Nusantara Beat – Nusantara Beat

Nusantara Beat
(c) Pascal Dominic Amade

Mitglieder so illustrer Bands wie EUT, Jungle By Night und Altin Gün widmen sich als Nusantara Beat ihren gemeinsamen indonesischen Wurzeln. Bassist Michael Joshua wurde in West-Java geboren, seine vier Mitstreiter in den Niederlanden, jedoch als Kinder indonesischer Familien. Ihre ersten Singles widmeten sich Sunda Pop, einer Musikrichtung aus den 60s und frühen 70s, die modernere bis westlichere Pop-, Psych- und Surf-Klänge mit traditioneller sundaneischer Musik verbindet. Für ihr komplettes Album gibt es eigenes Material – die Texte erst auf Englisch geschrieben und später übersetzt, aber den Sound mit dem obligatorischen Brückenschlag zwischen der alten und der neuen Heimat.

Ätherische Stimmen, locker angeschlagene Instrumentierung und jener Psychedelic Folk, der zu den wichtigsten Zutaten dieser Platte zählt, führen durch „Ke Masa Lalu“. Lockeres Tänzeln, Vintage-Pop-Flair und anderweltliche Klanglandschaften mit einem zarten Maß an Entfremdung nehmen an die Hand. Es geht durch verschiedene Zeiten, Epochen und Welten, auf einer Wolke schwebend, während im schönsten Sinne ungewöhnliche Musik die Wahrnehmung erweitert. „Kupu Kupu“ tut das mit einer vergleichsweise energischen, dominanten Gitarre. Sie nimmt ein wenig der damals populären Surf-Rock-Vibes mit und transportiert sie auf sanfte Weise ins Hier und Jetzt.

Besonders spannend ist jedoch Megan de Klerks Stimme, hell und luftig, zugleich voller Kraft und Präsenz. Das zeigt sich beispielsweise in der psychedelischen Tour de Force „Bakar“, wo der Gesang zeitweise zum weiteren Instrument reift und die teils wilde Jagd durch unbekannte Städte mal forsch, dann wieder gemächlich und bedächtig begleitet. Solche Energieleistungen auf jedweder Ebene bleiben aber die Ausnahme. Nusantara Beat fühlen sich bevorzugt in zurückgelehnten Sphären zuhause, wie im leichtfüßig aufbrandenden „Di Pantai“, das im Unterbau sogar zarte Reggae-Vibes offenbart, oder dem mit ominöser Düsternis ringenden „Hilang Kendali“.

Dieses Album zu verstehen und verarbeiten, fällt trotz seiner zurückgenommenen, leichtfüßigen Präsentation erstaunlich schwer. Liegt es an der weniger vertrauten Sprache? Dem steten Spiel mit musikalischen Welten? Dem Erforschen der eigenen Wurzeln und der Auseinandersetzung mit längst vergangenen Generationen? Oder ist es einfach nur ein richtig fantastischer Sound, dem man sich nicht entziehen kann? Die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen, wissen Nusantara Beat, und tragen Sunda Pop in die Welt hinaus. Ihr eponymer Einstand ist voller magischer Momente, verspielt und poppig, psychedelisch und anderweltlich. Das Ergebnis geht im besten Sinne nah.

Wertung: 4/5

Erhältlich ab: 14.11.2025
Erhältlich über: Glitterbeat Records (Indigo)

Website: nusantarabeat.com
Instagram: www.instagram.com/nusantara_beat