Reverend Stomp – Mescalero Ranger

Vier Herren aus Wien, die Wurzeln in Übersee am Chiemsee, der Sound sumpfig und surfend. Reverend Stomp nennen ihre Musik ‚Swamp Surf‘ und haben damit ein neues Genre erfunden. Blues, Surf, Garage, Alternative und ein wenig Americana stecken unter anderem im wilden, bekömmlichen Mix des Quartetts um Charakterstimme Christoph Mooser, der für zusätzliche Würze sorgt. Live im Studio eingespielt, klingt das zweite Album „Mescalero Ranger“ wie der Soundtrack zu einer Fahrt durch den wüsten Süden Amerikas und ist dabei stets auf hochspannende Weise sein ganz eigenes Ding.
Zwischen Sand, Sumpfland, Kakteen und heruntergekommenen Scheunen blühen diese elf Songs gar grandios auf. In „Keep Going“ ist der Name Programm, zurückgelehnt und doch mit einem gewissen Drive versehen, der an etwas energischere Calexico erinnert. Die Reibeisenstimme ist der perfekte Bonus und transportiert binnen Sekunden in eine komplett neue Welt. Selbst „Stormy Weathers“ meistern Reverend Stomp souverän, lassen sich nicht vom Winde verwehen und paaren greifbare Leichtfüßigkeit mit willkommenem Drang nach vorne. Der kaum merkliche Motor, der understatete Antrieb sorgt für das gewisse Etwas. Mit diesen Qualitäten glänzt auch der Titelsong „Mescalero Ranger“, mit dem sich das Quartett für den Eurovision Song Contest im eigenen Land bewirbt.
Eine spannende andere Facette bietet das zurückgelehnte, mit Fernweh ausgestattete „Strange Waters“, auf überlange sechs Minuten gestreckt und doch in keiner Phase auch nur annähernd langweilig. Der konstante Fluss und die butterweichen Harmonien verbreiten pure Magie. Dass im direkten Anschluss „Rambling Rogue“ etwas Fahrt aufnimmt und durch einen Tarantino-Streifen tänzelt, passt prima ins Bild. An anderer Stelle bietet „Rest For My Bones“ exakt das, so etwas wie zurückgelehnte Nachdenklichkeit, mit etwas Blues, mit Desert Rock, einem Hauch Psychedelia und diesen sympathischen, mittlerweile unverzichtbaren Quasi-Surf-Gitarren aus den Untiefen.
Reverend Stomp erzeugen einzigartige, faszinierende Stimmungsbilder, die man auf einem gänzlichen anderen Kontinent verorten würden, die jedoch zu jeder Zeit glaubwürdig, unmittelbar, mitreißend klingen. Zartes Understatement, vorwitziger Surf-Charme im Unterbau und südlich angesiedelter Blues aus der Wüste reiten auf „Mescalero Ranger“ los. Das Ziel bleibt zumeist unklar, doch ist der Weg dorthin immer noch die wahre, die einzige Attraktion. Hier wird Übersee tatsächlich zu Übersee, im schönsten Sinne originell, voller Herz und Leidenschaft. Reverend Stomp erzeugen magisches Kopfkino voller Herz und Hingabe.
Wertung: 4/5
Erhältlich ab: 30.01.2026
Erhältlich über: LasVegas Records (Broken Silence)
Facebook: www.facebook.com/reverendstomp
