Schlagwort: Folk

Imarhan

Imarhan – Essam

Imarhan tragen den Klang der Wüste in den Rest der Welt hinaus. Das algerische Quintett verbindet klassische Tuareg-Klänge mit Blues und Desert Rock, mit folkloristischem Charme und gelegentlicher Psychedelia sowie Elektronik versehen. Ihr mittlerweile viertes Album setzt sich mit schweren Themen auseinander. „Essam“ ließ sich unter anderem vom Konflikt an der algerisch-malischen Grenze, von politischer Instabilität in der Sahara, aber auch von den Unruhen im Zuge der letzten Pandemiejahre inspirieren. Zugehörigkeit und Entwurzelung treten in nahezu konstanten Konflikt.

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Beans On Toast

Beans On Toast – Kill Them With Kindness

Der 1. Dezember ist ein Grund zum Feiern – für Folk-Veteran Jay McAllister, dessen Geburtstag es ist, doch auch für seine Fans, denn an diesem Tag erscheint jählich ein neues Album unter seinem Pseudonym Beans On Toast. Seit 2009 bringt diese liebgewonnene Traditionen wieder und wieder feine Songperlen und kleine Überraschungen hervor. Dieses Mal ging Beans mit seiner Live-Band ins Studio – zum ersten Mal, obwohl man bereits seit Jahren gemeinsam auf der Bühne steht. Eben das macht sich bezahlt, denn „Kill Them With Kindness“ profitiert vom hörbaren Verständnis unter den arrivierten Musikern.

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Robert Plant

Robert Plant – Saving Grace

Eine musikalische Reise mit Robert Plant ist immer ein Grund zur Freude. Von seinen großen Hard-Rock-Stadion-Tagen ist er inzwischen weit entfernt, erforscht mit seinen Alben und wechselnden Begleitungen sämtliche Ecken des Erdballs und findet doch immer wieder zurück zu seiner alten Liebe für Blues, Folk, Country und Gospel. Exakt das sind die Eckpfeiler für das neueste Werk seiner Band Saving Grace, mit der er inzwischen seit sechs Jahren zusammenspielt, die er in seiner walisischen Heimat fand. Gemeinsam widmet man sich einer Serie an Cover-Versionen, unter dem Titel „Saving Grace“, das Plant und die fantastische Sängerin Suzi Dian nebeneinanderstellt.

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Chantal Acda

Chantal Acda – The Whale

Seit Jahren eilt Chantal Acda von einem Highlight zum nächsten. Sie spielte in diversen Bands, begann ihre Solokarriere 2006 als Sleepingdog, bevor sie sieben Jahre später anfing, unter ihrem eigenen Namen zu veröffentlichen. Und das sehr erfolgreich, denn die in den Niederlanden geborene Belgierin arbeitete mit so illustren Künstlern wie Nils Frahm, Ólafur Arnalds, Mimi und Alan Sparhawk, Colin Stetson und Bill Frisell. Zudem vewwandelte sie sich musikalisch immer wieder, schrieb fürs Theater und widmete sich Chamber-Pop-Herausforderungen. Auf „The Whale“ lässt sie sich ausschließlich von ihrer Live-Band begleiten, mit der sie seit über einem Jahrzehnt zusammenspielt, und gibt sich insgesamt etwas rockiger.

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Sydney Minsky Sargeant

Sydney Minsky Sargeant – Lunga

Als Teil von Working Men’s Club tankt er sich seit Jahren durch synthetisch-tanzbare Popmusik mit klarem 80s-Einschlag, doch schlägt das musikalische Herz von Sydney Minsky Sargeant auch für ganz andere Klänge. Seit seiner Jugend schreibt der Mittzwanziger aus dem Nordwesten Englands sehr persönliche, gerne mal romantische Songs, die mit Folk und Singer/Songwriter anbandeln und eine insgesamt ruhigere Seite zeigen. Sich nun als Solokünstler dieser Seite zu widmen, geschieht ganz bewusst, denn Minsky Sargeant befürchtete, nach und nach die Kontrolle über sein Leben zu verlieren. „Lunga“ ist Neuanfang, Aufbruch und elementarer Blick nach innen in einem.

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George Houston

George Houston – TODC

Mit 19 veröffentlichte er seine erste Single, seither ist George Houston aus Country Donegal nicht mehr aus der britisch-irischen Musikszene wegzudenken. Der Mittzwanziger veröffentlicht seine Musik bewusst in Eigenregie und lässt sich nicht dazwischenreden – ob bei seinem Sound, der mit Folk, Singer/Songwriter, Alternative, Indie, Pop und Rock anbandelt, oder ob bei klarer inhaltlicher Kante. Seine Lyrics finden ihren Ursprung vor allem in Wut und Traurigkeit und erfüllen gerne therapeutischen Zweck, begleitet von einem bewusst non-binären Verständnis der Musikwelt. In Mod-Legende Paul Weller, der ihn zuletzt auf Tour nahm und ihm sein Studio zur Verfügung stand, fand Houston einen begeisterten Förderer. „TODC“ ist sein viertes Album seit 2021.

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Alan Sparhawk

Alan Sparhawk – With Trampled By Turtles

Am 5. November 2022 erlagt Mimi Parker einem Krebsleiden, sie wurde nur 55 Jahre alt. Ehemann und musikalischer Partner Alan Sparhawk beendete die gemeinsame Band Low, eine Weiterführung ohne seine bessere Hälfte war und ist undenkbar. Das erste Soloalbum danach, „White Roses, My God“, war ein elektronisches Geduldspiel mit entstellter Stimme, um mit der neuen Lebenssituation klarzukommen. Nun wagt Sparhawk eine Kehrtwende und nahm gemeinsam mit der befreundeten Band Trampled By Turtles aus seiner Heimat Duluth im US-Bundesstaat Minnesota auf. „Alan Sparhawk With Trampled By Turtles“ klingt folkig, intim und ringt doch weiterhin um Fassung.

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Slow Leaves

Slow Leaves – In Solitude, For Company

Ist das nun ein neues Album oder ein etwas anders aufgezogenes Best of? Ja, befindet Grant Davidson, und macht einfach. Mit der Mission, traurige Songs noch trauriger zu gestalten (natürlich kann man das Augenzwinkern förmlich hören), machte sich der als Slow Leaves bekannte Sänger und Songwriter daran, vertrautes Material umzudenken. So entfernte er alles, was er als nicht notwendig befand, reduzierte die Arrangements auf ein Minimum und legt den Kern bekannter Lieder frei – teils solo und akustisch vorgetragen, teils mit dezenter Zusatzinstrumentierung und Gesangsharmonien umgesetzt. „In Solitude, For Company“ denkt das bisherige Schaffen auf gekonnte Weise um.

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Eli Greenhoe & Hans Bilger

Eli Greenhoe & Hans Bilger – Orchids

Zwei gefragte Musiker, Songwriter, Komponisten und Dozenten mit einer erneuten gemeinsamen Mission: Bereits 2020 veröffentlichten Eli Greenhoe und Hans Bilger, beide aus Brooklyn stammend, ein gemeinsames Album als Airborne Charlie. Zu hören war eine Mischung aus Folk, aus Pop, aus typischen Songwriter-Klängen, aber auch avantgardistische Kammermusik-Elemente, inspiriert von Motiven aus der Klassik. Exakt da setzt auch ihr neuester Streich an, dieses Mal unter ihren bürgerlichen Namen veröffentlicht. „Orchids“ wurde überall aufgenommen und doch kaum mal in einem Studio, und nützt die unterschiedlichen Klangräume als entsprechende Kulisse.

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Charlie Cunningham

Charlie Cunningham – In Light

Die Intimität des weit geöffneten Klangraums begleitet die kompositorische Klasse eines Charlie Cunningham seit Jahren. Wie nur wenige andere versteht es der britische Singer/Songwriter, mit übersichtlicher Instrumentierung und lebendiger, dennoch bewusst limitierter Produktion maximalen Eindruck zu hinterlassen. In Luke Smith (u.a. Foals, Depeche Mode) fand er einen passenden Partner an den Reglern und nahm in fünf Wochen zehn Songs auf, jeweils in einem Take, mit nur geringer Nachbearbeitung. „In Light“ lässt dem Bewusstseinsstrom freien Lauf und sucht nach Wahrheiten, die selbst in vermeintlich beklemmenden Momenten nie die Hoffnung aus den Augen verlieren.

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