Schlagwort: Noise Rock

Musa Dagh

Musa Dagh – Endurance

Aren Emirze musste Musa Dagh einmal mehr neu besetzen. Am Schlagzeug kam das bereits das eine oder andere Mal vor (nach Thomas Götz und Sebastian Madsen gibt hier nun der zuletzt unter anderem bei Abwärts tätige Martin „Dog“ Kessler den manisch-motorischen Takt vor), der Abschied von Aydo Abay (der kurze Zeit später eine spannende Platte mit No Body veröffentlichte) überraschte dennoch. Über Produzent Moses Schneider entstand der direkte Kontakt zu SAFI, die zusätzlich den Bass übernahm und den Sound noch einmal etwas aufwertete. Wenig überraschend brennt die Luft ab der ersten Sekunde von „Endurance“, das mittlerweile dritte Studioalbum.

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Culk

Culk – smogstar

Die Stadt holt alle ein – auch Culk, die ihr mittlerweile viertes Studioalbum dem urbanen Raum widmen, begleitet von permanentem Rauschen, von Neuankömmlingen und Urgesteinen. Für die vier Wiener ist das aber nicht nur ein Heimspiel mit wechselnder Perspektive, sondern eine Neuerfindung auf Raten. Tatsächlich wollte das Quartett wieder zum Ursprungsgedanken zurückkehren, der sie einst zum gemeinsamen Musikmachen brachte, vom eigenen Umfeld geprägt und zugleich wieder deutlich unverkopfter unterwegs. Nach dem beklemmenden, gerne mal düsteren Meisterwerk „Generation Maximum“ geht es „smogstar“ deutlich lockerer und unmittelbarer an.

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The Fourth Wall

The Fourth Wall – Memories Of The Future

Schwere Kost scheint The Fourth Wall anzuspornen. Vor zweieinhalb Jahren setzte sich Mastermind Stephen Agustin auf „Return Forever“ mit den Erfahrungen von Einwanderern auseinander und griff dabei unter anderem auf die eigene Familiengeschichte zurück. Nun wandert der Blick nach vorne und befasst sich mit einer Zukunft, die immer aussichtsloser wird, wo Leere für Reizüberflutung sorgt, wo wenig Lebenswertes bleibt und die Zuflucht in alternative Realitäten Gang und Gäbe scheint. „Memories Of The Future“ denkt die Krise auf hochspannende Weise weiter.

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PEACH

PEACH – Only Love

Ein Riesenalbum aus dem gefühlten Nirgendwo … und jetzt? Gleich mit dem Einstand gelang PEACH ein Volltreffer. Das Quartett aus Bristol veröffentlichte sein Debüt im September 2023 und punktete mit einer wütenden, intensiven Mischung aus Alternative, Grunge, Post Punk und Noise sowie dem einen oder anderen Abstecher in die Wüste. Daran hat sich seither herzlich wenig geändert. „Only Love“ tritt nun ein schweres Erbe ein, tobt sich mit den gewonnenen Erfahrungen der letzten Jahre aus und hat hörbar wenig Lust darauf, auch nur im Geringsten nachzugeben – das sollte spätestens nach einem Blick auf das Artwork keineswegs überraschen.

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La Sécurité

La Sécurité – Bingo!

Wie chaotisch darf Punk sein? La Sécurité rufen nur ‚Ja!“ und machen einfach. Das Quintett aus Montreal erklärt Präfix-Präferenzen für Art, Dance und Post, mit etwas Noise, Indie und Gaze als Bonus. Erste nationale und internationale Festivals, darunter ein Reeperbahn-Auftritt, wurden bereits erfolgreich absolviert, das erste Album „Stay Safe!“ erwies sich als hibbelige und zugleich erstaunlich entspannte Platte und wurde verdientermaßen auf die Longlist des Polaris Music Prize gesetzt. „Bingo!“ ist der mehr als unterhaltsame, gerne mal schräge und stets herausfordernde Nachfolger.

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HEALTH

HEALTH – Addendum

Einmal mehr steht für HEALTH das Ende einer Ära an. Dieses Mal ist es der Releasezyklus rund um die beiden Geschwisteralben „Rat Wars“ und „Conflict DLC“, der nun abgeschlossen wird. So etwas wie Resteverwertung kommt den Noise-, Industrial- und Electro-Meistern aber keinesfalls in den Sinn. Ihr neuestes Mini-Album verbindet vergangene prominente Kollaborationen mit diversen anderen Tracks. Oder wie es die Band auf den Punkt bringt: „Das Müll-Jahrzehnt geht weiter“. Von Schrott ist „Addendum“ aber meilenweit entfernt, sondern findet eine Art musikalischen Mittelweg der letzten beiden Platten, kleine Überraschungen inklusive.

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ZAHN

ZAHN – Purpur

Bunt. Üppig. Unwirklich. Ausdrucksstark. ZAHN planen Großes für ihr drittes Album. Das Trio aus der Hauptstadt zeigte sich auf „Adria“ von seiner vielfältigen, gerne mal unwirklichen und dabei stets spannenden Seite. Urlaubende Getriebenheit transportierte sie durch verschiedenste Kraut-, Noise- und Elektro-Gefilde. Daran soll der Nachfolger anknüpfen und zugleich neue Pfade beschreiten, zugleich rockiger und elektronischer klingen. Mit Gästen wie Kjetil Nernes (Årabrot) und Fabian Bremer (Radare, Aua) sowie Magnus Lindberg (Cult Of Luna) am Mix und Mastering geht „Purpur“ in jeder Hinsicht in die Vollen.

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Health

HEALTH – Conflict DLC

Der Wahnsinn hat einmal mehr ordentlich Beute gemacht: Mit ihrem ureigenen, poppigen Industrial-Ansatz verwirren und verzaubern HEALTH seit Jahren. Zuletzt erweiterte „Rat Wars“ den eigenen Sound durch eine Vielzahl an Extremen, lauter und leiser zugleich. Der Nachfolger „Conflict DLC“ versteht sich als eine Art Begleitalbum, das im gleichen musikalischen Universum spielt und insgesamt härter und direkter ausfällt. Dafür verzichtete man dieses Mal auf eine große Armada an Gästen und konzentrierte sich stattdessen auf den üblichen, vertrauten Kampf mit existenzieller Bedeutungslosigkeit im Angesicht des unvermeidbaren eigenen Untergangs.

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Werewolf Etiquette

Werewolf Etiquette – Werewolf Etiquette

Als sich Mother Tongue nach sechsjähriger Auflösungsphase wieder zurückmeldeten, war Drummer Geoff Haba nicht an Bord. Über Jahre hinweg lud er Bassist und Mitbegründer David „Davo“ Gould zu Coffee & Conversation ein, der zögerte jedoch erst. Irgendwann traf man sich doch, jedoch unter ganz anderen Voraussetzungen: Instrumente einstecken und rocken. Daraus entstand Werewolf Etiquette, ein rhythmisches Duo komplett ohne Gitarren, das Bass und Schlagzeug in den Mittelpunkt rückt und zugleich musikalische Erwartungen ad absurdum führt. Bevor man gemeinsam mit Mother Tongue unter anderem zur Noisolution Party kommt, erscheint eine erste EP mit dem knappen wie einfachen Titel „Werewolf Etiquette“.

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Slug Boys

Slug Boys – Listen To Slug Boys

Seit Jahren zerlegen Slug Boys nordische Bühnen zu Kleinholz. Das norwegisch-britisch-schwedische Quintett versteht sich auf pures Chaos, unvorhersehbare Action und willkommenen Wahnsinn. Nun versuchen sie genau das auf Platte zu bannen, irgendwo zwischen Post Punk, Punk Rock und etwas Noise angesiedelt. „Listen To Slug Boys“, der Titel ihres ersten Albums, ist eine Aufforderung, die man so bedenkenlos unterschreiben kann. Dahinter stecken Abhandlungen über weltpolitische Ereignisse, Trauer, Angst und die Absurditäten des Alltags – erstaunlich ernst für eine im Grunde komplett abgedrehte Platte.

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