Schlagwort: Indie Rock

Hater

Hater – Mosquito

Plötzlich hielten Hater einen Strauß Liebeslieder in der Hand. Warum gleich so viele davon entstanden waren, können sich die Schweden im Nachhinein nicht erklären. Und doch geht es Sängerin Caroline Landahl darum, dass nichts an ihrer neuen Platte, am Nachfolger von „Sincere“, soft und kuschelig ist. Denn, ja, Schmetterlinge im Bauch gibt es durchaus, aber eben auch gebrochene Herzen, komplette Leere, ein stetes emotionales Auf und Ab. All das kleidet das Quartett aus Malmö in den nunmehr vertrauten Mix aus Indie Pop, Indie Rock und Shoegaze. „Mosquito“ sucht nach der wahren Liebe, oft traurig und sehnsüchtig, und kleidet dies in durchaus mythische Geschichten.

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shatten

shatten – Gegenwart

Es herrscht Aufbruchsstimmung, weil es nicht anders geht, wenn alles den Bach hinuntergeht. shatten haben die Zeichen der Zeit erkannt und brechen ihren Sound auf. Das Quartett aus Hamburg ringt mit einer Welt der verhärteten Fronten und eskalierenden Konflikte und antworten darauf mit nahezu verspielten Klängen – etwas melodischer, getragener und selbst inmitten aller gebotener Fröhlichkeit gerne mal düsterer. „Gegenwart“ verschiebt Perspektiven, ringt mit der Introspektive und sucht nach Wegen, um das Hier und Jetzt ein wenig schöner zu machen. Auch wenn dieses Vorhaben zum Scheitern verurteilt sein mag.

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IST IST

IST IST – Dagger

Harte Arbeit und Mundpropaganda brachten IST IST das verdiente Scheinwerferlicht ein. In den letzten zehn Jahren erschienen vier Alben, fünf EPs und mehr als zehn Live-Platten. Zuletzt gelang mit „Light A Bigger Fire“ sogar erstmals der Einstieg in die britischen Top 40. Und doch widersteht das Quartett aus Manchester weiterhin dem Ruf größerer Labels, veröffentlicht abermals über die eigene Plattenfirma und bleibt komplett selbstbestimmt. Diese kreative Freiheit macht sich auch auf ihrem mittlerweile fünften Studiowerk bezahlt: „Dagger“ bewegt sich einmal mehr in vertrauten Gefilden zwischen düsterem Post Punk, funkelndem Wave-Pop und zügellosen Indie-Gitarrenwänden.

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Volores

Volores – Shores Of Scorpio

Das Ehepaar Shelby und Nathen Maxwell (Bassist bei Flogging Molly) bemüht sich als Volores um spannende, emotional aufgeladende Indie- und Alternative-Klänge mit einer gesunden Prise Goth, Post Punk und Americana. Nach einem immersiven ersten Album stellte eine kapitale Enthüllung das Leben von Sängerin Shelby auf den Punkt: Ihr leiblicher Vater war nicht der Mann, für den sie ihn gehalten hatte. Daraus ergab sich die Suche nach einem eigentlichen Zuhause für eine Person, die sich stets fehl am Platze gefühlt hatte. „Shores Of Scorpio“ begleitet die Auseinandersetzung mit der eigenen Identität.

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Stone

Stone – Autonomy

Falls Rock wieder einmal gerettet werden muss: Hier sind die perfekten Kandidaten. Stone gründeten sich vor zehn Jahren in Liverpool, als Fin Power und Elliott Gill gerade einmal 17 Jahre alt waren. In der Folgezeit komplettierten Sarah Lucy Surrage und Alex Smith das Line-up, man veröffentlichte diverse EPs, fand sich plötzlich bei einem Major-Label und erreichte mit dem Einstand „Fear Life For A Lifetime“ die britischen Top 40. Mit V2 hat man nun einen deutlich bodenständigeren Partner an der Seite, der den bewusst rohen, ungeschönten und doch eingängigen Tracks zwischen Alternative, Indie und etwas Britpop-Revival die richtige Bühne bietet. Dazu passt auch der Titel ihres Zweitlings: „Autonomy“.

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Exsonvaldes

Exsonvaldes – Ninety Seconds To Midnight

Mit ihrem Überraschungs-Comeback 2023 etablierten sich Exsonvaldes sofort wieder an der Speerspitze der französischen Indie- und Alternative-Landschaft. Und doch soll dies für das Trio aus Paris nur der Anfang sein. Mit dem Nachfolger wollen sie ein paar Schritte zurückgehen und an die Dringlichkeit ihrer Anfangstage vor mittlerweile einem Vierteljahrhundert anknüpfen. „Ninety Seconds To Midnight“ (ein Verweis auf die Weltuntergangsuhr) kramt wieder deutlich mehr Gitarren hervor und ignoriert doch keinesfalls die Entwicklungen späterer Jahre, als die Band zu Alternative-Pop-Meistern gereift war.

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Howling Bells

Howling Bells – Strange Life

Plötzlich war ein Jahrzehnt vergangen: Nach dem Release von „Heartstrings“ im Sommer 2014 waren Howling Bells von der Bildfläche verschwunden, eine ‚ungeplante Pause‘ soll der Grund gewesen sein. Juanita Stein veröffentlichte mehrere Soloalben, Bruder und Gitarrist Joel Stein rief Glassmaps ins Leben und tourte zudem gemeinsam mit Drummer Glenn Moule als Teil von Brandon Flowers‚ Solo-Band. Bei einer Reunion-Show 2022 war der alte Funke wieder da, die Australier:innen begannen neue Songs zu schreiben und haben nun das erste gemeinsame Album seit fast zwölf Jahren im Gepäck. „Strange Life“ klingt im besten Sinne in etwa so, als wäre die Zeit stehengeblieben.

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Die weiteren Aussichten

Die weiteren Aussichten – Das alles hier ist Liebe

Wie man Negatives spielerisch leicht in Positives verkehrt, zeigt Patrick Scheuermann. 100 % im Burnout-Test und frisch arbeitslos – beste weitere Aussichten, wenn man Mitte 20 ist, so die pointierte Reaktion. Daraus entstand Die weiteren Aussichten, erst als Singer/Songwriter-artiges Projekt im Alleingang, das 2024 mit der EP „Heiter bis wolkig“ Sympathisches fürs Herz vermittelte. Im Popkurs Hamburg fand er seine Live-Band, seither geht es deutlich lauter, energischer und beherzter ans Werk. „Das alles hier ist Liebe“ beeindruckt durch musikalische Evolution und hat verdammt gute Songs mit pochendem Indie-Herz im Gepäck.

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The Blue Van

The Blue Van – Recording Club Of 1996

Seit bald drei Jahrzehnten sind sie der Inbegriff von Beständigkeit: Hinter The Blue Van stecken vier Freunde, die sich seit ihrer Kindheit kennen und gemeinsam Musik machen. Ihre Songs liefen in Werbespots, Fernsehserien und Videospielen, sie tourten durch die ganze Welt und verstanden es zuletzt auch, etwas kleinere Brötchen zu backen. „Recording Club Of 1996“, eine Reminiszenz an die Anfangstage, ist das erste Album seit fünf Jahren und verbindet Kommentare zum Hier und Jetzt mit intimen, persönlichen Geschichten und einem noch breiter gesteckten Sound, der mehr denn je ins Ohr geht.

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Together Pangea

Together Pangea – Eat Myself

Schon wieder viel zu viel Zeit vergangen, möchte man meinen: Together Pangea präsentieren ihr erstes post-pandemisches Album, zugleich ihre erste reguläre Platte seit über vier Jahren. Zwar war das Trio aus Kalifornien alles andere als untätig, tourte immer wieder und veröffentlichte akustische Kleinformate, doch gab es eben auch andere Dinge zu tun. Zwei der drei Musiker heirateten und wurden Väter, die Prioritäten verschoben sich ein wenig. Zugleich konnte man im Vorjahr erstmals beim Coachella auftreten und ein sich damit einen großen Wunsch erfüllen. „Eat Myself“ ist nun ihr sechstes Studioalbum, klingt stellenweise ein wenig düsterer und zugleich ruhiger, ja sogar etwas hoffnungsvoll.

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