Heimat im kollektiven Gedächtnis einzubrennen: Decorate. Decorate. fanden sich 2006 in Kopenhagen, schüttelten ein Jahr später das Mini-Album „Normandie“ und zwei weitere Jahre danach ihren Erstling „Instructions“ aus dem Ärmel, nur um direkt danach schon wieder Geschichte zu sein. Und doch hallt der düstere, bekömmliche Indie-, Alternative- und Post-Punk-Sound, der unter anderem an Interpol erinnert, immer noch ein wenig nach. Inzwischen ist das Original-Line-up wieder zusammen, erweitert durch Keyboarder Kristian Nygaard Olsen (u. a. Oh No Ono), und transportiert den Rückenwind der Reunion-Shows ins Studio. „Swerve Of Atoms“ greift das Frühwerk mit frischem Wind auf.

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