Schlagwort: Folk

Nichtseattle

Nichtseattle – Große Liebe

Die Suche nach der großen Liebe – eines der zentralen Themen (oder Klischees, je nach Perspektive) der Musikwelt seit Jahrzehnten. Auch an Nichtseattle alias Katharina Kollmann ist sie nicht spurlos vorbeigegangen. Zweieinhalb Jahre nach dem wegweisenden „Haus“ meldet sie sich in kompletter Bandbesetzung zurück. Im Rahmen der Live-Aktivitäten wuchsen Nichtseattle zum Quintett, gingen als solches ins Studio, zudem produzierte Kollmann gemeinsam mit ihrem Gitarristen Sönke Torpus. „Große Liebe“ denkt den vertrauten, ausufernden Sound weiter und gibt seine ureigene Definition davon ab, was hinter diesem universellen Konzept tatsächlich stecken kann.

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Julia Jacklin

Julia Jacklin – The Gem

Das vergangene Jahr stand für Julia Jacklin im Zeichen des Umbruchs. Nach drei Alben und jahrelang pausenloser Tour stand die Australierin ohne Plattenvertrag da, befand sich auf der Suche nach einem neuen Management und musste sich erstmals nicht mit großen Erwartungen auseinandersetzen. Diese gleichermaßen befreiende und beängstigende Zeit führte sie dazu, erstmals in Melbourne in einem Studio oberhalb ihrer Lieblingskneipe aufzunehmen. Nach einer letztlich verfrühten Listening Party merkte die Australierin, dass sie zu wenig daran dachte, ob ihr die neuen Songs auch wirklich gefallen. Elf weitere Monate Studioarbeit später steht nun „The Gem“ in den Startlöchern.

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Family Stereo

Family Stereo – The Thread

Als sich Everything But The Girl 2023 mit ihrem ersten Album seit fast 14 Jahren zurückmeldeten, war die Überraschung groß. Im Hintergrund brachte sich bereits die nächste Generation in Position: Blake Watt ist eines der Kinder der EBTG-Masterminds Tracey Thorn und Ben Watt, veröffentlicht seit 2020 diverse EPs unter dem Künstlernamen Family Stereo. Seine musikalische Identität befasst sich aber vor allem mit Folk, Singer/Songwriter und ein wenig Indie. Im Laufe der Zeit gestaltete sich Watts Songwriting nach eigenen Angaben zusehend schlichter und reduzierter, auf das Wesentliche eines Songs konzentriert. „The Thread“ ist das erste komplette Album.

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Jacob Brodovsky

Jacob Brodovsky – Tell The Kids We Tried

Das nennt man wohl eine ‚Self-fulfilling Prophecy‘: Jacob Brodovsky nahm in den letzten Jahren von Verlust und Enttäuschung geprägte Songs auf, die im Vorjahr Realität wurden. Nachdem er weite Teile seines Lebens – zuletzt mit seiner Frau als Co-Geschäftsführer – in jüdischen Sommercamps verbracht hatte, brachten ihn politische Spannungen zum Rückzug von seiner Gemeinschaft. Diese Mischung aus Verlust und Verwirrung, aber auch aus Hoffnung und der Ermutigung, das Gute in einer schweren Situation zu sehen, prägt Brodovskys zweites Album „Tell The Kids We Tried“ – auch unter dem Eindruck der Geburt seines zweiten Sohns.

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Fink

Fink – The City Is Coming To Erase It All

Was Fin Greenall aka Fink seit Jahren aus seiner Akustik-Gitarre herausholt, weiß zu beeindrucken. Der Musiker und nahezu Dauer-Tourende sieht das zunehmende Verschwimmen von Leidenschaft und Beruf, sich auflösende Grenzen und die fortschreitende, nicht gerade freiwillige Zuwendung zum Hamsterrad. Symbolisiert wird dies durch die personifizierte Stadt, zugleich Thema des neuesten Albums. „The City Is Coming To Erase It All“ setzt sich mit veränderter Wahrnehmung, der von den Sorgen des Alltags beeinflussten Kunst an sich und der fragilen Ruhe der Heimat in Cornwall, die selbst über kurz oder lang von urbaner Überforderung – Greenall wohnt mittlerweile in Berlin – überrollt werden wird, auseinander.

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Kevin Morby

Kevin Morby – Little Wide Open

Die bislang längste Albumpause seiner Solokarriere liegt hinter Kevin Morby. Wobei, untätig war er nach dem Release von „This Is A Photograph“ vor fast auf den Tag genau vier Jahren keinesfalls. Es gab eine kleine Compilation-Fortsetzung, eine Soundtrack-Arbeit, zudem kam die Einladung, The National in London zu supporten. Deren Gitarrist Aaron Dessner meldete sich nach seinen Arbeiten mit Taylor Swift, Ed Sheeran und Gracie Abrams kurze Zeit später bei Morby, um dessen neue Platte zu produzieren. Gesagt getan: Mit „Little Wide Open“ findet eine eher zufällig entstandene Trilogie, die die eigene Zeit im Mittleren Westen dokumentiert, ihren Abschluss.

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Tamikrest

Tamikrest – Assikel

Mit Tamikrest melden sich echte musikalische Legenden der Sahara zurück, nach sechs langen Jahren voller Herausforderungen. Widerstand, Gemeinschaft und Sehnsucht hat sich das Quartett einmal mehr auf die imaginäre Fahne geschrieben und entschloss sich, zurück zu den Wurzeln zu kehren. Das zeigte sich vor allem im Aufnahmeprozess, live on tape mit einer fast 60 Jahre alten 16-Spur-Bandmaschine, im Studio von Altin Gün-Tontechniker Jasper Geluk in Haarlem. „Assikel“ (dt. „Reise“ bzw. „Fahrt“) illustriert den langen Weg der Band, ihre Entwicklung als Musiker sowie Erfahrungen von Verlust und Beharrlichkeit.

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Twin Serpent

Twin Serpent – True Norwegian Blackgrass

Folk Punk mag alles andere als neu sein, doch finden Twin Serpent dennoch eine Möglichkeit, für frischen Wind zu sorgen. Das Quartett aus Trondheim in Mittelnorwegen hat zwar ein Herz für Punk und Folk, bringt aber ebenso Country, Garage Rock und sogar eine kleine Portion Black-Metal-Ästhetik ein. Ihr erstes Album „Feels Like Heaven, North Of Hell“ zeigte bereits, dass hinter dieser Idee so viel mehr als nur eine schräge Kuriosität steckt. Nunmehr bei Svart Records untergekommen, findet der Zweitling die passende Überschrift für den Sound von Twin Serpent: „True Norwegian Blackgrass“.

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Zoomies

Zoomies – Zoomies

Obwohl er in den verschiedensten Bands spielt – bevorzugt Punk und vor allem an den Drums – wollte Max Tschernych solo in eine komplett andere Richtung gehen. Der bekennende Autodidakt brachte sich so ziemlich alles via YouTube bei und sieht seine Einflüsse neben Folk-Klängen beim Pop-Ansatz der Prinzen, die er liebevoll – und mehr als nachvollziehbar – als ‚ostdeutsche Beach Boys‘ bezeichnet. Als Zoomies ist Tschernych bevorzugt tiefenentspannt unterwegs, ein wenig verwaschen, doch stets charmant und einprägsam. Das erste Album heißt ebenfalls „Zoomies“ und wärmt das Herz.

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Slow Leaves

Slow Leaves – The Ruins Of Things Unfinished

Wie wirken sich generationenübergreifendes Trauma und implizierte Familiendynamiken auf die eigene Entwicklung und auf folgende Generationen aus? Die stille und leise Zerbrechlichkeit enger Beziehungen macht Grant Davidson zum Thema für sein neuestes Album. Vererbung, Verantwortung und Heilung sind die Eckpfeiler für Slow Leaves, die die Auseinandersetzung mit Unbehagen als Zeichen von Fürsorge identifizieren und gleichzeitig das Leben an sich in Verbindung mit der eigenen Kreativität stellen. Was sich komplex und erdrückend liest, ergibt in „The Ruins Of Things Unfinished“ ein gewohnt bewegendes, intensives Gesamtbild der zarten Töne.

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