Schlagwort: Folk

Slow Leaves

Slow Leaves – The Ruins Of Things Unfinished

Wie wirken sich generationenübergreifendes Trauma und implizierte Familiendynamiken auf die eigene Entwicklung und auf folgende Generationen aus? Die stille und leise Zerbrechlichkeit enger Beziehungen macht Grant Davidson zum Thema für sein neuestes Album. Vererbung, Verantwortung und Heilung sind die Eckpfeiler für Slow Leaves, die die Auseinandersetzung mit Unbehagen als Zeichen von Fürsorge identifizieren und gleichzeitig das Leben an sich in Verbindung mit der eigenen Kreativität stellen. Was sich komplex und erdrückend liest, ergibt in „The Ruins Of Things Unfinished“ ein gewohnt bewegendes, intensives Gesamtbild der zarten Töne.

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My New Band Believe

My New Band Believe – My New Band Believe

Der Abschied von black midi wurde zugleich zum kreativen Neustart für die beteiligten Musiker. Morgan Simpson nahm die Drumsticks unter anderem für Rapperin Little Simz und Jazz-Musikerin Nala Sinephro in die Hand, Gitarrist und Sänger Geordie Greep veröffentliche im Herbst 2024 ein wildes, tanzbares, erwartungsgemäß unvorhersehbares Soloalbum. Etwas ruhiger ging es Bassist Cameron Picton an, arbeitete hier und da an einzelnen Songs. Durch ein krankheitsartiges Delirium in einem chinesischen Hotel kam er zu Bildern, zu Textfragmenten und zum etwas seltsamen Namen My New Band Believe. Das erste Album heißt ebenfalls „My New Band Believe“ und erinnert im besten Sinne an eine semi-akustische Antwort auf die frühere Band, die letztlich doch komplett anders klingt.

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José González

José González – Against The Dying Of The Light

Ist die Zukunft künstlich oder echt? Welche Rolle spielt ehrliche Kunst in Zeiten zunehmenden KI-Einsatzes, der kreative Einstiegshürden senkt und doch nie auch nur annähernd Individualität schafft? Diese und ähnliche Fragen stellt sich José González auf seinem ersten Album seit Herbst 2021. Die Rolle von Künstlicher Intelligenz sieht er zwiespältig, wenngleich verantwortungsbewusster Einsatz womöglich nicht verkehrt sein mag. Wie kann das aussehen? Wie groß ist die Bedrohung wirklich? Und wie geht ein Familienmensch mit immer düster werdenden Zeiten um? All das und noch viel mehr beantwortet „Against The Dying Of The Light“ hochgradig eindrücklich.

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Tinariwen

Tinariwen – Hoggar

Seit mittlerweile 45 Jahren tragen Tinariwen die Klänge der Sahara in die weite Welt hinaus. Das nordafrikanische Kollektiv zählt viele prominente Fans, tourte durch die Welt und gewann 2012 sogar einen Grammy. Politische Unruhen in Mali ließ die Gründungsmitglieder abermals reisen und sich aktuell in Algerien niederlassen. Ihr neuestes Album nahmen sie in einem von der Tuareg-Band Imarhan eingerichteten Studio ein, zudem singen Ibrahim Ag Alhabib und Abdallah Ag Alhousseyni erstmals seit über 30 Jahren wieder gemeinsam. Mit Liya „Diarra“ Ag Ablil meldete sich ein weiteres Gründungsmitglied nach über zweieinhalb Jahrzehten zurück. Wenig überraschend klingt „Hoggar“ überaus kraftvoll.

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Bonnie "Prince" Billy

Bonnie „Prince“ Billy – We Are Together Again

Seitdem Will Oldham wieder Alben in Louisville, Kentucky aufnimmt, wirkt seine Musik noch eine Spur eindringlicher und zugleich in sich ruhend. Als Bonnie „Prince“ Billy wagte er zuletzt einen keinen Ausflug in Richtung Country und Americana, ohne sich auf dem famosen „The Purple Bird“ gänzlich zu verbiegen. Nun geht es wieder zurück zu den vertrauten folkigen Klängen, unterstützt durch allerlei Wegbegleiter, langjährige Mitstreiter und aktuelle Tourmusiker. „We Are Together Again“ rückt das Gemeinsame in den Mittelpunkt und bezieht Kraft aus der engen Zusammenarbeit mit guten Freunden.

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War Child Records

War Child Records – HELP(2)

1995 taten sich Größen der britischen Musikszene für einen Benefizsampler zusammen, um mit „The Help Album“ der gemeinnützigen Organisation War Child und somit Kindern in Kriegsgebieten zu helfen. Seither erschienen mehrere Compilations, die globale Lage wurde jedoch kaum besser. Heute lebt fast jedes fünfte Kind in einem Kriegsgebiet; Schutz und schnelle Nothilfe sowie psychosoziale Unterstützung sind wichtiger denn je. „HELP(2)“ ist die leider dringende, notwendige Fortsetzung, appelliert an Solidarität und trommelte dafür einmal mehr große musikalische Prominenz zusammen, die neues Material und exklusive Cover-Versionen beisteuert.

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Imarhan

Imarhan – Essam

Imarhan tragen den Klang der Wüste in den Rest der Welt hinaus. Das algerische Quintett verbindet klassische Tuareg-Klänge mit Blues und Desert Rock, mit folkloristischem Charme und gelegentlicher Psychedelia sowie Elektronik versehen. Ihr mittlerweile viertes Album setzt sich mit schweren Themen auseinander. „Essam“ ließ sich unter anderem vom Konflikt an der algerisch-malischen Grenze, von politischer Instabilität in der Sahara, aber auch von den Unruhen im Zuge der letzten Pandemiejahre inspirieren. Zugehörigkeit und Entwurzelung treten in nahezu konstanten Konflikt.

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Beans On Toast

Beans On Toast – Kill Them With Kindness

Der 1. Dezember ist ein Grund zum Feiern – für Folk-Veteran Jay McAllister, dessen Geburtstag es ist, doch auch für seine Fans, denn an diesem Tag erscheint jählich ein neues Album unter seinem Pseudonym Beans On Toast. Seit 2009 bringt diese liebgewonnene Traditionen wieder und wieder feine Songperlen und kleine Überraschungen hervor. Dieses Mal ging Beans mit seiner Live-Band ins Studio – zum ersten Mal, obwohl man bereits seit Jahren gemeinsam auf der Bühne steht. Eben das macht sich bezahlt, denn „Kill Them With Kindness“ profitiert vom hörbaren Verständnis unter den arrivierten Musikern.

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Robert Plant

Robert Plant – Saving Grace

Eine musikalische Reise mit Robert Plant ist immer ein Grund zur Freude. Von seinen großen Hard-Rock-Stadion-Tagen ist er inzwischen weit entfernt, erforscht mit seinen Alben und wechselnden Begleitungen sämtliche Ecken des Erdballs und findet doch immer wieder zurück zu seiner alten Liebe für Blues, Folk, Country und Gospel. Exakt das sind die Eckpfeiler für das neueste Werk seiner Band Saving Grace, mit der er inzwischen seit sechs Jahren zusammenspielt, die er in seiner walisischen Heimat fand. Gemeinsam widmet man sich einer Serie an Cover-Versionen, unter dem Titel „Saving Grace“, das Plant und die fantastische Sängerin Suzi Dian nebeneinanderstellt.

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Chantal Acda

Chantal Acda – The Whale

Seit Jahren eilt Chantal Acda von einem Highlight zum nächsten. Sie spielte in diversen Bands, begann ihre Solokarriere 2006 als Sleepingdog, bevor sie sieben Jahre später anfing, unter ihrem eigenen Namen zu veröffentlichen. Und das sehr erfolgreich, denn die in den Niederlanden geborene Belgierin arbeitete mit so illustren Künstlern wie Nils Frahm, Ólafur Arnalds, Mimi und Alan Sparhawk, Colin Stetson und Bill Frisell. Zudem vewwandelte sie sich musikalisch immer wieder, schrieb fürs Theater und widmete sich Chamber-Pop-Herausforderungen. Auf „The Whale“ lässt sie sich ausschließlich von ihrer Live-Band begleiten, mit der sie seit über einem Jahrzehnt zusammenspielt, und gibt sich insgesamt etwas rockiger.

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