Schlagwort: Folk

Kevin Morby

Kevin Morby – Little Wide Open

Die bislang längste Albumpause seiner Solokarriere liegt hinter Kevin Morby. Wobei, untätig war er nach dem Release von „This Is A Photograph“ vor fast auf den Tag genau vier Jahren keinesfalls. Es gab eine kleine Compilation-Fortsetzung, eine Soundtrack-Arbeit, zudem kam die Einladung, The National in London zu supporten. Deren Gitarrist Aaron Dessner meldete sich nach seinen Arbeiten mit Taylor Swift, Ed Sheeran und Gracie Abrams kurze Zeit später bei Morby, um dessen neue Platte zu produzieren. Gesagt getan: Mit „Little Wide Open“ findet eine eher zufällig entstandene Trilogie, die die eigene Zeit im Mittleren Westen dokumentiert, ihren Abschluss.

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Tamikrest

Tamikrest – Assikel

Mit Tamikrest melden sich echte musikalische Legenden der Sahara zurück, nach sechs langen Jahren voller Herausforderungen. Widerstand, Gemeinschaft und Sehnsucht hat sich das Quartett einmal mehr auf die imaginäre Fahne geschrieben und entschloss sich, zurück zu den Wurzeln zu kehren. Das zeigte sich vor allem im Aufnahmeprozess, live on tape mit einer fast 60 Jahre alten 16-Spur-Bandmaschine, im Studio von Altin Gün-Tontechniker Jasper Geluk in Haarlem. „Assikel“ (dt. „Reise“ bzw. „Fahrt“) illustriert den langen Weg der Band, ihre Entwicklung als Musiker sowie Erfahrungen von Verlust und Beharrlichkeit.

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Twin Serpent

Twin Serpent – True Norwegian Blackgrass

Folk Punk mag alles andere als neu sein, doch finden Twin Serpent dennoch eine Möglichkeit, für frischen Wind zu sorgen. Das Quartett aus Trondheim in Mittelnorwegen hat zwar ein Herz für Punk und Folk, bringt aber ebenso Country, Garage Rock und sogar eine kleine Portion Black-Metal-Ästhetik ein. Ihr erstes Album „Feels Like Heaven, North Of Hell“ zeigte bereits, dass hinter dieser Idee so viel mehr als nur eine schräge Kuriosität steckt. Nunmehr bei Svart Records untergekommen, findet der Zweitling die passende Überschrift für den Sound von Twin Serpent: „True Norwegian Blackgrass“.

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Zoomies

Zoomies – Zoomies

Obwohl er in den verschiedensten Bands spielt – bevorzugt Punk und vor allem an den Drums – wollte Max Tschernych solo in eine komplett andere Richtung gehen. Der bekennende Autodidakt brachte sich so ziemlich alles via YouTube bei und sieht seine Einflüsse neben Folk-Klängen beim Pop-Ansatz der Prinzen, die er liebevoll – und mehr als nachvollziehbar – als ‚ostdeutsche Beach Boys‘ bezeichnet. Als Zoomies ist Tschernych bevorzugt tiefenentspannt unterwegs, ein wenig verwaschen, doch stets charmant und einprägsam. Das erste Album heißt ebenfalls „Zoomies“ und wärmt das Herz.

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Slow Leaves

Slow Leaves – The Ruins Of Things Unfinished

Wie wirken sich generationenübergreifendes Trauma und implizierte Familiendynamiken auf die eigene Entwicklung und auf folgende Generationen aus? Die stille und leise Zerbrechlichkeit enger Beziehungen macht Grant Davidson zum Thema für sein neuestes Album. Vererbung, Verantwortung und Heilung sind die Eckpfeiler für Slow Leaves, die die Auseinandersetzung mit Unbehagen als Zeichen von Fürsorge identifizieren und gleichzeitig das Leben an sich in Verbindung mit der eigenen Kreativität stellen. Was sich komplex und erdrückend liest, ergibt in „The Ruins Of Things Unfinished“ ein gewohnt bewegendes, intensives Gesamtbild der zarten Töne.

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My New Band Believe

My New Band Believe – My New Band Believe

Der Abschied von black midi wurde zugleich zum kreativen Neustart für die beteiligten Musiker. Morgan Simpson nahm die Drumsticks unter anderem für Rapperin Little Simz und Jazz-Musikerin Nala Sinephro in die Hand, Gitarrist und Sänger Geordie Greep veröffentliche im Herbst 2024 ein wildes, tanzbares, erwartungsgemäß unvorhersehbares Soloalbum. Etwas ruhiger ging es Bassist Cameron Picton an, arbeitete hier und da an einzelnen Songs. Durch ein krankheitsartiges Delirium in einem chinesischen Hotel kam er zu Bildern, zu Textfragmenten und zum etwas seltsamen Namen My New Band Believe. Das erste Album heißt ebenfalls „My New Band Believe“ und erinnert im besten Sinne an eine semi-akustische Antwort auf die frühere Band, die letztlich doch komplett anders klingt.

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José González

José González – Against The Dying Of The Light

Ist die Zukunft künstlich oder echt? Welche Rolle spielt ehrliche Kunst in Zeiten zunehmenden KI-Einsatzes, der kreative Einstiegshürden senkt und doch nie auch nur annähernd Individualität schafft? Diese und ähnliche Fragen stellt sich José González auf seinem ersten Album seit Herbst 2021. Die Rolle von Künstlicher Intelligenz sieht er zwiespältig, wenngleich verantwortungsbewusster Einsatz womöglich nicht verkehrt sein mag. Wie kann das aussehen? Wie groß ist die Bedrohung wirklich? Und wie geht ein Familienmensch mit immer düster werdenden Zeiten um? All das und noch viel mehr beantwortet „Against The Dying Of The Light“ hochgradig eindrücklich.

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Tinariwen

Tinariwen – Hoggar

Seit mittlerweile 45 Jahren tragen Tinariwen die Klänge der Sahara in die weite Welt hinaus. Das nordafrikanische Kollektiv zählt viele prominente Fans, tourte durch die Welt und gewann 2012 sogar einen Grammy. Politische Unruhen in Mali ließ die Gründungsmitglieder abermals reisen und sich aktuell in Algerien niederlassen. Ihr neuestes Album nahmen sie in einem von der Tuareg-Band Imarhan eingerichteten Studio ein, zudem singen Ibrahim Ag Alhabib und Abdallah Ag Alhousseyni erstmals seit über 30 Jahren wieder gemeinsam. Mit Liya „Diarra“ Ag Ablil meldete sich ein weiteres Gründungsmitglied nach über zweieinhalb Jahrzehten zurück. Wenig überraschend klingt „Hoggar“ überaus kraftvoll.

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Bonnie "Prince" Billy

Bonnie „Prince“ Billy – We Are Together Again

Seitdem Will Oldham wieder Alben in Louisville, Kentucky aufnimmt, wirkt seine Musik noch eine Spur eindringlicher und zugleich in sich ruhend. Als Bonnie „Prince“ Billy wagte er zuletzt einen keinen Ausflug in Richtung Country und Americana, ohne sich auf dem famosen „The Purple Bird“ gänzlich zu verbiegen. Nun geht es wieder zurück zu den vertrauten folkigen Klängen, unterstützt durch allerlei Wegbegleiter, langjährige Mitstreiter und aktuelle Tourmusiker. „We Are Together Again“ rückt das Gemeinsame in den Mittelpunkt und bezieht Kraft aus der engen Zusammenarbeit mit guten Freunden.

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War Child Records

War Child Records – HELP(2)

1995 taten sich Größen der britischen Musikszene für einen Benefizsampler zusammen, um mit „The Help Album“ der gemeinnützigen Organisation War Child und somit Kindern in Kriegsgebieten zu helfen. Seither erschienen mehrere Compilations, die globale Lage wurde jedoch kaum besser. Heute lebt fast jedes fünfte Kind in einem Kriegsgebiet; Schutz und schnelle Nothilfe sowie psychosoziale Unterstützung sind wichtiger denn je. „HELP(2)“ ist die leider dringende, notwendige Fortsetzung, appelliert an Solidarität und trommelte dafür einmal mehr große musikalische Prominenz zusammen, die neues Material und exklusive Cover-Versionen beisteuert.

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