Schlagwort: Noise Rock

Pabst

Pabst – Deuce Ex Machina

Vor knapp zwei Jahren gingen Pabst mit elf Songs geradezu durch die Decke. „Chlorine“ erwies sich als räudiger, unverschämt eingängiger Bastard von einem Debütalbum, ungeschliffen und doch so voluminös mit seinen fiesen, knackigen Hits. Seither tourte das Berliner Trio fleißig durch die Lande, gründete ein eigenes Label und konnte sich die Dienste von Moses Schneider sowie Magnus Wichmann für den Nachfolger sichern. Tatsächlich hört man deren Feinschliff auf „Deuce Ex Machina“, an der zwingenden Wucht des Pabst’schen Sounds hat sich allerdings herzlich wenig geändert.

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Friends Of Gas

Friends Of Gas – Kein Wetter

Intensiv, schroff, ein rauschendes musikalisches Erlebnis zwischen Schein und Sein: Wo Friends Of Gas hintreten, wächst kein Gras mehr. Der finstere, karge Sound des Münchner Quintetts glänzt durch abstoßende Schönheit und bizarr-paradoxe Aufbauten, irgendwo zwischen Post Punk, Noise und Kraut firmierend. Für „Kein Wetter“ erheben sie sich ein zweites Mal aus dem Düster-Keller und starten einen Angriff auf sämtliche Sinne, in beklemmende Arrangements gekleidet.

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Ghostmaker

Ghostmaker – Room Service Romeo

Ideen haben Ghostmaker in rauen Mengen. Aktuell als infernales Trio unterwegs, werfen die Berliner starke Songs in rauen Mengen ab. Wüsten-Rock, Alternative-Riffs und 90s-Noise-Untertöne geben sich ein Stelldichein. Nach mehreren Mini-Alben, die eigentlich mehr als das waren, und einer EP steht nun „Room Service Romeo“ in den Startlöchern. Das erste reguläre Studioalbum, wenn man so will, setzt den eingängigen, leicht kratzigen Weg gekonnt fort.

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Barrels

Barrels – Barrels

2017 tauchten Barrels aus Hamburg erstmals mit „Invisible“ auf und arbeiteten sich am Tod eines Familienmitglieds ab. Zwischendurch wurde die Rhythmusabteilung durchgewürfelt und der Blick nach außen gerichtet. Nun geht es dem störrisch und doch so charmant klingenden Quartett um gesellschaftliche Störfaktoren, um zentrale moralische Fragen zwischen Profitgier und Rücksichtslosigkeit. „Barrels“ heißt die neue EP, wie die Band, und zerlegt in 28 Minuten alles.

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Timelost

Timelost – Don’t Remember Me For This

Eigentlich widmen sich Shane Handal (Set & Setting) und Grzesiek Czapla (Woe) mit ihren Hauptbands überaus ruppigen, brachialen Klängen. Timelost begann als Filesharing-Experiment zwischen den beiden Schwermetallern und entwickelte sich schließlich zum emotionalen Schauplatz für Komplexes zwischen Post Punk, Noise und Shoegaze. Das erste Album „Don’t Remember Me For This“ liefert nun elf Anti-Hymnen der herrlich verwaschenen, verschrobenen Art.

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Brother Grimm

Brother Grimm – On Flatland, On Sand

Der brüderliche Märchenerzähler lädt zur nächsten Audienz. Vor knapp zwei Jahren versperrte sich „Home Today, Gone Tomorrow“ jeglichen Kategorisierungsversuchen. Die ruppigen, experimentellen Blues-Exkurse, von x Untertönen gekonnt entstellt, tauchten Brother Grimm in gleißendes Licht als neuer Stern am Noir-Storytelling-Himmel, von schummrigem Nebel begleitet. Für den Nachfolger „On Flatland, On Sand“ kündigen sich Veränderungen an. Der Sound wirkt eine Spur bunter und lichter, wagt noch mehr, wird lauter und kauziger. Und über allem thront der sympathische Quasi-Outlaw.

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Haystack

Haystack – The Sacrifice

Entombed-Gitarrist Ulf Cederlund war begeistert, als er 1994 Unsane lauschte. Die ungekrönten Noise-Rock-Könige begleiteten damals die schwedischen Death’n’Roll-Urgesteine auf Tour, Cederlund wollte unbedingt selbst ähnliche Musik spielen und gründete Haystack, die zwei Alben veröffentlichten. Nach Johan Blomqvists Ausstieg in Richtung Backyard Babies lag das Projekt jedoch brach. 2017 traf sich Cederlund seinen damaligen Mitstreiter Jonas Lundberg wieder… bei einer Unsane-Show. Der Wunsch nach einem Haystack-Comeback schweißte zusammen, mit Neuzugang Patrik Thorngren am Bass wurde „The Sacrifice“ an drei Tagen aufgenommen und an eineinhalb weiteren Tagen gemixt. Wohl bekomms!

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The Brotherhood Of Sonic Love

The Brotherhood Of Sonic Love – Satellite Heart

Seit Jahren veröffentlichen The Brotherhood Of Sonic Love reihenweise spannende EPs und Singles, die nach mehr Aufmerksamkeit verlangen. Nun entsteigt das Quintett wohl endgültig dem Kopenhagener Underground. Ihr von den 70s beeinflusster Weg – Garage Rock, Psychedelic und ein wenig Noise – setzt sich auch auf „Satellite Heart“ fort. Das Debütalbum der Dänen widmet sich Versuchung und Verleugnung und behandelt persönliche Kämpfe mit angenehm nervöser Energie.

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Wolf Mountains

Wolf Mountains – Urban Dangerous

„Geh doch nach Berlin“, schlugen Angelika Express vor mittlerweile über 15 Jahren vor. Zwei Drittel von Wolf Mountains (Schlagzeuger / Sänger Kevin Kuhn und Bassist Thomas Zehnle) folgten diesem Ratschlag, einzig Gitarrist und Sänger Reinhold L. Emerson blieb in Stuttgart. Man entwuchs nicht nur der Heimatstadt, sondern auch dem Sound der Anfangstage. Das leicht hibbelige Chaos wich bereits auf „Superheavvy“ dezent poppigeren Auswüchsen, die auf „Urban Dangerous“ nun deutlicher denn je in den Vordergrund treten. Dabei bleiben die Wolfsberge aber weiterhin unheimlich bissig und rifflastig.

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Cassels

Cassels – The Perfect Ending

Alles andere als angepasst zeigen sich Cassels. Die Brüder Jim und Loz Beck wuchsen auf dem Land auf, wollten möglichst schnell aus der Idylle ausbrechen und fanden letztlich doch zurück zu den Wurzeln. Musikalisch scheint zudem keine Schublade wirklich zu passen. Ist das jetzt Indie oder Alternative, Post Punk oder Noise? Jene Fragen, die bereits das Debütalbum „Epithet“ begleiteten, werden nun erneut aufgewärmt. „The Perfect Ending“ erweist sich als komplexer wie packender Nackenschlag in zwei durchaus martialischen Teilen.

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