MIK – New Room

MIK

Über ein Jahrzehnt schlug Mik Tanczos mit seiner Band Zeronic die Brücke zwischen Radio-Hit und Alternative-Charme. Nun bewegt sich der Sänger, Songwriter, Produzent und Multiinstrumentalist auf Solopfaden. Sein Debüt „New Room“, in der österreichischen Heimat bereits vor ein paar Monaten erschienen, schafft endlich den verdienten Weg nach Deutschland. Nun unter dem Künstlernamen MIK unterwegs, denkt Tanczos den Zeronic-Sound weiter.

In anderen Worten: Es bleibt eingängig und harmonisch, zugleich aber auch eine Portion fordernder. Der Opener „A Sign Of Peace“ ist genau jene Art von Song, die sich prima zwischen den Stühlen platziert. Während der Unterbau hochgradig poppig und melodisch bleibt, entwickelt sich eine singende Stereophonics-Gitarre schnell zur Triebfeder des Dreiminüters. Das mag freilich alles andere als neu sein, geht aber ebenso ins Ohr wie das tiefenentspannte, harmoniebedürftige „Parade“. Ruhige Töne stehen MIK ebenfalls gut zu Gesicht, zumindest meistens.

Was es mit dieser ominösen Einschränkung auf sich hat, zeigt sich vor allem im Mittelteil des Albums. Das reduzierte, von synthetischen Effekten begleitete „Diamonds“ beginnt wie eine U2-B-Seite, nur um viel zu schnell in den Schmalztegel zu fallen. Auch „Adore“ geht es ähnlich. Dass gerade ein Track mit dem bezeichnenden Titel „Where Did It All Go Wrong“ um Kurskorrektur bemüht ist, passt ins Bild – schmissig und unauffällig. Die großen Songs finden sich anderswo: „Leave It All Behind“ spielt großartig mit Pop-Melodien, „Disappear“ setzt Reduktion gewinnbringend ein und „Stones“ geht immer wieder schön nach vorne.

Letztlich kann „New Room“ die Erwartungen nicht ganz erfüllen, dafür findet sich insgesamt zu viel solides, wenn auch unspektakuläres Mittelmaß auf der Platte. MIKs Solo-Einstand könnte deutlich größer klingen, wie „A Sign Of Peace“ oder „Leave It All Behind“ eindrucksvoll beweisen. Noch fehlt es an der nötigen Qualitätskontrolle, an einem gewissen Filter. Dass es der ehemalige Zeronic-Frontmann kann, beweist er immer wieder. Mit ein wenig Geduld finden sich auf diesem Debüt einige bärenstarke Songs. Man muss sich nur die Rosinen herauspicken.

MIK - New Room

New Room
VÖ: 01.06.2018
commitment (Broken Silence)

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