Kategorie: Alben

The Reds, Pinks And Purples

The Reds, Pinks And Purples – Unwishing Well

Glenn Donaldson ist eine Songwriting-Maschine. Im Schnitt setzt es ein Album pro Jahr, begleitet von diversen Kleinformaten und einzelnen Songs über verschiedene digitale Kanäle. Sein Solo-Projekt The Reds, Pinks And Purples konnte sich längst als Institution für zarten Indie-Charme etablieren. Für den neuesten Streich ändert sich der Fokus jedoch ein wenig. Donaldson gibt sich auf „Unwishing Well“ eine Spur introvertierter und widmet sich falschen Helden, glücklichen Versagern, Hoffnung und Hingabe – selbst in düstersten Zeiten, begleitet von Götzenverehrung.

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Pet Shop Boys

Pet Shop Boys – Nonetheless

Nach zwölf langen Jahren kehren die Pet Shop Boys zu Parlophone zurück, wo sie jahrzehntelang sämtliche ikonischen Hits und modernen Klassiker veröffentlicht hatten. Neil Tennant und Chris Lowe haben natürlich – erstmals seit Jänner 2020 – wieder ein komplettes Album im Gepäck, für das erstmals mit James Ford (u.a. Blur, Gorillaz, Simian Mobile Disco, Arctic Monkeys und Depeche Mode) gearbeitet wurde. „Nonetheless“ widmet sich laut Duo der Vielfalt jener einzigartigen Emotionen, die Menschen zu Menschen machen, begleitet von pumpenden Dance-Tracks wie auch von deutlich melancholischeren Pop-Nummern.

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Fat White Family

Fat White Family – Forgiveness Is Yours

Am Ende ging es einfach nur darum, dieses verdammte Album zu veröffentlichen: Die Arbeiten am Nachfolger von „Serfs Up!“ zerstörten Fat White Family fast. Frontmann Lias Saoudi erklärt zynisch, er hoffe auf genug Einnahmen aus den anschließenden Tourneen, um die dringend benötige Therapie finanzieren zu können. In den fünf Jahren seit der letzten Platte rieb man sich aneinander auf, illustriert durch den bitteren und dauernhaften Split mit Gründungsmitglied Saul Adamczewski. Und doch ist das gewohnt kunstvolle, noch eine Spur kaputtere Ergebnis mehr als hörenswert. Hinter dem bedeutungsschwangeren Titel – „Forgiveness Is Yours“ – wartet ein wildes Happening von einem Album.

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OU

OU – II: Frailty

„Heutzutage gibt es doch eh nix neues mehr, alles klingt gleich.“ Wem schon einmal genau dieser Gedanke gekommen sein sollte, der sollte diesen schnellstens überdenken und sich auf eine Suche weit fernab des gängigen Mainstreams machen. Denn es gibt sie, diese völlig neuartigen Klänge, die mit allem Gewohnten brechen und mit Nichts zu vergleichen sind. Und damit wären wir bei der chinesischen Progressive Metal-Band OU. Wobei der Begriff ‚Progressive Metal‘ den polyrhythmischen Sound des Vierers um Sängerin Lynn Wu nur sehr unzulänglich beschreibt, denn eigentlich hat die Truppe ihr eigenes Genre mit Einflüssen aus Jazz, Elektronik, Ambient, Djent und Progressive Metal erschaffen. War das Debütalbum „One“ schon eine akustische Herausforderung, so gehen OU auf „II: Frailty“ noch einen Schritt weiter und entführen den Hörer in völlig neuartiges Gelände.

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BLŪMĒ

BLŪMĒ – Everything Is Going To Be O.K.

Ein deutsch-mexikanisches Quartett mit Händchen für Alternative-Dramaturgie, Retro-Chic und Auge auf moderne gesellschaftliche Probleme stellt sich vor. BLŪMĒ fanden sich 2022 in Berlin und widmen sich ruppigen, treibenden und zugleich eingängigen Klängen, die Riffgewalt ebenso schätzen wie proggigen Bombast und hymnische Eingängigkeit. Ihren Erstling mit dem bedeutungsschwangeren Titel „Everything Is Going To Be O.K.“ nützen sie, um sich mit Mental Health, der sich verändernden digitalen Landschaft, Beziehungsproblemen sowie dem Missbrauch von Suchtmitteln offensiv und mitreißend auseinanderzusetzen.

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Owen

Owen – The Falls Of Sioux

Ob mit American Football, Cap’n Jazz oder LIES – Mike Kinsella ist immer für eine kleine musikalische Überraschung gut und entwickelt, quasi im Vorbeigehen, seine Songwriting-Skills deutlich weiter. Das merkt man vor allem, wenn er sich seinem Solo-Schauplatz Owen zuwendet. Knapp vier Jahre nach dem Release von „The Avalanche“, das sich mit den emotionalen Tiefs Kinsellas (unter anderem die Nachwehen seiner Scheidung) befasste, klingt der Nachfolger gefasster und erwachsener. Auf „The Falls Of Sioux“ geht es unter anderem um Situtationen, die bei einem deutlich jüngeren Protagonisten Panik ausgelöst hätten, die nun jedoch geradezu abgeklärt weggesteckt werden.

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St. Vincent

St. Vincent – All Born Screaming

Selbst ist die Frau, so schwer und frustierend das ab und an auch sein mag. Annie Clark aka St. Vincent hatte bereits ihre bisherigen Platten allesamt co-produziert, übernahm dieses Mal jedoch den Vorsitz und kümmerte sich um die komplette Produktion ihres neuesten Streichs. Das bedeutete zwar mehr denn je die Möglichkeit, die eigene kreative Vision durchzusetzen, war zugleich jedoch von allerlei Selbstzweifeln und Frustrationen begleitet. Prominente Gäste und Unterstützter, begleitet von schonungsloser Ehrlichkeit in Text und Ton, lassen „All Born Screaming“ alte und neue kreative Wege gehen.

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Cold Years

Cold Years – A Different Life

Cold Years wollten ein Rock-Album aufnehmen, nicht mehr und nicht weniger. Auf ihren bisherigen beiden Platten definierte die Band aus dem schottischen Aberdeen ihre Identität zwischen Punk und handfestem Alternative. Dieses Mal zeigte man sich mit den Aufnahmen so zufrieden wie nie, konnte nach eigenen Angaben sämtliche Vorhaben realisieren und zugleich Neues versuchen, das eine oder andere Experiment wagen. Auf „A Different Life“ reißen Cold Years letzte Grenzen ein und greifen nach den Sternen, ohne dabei die kantigen, punkigen Wurzeln zu vergessen.

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Pearl Jam

Pearl Jam – Dark Matter

Erst wartet man eine gefühlte halbe Ewigkeit, dann überschlagen sich die Ereignisse plötzlich: Lange Wartezeiten sollten nach „Gigaton“ der Vergangenheit angehören. Pearl Jam verpflichteten den angesagten Produzenten Andrew Watt (u. a. The Rolling Stones, Justin Bieber, Ozzy Osbourne, Miley Cyrus), der die lebenden Grunge-Legenden in ein Studio steckte und einfach machen ließ. Drei Wochen später war das nunmehr zwölfte Studioalbum fertiggestellt. Auf „Dark Matter“ spielt sich das Quintett mit wachsender Begeisterung frei und klingt so spontan, so lebendig wie schon lange nicht mehr.

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Dool

Dool – The Shape Of Fluidity

Die Düsternis und Schwere, die Dool in jede einzelne Note ihres Schaffens stecken, sorgt immer wieder für hochgradige Faszination. Mit ihrem ans Metallische grenzenden Mix aus Dark Rock, Prog, Psych und dezent okkulten Noten rennt das Quintett um Raven van Dorst offene Türen ein. Zuletzt zeigte man sich auf „Summerland“ eine Spur geordneter und konzentrierter, was dem Sound der Niederländer*innen richtig gut bekam. „The Shape Of Fluidity“, das sich unter anderem mit van Dorsts ursprünglich angeborener Intersexualität befasst, kostet die musikalischen Möglichkeiten weiter aus.

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