Schlagwort: Folk

Ghost Woman

Ghost Woman – Anne, If

Ob solo oder nicht, wenn Evan Uschenko zur Gitarre greift, wird es magisch. Das galt bereits vor einem halben Jahr, als er sein erstes Album als Ghost Woman veröffentlichte. Der Retro-lastige Sound mit Folk-, Alternative- und Kraut-Noten funktioniert zumindest auf der Bühne als Band, begleitet von allerlei langjährigen Mitstreitern – seiner kreativen und romantischen Partnerin Ille van Dessel (Poolface) an den Drums sowie Nick Hay an sämtlichen Saiteninstrumenten. Von Performances und neuen Erfahrungen bestätigt, soll „Anne, If“ nun etwas deutlicher und genauer demonstrieren, was Ghost Woman eigentlich ausmacht.

Weiterlesen
Margo Price

Margo Price – Strays

Die Suche nach dem eigenen Sound, der eigenen Stimme, nach Selbstbestimmung – für Margo Price ist die selbstbewusste und zugleich fragile Präsentation ein zentraler Ankerpunkt ihrer Musik, die sich in den letzten Jahren deutlich veränderte. Ursprünglich als Country-Hoffnungsträgerin gestartet, ging es zuletzt stärker in Richtung Rock. Davon will „Strays“ jetzt noch mehr. Price baut sich selbst wieder auf, sagt ihren Dämonen den Kampf an und geht unverblümt mit diesen um. Quasi im Vorbeigehen entsteht ihr bislang bestes Album.

Weiterlesen
James Yorkston, Nina Persson And The Second Hand Orchestra

James Yorkston, Nina Persson And The Second Hand Orchestra – The Great White Sea Eagle

Vor zwei Jahren bemühte James Yorkston einen frischen musikalischen Ansatz. Gemeinsam mit dem schwedischen Kollektiv The Second Hand Orchestra spielte er „The Wide, Wide River“ ein. Die Idee dahinter: Nur Yorkston sowie Bandleader Karl-Jonas Winqvist kannten die Tracks vor dem Studio, die Arrangements wurden dann im Kollektiv aufgenommen. Für den Nachfolger stieg der Schotte von der Gitarre aufs Klavier um. Winqvist schlug eine weitere Stimme vor – plötzlich war die legendäre Nina Persson von The Cardigans im Boot. Am Aufnahmeprozess änderte sich jedoch herzlich wenig, und das hört man dem funkelnden „The Great White Sea Eagle“ auch im besten Sinne an.

Weiterlesen
Hayden Arp

Hayden Arp – With Eliza

Auf dem Weg von ersten Ideen bis zur Fertigstellung seines Debütalbums durchreiste Hayden Arp zahlreiche Städte, mehrere Länder und überquerte sogar einen Ozean. Erste Spuren entstanden bereits 2018, als er in Richmond mit den Musiker*innen Lucy Dacus und Ali Thibodeau (Deau Eyes) lebte. Die Schlagzeugspuren folgten 2019 in Nashville durch Jake Finch, weitere E-Gitarren kamen 2020 in Los Angeles hinzu. Gesang und Mixing schlossen die Angelegenheit schließlich im eigenen Homestudio in der neuen Heimat Wien ab. Entsprechend bemüht „With Eliza“ etwas Vergängliches und Vergangenes, vermengt Indie, Folk und Pop mit Nostalgie.

Weiterlesen
Jeb Loy Nichols

Jeb Loy Nichols – United States Of The Broken Hearted

In den frühen 80er Jahren zog Jeb Loy Nichols von New York nach London und begann dort ein neues Leben als Musiker – neben seinen Solowerken war er unter anderem Teil der Fellow Travellers – und Künstler. Dabei schwebte ihm immer schon eine Platte im durch und durch amerikanischen Sound (in etwa das, was Gram Parsons „Cosmic American Music“ nannte) vor. Genau das ist nun endlich passiert: „United States Of The Broken Hearted“ bringt Singer/Songwriter und Folk, Country und Soul, Reggae und Jazz für einen eklektischen wie bewegenden, belebenden Mix zusammen.

Weiterlesen
L.A. Salami

L.A. Salami – Ottoline

Die Suche nach dem Selbst hinter dem Selbst treibt L.A. Salami seit jeher an. Der in Peckham geborene Lookman Adekunle Salami wollte immer schon mehr über seine eigene Identität, seine Familie und seine Herkunft erfahren. Unter anderem äußert sich das in seiner überaus vielschichtigen Musik, die gerne mal den Bogen von Folk und Singer/Songwriter über Indie Rock und Post Punk bis hin zu Rap und HipHop spannt. Was auf „The Cause Of Doubt & A Reason To Have Fate“ bereits höchst spannende Blüten trieb, genießt nun eine nicht minder spannende Fortsetzung in Form von „Ottoline“.

Weiterlesen
John Moreland

John Moreland – Birds In The Ceiling

Antworten werden überbewertet. John Moreland hat keine und bezweifelt, das sonst jemand welche bieten kann. Stattdessen werfen die Songs des 37jährigen aus Tulsa, Oklahoma Fragen auf. Er versucht, die Welt um sich herum zu verstehen, und tut dies mit den Werkzeugen eines Folk-Musikers, der aus den engmaschigen Verhältnissen seines vermeintlichen Käfigs ausbrechen möchte. Die ruhigen, meditativen und doch eindringlichen Songs nehmen ein gewisses Eigenleben an, waren unter anderem in „Sons of Anarchy“ zu hören und führten zu diversen Late-Night-Auftritten. Auf „Birds In The Ceiling“ verbreitet Moreland einmal mehr seine ureigene Magie.

Weiterlesen
Steve Earle & The Dukes

Steve Earle & The Dukes – Jerry Jeff

Tribute-Platten sind keine Seltenheit im Fundus von Steve Earle – für große Wegbegleiter wie Townes Van Zandt und Guy Clark, aber auch für seinen eigenen Sohn. Im Oktober 2020 erlagt Jerry Jeff Walker seinem Krebsleiden im Alter von 78 Jahren. Walker, dessen bekanntester Song ohne Frage das vielfach gecoverte „Mr. Bojangles“ ist, zählte zu Earles frühesten Vorbildern. Später sollte er zu Walkers Fahrer werden und unter seiner Ägide einem gewissen Neil Young vorspielen. „Jerry Jeff“ widmet sich dem Fundus des alten Freundes.

Weiterlesen
Jono McCleery

Jono McCleery – Moonlit Parade

Nach „Pagodes“ bog Jono McCleery vom vermeintlichen Highway des Erfolgs ab, so will es zumindest seine aktuelle Bio wissen. Auf seine von der Kritik gefeierten Werke folgte ein Labelwechsel sowie der Drang, in Eigenregie und nach eigenem Gutdünken aufzunehmen und zu produzieren. „Here I Am And There You Are“ war ein kleiner, wenngleich höchst gelungener Bruch. Elektronische Spuren sind mittlerweile weitestgehend verschwunden: Das neue Werk „Moonlit Parade“ entstand im Band-Line-up und trägt eine wunderbar blues-jazzige Retro-Note in sich.

Weiterlesen
Peter Doherty & Frédéric Lo

Peter Doherty & Frédéric Lo – The Fantasy Life Of Poetry & Crime

Ein cleaner, unsicherer Peter Doherty sucht nach neuen Ansätzen. Seit 2019 ist der einstige Tabloid-Dauergast drogenfrei unterwegs und kämpfte vor allem während der ersten Lockdowns mit vielen Selbstzweifeln. Dass der mittlerweile in der Normandie wohnende Libertines- und Babyshambles-Musiker mit sich selbst halbwegs im Reinen ist, hat er auch Frédéric Lo zu verdanken. Der französische Songwriter und Produzent fragte Doherty für eine Spoken-Word-Tribute-Compilation an, aus der zunächst ein paar Songs entstanden, die schließlich zu einem ganzen Album wurden. „The Fantasy Life Of Poetry & Crime“ zeugt von blindem Verständnis und aufblühendem Selbstbewusstsein.

Weiterlesen

Wir verwenden Cookies. Cool?