Schlagwort: Indie Rock

Fuck Yeah – Funny Farm

Fuck Yeah – der Name ist Programm. Anlaufschwierigkeiten kennt das Quartett aus München nicht, denn kurz nach Bandgründung erschien eine erste EP, wenige Monate später das Debütalbum „Fuck Yeah“. Was dort zu hören war, torpedierte Gevatter Rock mit Presslufthämmern und Bontempi-Orgeln: Freigeist pur mit guten Songs und gutgemeinten Experimenten. Mehr von dieser unorthodoxen wie kurzweiligen Mischung landet nun auf „Funny Farm“.

Weiterlesen

Forth Wanderers – Forth Wanderers

Als Band mögen sie in den letzten Jahren gewachsen sein, die Songwriting-Strategie der Forth Wanderers änderte sich seit ihren High-School-Tagen jedoch kaum: Gitarrist Ben Guterl kleistert ein instrumentales Korsett zusammen und gibt an Ava Trilling weiter, die sich um Lyrics und Gesangsmelodie kümmert, dann arbeitet das Quintett zusammen an der Demo. Obwohl man unweit von einander entfernt im Bundesstaat New Jersey lebt, bleibt es bei diesem Stückwerk – die bisherigen Releases sprechen für diese Taktik. Mit dem schlicht „Forth Wanderers“ betitelten Zweitling feiern die US-Amerikaner nun ihren Einstand für Sub Pop.

Weiterlesen

Please Madame – Young Understanding

Die Mozartstadt Salzburg darf gerne als musikalisch vorbelastet betrachtet werden. Hier brodelt es ordentlich mit unerwarteter musikalischer Breite, gerade im weit gesteckten Gitarrenbereich. Please Madame drängen nun ein zweites Mal an die Oberfläche. Nach einem sympatischen Debütalbum und gemeinsamen Auftritten mit Hurts und Mia. ging es zurück ins Studio, um den hymnischen, unverschämt eingängigen Indie Rock in Form zu gießen. „Young Understanding“, das Ergebnis mehrmonatiger Arbeiten, kann sich hören lassen.

Weiterlesen

Naked Giants – SLUFF

„SLUFF“ kann ganz viele Bedeutungen haben und ist somit der perfekte Titel für das vielschichtige Debütalbum des Trios Naked Giants aus Seattle. Vielleicht ist es das Geräusch von Schlangen, wenn sich diese häuten. Vielleicht dient es als Kurzform für die Tech-Invasoren der Stadt, gerne auch als „South Lake Union Fuck Faces“ bezeichnet. Oder es ist einfach nur der dreckige Wintermatsch, der an den Stiefeln kleben bleibt. Auf ihrem Einstand geben sich Naked Giants allerdings weder matschig noch, nun ja, fuckface-ig.

Weiterlesen

Isolation Berlin – Vergifte dich

Was ist eigentlich wirklich, was noch echt? Lügen, Fake News und Alltagsentfremdung sind stete Begleiter für Isolation Berlin. Ihr „Und aus den Wolken tropft die Zeit“ war vor zwei Jahren entscheidender Impuls für die stagnierende deutsche Alternative-Gitarrenrock-Szene, die gemeinsame Platte mit Der Ringer ein kurioses Experiment zwischen Freundschaft und Verweigerungshaltung. 2018 wirft das Quartett einen ungefilterten Blick auf Liebe und Verzweiflung, und tauft diesen auf den angenehm bissigen Namen „Vergifte dich“.

Weiterlesen

Calexico – The Thread That Keeps Us

Joey Burns ging im Frühjahr und Sommer vergangenen Jahres unter die Wanderer. Während den Aufnahmen zum neuen Calexico-Album streifte er durch den Norden Kaliforniens, ließ sich vom weit offenen Land zu musikalischen Höchstleistungen inspirieren. Und doch ist dieses „The Thread That Keeps Us“ von privaten Ängsten und Hoffnungen gezeichnet, wie auch vom schwerfälligen und bedrohlichen politischen Klima – und zugleich so abwechslungsreich und kraftvoll wie schon lange nicht mehr.

Weiterlesen

Tocotronic – Die Unendlichkeit

Im Nachhinein betracht, hatte das „Rote Album“ seine Schwächen. Tocotronics Flirt mit Pop pendelte zwischen Sternstunden und so mancher Schwäche. Für das mittlerweile zwölfte Studioalbum traut man sich erstmals seit anderthalb Jahrzehnten wieder an (auto-)biographisches Material. „Die Unendlichkeit“ hört sich wie eine große Indie-Coming-of-Age-Geschichte, gekleidet in das etatmäßige Indie-Rock-Soundgewand aus der Ära vor der faszinierenden „Berlin“-Trilogie. Anders gesagt: retro, aber nicht zu retro.

Weiterlesen

Kettcar – Ich vs. Wir

Darf man im Fall von Kettcar von einem Comeback sprechen? Eine kleine Wiederauferstehung ist dieses erste Album seit „Zwischen den Runden“ 2012 allemal. Man war mit der Platte unzufrieden, es gab gewisse Probleme innerhalb der Band und Frontmann Marcus Wiebusch stellte seine Mitstreiter mit dem Release seines Solo-Debüts schließlich vor vollendete Tatsachen. Mittlerweile stimmt aber wieder alles, und „Ich vs. Wir“, das mit Abstand politischste Album Kettcars, ist auch fertig geworden.

Weiterlesen

Teemu & The Deathblows – Keep It In The Dark

International vor allem für doomige Krachmacher sowie das grandiose Debütalbum der Grave Pleasures-Vorläufer Beastmilk bekannt, hat das finnische Label Svart Records musikalisch wesentlich mehr zu bieten. Neben krautigen Ausflügen, Psych Marke Teksti-TV 666 oder dem poppigen Wave-Punk von Kesä gehören auch Teemu & The Deathblows zum Roster der finnischen Alleskönner. Das Quartett wildert irgendwo zwischen 60s-Surf-Ursuppe, großen Garage-Riffs und den Indie-Großtaten der Pixies. Nun steht das Debütalbum „Keep It In The Dark“ in den Startlöchern.

Weiterlesen

Pale | Seas – Stargazing For Beginners

Eigentlich sollte 2014 das Jahr von Pale | Seas werden. Von der Indie-Presse für ihre Kleinformate und Live-Konzerte gefeiert, stand ein Debütalbum bereits in den Startlöchern. Die Briten waren mit dem Ergebnis jedoch nicht zufrieden und tauchten einfach mal ein paar Jahre unter, um auf der Isle of Wight alles unter besonderen Voraussetzungen neu einzuspielen. Der etwas ungewöhnliche Aufwand macht sich auf „Stargazing For Beginners“ hörbar bezahlt.

Weiterlesen

Wir verwenden Cookies. Cool?