Schlagwort: Noise Rock

All diese Gewalt

All diese Gewalt – Andere

So stark Die Nerven auch sind: Max Rieger wollte immer schon etwas haben, das nur ihm gehört. Deswegen entstand 2013 All diese Gewalt, ein Soloprojekt für den rastlosen Musiker, der Stress und Hektik schätzt, der nicht durchatmen will. Zuletzt kramte er diesen Nebenschauplatz vor vier Jahren hervor, als sich „Welt in Klammern“ ins semi-konzeptuelle Chaos stürzte und daran große Freude fand. „Andere“ brauchte laut Rieger geraume Zeit, um sich zu finden und zu sortieren. Das Ergebnis wirkt geräumiger und konkreter zugleich.

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Greg Puciato

Greg Puciato – Child Soldier: Creator Of God

Irgendwann musste diese Platte erscheinen. 16 Jahre rackerte sich Greg Puciato mit The Dillinger Escape Plan an vorderster Mathcore-Front ab, bevor sich die Band auflöste. Neben dem All-Star-Schauplatz Killer Be Killed zeigt er mit The Black Queen zudem eine komplett andere, elektronische Seite. Nun wirft der Sänger und Multi-Instrumentalist einfach alles in einen Topf und präsentiert das Ergebnis als Soloplatte. Für „Child Soldier: Creator Of God“ spielte Puciato bis auf das Schlagzeug (hier halfen aktuelle und ehemalige Weggefährten aus) alles selbst ein und versucht erst gar nicht, sich auf einen Sound festzulegen.

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Metz

Metz – Atlas Vending

Zeiten wie diese scheinen Metz auf den Leib geschneidert zu sein. Krachende, treibende und unorthodoxe Songs, bohrende Finger in tiefen Wunden und pointierte Texte über Isolation, medial herbeigeführte Paranoia sowie soziale Phobie passen perfekt zur beklemmenden Gegenwart. Tatsächlich zieht das Trio aus Toronto aber einfach nur konsequent seinen Stiefel durch und packt eine weitere Platte zwischen Noise, Punk und Garage aus. „Atlas Vending“ schlägt wild um sich und verbreitet kultivierte Rastlosigkeit.

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Uniform

Uniform – Shame

Nettigkeiten werden überbewertet. Zumindest scheint dies der Sound von Uniform zu suggerieren. Das Trio aus New York zockt fiesen, durchaus abstoßenden Noise Rock mit Industrial-Schlagseite und veröffentlichte neben diversen eigenen Platten überaus experimentelle Kollaborationen mit den Sludge-Lautmalern von The Body. Aktuell wieder auf eigenen Beinen stehend, bemüht die kürzlich um Schlagzeuger Mike Sharp gewachsene Band das Konzept des Film Noir sowie des Hardboiled Detective für seinen neuesten Streich, „Shame“.

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Protomartyr

Protomartyr – Ultimate Success Today

Wo Protomartyr aufschlagen, wächst nichts mehr. Schon gar kein Gras. Seit über einem Jahrzehnt verbreitet die US-Band bedrohliche, unheilvolle Stimmung. Ihre Mischung aus Post Rock und noisigem Gothic Rock ist der Soundtrack für die gefühlten Untergangsszenarien dieser Zeit, von jüngeren Ereignissen inspiriert. Apropos jüngere Ereignisse: Der Re-Release der vergriffenen Debütalbums veranlasste das Quartett, einen Blick auf diese anfängliche Dringlichkeit im Sound zu werfen und sie erneut aufzugreifen. „Ultimate Success Today“ münzt besagten jugendlichen Elan auf gegenwärtige Verzweiflung um.

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Louis Jucker & Coilguns

Louis Jucker & Coilguns – Play Kråkeslottet [The Crow’s Castle] & Other Songs From The Northern Shores

Im vergangenen März veröffentlichte Tausendsassa Louis Jucker sein neues, experimentell angehauchtes Folk-Album „Kråkeslottet [The Crow’s Castle]“ und holte sich seine Band Coilguns – eher im Math-, Noise- und Hardcore-Punk-Bereich verankert – als Begleitung mit auf Tour. Vom begeisterten Feedback beflügelt, hängte man zwei Studiotage ans Ende der Tour dran und spielte die deutlich lautere, kratzigere Bühnenversion ein. Diese erscheint nun als „Play Kråkeslottet [The Crow’s Castle] & Other Songs From The Northern Shores“ – natürlich auf dem eigenen Label von Jucker und seinem Coilguns-Kollegen Jona Nido.

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Pabst

Pabst – Deuce Ex Machina

Vor knapp zwei Jahren gingen Pabst mit elf Songs geradezu durch die Decke. „Chlorine“ erwies sich als räudiger, unverschämt eingängiger Bastard von einem Debütalbum, ungeschliffen und doch so voluminös mit seinen fiesen, knackigen Hits. Seither tourte das Berliner Trio fleißig durch die Lande, gründete ein eigenes Label und konnte sich die Dienste von Moses Schneider sowie Magnus Wichmann für den Nachfolger sichern. Tatsächlich hört man deren Feinschliff auf „Deuce Ex Machina“, an der zwingenden Wucht des Pabst’schen Sounds hat sich allerdings herzlich wenig geändert.

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Friends Of Gas

Friends Of Gas – Kein Wetter

Intensiv, schroff, ein rauschendes musikalisches Erlebnis zwischen Schein und Sein: Wo Friends Of Gas hintreten, wächst kein Gras mehr. Der finstere, karge Sound des Münchner Quintetts glänzt durch abstoßende Schönheit und bizarr-paradoxe Aufbauten, irgendwo zwischen Post Punk, Noise und Kraut firmierend. Für „Kein Wetter“ erheben sie sich ein zweites Mal aus dem Düster-Keller und starten einen Angriff auf sämtliche Sinne, in beklemmende Arrangements gekleidet.

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Ghostmaker

Ghostmaker – Room Service Romeo

Ideen haben Ghostmaker in rauen Mengen. Aktuell als infernales Trio unterwegs, werfen die Berliner starke Songs in rauen Mengen ab. Wüsten-Rock, Alternative-Riffs und 90s-Noise-Untertöne geben sich ein Stelldichein. Nach mehreren Mini-Alben, die eigentlich mehr als das waren, und einer EP steht nun „Room Service Romeo“ in den Startlöchern. Das erste reguläre Studioalbum, wenn man so will, setzt den eingängigen, leicht kratzigen Weg gekonnt fort.

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Barrels

Barrels – Barrels

2017 tauchten Barrels aus Hamburg erstmals mit „Invisible“ auf und arbeiteten sich am Tod eines Familienmitglieds ab. Zwischendurch wurde die Rhythmusabteilung durchgewürfelt und der Blick nach außen gerichtet. Nun geht es dem störrisch und doch so charmant klingenden Quartett um gesellschaftliche Störfaktoren, um zentrale moralische Fragen zwischen Profitgier und Rücksichtslosigkeit. „Barrels“ heißt die neue EP, wie die Band, und zerlegt in 28 Minuten alles.

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