Schlagwort: Noise Rock

Tramhaus

Tramhaus – Blister

Ihr erstes Album war nicht nur ein Grund zum Feiern, sondern auch für ausgiebige Live-Aktivitäten. Nach einer Serie von Singles rannten Tramhaus vor ziemlich genau zwei Jahren mit „The Last Exit“ offene Türen ein und spielten im Anschluss 125 Konzerte in 22 Ländern binnen einem Jahr. Es ging durch ganz Europa, nach Japan und in die USA, auf Festival-Bühnen (u. a. Primavera und Sziget) ebenso wie in weniger besuchte Länder, darunter Moldawien und Kosovo. Nebenher entstanden erste Skizzen für eine neue Platte, später im GAM Studio in vertrauter Ardennen-Umgebung komplettiert. „Blister“ erscheint nun in einer internationalen Kooperation bei gleich sechs unterschiedlichen Labels, im GSA-Raum bei Siluh.

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Die Cigaretten

Die Cigaretten – Eine gesunde Reaktion auf eine kranke Welt

Auch für Nichtraucher großartig: Die Cigaretten melden sich mit einem neuen Album zurück. Das Trio aus Hamburg langt bevorzugt roh und direkt zu, bündelt Punk- und Rock’n’Roll-Energie in gerne mal schroffe, kraftvolle und ab und an recht schön unbequeme Songs. Genau das könnte der richtige Ansatz angesichts einer bis zur drohenden Katastrophe eskalierenden Gegenwart sein. So oder so ähnlich lässt sich der Titel ihres neuen Longplayers erklären: „Eine gesunde Reaktion auf eine kranke Welt“ klopft 15 Lieder über Liebe und Trennungen, Chaos und Hoffnung raus und findet sich immer wieder in tragischen, absurden und wunderschönen Momentaufnahmen.

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Protomartyr

Protomartyr – Hotel Usona

Zurückhaltung – vornehm oder anderweitig – war noch nie die Stärke von Protomartyr. Seit mehr als 15 Jahren verbindet das Quartett aus Detroit zunehmend experimentell veranlagten Post Punk mit klarer Kante. Drei Jahre nach dem herausragenden „Formal Growth In The Desert“ ringen sie mit einer in so ziemlich jeder Hinsicht beschissenen Gegenwart und alles andere als hoffnungsvollen Zukunftsaussichten. In „Hotel Usona“ stellt sich Frontmann Joe Casey sein Heimatland als alterndes, zunehmend verfallendes Hotel vor und betrachtet eine Nation im freien Fall, die sich in den Fängen des Faschismus befindet.

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Musa Dagh

Musa Dagh – Endurance

Aren Emirze musste Musa Dagh einmal mehr neu besetzen. Am Schlagzeug kam das bereits das eine oder andere Mal vor (nach Thomas Götz und Sebastian Madsen gibt hier nun der zuletzt unter anderem bei Abwärts tätige Martin „Dog“ Kessler den manisch-motorischen Takt vor), der Abschied von Aydo Abay (der kurze Zeit später eine spannende Platte mit No Body veröffentlichte) überraschte dennoch. Über Produzent Moses Schneider entstand der direkte Kontakt zu SAFI, die zusätzlich den Bass übernahm und den Sound noch einmal etwas aufwertete. Wenig überraschend brennt die Luft ab der ersten Sekunde von „Endurance“, das mittlerweile dritte Studioalbum.

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Culk

Culk – smogstar

Die Stadt holt alle ein – auch Culk, die ihr mittlerweile viertes Studioalbum dem urbanen Raum widmen, begleitet von permanentem Rauschen, von Neuankömmlingen und Urgesteinen. Für die vier Wiener ist das aber nicht nur ein Heimspiel mit wechselnder Perspektive, sondern eine Neuerfindung auf Raten. Tatsächlich wollte das Quartett wieder zum Ursprungsgedanken zurückkehren, der sie einst zum gemeinsamen Musikmachen brachte, vom eigenen Umfeld geprägt und zugleich wieder deutlich unverkopfter unterwegs. Nach dem beklemmenden, gerne mal düsteren Meisterwerk „Generation Maximum“ geht es „smogstar“ deutlich lockerer und unmittelbarer an.

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The Fourth Wall

The Fourth Wall – Memories Of The Future

Schwere Kost scheint The Fourth Wall anzuspornen. Vor zweieinhalb Jahren setzte sich Mastermind Stephen Agustin auf „Return Forever“ mit den Erfahrungen von Einwanderern auseinander und griff dabei unter anderem auf die eigene Familiengeschichte zurück. Nun wandert der Blick nach vorne und befasst sich mit einer Zukunft, die immer aussichtsloser wird, wo Leere für Reizüberflutung sorgt, wo wenig Lebenswertes bleibt und die Zuflucht in alternative Realitäten Gang und Gäbe scheint. „Memories Of The Future“ denkt die Krise auf hochspannende Weise weiter.

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PEACH

PEACH – Only Love

Ein Riesenalbum aus dem gefühlten Nirgendwo … und jetzt? Gleich mit dem Einstand gelang PEACH ein Volltreffer. Das Quartett aus Bristol veröffentlichte sein Debüt im September 2023 und punktete mit einer wütenden, intensiven Mischung aus Alternative, Grunge, Post Punk und Noise sowie dem einen oder anderen Abstecher in die Wüste. Daran hat sich seither herzlich wenig geändert. „Only Love“ tritt nun ein schweres Erbe ein, tobt sich mit den gewonnenen Erfahrungen der letzten Jahre aus und hat hörbar wenig Lust darauf, auch nur im Geringsten nachzugeben – das sollte spätestens nach einem Blick auf das Artwork keineswegs überraschen.

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La Sécurité

La Sécurité – Bingo!

Wie chaotisch darf Punk sein? La Sécurité rufen nur ‚Ja!“ und machen einfach. Das Quintett aus Montreal erklärt Präfix-Präferenzen für Art, Dance und Post, mit etwas Noise, Indie und Gaze als Bonus. Erste nationale und internationale Festivals, darunter ein Reeperbahn-Auftritt, wurden bereits erfolgreich absolviert, das erste Album „Stay Safe!“ erwies sich als hibbelige und zugleich erstaunlich entspannte Platte und wurde verdientermaßen auf die Longlist des Polaris Music Prize gesetzt. „Bingo!“ ist der mehr als unterhaltsame, gerne mal schräge und stets herausfordernde Nachfolger.

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HEALTH

HEALTH – Addendum

Einmal mehr steht für HEALTH das Ende einer Ära an. Dieses Mal ist es der Releasezyklus rund um die beiden Geschwisteralben „Rat Wars“ und „Conflict DLC“, der nun abgeschlossen wird. So etwas wie Resteverwertung kommt den Noise-, Industrial- und Electro-Meistern aber keinesfalls in den Sinn. Ihr neuestes Mini-Album verbindet vergangene prominente Kollaborationen mit diversen anderen Tracks. Oder wie es die Band auf den Punkt bringt: „Das Müll-Jahrzehnt geht weiter“. Von Schrott ist „Addendum“ aber meilenweit entfernt, sondern findet eine Art musikalischen Mittelweg der letzten beiden Platten, kleine Überraschungen inklusive.

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ZAHN

ZAHN – Purpur

Bunt. Üppig. Unwirklich. Ausdrucksstark. ZAHN planen Großes für ihr drittes Album. Das Trio aus der Hauptstadt zeigte sich auf „Adria“ von seiner vielfältigen, gerne mal unwirklichen und dabei stets spannenden Seite. Urlaubende Getriebenheit transportierte sie durch verschiedenste Kraut-, Noise- und Elektro-Gefilde. Daran soll der Nachfolger anknüpfen und zugleich neue Pfade beschreiten, zugleich rockiger und elektronischer klingen. Mit Gästen wie Kjetil Nernes (Årabrot) und Fabian Bremer (Radare, Aua) sowie Magnus Lindberg (Cult Of Luna) am Mix und Mastering geht „Purpur“ in jeder Hinsicht in die Vollen.

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